Wachsende nukleare Aufrüstung: Nordkorea baut laut IAEA-Bericht Urananreicherung aus

Laut einem Bericht der IAEA ist der Atomwaffenstaat Nordkorea dabei, eine neue Urananreicherungsanlage in Yongbyon mit bis zu 28 Zentrifugensätzen aufzubauen. Unter anderem Reuters berichtet mit Bezug auf diesen Bericht. Außerdem nahm das Land den Meldungen zufolge in seiner Urananreicherungsanlage in Kangson einen erweiterten Anbau in Betrieb. Das habe die IAEA aufgrund der Analyse von Satelliten-Bildern mitgeteilt. Nordkorea hat den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet und unterliegt keinen internationalen Kontrollen der IAEA.

Welchen Anreicherungen mit Uran235 konkret hergestellt werden, ist nicht bekannt. Immer mehr Staaten arbeiten weltweit daran, über die Nutzung der Atomenergie auch an Atomwaffen zu gelangen. Urananreicherungsanlagen sind höchst anspruchsvolle Hitech-Anlagen, die höchste Anforderungen an die eingesetzten Materialien stellen. Grundsätzlich sind derartige Anlagen in der Lage, atomwaffenfähiges Uran zu erzeugen. Das ist am Beispiel des Irans der Grund, warum die USA und Israel das Land wiederholt militärisch angegriffen haben. Auch Deutschland betreibt in Gronau eine Urananreicherungsanlage, die vom Atomaussstieg ausgenommen ist und seit dem Ukraine-Krieg die Produktion an an weiteren Standorten in Almelo NL, Capenhurst UK und USA deutlich erhöht. Diese URENCO-Anlagen sind auf die Urananreicherung zur sogenannten friedlichen Atomenergie festgelegt und werden von IAEA/Euroatom kontrolliert.

Seit 2009 habe es laut IAEA keine Inspektionen mehr in Nordkorea gegeben. Obwohl aufgrund fehlender Vor-Ort-Inspektinonen und Kontrollen eine schwierige Informationslage besteht, teilt Reuters aber mit Bezug auf IAEA mit: „„Der fortgesetzte Betrieb der Urananreicherungsanlagen in Kangson und Yongbyon sowie die gemeldete weitere Ausweitung der Produktion waffenfähigen Nuklearmaterials durch die DVRK geben Anlass zu großer Besorgnis“, sagte IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi am Montag in einer Erklärung an den Gouverneursrat. Dabei bezog er sich auf Nordkoreas offizielle Bezeichnung, Demokratische Volksrepublik Korea (DVRK). Der Bericht wurde zusammen mit Grossis Erklärung veröffentlicht.“

Auch ein fünf MW-Reaktor in Yongbyon wäre laut IAEA über längere Zeiträume aktiv gewesen. Dort könnte Nordkorea aus den eingesetzten Brennelementen in einer chemischen Fakrik Plutonium abtrennen und dieses für militärische Zwecke bereit stellen, heißt es in dem Bericht: Der dortige Leichtwasserreaktor war während etwa zwei Dritteln des Berichtszeitraums in Betrieb. Zudem gibt es Hinweise auf eine Wiederaufarbeitung bestrahlten Brennstoffs im Radiochemical Laboratory.

Weiterhin berichtet IAEA, dass Nordkorea außerdem am Bau eines als nuklear angetriebenes strategisches U-Boot bezeichneten Schiffes arbeitet. Die IAEA konnte anhand von Satellitenbildern den Bauort identifizieren, kann aber nicht feststellen, ob bereits ein Nuklearreaktor entwickelt oder eingebaut wurde.

Die IAEA äußerte ihre Besorgnis darüber, dass der Ausbau der nordkoreanischen Nuklearanlagen und deren weitere Entwicklung gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrats verstoßen. Die Frage der nordkoreanischen Sicherungsmaßnahmen wurde in die vorläufige Tagesordnung der 70. Generalkonferenz der IAEA aufgenommen, die vom 14. bis 18. Oktober 2026 in Wien, Österreich, stattfinden soll.

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