Mit allen Mitteln will die CDU/CSU – ganz im Sinne von AfD und FDP – in den Koalitionsverhandlungen mit der SPD durchsetzen, dass der Atomausstieg und die Stilllegung der Atomreaktoren rückgängig gemacht wird. KOSTE es, was es wolle. Wirtschaftlich wäre das Zurückholen der Atomenergie in keinem Fall und klar ist, dass dieses politische Interesse nur mit staatlichen Finanzen und daher enormen Kosten zu Lasten von Steuerzahler:innen umgesetzt werden könnte. Denn die Stromkonzerne wollen aufgrund der enormen Kostenlast die nukleare Last abwerfen. Wind und Sonne und Batterien sind einfach billiger. Auch die bis heute angefallenen Atommüllberge wollen Christdemokraten wegzaubern, auf Staatskosten natürlich. Transmutation heißt das, was mit neuen Atomanlagen und mit der Erzeugung von Atomwaffen-Material verbunden, über viele riskante nukleare Produktionsschritte einen eher kleinen Teil der Atomabfälle reduzieren soll. Da schwärmt der Atomphysiker:in. Wenn denn die dazu erforderlichen Techniken jemals funktionieren sollten und die Materialien für die Anlagen den extremen Anforderungen jemals standhalten. Selbst dann würde es nicht reichen. Atommüll-Endlager bräuchte er weiterhin. Das „Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung“ called Base mischt sich aktuell ein: „BASE Stellungnahme zum Potenzial von Transmutationsforschung“.
Alles zum Thema „Transmutation“ und Partitionierung auf umweltFAIRaendern.de
Eine Umsetzbarkeit dieser Behauptung sieht das BASE nach den bislang vorliegenden Erkenntnissen jedoch nicht.
Die Anlage sieht gleich drei Komponenten vor – einen Teilchenbeschleuniger, eine nukleare Wiederaufarbeitungsanlage und einen neuartigen Kernreaktor – von denen keine heutzutage existiert. Die für eine erfolgreiche Realisierung notwendigen technologischen Entwicklungen befinden sich auf dem Niveau von Papier- oder maximal Laborstudien.
Studien im Auftrag des BASE haben zudem gezeigt, dass selbst im hypothetischen Erfolgsfall ein tiefengeologisches Endlager mit Transmutationstechnologien nicht überflüssig werden würde.
Fachstellungnahme des BASE zur SPRIN-D-Studie
Fachstellungnahme zur „Umsetzungsstudie über eine beschleunigergetriebene Neutronenquelle am Standort eines ehemaligen Kernkraftwerks“ der Bundesagentur für Sprunginnovationen (SPRIN-D)
UPDATE 02042025, 21 Uhr: Die sieben Behälter mit hoch radiaktivem Atommüll sind in Deutschland und vom Schiff auf die Bahn verladen. Ziel ist das Zwischenlager in Niederaichbach in Bayern. Vor Ort und entlang der Strecke ist ein Großaufgebot von Polizei und Sicherheitskräften im Einsatz. An verschieden Orten finden Mahnwachen und Proteste gegen die Atomtransporte statt. In den Abendstunden am 2. April sind laut Castor-Stoppen die Vorbereitungen für die Zugabfahrt im Gange.
(Bisheriger Text) Sieben Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll aus der Plutoniumfabrik im nordenglischen Sellafield sind per Schiff über die Nordsee unterwegs nach Deutschland. Das haben Recherchen verschiedener Anti-Atom-Organisationen ergeben. Der extrem gefährliche Transport findet unter höchsten Sicherungsmaßnahmen in Sachen Terror- und Gefahrenabwehr statt. Die Gesellschaft für Nuklar-Service (GNS) in Hanau ist für die Abwicklung im Auftrag von PreußenElektra zuständig und hat inzwischen bestätigt, dass der Transport auf geheimen Routen gestartet ist. Von dem Transporten gehen enorme Risiken im Fall von Unfällen oder Terrorangriffen aus. Daher gelten höchste Sicherungsanfordungen.
Anti-Atom-Initiativen informieren unter „Castor-Stoppen“ über den aktuellen Verlauf der brisanten Atomfracht nach Bayern. Auch Informationen über geplante Aktionen sind dort zu finden. Fotos von einer Aktion in Bremen, unweit vom ersten Verladeort in Nordenham, sind hier zu finden.
Castor-Umschlag von Schiff auf Schiene in Nordenham. Foto: GNS/GRS
Auch in Deutschland wird nach der in Nordenham für Anfang der Woche geplanten Umladung der Behälter vom Schiff auf spezielle Bahnwaggons ein Großaufgebot von Polizei und Sicherheitskräften bundesweit im Einsatz sein. Die Radioaktivität in den Behältern ist in Glaskokillen eingegossen. Allein die Spezialbehälter wiegen über 100 Tonnen. Der Atommüll ist bei der Plutoniumabtrennung von verbrauchten Uranbrennelementen entstanden. Bis 2005 gehörte das zum sogenannten Entsorgungskonzept der Bundesrepublik. Während das abgetrennte Plutonium in den bundesdeutschen Reaktoren unter Inkaufnahme extrem unwirtschaftlicher Bedingungen eingesetzt wurde (Stichwort MOX), kommt der dabei entstandene Atommüll aus Sellafield nun entsprechend der internationalen Verträge zurück zum Verursacher.
Die Grünen in Bayern nehmen die gefährlichen Atomtransporte zum Anlass, um auf die Risiken der Zwischenlagerung hochaktiver Atomabfälle hinzuweisen. In einer PM warnen sie, dass endlich über die Nachrüstung der Zwischenlager an den jeweiligen Standorten offen und transparent gesprochen werden muss.
Ehemals gingen diese Atomabfälle in das oberirdische Zwischenlager nach Gorleben, weil die Verantwortlichen politisch entschieden hatten, den Atommüll in Gorleben, an der ehemaligen deutsch-deutschen Grenzen in einem Salzstock tief unter der Erde verbuddeln zu lassen. Doch der bundesweite Widerstand und Protest gegen die Nutzung der Atomenergie und die geplante Lagerung an einem völlig ungeeigneten Standort allein begründet durch politische und wirtschaftliche Macht trug dazu bei, dass der Atomausstieg in Deutschland nach den Katastrophen von Tschernobyl und schließlich in Fukushima schließlich zur Kehrtwende auch der CDU/CSU und FDP kam, nachdem SPD, Grüne und dann auch die LINKE den Atomausstieg längst zum Primat erhoben hatten, um Atomgefahren zu reduzieren und die Erneuerbaren Energien in der Stromerzeugung massiv auszubauen.
Nach dem Atomausstiegsbeschluss der Regierung Merkel nach Fukushima kam es auch zu einem Neustart bei bei der Suche nach einem Endlager für hoch radioaktive Abfälle. Als wichtiger gesellschaftlicher Kompromiß wurde dabei zwischen Bundesregierung und Ländern auch vereinbart, dass nicht mehr nur Niedersachsen die Lasten des hochaktiven Atommülls tragen dürfe. Daher wurden die Rückstransporte von Atommüll aus den Plutoniumfabrik nicht mehr nur nach Gorleben, sondern im Rahmen einer neuen Vereinbarung auch nach Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein (zusätzlich zu Niedersachsen) vereinbart. Transporte nach Hessen und Baden-Württemberg haben bereits stattgefunden. Der Transport aus Sellafiled nach Brokdorf in Schleswig-Holstein wird für 2026 erwartet.
Am gestrigen Abend hat die „Pacific Grebe“, ein Spezialschiff für den Transport radioaktiver Materialien, im englischen Hafen Barrow-in-Furness abgelegt. An Bord befinden sich sieben Behälter mit radioaktiven Abfällen aus der Wiederaufarbeitung deutscher Brennelemente im englischen Sellafield. Zuvor waren die Behälter vom Typ CASTOR® HAW28M auf der Schiene von der Wiederaufarbeitungsanlage in Sellafield zum rund 65 km entfernten Hafen gebracht und dort auf das Schiff verladen worden. Nach Ankunft an einem deutschen Seehafen werden die Behälter auf Eisenbahnwaggons verladen und auf der Schiene zum staatlichen Zwischenlager Isar (BZI) in Niederaichbach bei Landshut gebracht. Für den Transport hat das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) am 20. Dezember 2024 die erforderliche Transportgenehmigung gemäß § 4 AtG erteilt.
Die Aufbewahrungsgenehmigung gemäß § 6 AtG zur Einlagerung der verglasten Wiederaufarbeitungsabfälle hatte die bundeseigene BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH, die das Zwischenlager Isar betreibt, bereits im April 2023 vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) erhalten.
Die Kernkraftwerksbetreiber haben sich zur Rücknahme der Abfälle aus der Wiederaufarbeitung ihrer Brennelemente im Ausland vertraglich verpflichtet. Als zentralen Dienstleister für die Abwicklung der Rückführung haben sie die GNS Gesellschaft für Nuklear-Service beauftragt. Darüber hinaus bestehen völkerrechtliche Vereinbarungen zwischen Deutschland und Großbritannien, die die Rücknahme sicherstellen. Die Aufteilung der noch aus dem Ausland zurückzuführenden Wiederaufarbeitungsabfälle auf mehrere Zwischenlagerstandorte basiert auf einem Konzept der Bundesregierung.
GNS-Infoportal zur Rückführung
Umfassende Informationen rund um die Rückführung deutscher Wiederaufarbeitungsabfälle und den anstehenden Transport hat die GNS auf einer gesonderten Website zusammengestellt. Hier finden sich weitere Hintergrundinformationen, Fotos und Grafiken sowie Ansprechpartner der beteiligten Unternehmen:
Bis zum Jahr 2005 war es gängige Praxis, dass ein Teil der in deutschen Kernkraftwerken verbrauchten Brennelemente zur Wiederaufarbeitung in entsprechende Einrichtungen in England und Frankreich gebracht wurde. Die Brennelemente enthielten den für die nukleare Stromerzeugung erforderlichen Brennstoff. Nachdem sie in den Kernkraftwerken eingesetzt waren, beinhalteten sie immer noch wertvolle Brennstoffreste, die aufgearbeitet und wiederverwendet werden konnten. Es verblieben aber auch nicht-verwertbare radioaktive Abfälle, die entsorgt werden müssen.
Die Praxis der Wiederaufarbeitung wurde von der Bundesregierung im Jahr 2005 gesetzlich beendet. Die Verpflichtung Deutschlands (völkerrechtlich) und der deutschen Kernkraftwerksbetreiber (privatrechtlich), die bei der Wiederaufarbeitung verbliebenen Abfälle zurückzunehmen, besteht aber unverändert. Der größte Teil dieser Abfälle wurde schon in früheren Jahren mit zwölf Transporten von insgesamt 108 Behältern aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague ins zentrale Zwischenlager im niedersächsischen Gorleben gebracht und dort eingelagert.
Konzept der Bundesregierung
Die Rücknahme und Aufteilung der letzten noch im Ausland befindlichen Wiederaufarbeitungsabfälle wurde im Jahr 2015 in einem Konzept der Bundesregierung festgelegt, das sich seither in Umsetzung befindet. Die Umsetzung erfolgt dabei arbeitsteilig durch mehrere Beteiligte auf staatlicher wie auf privatwirtschaftlicher Seite. Das Konzept sieht vor, dass die verbliebenen Abfälle aus England auf die staatlichen Brennelemente-Zwischenlager in Biblis, Brokdorf und Isar verteilt werden sollen, die verbliebenen Abfälle aus Frankreich sollten im staatlichen Brennelemente-Zwischenlager in Philippsburg eingelagert werden. Alle diese Zwischenlager werden von der staatlichen BGZ Gesellschaft für Zwischenlagerung mbH betrieben. Die regionale Verteilung der Abfälle bzw. der Behälter auf Standorte in vier Bundesländern orientiert sich am Verursacherprinzip. Dabei wurden auch die in Gorleben bereits eingelagerten 108 Behälter mit Wiederaufarbeitungsabfällen berücksichtigt.
Das Konzept der Bundesregierung nennt außerdem den von der GNS entwickelten und hergestellten CASTOR®-Behälter vom Typ HAW28M als den für Transport und Lagerung geeigneten Behälter und es hält fest, dass die Zwischenlagerung der Abfälle in diesem Behältertyp und in den genannten Lagern rechtlich und technisch möglich ist.
Die letzten Abfälle aus La Hague wurden im November 2024 in vier CASTOR®-Behältern vom Typ HAW28M auf der Schiene zum staatlichen Brennelemente-Zwischenlager Philippsburg gebracht. Die Rückführung aus Frankreich ist damit abgeschlossen.
Aus England waren insgesamt noch 20 CASTOR®-Behälter vom Typ HAW28M mit Abfällen nach Deutschland zurückzubringen: sechs davon wurden bereits im Jahr 2020 im staatlichen Zwischenlager Biblis eingelagert, jeweils sieben Behälter kommen noch nach Isar und Brokdorf.
Sicherheit und Strahlenschutz
Die Sicherheit von Mensch und Umwelt steht bei Transport und Lagerung von radioaktiven Materialien immer an erster Stelle. Eine Genehmigung für Transport bzw. Lagerung solcher Stoffe wird in Deutschland nur erteilt, wenn zuvor der Nachweis erbracht wurde, dass die Sicherheit gewährleistet ist bzw. – mit anderen Worten – dass alle Vorschriften und vorgegebenen Grenzwerte zuverlässig eingehalten werden. Dementsprechend werden auch beim Transport zum Zwischenlager Isar Vorkehrungen dafür getroffen, dass für Mensch und Umwelt keine Gefahr besteht.
Die Strahlung der Abfälle wird nach außen massiv abgeschirmt. Die Abfälle werden in der Wiederaufarbeitungsanlage mit flüssigem Silikatglas vermischt und in zylindrische Behälter aus Edelstahl gegossen, die dann – nach Aushärtung – dicht verschlossen werden. Diese mit ausgehärtetem Glasgemisch gefüllten Behälter werden „Glaskokillen“ genannt. Für Transport und Lagerung werden die Kokillen wiederum in die speziell für diese Abfallart konstruierten Behälter vom Typ CASTOR® HAW28M eingebracht. Dabei handelt es sich um massive, über 100 Tonnen schwere Behälter aus Gusseisen und Edelstahl, für die in umfassenden Tests nachgewiesen wurde, dass sie sowohl eine stark abschirmende Wirkung haben als auch unter extremen Bedingungen sicher sind.
Informationen zum Strahlenschutz rund um den Transport finden sich außerdem hier:
Ehrliche Debatte über Atommüll dringend notwendig!
Sieben Behälter mit hochradioaktivem Inhalt kommen von Großbritannien nach Niederaichbach – und lenken den Blick auf schwierige Fragen: nach Sicherheitsstandards, einer Langzeitlösung und auf Markus Söder.
Bald rollen sie Richtung Niederbayern: sieben Castor-Behälter mit hochradioaktivem Müll, die aus der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield nach Niederaichbach (Niederbayern) gebracht werden. Deren geplante Einlagerung in dem Zwischenlager im Landkreis Landshut lenkt erneut den Blick auf ungelöste und schwierige Fragen zur Sicherheit.
„Wir brauchen jetzt eine ehrliche und öffentliche Debatte darüber, wie wir die Sicherheit für die verlängerte Zwischenlagerung erhöhen können“, sagt Martin Stümpfig, Sprecher für Energie der Landtags-Grünen, besonders mit Blick auf Markus Söders Atomkraft-Pläne.
Der bayerische Ministerpräsident hatte zuletzt mehrfach einen Ausbau der Kernenergie gefordert, jedoch ohne Lösungen für die Lagerung des hochgefährlichen Atommülls parat zu haben.
Dabei wird die Zwischenlagerung stetig unsicherer. Grund: Ursprünglich für nur 40 Jahre geplant, werden die entsprechenden Lagerstätten wohl mindestens 80 bis 100 Jahre benötigt werden – aufgrund der schleppenden Endlagersuche. Damit steigen jedoch auch die Gefahren: aufgrund etwaiger Undichtigkeit von Behältern, wegen ggf. fehlender Reparaturmöglichkeiten bis hin zu dramatischen Folgen durch Terrorangriffe oder möglicher Hochwassergefahren.
Martin Stümpfig: „Die Forderung nach besserem Schutz gegen Flugzeugabsturz und Angriffe durch panzerbrechende Waffen ist seit fast 20 Jahren die gleiche – nur wird sie von Jahr zu Jahr aktueller, weil sich die Waffen in den letzten Jahren so enorm weiterentwickelt haben, beispielsweise Drohnen.“
Die Landtags-Grünen fordern seit langem eine umfassende Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen und eine Anpassung an die aktuellen Bedrohungslagen.
Vor allem aber müsse die Endlagersuche vorangetrieben werden – auch und insbesondere durch den Bayerischen Ministerpräsidenten, betont Martin Stümpfig.
„Markus Söder kann nicht einerseits Tonnen an neuem Giftmüll produzieren wollen und anderseits nichts damit zu tun haben wollen. Und der aktuelle Castor-Transport zeigt es ja deutlich: Bayern trägt einen großen Anteil an der deutschen Atommüllproblematik. Der bayerische Ministerpräsident muss Verantwortung übernehmen und sich energisch für die Endlagersuche einsetzen“,
sagt Martin Stümpfig– und stellt fest: Die Proteste gegen Atomkraft seien derzeit friedlich, was wohl am politischen Konsens der letzten Jahre zum Atomausstieg liegt. Sollte die neue Bundesregierung diesen Konsens aufkündigen, könnte dies das Land mehr denn je spalten.
BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN
im Bayerischen Landtag
PRESSEMITTEILUNG
2. April 2025
Atommüll-Transport: Landtags-Grüne fordern mehr Schutz und Anpassung an veränderte Gefährdungslage
Sieben Castoren rollen dieser Tage von Nordenham nach Niederbayern. Ziel: das Atommüll-Zwischenlager in Niederaichbach. Die Grünen haben dazu eine Anfrage an die Staatsregierung gestellt und fordern deutlich besseren Schutz, denn die Gefährdungslage hat sich aufgrund der fortgeschrittenen Waffentechnologie sehr verändert.
München (2.4.25) Mehr als 3000 Tonnen hochradioaktiver Atommüll befinden sich bereits in Bayerns Zwischenlagern*, eines davon ist im niederbayerischen Niederaichbach bei Landshut. Dort kommen in diesen Tagen weitere sieben Castorbehälter hinzu. Allerdings: Die Zwischenlagerung wird stetig unsicherer. Martin Stümpfig, Sprecher für Energie der Landtags-Grünen, sagt: „Das Problem sind aktuell weniger die sieben zusätzlichen Castorbehälter in Niederaichbach. Das grundlegende Problem ist, dass dieser hochradioaktive Atommüll – in Niederaichbach werden es am Ende dann insgesamt 122 Castoren sein – nicht ausreichend gesichert ist.“
Die Landtags-Grünen haben jetzt eine sogenannte Anfrage zum Plenum gestellt, um zu erfahren, ob sich die Bayerische Staatsregierung unter Ministerpräsident Söder im Rahmen des „Operationsplan Deutschland“** für einen verstärkten Schutz der bayerischen Zwischenlager einsetzt und dabei auch standortnahe Neubauten mit Verbunkerung in Betracht zieht.
Hintergrund: Ursprünglich für nur 40 Jahre geplant, werden die entsprechenden Lagerstätten wohl mindestens 80 bis 100 Jahre oder länger benötigt werden. Damit steigen auch die Gefahren: Behälter könnten undicht und nicht mehr repariert werden können, und die in die Jahre gekommenen Hallen und Castoren halten möglicherweise Terrorangriffen oder Flugzeugabstürzen nicht stand. „Die Forderung nach besserem Schutz, insbesondere gegen Angriffe durch panzerbrechende Waffen, ist seit fast 20 Jahren die gleiche – nur wird sie von Jahr zu Jahr dringlicher, weil sich die Waffen in den letzten Jahren so enorm weiterentwickelt haben. Damals gab es noch keine GPS-gesteuerten Kampfdrohnen oder russische Hyperschallraketen“, sagt Martin Stümpfig. Die Landtags-Grünen fordern seit langem eine Anpassung an die aktuellen Bedrohungslagen und eine umfassende Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen.
Darüber hinaus muss die Endlagersuche mit aller Kraft vorangetrieben werden. „Ministerpräsident Söder macht seit Jahren wieder massiv Werbung für Atomkraft, und gleichzeitig tut er alles, um eine faire und offene Suche nach einem Endlager zu sabotieren – auch in Bayern, sagt Katharina Schulze, Fraktionsvorsitzende der Landtags-Grünen. „Wegen Markus Söders Blockadehaltung im Bundesrat können die Mitglieder des Nationalen Begleitgremiums zur Endlagersuche seit Jahren nicht neu berufen werden – dieses wichtige Gremium ist dadurch nicht arbeitsfähig. Dabei muss doch jedem klar sein: Eine stockende Suche nach einem Endlager in der Tiefe verlängert die gefährliche Zwischenlagerung an der Oberfläche! Anstatt Verantwortung zu übernehmen und aktiv an einer Lösung mitzuwirken, spielt Söder auf Zeit und gefährdet damit nicht nur unsere Sicherheit, sondern auch das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in eine verantwortungsvolle Energiepolitik.“
Dabei hat insbesondere Bayern einen großen Anteil an den hochradioaktiven Hinterlassenschaften des Atomzeitalters – der Freistaat erzeugte so viel Atomstrom wie kein anderes Bundesland. „Wir haben in nur wenigen Jahrzehnten Abfälle produziert, die in ihrer Zusammensetzung schlimmste Auswirkungen auf unser Land haben können – weit über unseren Lebenszeitraum hinaus! Wir alle, und dazu zählen insbesondere auch CSU und CDU, tragen die Verantwortung, dieses Risiko einerseits so gut wie möglich und andererseits möglichst zügig zu reduzieren“, so Katharina Schulze.
*2426 Tonnen hochradioaktiver Atommüll lagern derzeit oberirdisch in bayerischen Zwischenlagern, und weitere 627 Tonnen befinden sich noch in den AKW-internen Nasslagern in Gundremmingen und Isar I und II (Stand 31.12.2023, nach GRS).
**Der „Operationsplan Deutschland“ ist ein Strategiepapier der Bundeswehr mit detaillierten Planungen, wie im Verteidigungsfall vorgegangen werden sollte und welche Aufgaben dabei auf Kommunen, Hilfsorganisationen und Zivilbevölkerung zukommen. Das Papier ist rund 1.000 Seiten lang.
„Atomwaffenverbot und Atomausstieg gehören zusammen“. Das stellte die Atommüllkonferenz (AMK) der Anti-Atom-Initiativen in einer gemeinsamen Erklärung fest. Die AMK war am letzten Wochenende zu Beratungen über wichtige Probleme und Risiken der Atomenergie und ihrer radioaktiven Hinterlassenschaften zusammengekommen. Die Konferenz mahnte mit Blick auf den Jahrestag der mehrfachen Atomkatastrophe in Fukushima am 11. März 2011. Dieser Ratschlag und Fachaustausch von Aktiven und Engagierten aus Initiativen und Verbänden findet zwei mal jährlich und verabschiedet regelmäßig auch gemeinsame Stellungnahmen zu sicherheitsrelevanten Problemfeldern. Auf Initiative der internationale Arzt*innen gegen den Atomkrieg – IPPNW – beschloss die Konferenz eine gemeinsame Erklärung: „80 Jahre Hiroshima und Nagasaki, 14 Jahre Fukushima“. Die mit Nobelpreis ausgezeichnete Internationale „Campagne“ für ein Atomwaffenverbot“ (ICAN) hat maßgeblich beigetragen, dass die UN und damit sehr viele Staaten der Welt den entsprechenden Verbotsvertrag auf den Weg gebracht und umgesetzt haben. Die IPPNW wie auch der BUND, beide aktiv auf der AMK, gehören zu den deutschen Partnerorganisationen von ICAN.
(PM 11.03.2025) Anlässlich des heutigen Fukushima-Jahrestags erklärt die Atommüllkonferenz, die am vergangenen Samstag zum 26. Mal stattfand, in einer aktuellen Resolution:
„Ein internationales Atomwaffenverbot und der Ausstieg aus der zivilen Nutzung der Atomenergie gehören zusammen.“
2025 jähren sich die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki zum 80. Mal. Gleichzeitig liegt die Atomkatastrophe von Fukushima 14 Jahre zurück. Die Atommüllkonferenz fordert deshalb:
Deutschland muss den Atomwaffenverbotsvertrag endlich unterzeichnen.
Die Brennelementfabrik in Lingen und die Urananreicherungsanlage in Gronau müssen geschlossen und so der Atomausstieg endlich vollzogen werden.
Der Ausbau der Erneuerbaren Energien sowie eine nachhaltige Umwelt- und Industriepolitik muss im Zentrum der deutschen Regierungsarbeit stehen.
Keine Verklappung des kontaminierten Fukushima-Kühlwassers in den Pazifik.
Die etwa 40 Teilnehmer*innen der Atommüllkonferenz diskutierten am Wochenende darüber hinaus über die Probleme bei der Zwischenlagerung, die Kritik an der Standortsuche für ein tiefengeologisches Lager für hochradioaktive Abfälle, die aktuellen Entwicklungen bei dem veralteten Projekt Schacht KONRAD und die unkontrollierte Freigabe radioaktiver Abfälle.
Weiterhin wurde über Maßnahmen im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung zur Aktualisierung des Nationalen Entsorgungsprogramms beraten, die eigentlich schon hätte begonnen sein sollen. Die Atommüllkonferenz formulierte dazu die Erwartung, dass die vorhandenen Probleme und ungelösten Fragen im Umgang mit den radioaktiven Abfällen im neuen Entsorgungsprogramm nicht mehr wie bisher völlig ausgeblendet werden und eine Abwägung verschiedener Konzepte und Alternativen beim Umgang mit den radioaktiven Abfällen durchgeführt wird.
Rückfragen an den Pressedienst der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD e.V. unter: 05341 / 63123
Die Lagerung für alle Arten von radioaktiven Abfällen aus der Atomenergienutzung ist nicht nur ein hohes Risiko für Mensch und Umwelt. Die sogenannte „Entsorgung“ läuft weitgehend jenseits aller Planungen bzw. Versprechungen oder Ankündigungen. Sogenannte Endlagerung verschieben sich immer wieder und immer weiter in die Zukunft. Die vermeintliche „Zwischenlagerung“ dauert oberirdisch immer länger und überall entstehen neue Lagerhallen. Vor allem aber: Mit Blick auf die Gefahren ist absolut gar nichts gelöst. Die EU fordert seit Jahren von den Mitgliedsstaaten die Vorlage eines „Nationalen Entsorgungsprogramms (NAPRO), in dem über Umgang und Pläne für die weitere oberirdische Aufbewahrung und die angestrebte unterirdische Dauerlagerung berichtet werden soll. Auch die Kosten sind dabei ein Thema. Jetzt hat das für die Endlager-Suche zuständige „Nationale Begleitgremium“ (NBG) ein Gutachten vorgelegt, in dem die bisher vorliegen Entwürfe aus dem Hause des noch grünen Umweltministeriums unter die Lupe genommen werden.
Das NAPRO betrachtet nicht nur die Lagerung hoch radioaktiver (wärmeentwickelnder) Abfälle, sondern alle Arten von Strahlenmüll, die im Zusammenhang mit der Atomenergienutzung entstanden sind. Das sich dann auch die nicht-wärmeentwickelnde Abfälle, die auch als leicht- und mittelradioaktive Abfälle bezeichnet werden. Während für einen Teil dieser leicht- und mittelaktiven Abfälle in Salzgitter der Schacht Konrad für ein unterirdisches Lager ausgebaut wird, wird für die hochaktiven Abfälle noch ein Standort gesucht. Das dafür geschaffene Standortauswahlgesetz enthält aber auch eine Anforderung, die sich auch die leicht- und mittelaktiven Abfälle bezieht: Denn im Schacht Konrad könnten, wenn er denn je in Betrieb geht, nur rund die Hälfte der erwarteten leicht- und mittelaktiven Abfälle eingelagert werden. Für rund 300.000 Kubikmeter solcher Abfälle soll daher im Rahmen des Standortauswahlgesetzes nachrangig auch geprüft werden, ob diese mit den hochaktiven Atommüll am gleichen Ort gelagert werden könnten. Daher ist das Nationale Begleitgremium sowohl bei der (Zwischen)-Lagerung der hochaktiven Abfälle „betroffen“ – und eigentlich auch für die Lagerung anderer Abfälle, wenn diese in Bezug zum Standortauswahlgesetz stehen.
Noch in diesem Jahr muss die Bundesregierung ihre Berichte zum Nationalen Entsorgungsprogramm an die EU-Kommission übermitteln. Viel hat das BMUV dazu bislang nicht auf die Reihe bekommen, jedenfalls wenn man den Blick auf die Öffentlichkeitsbeteiligung richtet. Seit Jahren sind die zuständigen staatlichen Stellen eher damit befasst, die Öffentlichkeitsbeteiligung mit Blick auf die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle einzugrenzen oder auszuschließen. Nachdem das Standortauswahlgesetz noch die hohe Priorität von Transparenz und Partizipation im Umgang mit hochaktiven Abfälle betonte, ist seit dem eher festzustellen, dass ein Rollback in alte Umgangsweisen erfolgt. Ob das als „Beharrungsvermögen“ oder „Strukturkonservatismus“ von Behörden und Ministerien zu bewerten ist oder gezieltes Interesse, die Öffentlichkeit angesichts der enormen Risiken zu „schonen“ sei dahingestellt.
Wie können bestrahlte Brennelemente und radioaktive Abfälle in Deutschland sicher und verantwortungsvoll entsorgt werden? Die Strategie der Bundesregierung dazu wird im Nationalen Entsorgungsprogramm (NaPro) festgehalten. Es wurde im August 2015 vom Bundeskabinett beschlossen und ist regelmäßig, mindestens aber alle zehn Jahre, zu überprüfen. Die nächste Aktualisierung steht 2025 an. Grund genug für das NBG, das Vorhaben in einem eigenen Gutachten zu beleuchten.
Federführend für die Erstellung des Nationalen Entsorgungsprogramms ist das Bundesumweltministerium (BMUV). Es führt hierzu eine sogenannte Strategische Umweltprüfung (SUP) durch. Einer der ersten Schritte dieser SUP war ein Termin zur Festlegung des Untersuchungsrahmens (sog. Scoping-Termin) im Oktober 2024. Dazu wurden u. a. zivilgesellschaftliche Organisationen und einige Behörden eingeladen – auch das NBG. Dabei wurde von den Teilnehmenden Kritik an der geplanten Durchführung der Strategischen Umweltprüfung geäußert – insbesondere an der Prüfung möglicher Alternativen und Szenarien.
Vor diesem Hintergrund beauftragte das Nationale Begleitgremium ein Gutachten, das untersuchen sollte, ob der geplante Prüfungsumfang den Anforderungen einer SUP nach Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz (UVPG) entspricht und inwieweit es möglich und erforderlich ist, im Rahmen der Strategischen Umweltprüfung verschiedene Szenarien und Alternativen auf dem Weg zu einer sicheren Entsorgung radioaktiver Abfälle zu prüfen.
Das komplette Gutachten von Gesa Geißler und Johann Köppel finden Sie hier.
Der französische Atomkonzern Orano kann den Ausbau der Urananreicherung mit einem 400 Millionen Euro Kredit der Europäische Investitionsbank vorantreiben. Laut EIB basiert die Kredivergabe auf EU-Regelungen, die die Atomenergie als „CO2-arme Energiequelle“ einordnet. Der hochverschuldete Staatskonzern Orano will mit fast 1,7 Mrd. Euro die Kapazitäten seiner Urananreicherungsanlage in Tricastin um 30 Prozent steigern. Darüber hatte umweltFAIRaendern bereits mehrfach berichtet. Mit der Produktionserweiterung soll im Sinne der EU nicht nur Klimaschutz gestärkt werden, sondern angeblich auch ein Beitrag geleistet werden, um nukleare Abhängigkeiten von Russlands Atomgiganten Rosatom zu reduzieren. Gleichzeitig strebt Frankreich über seinen zweiten großen Atomplayer Framatome am bundesdeutschen Standort in Lingen an, künftig die Kooperation mit Rosatom sogar noch zu vertiefen. (FOTO: Orano)
Über diese Vereinbarungen berichten mit Bezug auf Pressemeldungen von Orano und EIB (siehe unten als Dokumentation) zahlreiche Medien u.a. WNN und das Nuklearforum Schweiz
Der Kredit der EU-Bank ist natürlich auch als Signal von Bedeutung, dass die EU weiter auf die Atomenergie setzt und bereit ist, dafür öffentliche Unterstützung bereitzustellen. Es hatte vor einigen Jahren massive Auseinandersetzungen in der EU um den weiteren Kurz in Europa in Sachen Energiewende und Klimaschutz gegeben. Dabei haben Staaten wie Frankreich, aber auch Ungarn und andere massiv drauf gepocht, dass die Atomenergie als vermeintlich „CO2-arme Energiequelle“ künftig auch finanziell weitere gefördert werden darf. Das wird auch gern als „Technologieoffen“ bezeichnet, ohne dass dabei die nuklearen Risiken von Unfällen und das ungelöste Problem der dauerhaften Atommülllagerung betrachtet wird. Auch spielt bei dieser Bewertung keine Rolle, dass die Atomenergie aufgrudn seiner Kostenstruktur grundsätzlich nicht ohne Steuergelder bzw. Staatsgelder funktionieren kann. Allerdings: Die zivile Atomenergienutzung ist für viele Staaten und Akteure auch ein wichtiges Instrument, um im Vorfeld der Atomwaffe in die Liga der Atomstaaten aufzurücken.
Zum Hintergrund dieser Meldung siehe auch bisherige Berichte auf umweltFAIRaendern:
In Lingen sollen künftig Uran-Brennelemente für den Einsatz in Atomreaktoren der russischen Bauweise VVER gefertigt werden. Das Genehmigungsverfahren dazu läuft. Aktivitäten, die Urananreicherungskapazitäten zu erhöhen, laufen auch am bundesdeutschen Standort in Gronau in NRW. Die dafür verantwortliche, teilweise deutsche URENCO ist (auch als Folge des Krieges in der Ukraine) dabei, an weiteren Standorten in Almelo (NL), Großbritannien und USA die Fertigungskapazitäten für Uran zu erhöhen. Nicht nur die Menge angereicherten Uran wird erhöht. An Standorten in den USA und GB wird auch angestrebt, den Anteil des spaltbaren Uran235 von rund vier Prozent auf 10 oder mehr zu erhöhen. Dieses Uran wird dann als HALEU bezeichnet.
Über das Thema neuartiger Uranbrennstoffe mit einer bis zu fast 20 Prozent erhöhten Anreicherung des spaltbaren Uran235 funktionieren sollen und die mit dem Kürzel HALEU bezeichnet werden, hat UmweltFAIRaendern wiederholt berichtet: Siehe hier die Übersicht der Artikel zum Stichwort HALEU.
Orano will mit fast 1,7 Mrd. Euro die Kapazitäten seiner Urananreicherungsanlage in Tricastin um 30 Prozent steigern
Projekt stärkt Europas Versorgungssicherheit und steht in Einklang mit Energiefinanzierungsleitlinien der EIB und REPowerEU-Plan der Europäischen Kommission
Kredit fördert CO2-arme Energiequelle, die etwa 25 Prozent des Stroms in Europa und fast die Hälfte des CO2-armen Stroms liefert
Die Europäische Investitionsbank (EIB) und Orano haben einen Kredit über 400 Millionen Euro unterzeichnet. Die Mittel fließen in den Ausbau der Urananreicherungsanlage Georges Besse 2 am Standort Tricastin (französische Departements Drôme/Vaucluse).
Die Finanzierung fällt unter die Strategie der EU, von Öl- und Gasimporten unabhängiger zu werden und den Umstieg auf CO2-arme Energiequellen zu beschleunigen. Sie stärkt Europas Energieautarkie und strategische Autonomität sowie die Versorgungssicherheit.
Orano setzt sein Know-how auf dem Gebiet der Urananreicherung für eine CO2-arme Energieerzeugung in vollem Umfang für diese Ziele ein. Mit dem Ausbau der Anlage in Tricastin trägt die Orano-Gruppe den Forderungen der Versorgungsunternehmen nach mehr Energiesicherheit Rechnung. Eine teilweise Inbetriebnahme ist für 2028, die vollständige Inbetriebnahme für 2030 geplant.
Die Kapazitäten der Anlage zur Urananreicherung sollen um 30 Prozent, also um 2,5 Millionen UTA (Urantrennarbeiten, internationale Einheit zur Messung der Produktion aus Anreicherungsaktivitäten) gesteigert werden, um die Urananreicherungskapazitäten in Europa insgesamt zu erhöhen. Die vier neuen Module, die die 14 vorhandenen ergänzen, verwenden alle dieselbe anerkannte und bewährte Technologie, die bestmögliche Ergebnisse in puncto Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Energieeinsparungen garantiert und die Umwelt weniger belastet.
Mithilfe des Kredits der EIB investiert Orano insgesamt fast 1,7 Milliarden Euro in Anlagen, in denen europäische Technologien und fast ausschließlich französische Unternehmen zum Einsatz kommen. Die Arbeiten begannen am 10. Oktober 2024.
Das Projekt wurde gemäß Artikel 41 des EURATOM-Vertrags am 7. September 2023 angezeigt. Die Europäische Kommission gab am 9. Oktober 2024 eine positive Stellungnahme ab, in der sie die Einhaltung des EURATOM-Vertrags durch das Projekt sowie seinen Beitrag zu Europas Versorgungssicherheit unterstrich.
Die EIB verfolgt einen technologieneutralen Ansatz, der in Einklang steht mit dem Dekarbonisierungsziel der EU und dem Bestreben, die Wettbewerbsfähigkeit und die Energieversorgung auf ökologisch nachhaltige, effiziente, sichere, sozialverträgliche und kostengünstige Weise zu sichern.
Unter dem REPowerEU-Plan der Europäischen Kommission fördert die EIB-Gruppe aktiv Projekte, die die Energiewende voranbringen und Europas Autonomie in diesem für Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit wichtigen Bereich stärken.
2024 genehmigte die Bank Rekordfinanzierungen von 31 Milliarden Euro für die europäische Energiesicherheit und stieß damit Investitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in erneuerbare Energien, Netze, Verbunde sowie Energieeffizienz und -speicherung an.
EIB-Vizepräsident Ambroise Fayolle: „Der hohe EIB-Kredit bringt Europa auf seinem Weg zur Energieunabhängigkeit voran. Dekarbonisierte Energie trägt entscheidend dazu bei, dass die Europäische Union ihre ehrgeizigen Klimaziele erreichen kann.“
Orano-CEO Nicolas Maes: „Wir sind sehr stolz auf diese Zusammenarbeit. Die EIB erkennt damit den strategischen Wert unseres Investitionsprogramms für das Klima und die Produktion nachhaltiger, dekarbonisierter Energie an. Der Kredit der EIB für den Ausbau unserer Anreicherungsanlage Georges Besse 2 entspricht diesem Ziel, weil dadurch insgesamt 120 Millionen Haushalte mit CO2-armer Energie versorgt werden können. Außerdem können wir dank der EIB in der aktuellen geopolitischen Lage die Energiesicherheit der Europäischen Union stärken.“
Hintergrundinformationen
EIB
Die Europäische Investitionsbank (EIB) ist die Einrichtung der Europäischen Union für langfristige Finanzierungen. Ihre Anteilseigner sind die Mitgliedstaaten. Ausgehend von acht Kernprioritäten finanzieren wir Investitionen, die zu den strategischen Zielen der EU beitragen. So fördern wir die Bereiche Klima und Umwelt, Digitalisierung und technologische Innovation, Sicherheit und Verteidigung, Kohäsion, Landwirtschaft und Bioökonomie, soziale Infrastruktur, Kapitalmarktunion und ein stärkeres Europa in einer stabileren und friedlichen Welt.
Die EIB-Gruppe, zu der neben der EIB auch der Europäische Investitionsfonds (EIF) gehört, unterzeichnete 2024 knapp 89 Milliarden Euro an neuen Finanzierungen für mehr als 900 wirkungsstarke Projekte und machte Europa damit noch wettbewerbsfähiger und sicherer.
Alle von der EIB-Gruppe finanzierten Projekte entsprechen dem Pariser Klimaabkommen – so wie in unserem Klimabank-Fahrplan zugesagt. Fast 60 Prozent der jährlichen Finanzierungen der EIB-Gruppe fließen in Projekte, die direkt zu Klimaschutz, Klimaanpassung und einer gesünderen Umwelt beitragen.
Die Gruppe setzt sich für eine stärkere Integration der Märkte ein und mobilisiert mit ihrem Engagement zusätzliche Investitionen. 2024 stieß sie Rekordinvestitionen von mehr als 100 Milliarden Euro in Europas Energiesicherheit an und mobilisierte 110 Milliarden Euro an Wachstumskapital für Start-ups, Scale-ups und europäische Pioniere. Rund die Hälfte der EIB-Finanzierungen innerhalb der EU fließt in Kohäsionsregionen, wo das Pro-Kopf-Einkommen unter dem EU-Durchschnitt liegt.
Als anerkannter internationaler Betreiber auf dem Gebiet der Kernmaterialien liefert Orano Lösungen zur Bewältigung gegenwärtiger und künftiger globaler Energie- und Gesundheitsherausforderungen. Das Know-how und die Beherrschung modernster Technologien ermöglichen es Orano, seinen Kunden Produkte und Dienstleistungen mit hohem Mehrwert während des gesamten Brennstoffkreislaufs anzubieten. Die 17 500 Beschäftigten der Orano-Gruppe setzen jeden Tag ihre Fähigkeiten, ihr unerschütterliches Engagement für Sicherheit und ihr ständiges Streben nach Innovation ein, um Know-how in der Transformation und Kontrolle von Kernmaterial zu entwickeln – für das Klima und für eine gesunde und ressourceneffiziente Welt, jetzt und in der Zukunft.
Orano hilft der Kernenergie, ihr volles Potenzial zu entfalten.
The project is to expand the existing uranium enrichment capacity in Orano’s Tricastin nuclear fuel facilities in the France. The new installations will use modern ….
The loan finances part of the total investment of nearly 1.7 billion euros that Orano is devoting to a 30% increase in uranium enrichment capacity at its Orano Tricastin site.
It strengthens security of supply in Europe in accordance with the EIB’s (European Investment Bank) energy sector lending policy and the European Commission’s REPowerEU program.
It contributes to supporting a low-carbon energy source that accounts for approximately 25% of electricity production in Europe and almost half of low-carbon electricity production.
The EIB and Orano announce the signing of a loan agreement for 400 million euros intended to finance a part of the investments in the project to extend the Georges Besse 2 uranium enrichment plant located in Tricastin (Drôme/Vaucluse, France).
This financing falls within the European strategy to reduce the EU’s dependence on fossil fuel imports and accelerate the transition to low-carbon energy sources. It contributes to strengthening Europe’s energy sovereignty and strategic autonomy, as well as enhancing security of supply.
Orano’s accumulated expertise in the enrichment of uranium for low-carbon energy production is being fully utilized to achieve these goals. The expansion of the Tricastin plant capacity is a response to Orano group utility customers‘ need to secure supply. Initial productive operations are planned for 2028 and complete commissioning for 2030.
The project programs a 30% increase in uranium enrichment production capacity, i.e. an additional 2.5 million SWU1 in order to strengthen overall enrichment capacities in Europe. It will comprise four modules to complement the fourteen existing modules, all using the same recognized and proven technology, offering the best guarantees in terms of safety, competitiveness and energy savings, while having a reduced environmental footprint.
Thanks to this loan from the EIB, which will support the overall investment of nearly 1.7 billion euros, Orano is funding facilities that will use European technologies and will call upon the services of French companies for the most part. The first stone of the expansion project was laid on 10 October 2024.
This project was the subject of a notification under Article 41 of the Euratom Treaty on September 07, 2023. The European Commission issued a positive opinion on October 09, 2024, underlining the project’s compliance with the Euratom treaty and its contribution to the security of supply in Europe.
The EIB takes a technology-neutral approach, in line with the European Union’s decarbonization goal and the objectives of achieving competitiveness and security of energy supply in an environmentally sustainable, efficient, safe, socially acceptable and cost-effective manner.
As part of the European Commission’s REPowerEU program, the EIB Group is actively supporting projects aimed at promoting energy transition and strengthening Europe’s autonomy in this key area for its security and competitiveness.
In 2024, the Bank granted a record 31 billion euros in financing for European energy security, which made it possible to mobilize a total of more than 100 billion euros of investment in renewable energies, networks and interconnections, energy efficiency and storage.
“This significant EIB financing contributes to European energy independence,” explains Ambroise Fayolle, Vice-President of the EIB. “Decarbonized energies are essential to enable the European Union to meet the ambitious climate neutrality objectives it has set itself.”
Nicolas Maes, CEO of Orano added: “We are very proud of this cooperation, which represents further recognition of the strategic value of our investment plan for the climate and for the production of sustainable and decarbonized energy. The financing granted by the EIB for the capacity extension at our Georges Besse 2 enrichment plant is perfectly in line with this objective, as the project will make it possible to take the number of households supplied with low-carbon energy up to a total 120 million. Not least, in the current geopolitical context, this support for our activities from the EIB will help to strengthen security of supply in the European Union.”
1The Separative Work Unit (SWU) is the unit of measure used as the international standard to quantify production from enrichment activity.
About EIB
The European Investment Bank (ElB) is the long-term lending institution of the European Union, owned by its Member States. Built around eight core priorities, we finance investments that contribute to EU policy objectives by bolstering climate action and the environment, digitalisation and technological innovation, security and defence, cohesion, agriculture and bioeconomy, social infrastructure, the capital markets union, and a stronger Europe in a more peaceful and prosperous world.
The EIB Group, which also includes the European Investment Fund (EIF), signed nearly €89 billion in new financing for over 900 high-impact projects in 2024, boosting Europe’s competitiveness and security. In 2024, France was the largest recipient of EIB Group financing, with investments totalling €12.6 billion.
All projects financed by the EIB Group are in line with the Paris Climate Agreement, as pledged in our Climate Bank Roadmap. Almost 60% of the EIB Group’s annual financing supports projects directly contributing to climate change mitigation, adaptation, and a healthier environment. This share of investments dedicated to climate and environmental action represents more than two-thirds of our business in France.
Fostering market integration and mobilising investment, the EIB Group supported a record of over €100 billion in new investment for Europe’s energy security in 2024 and mobilised €110 billion in growth capital for startups, scale-ups and European pioneers.
Approximately half of the EIB’s financing within the European Union is directed towards cohesion regions, where per capita income is lower than the EU average
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