Atomtransporte: Namibias Uran für Europas Atommeiler

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Hafen Hamburg: Atomtransporte zwischen Elbphilharmonie und Kreuzfahrtschiffen. Foto: Dirk Seifert

Erneut hat in Hamburg ein Atomtransport mit Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) stattgefunden. Sechs Container mit dem radioaktiven Material, aus dem im weiteren Verlauf angereichertes Uran für Brennelemente zum Einsatz in Atommeilern hergestellt wird, kamen per Schiff über den Hafen. Die mit  CATU beschrifteten Container sind vermutlich mit der „Golden Karoo“ (Korrektur) „Green Mountain“ aus Namibia nach Hamburg gelangt. Von hier aus ging die strahlende Reise per Zug weiter. Vom Süd-West-Terminal zunächst nach Maschen und dann über Bremen, Osnabrück, Münster, Köln und Bonn weiter bis nach Südfrankreich. Ab Hamburg startete der Transport am 29.1. und passierte Köln-Bonn am frühen Morgen des 31.1.2015. In Narbonne beginnt dann in einem ersten Schritt die Umwandlung zum Atombrennstoff.

Über Atomtransporte aus Namibia wird auch hier im Überblick informiert.

Uranbergbau ist besonders riskant und bringt zahlreiche Umwelt- und Gesundheitsrisiken mit sich. In den Minen wird das radioaktive Radon in großen Mengen freigesetzt und eingeatmet. Rund um die Minen entstehen radioaktive Geröllhalden, der Staub wird mit dem Wind weiträumig verbreitet. Zum Auslaugen des Urans aus dem Gestein werden hochgiftige Chemikalien eingesetzt. Oft wird über schlechte Arbeitsbedingungen und fehlende oder geringe Schutzmaßnahmen berichtet. Die Minen in Namibia gehören zu den ältesten und größten der Welt.

Atomtransport: Uran auf Kurs nach Hamburg

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Nord-Ostsee-Kanal bei Kiel: Frachter Vasiliy Shukshin mit radioaktivem Uran für Atomkraftwerke an Bord. Alle Fotos auf dieser Seite: Kieler Atomkraftgegner.

Erneut ist radioaktives Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken unterwegs nach Hamburg. Kieler AtomkraftgegnerInnen entdeckten gestern gegen 17.20 Uhr den aus St. Petersburg kommenden Frachter Vasiliy Shukshin an der Schleuse Holtenau in Kiel im Nord-Ostsee-Kanal. Als Protest hängten sie ein Transparent mit der Forderung „Stopp Atomtransporte“ an eine Brücke über den Kanal. Die Ladung könnte aus Uranoxid oder neuen Brennelementen bestehen. Zielhafen für den Umschlag ist Hamburg.

20140902_VasiliyShukshin_Container_alleNeben Atomkraftwerken kommt als Empfänger der radioaktiven Fracht u.a. die Brennelementefabrik im niedersächsischen Lingen in Frage. Die dortige Fabrik gehört dem französischen Atomkonzern AREVA und ist vom Atomausstieg ausgenommen. Die Anlage verfügt auch nach Fukushima weiterhin über eine unbefristete Dauerbetriebsgenehmigung und stellt Brennelemente für Atommeiler in aller Welt 20140902_VasiliyShukshin_Container_mitteher. Vor wenigen Wochen blockierten AtomkraftgegnerInnen in Hamburg einen Güterzug mit über 50 Containern, beladen mit Uranerzkonzentrat aus den Minen in Namibia, Kasachstan und Usbekistan.

In Kiel fand vor wenigen Wochen ein Anti-Atom-Camp statt, in dem vor allem das Thema Atomtransporte über den Nord-Ostsee-Kanal behandelt wurde. Natürlich nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch:

Die Zahl der Atomtransporte in und durch Deutschland ist trotz des schrittweisen Atomausstiegs weiterhin enorm hoch.

Vor allem die beiden Uranfabriken in Lingen und die Anreicherungsanlage in Gronau sind für das hohe Trasnsportaufkommen mit radioaktiven Stoffen verantwortlich. Beide Anlagen verfügen über eine unbefristete Dauergenehmigung und sind für die weltweite Versorgung der Atommeiler mit dem Uranbrennstoff von großer Bedeutung. Die Anlage in Gronau versorgt jedes zehnte AKW weltweit mit angereichertem Uran für den Reaktoreinsatz.

In den letzten Monaten haben AtomkraftgegnerInnen in Norddeutschland viele der geheimen Atomtransporte aufgedeckt. Dabei hat sich auch herausgestellt, dass es bei den Kontrollen im Hamburger Hafen in vielen Fällen zu Beanstandungen und sogar Beförderungsverboten gekommen ist. Selbst Falschauskünfte des Hamburger Senats konnten die AtomkraftgegnerInnen aufdecken.

Das Hamburger Anti-Atom-Büro hat eine Übersicht über die Atom-Kette erarbeitet, in der die einzelnen Schritte und die damit verbundenen Atomtransporte  vom Uranbergbau bis nach Hamburg – Drehscheibe im internationalen Atomgeschäft und zum Einsatz in den Atomkraftwerken dargestellt werden.

 

Video: Atomtransport mit Uranerzkonzentrat – Durchfahrt in Köln

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Angekettet vor dem Atomtransport mit Uran-Containern. Foto: Pay Numrich

Atomtransport mit Uranerzkonzentrat am 20. August bei der Durchfahrt in Köln. Darüber berichtete umweltFAIRaendern.de auf Basis von Informationen von Anti-Atom-AktivistInnen in diesem Artikel: Atomtransporte: Geheimer Uran-Zug von Köln Richtung Mosel und Frankreich. Hier ist nun ein Video von der Durchfahrt im frühen Morgengrauen durch Köln.

Zuvor hatten in Hamburg AtomkraftgegnerInnen den Zug mit dem Uran (Yellow Cake) aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan mit einer Ankett-Aktion gestoppt.

Das Video von der Durchfahrt des Atomtransports in Köln:

Weitere Informationen unter diesen Links:
www.antiatomplenum.blogsport.de
www.antiatomkoeln.de

Atomtransporte: Geheimer Uran-Zug von Köln Richtung Mosel und Frankreich

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Seit Montag unterwegs durch Deutschland. Güterzug mit 51 Uran-Containern zur Herstellung von Brennelementen für Atomkraftwerke. Heute Morgen ging es von Köln weiter Richtung Frankreich.

Der Atomzug mit insgesamt 51 Uran-Container ist weiter auf der Fahrt durch Deutschland Richtung Frankreich unterwegs. Nachdem er gestern über Bremen, Osnabrück, Münster über Hamm in Köln eingetroffen ist, setzte er zumindest einer der beiden Teilzüge mit 29 Uran-Containern die Reise von Köln ab 5.50 Uhr heute morgen fort und rollte um 6.07 Uhr durch Bonn-Beuel. Ein weiterer Zug ist mit 22 Uran-Containern unterwegs. Weiter geht die Fahrt entlang der Mosel in Richtung Narbonne. In Frankreich soll das Uran vorbereitet werden, um darauf Brennelemente für Atomreaktoren herzustellen. Danach ist das Uran hochradioaktiv.

Dass Uran stammt aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan, wo es unter Einsatz hochgiftiger Substanzen aus der Erde geholt wird. Uranbergbau ist mit großen Umwelt- und Gesundheitsgefährdungen verbunden. Tagelang hatten AtomkraftgegnerInnen im Hamburger Hafen die Uran-Container beobachtet und am frühen Montag Morgen die Abfahrt zunächst mit einer Ankett-Aktion gestoppt.

Die NOZ aus Osnabrück gerichtet gleich zweimal über die geheimen Atomtransporte durch NRW  und Deutschland. „Karten auf den Tisch“ fordert das Blatt und berichtet: Geheimer Atomtransport rollt durch Hauptbahnhof Osnabrück. Die Region Osnabrück sei ein Atom-Drehkreuz und spielt damit auf die Urananreicherungsanlage in Gronau und die Brennelementefabrik in Lingen an.

Die Fabrik der Betreiberfirma „Advanced Nuclear Fuels“ in Lingen ist nicht der einzige Standort in der Region, an dem mit strahlenden Produkten Geld verdient wird. Etwa 40 Autokilometer im Südwesten liegt die Urananreicherungsanlage Gronau der Firma Urenco , eine einmalige Fabrik in Deutschland. Am Rande Westfalens wird Uran für den Einsatz in Atomkraftwerken aufgearbeitet. Zusammen mit der Urananreicherungslage von Urenco im wiederum rund 40 Kilometer entfernten niederländischen Almelo bilden Gronau und Lingen eine Art Atomdreieck auf der Landkarte“

Das Blatt stützt sich bei seinen Angaben über die Zahl der Atomtransporte in der Region auf Angaben des Bundesamt für Strahlenschutz und stellt fest: „Macht also allein für das Atomdreieck Lingen-Almelo-Gronau 1608 Transporte.“

Namibia – Hamburg – Narbonne: Eine strahlende Nuklear-Reise der Umweltzerstörung

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51 Container mit Uran auf der Bahn bei Hamburg.

Während der Atomzug mit 51 strahlenden Uran-Containern von Hamburg aus quer durch die Republik rollt, berichten die Medien über die Ereignisse: Über die Aktion heute morgen, bei der AtomkraftgegnerInnen den Zug vorerst im Hamburger Hafen stoppten, um Falschmeldungen des Hamburger Senats und über das Ziel des Atomtransports, der mit Uran aus Namibia, Kasachstan und Usbekistan unterwegs nach Südfrankreich ist. Aus dem Uran werden Brennelemente für Atomkraftwerk entstehen. Danach ist es dann hochradioaktiver Strahlenschrott. Nur am Rande wird davon gesprochen, unter welchen katastrophalen Bedingungen das Uran aus der Erde geholt wird – z.B. in Namibia.

Warum das Uran in der Erde bleiben muss? Darüber berichtet umweltFAIRaendern u.a. hier:
Atomtransporte Hamburg: Dreckiges Namibia-Uran auf dem Weg zu hochradioaktivem Atommüll

Über die Dinge von heute kann man hier lesen und hören:
Die Bild schreibt „Anti-Atom-Aktivisten stoppen Uran-Zug„,  das Bonner Magazin rhein:raum informiert: „Wieder Atomtransport erwartet„. Bei der Mopo: „Anti-Atom-Aktivisten ketten sich an Gleise – Zug gestoppt„, das Greenpeace-Magazin stellt fest: „Atomkraftgegner blockieren Uranzug in Hamburg„. Der Deutschlandfunk informiert in der Reihe „Umwelt und Verbraucher“ kurioserweise über „Ausschreitungen bei Atomtransport in Hamburg“ (Audio-Link). Die Taz berichtet: „Täglich rollt der Kernbrennstoff“ mit vielen Zahlen über Atomtransporte, das Neue Deutschland schreibt über:“Uranpulver per Schiff und Zug“ und Hubertus Zdebel von der Links-Fraktion stellt fest: „Nach Aktion gegen Atomtransport in Hamburg: 50 Container mit radioaktivem Uran sollen quer durch Deutschland nach Südfrankreich“ Außerdem haben auch viele TV-Sender, wie z.B. RTL über die Aktion (danke Udo!) von heute berichtet.


 

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