Atomtransporte Hamburg: Dreckiges Namibia-Uran auf dem Weg zu hochradioaktivem Atommüll

Urangestein-Wismut-2014-Ippnw-TagungInsgesamt 36 Container mit radioaktivem Uranzerkonzentrat, so genanntem Yellow Cake lagern derzeit im Hamburger Hafen. AtomkraftgegnerInnen hatten diese geheimen Atomtransporte erneut vor einige Tagen im Hamburger Hafen entdeckt. 14 Container haben ihren Ursprung in Namibia, wo das Uran aus sogenannten Open-Pit-Minen wie der „Rössing“ oder der „Langen Heinrich“ im Tagebau aus der Erde geholt wird. Das geht nur mit massiven Umweltzerstörungen und mit hohen gesundheitlichen Risiken für die Bergarbeiter und die AnwohnerInnen. Was mit Umweltzerstörung beginnt wird nach einer Weltreise über zahlreiche Atomanlagen zu hochradioaktivem Atommüll. Was mit dem geschehen soll, weiß weltweit kein Mensch.

Mehr Infos auf umweltFAIRaendern zu den Atomtransporten in Hamburg

Hamburg und Uran aus Namibia

Die Grube der Rössing-Mine bei Swakopmund: Foto: Ikiwaner http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Ikiwaner
Die Grube der Rössing-Mine bei Swakopmund: Foto: Ikiwaner

Die Bilder von Tagebau-Minen wie der Rössing sind grausam: Riesige und tiefe Löcher sind in die Erde gegraben, täglich werden sie größer. Gunter Wippel vom Uranium Network schreibt in einer Mail an umweltFAIRaendern: „Der Rössing-Tagebau ist eine der größten open-pit-Minen der Welt, 3,5 Kilometer lang, 1,5 Kilometer breit und über 300 Meterm tief, mitten in der Namib-Wüstenregion.“

Nicht nur die radioaktive Strahlung durch das Uran wird beim Tagebau an die Oberfläche gefördert. In hohem Masse wird auch das radioaktive Radon als Gas freigesetzt.Die Rössing-Mine ist eine der größten der Welt. Mit schwerem Gerät und Sprengstoff werden hunderttausende Tonnen uranhaltiges Getein aus der Erde gefördert. Am Rande der Mine wird das Uran mit hochgiftigen Chemikalien und enormen Wassereinsatz aus dem Stein gelöst. So entsteht das Uranerzkonzentrat, wegen seiner Farbe auch Yellow Cake genannt. Rio Tinto, ein Rohstoff-Gigant, ist Eigentümer der Rössing- Mine.

Nur rund 0,5 Prozent beträgt der Anteil des Urans im gesamten Gestein, das aus der Erde gesprengt und von den Minenarbeitern verladen und verarbeitet wird. So entstehen riesige und immer noch strahlende Abraumhalden rund um die Mine herum. „Rössing war bereits mehrfach in der Kritik wegen der radioaktiven Kontamination der Umwelt, die von dem Bergwerk und insbesonderen von den Millionen Tonnen Abraum-Halden und Schlammrückhaltebecken ausgehen“, berichtet Wippel und verweist auf eine Studie des Labour Resource and Research Institute (LaRRI) (PDF) vom Februar 2009. Darin wird über die schwerwiegenden Gesundheitsfolgen bei den Bergarbeitern berichtet.

Es ist an vielen der Uranminen das Gleiche, – im nordafrikanischen Niger, wo AREVA das Uran für seine Atomkraftwerke herbekommt oder eben bei Rössing in Namibia: Umweltschäden und gesundheitliche Folgen: Die Minenbetreiber haben damit nichts zu tun und in keinem Fall ist die Radioaktivität und der schlechte Schutz dafür verantwortlich.

Auch darauf weist Wippel hin: „Die medizinische Versorgung der Bergarbeiter läßt viele Fragen offen – sie haben bis heute keinen Einblick in ihre Gesundheitsakten und müssen sich an Ärzte weit außerhalb wenden, um eine unabhängige Einschätzung ihres Gesundheitszustandes zu erhalten; es wird immer wieder berichtet, daß Bergarbeiter an „unerklärlichen Krankheiten“ sterben, kurz nachdem sie entlassen worden sind, weil sie als nicht mehr „fit for work“ befunden worden waren.“

Immer mehr Studien (Links siehe unten) liefern inzwischen deutliche Hinweise, dass der Uranbergbau katastrophale Folgen hat. Erst im Frühjahr 2014 wurden im Rahmen des EJOLT Projektes (EJOLT = Environmental Justice Organisation, Liabilites and and Trade), das von der EU finanziert wird, zwei Berichte veröffentlicht, die auf die zunehmende radioaktive Verseuchung in der Umgebung des Rössing Bergwerkes hinweisen: So ist der Gehalt von Uran im Wasser unterhalb des Bergwerks 2.155-fach erhöht gegenüber Werten oberhalb des Bergwerkes, auch die Konzentration von Schwermetallen ist erheblich erhöht – beides stellt eine massive Gefahr für die Gesundheit dar.

Wippel weiter: „Bezüglich der Gesundheitssituation der Bergarbeiter bestätigten sich die Befunde von 2009: Die Arbeiter werden über ihre Gesundheits- bzw. genauer gesagt, Krankheitssituation im Dunkeln gelassen, bis sie zu krank sind, um weiterzuarbeiten – erst dann werden sie in Kenntnis gesetzt – und so manche sterben bald darauf. Umfassende Gesundheitserhebungen gibt es nicht – sie werden von dem EJOLT-Bericht massiv angemahnt.“

Über den 80 Kilometer entfernten Hafen von Walvis-Bay wird das Yellow Cake auf Schiffe wie die „Green Mountain“, registriert auf den Marshall Islands, weiter transportiert. Regelmäßig ist das 200 Meter lange Schiff im Hamburger Hafen. Nicht nur Uran aus Namibia ist dann an Bord. Auch Touristen können sich gleicht hinter der radioaktiven Fracht für eine Passage einmieten. Buchbar über die Globoship – Globetrotter Tours AG in Bern (PDF).

Weltreise auf dem Weg zum hochradioaktiven Atommüll

Von Namibia über Hamburg geht es zunächst quer durch Niedersachsen, NRW und Rheinland-Pfalz bis nach Narbonne in Südfrankreich. Dort wird das Yellow Cake für die Herstellung von Uranhexafluorid (UF6) vorbereitet. Von Narbonne geht es in eines der größten französischen Atomzentren rund um Pierrelatte an der Rhone bei Avignon. Hier entsteht in der einzigen westeuropäischen Anlage das UF6. Nicht nur leicht radioaktiv, sondern nun auch durch das Fluor chemisch hochgefährlich. Erst in diesem chemischen Zustand kann der nächste wichtige Schritt erfolgen: Die Anreicherung des spaltbaren Uran 235. Bislang besteht dieser Anteil im Natururan/Yellow Cake nur rund 0,7 Prozent. Für die Atomkraftwerke in aller Welt zu wenig, die brauchen einen Anteil von 3 – 5 Prozent.

Während Frankreichs Atomkonzern AREVA direkt vor Ort das Uran anreichert, geht ein Teil des UF6 wiederum auf Reise: Eines der Ziele ist die Urananreicherungsanlage der URENCO im westfälischen Gronau. Andere Reiseziele sind die ebenfalls zu URENCO gehörenden Anreicherungsanlagen in Almelo (Niederlande) oder Capenhurst (England). Hier wird das Uran235 in Gas-Zentrifungen hergestellt. Eine Technik, die auch die Herstellung von atomwaffenfähigem Uran ermöglicht.

Das das Uran235 nur zu rund 0,7 Prozent in dem UF6 enthalten ist, wird es nun durch die Rotation in den Zentrifugen vom nicht-spaltbaren Uran 238 getrennt. So entsteht auf der einen Seite das „Produkt“ – auf der anderen Seite in großen Mengen das abgereicherte Uran. Eigentlich ist das Atommüll. Aber die URENCO darf ganz legal nach Atomgesetz dieses Material als Wertstoff behandeln – und damit an dern Atommüllentsorgung vorbei schleusen.

Das „Produkt“ ist nun angereichertes UF6 und die Reise geht weiter. Um nun die Brennelemente herzustellen muss das UF6 zu Urandioxid umgewandelt werden. Daraus werden dann die so genannte Pellets hergestellt, kleine Zylinder, die in Brennstäben aufgereiht und gebündelt werden. Das erfolgt z.B. in Lingen (Niedersachsen bei der zum AREVA-Konzern gehörenden Advanced Nuklear Fuels (ANF). Oder in Schweden oder den USA oder in Japan. Sind die Brennelemente z.B. in Lingen hergestellt, geht es zu den Atomkraftwerken in aller Welt. In Deutschland oder der Schweiz werden die Atommeiler meist per LKW mit den frischen Brennelementen versorgt. Ansonsten geht es per LKW z.B. wieder in den Hamburger Hafen und von dort per Schiff in alle Welt.

Bis zu diesem Teil der Reise erklären Behörden, Landesregierungen jeglicher Couleur, Atomkonzerne und viele Experten, dass ja alles gar nicht so schlimm sei, weil es sich um schwachradioaktives Uran handelt. Harmlos eigentlich. Auch Behörden in Hamburg oder in Kiel betonen das gern. Ausgeblendet bleibt, was mit dem Uran schließlich gemacht wird:

In den Atomreaktoren – mit dem jederzeitigen Risiko einer Atom-Katastrophe – wird das Uran zur Kernspaltung eingesetzt und zu hochradioaktiven Atommüll verwandelt, der derart gefährlich ist, dass er mindestens eine Million Jahre lang von Mensch und Umwelt abgeschirmt werden muss. Was mit gravieren Umwelt- und Gesundheitsschäden in Namibia beim Uranbergbau begann ist jetzt zu einem bis heute ungelösten Problem der Menschheit geworden – zugunsten der Profite einiger Konzerne.

Quellen zu den von Gunter Wippel genannten Studien:

Mongolei: Atomindustrie und Bergbaukonzerne contra Nomaden

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Atomgigant AREVA aus Frankreich: Weltweite Umweltzerstörung und Gesundheitsrisiken durch Atomenergie und Uranabbau. Auch in der Mongolei.

Weltweit forcieren Konzerne und Investoren die Suche nach Rohstoffen. Ganz weit oben auf der Liste der begehrten Stoffe ist das für die Atomenergie wichtige Uran. Auch in der Mongolei spitzen sich die Konflikte um den überaus umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau zu. Mit dabei ist der französische Atomgigant AREVA, der dort zur Zeit Probebohrungen zur Erkundung für künftige Uranminen durchführt. Darüber berichtet die deutschsprachige Homepage „Munx-Tenger“ (Ewiger Himmel). Über die aktuelle Lage berichtet der folgende Text, der auch in der Zeitung „ak-analyse und kritik“ (Nr. 588) erschienen ist.

Und hier der Artikel über die Atomindustrie und Bergbaukonzerne in der Mongolei:

„Der Konflikt zwischen den Tierhaltern und der Bergbauindustrie spitzt sich zu. Im Frühjahr 2013 protestierten 319 Tierhalter aus der Ostgobi (Dornogobi) gegen die Uran-Bohrungen des französischen Atomriesen AREVA und machten diese Probebohrungen verantwortlich für Mißbildungen und Totgeburten bei ihrem Vieh. Im September protestierten Nomaden und Umweltschützer gegen eine Revidierung des „Gesetzes mit dem langen Namen“, das den Bergbau an Flußufern und in Waldgebieten untersagt. Ende Oktober hat nun AREVA  ein Abkommen mit der mongolischen Atombehörde Monatom geschlossen, um zwei Lagerstätten in der Ostgobi mit insgesamt 60.000 Tonnen Uranerz auszubeuten.“ Weiterlesen auf der Seite von Munx-Tenger…

Kampf um Rohstoffe: Uranabbau im Niger – Französische Geiseln des Atomkonzerns AREVA sind frei

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Kampf um Uran – Frankreichs Urangeschäfte im Niger und immer mehr Konflikte. Foto: Dirk Seifert

„Die von islamistischen Extremisten in Niger verschleppten vier Franzosen sind nach ihrer Befreiung in die Heimat zurückgekehrt.“ Das berichtet die Deutsche Welle (DW) am 30. Oktober auf ihrer Homepage. Und die FA Z schreibt: „Frankreich soll für die Freilassung von vier französischen Geiseln in Niger ein Lösegeld zwischen 20 und 25 Millionen Euro gezahlt haben. Das berichtete die Zeitung „Le Monde“ am Mittwoch unter Berufung auf Geheimdienstquellen.

Präsident François Hollande hatte am Dienstagabend im Fernsehen gesagt, es sei kein Lösegeld gezahlt worden. Frankreich habe auch keine militärische Befreiungsaktion organisiert.“ Nach Angaben der DW „befinden sich weltweit noch insgesamt sieben weitere Franzosen in den Händen von Geiselnehmern – in Syrien, Nigeria und Mali.“ Die Konflikte rund um den Uranabbau der AREVA in Niger sind eng verbunden mit den (militärischen) Auseinandersetzungen in Mali. Das zeigt sich auch daran, dass die Freilassung der Geiseln in Mali erfolgte.

Die vier jetzt freigelassenen Mitarbeiter des französischen Atomkonzerns sind im September 2010 im Norden des Niger entführt worden. Dort betreibt der AREVA-Konzern seit den 60er Jahren eine Uranmine bei Arlit. Rund ein Drittel der französischen Atomkraftwerke werden mit Brennstoff aus dieser Mine versorgt. (Eine weitere Uranmine bei Imouraren sollte eigentlich dieses Jahr neu in Betrieb genommen werden. Das ist aber wohl wegen der anhaltenden Konflikte in der Region vorerst nicht passiert.)

Die ökologischen Folgen des Uranabbaus sind katastrophal: Riesige Abraumhalden mit radioaktivem Staub werden unter freiem Himmel aufgetürmt und mit dem Wind verbreitet. Der Uranabbau und die Verarbeitung des Erzes erfordert große Mengen Wasser. Das aber ist Mangelware in der Wüstenregion im Norden des Niger. Während die Menschen dursten, wird das Wasser aus großen Tiefen für die Erzgewinnung gefördert. Krankheiten haben sich in der Region ausgebreitet, die mit dem Abbau des Urans in Verbindung gebracht werden.

In den letzten Jahren haben sich die Konflikte um den Uranabbau im Niger enorm verschärft. Häufiger ist es auch zu bewaffneten Konflikten gekommen. Derzeit verhandelt die Regierung des Niger mit Frankreich über neue Verträge über den Uranabbau. Vor wenigen Wochen demonstrierten 5.000 Menschen in Arlit.

Nach dem Kriegseinsatz französischer Truppen im benachbarten Mali wurden auch Spezialtruppen zum Schutz der Uranminen im Niger abkommandiert. Die französische Regierung sprach ausdrücklich von „eigenen Interessen“, die hier zu schützen wären. Im Mai 2013 kam es dort zu einem schweren Terroranschlag mit vielen Toten. Siehe hier auf umweltfairaendern.de und hier die FAZ vom Mai. Siehe auch hier: Internationale Uran-Konferenz Tansania – Regierung ignoriert Risiken. Über Mali: Blog der Journalistin Charlotte Wiedemann.

Während die französische Regierung Lösegeldzahlungen für die Freilassung der vier AREVA-Mitarbeiter bestreitet, schreibt die FAZ: „Nach Informationen von „Le Monde“ soll das Lösegeld aus Geheimfonds des französischen Auslandsgeheimdienstes DGSE (Direction générale de la sécurité extérieure) aufgebracht worden sein. Der DGSE untersteht Verteidigungminister Le Drian.“

In der FAZ vom 1. November wird ausführlich über die Hintergründe und die Verhandlungen um die Freilassung der AREVA-Mitarbeiter berichtet. Unter der Überschrift „Der Preis der Freiheit“ berichtet das Blatt: „Nach der Rückkehr der französischen Geiseln zeichnen sich Vorteile für Nigers Präsidenten und die Tuareg ab. Dies dürfte auch die Verhandlungen mit dem Urankonzern Areva betreffen.“

Der Niger verhandelt derzeit mit AREVA über neue Verträge zum Uranabbau. Nicht zuletzt geht es darum, dass das bitterarme Land in der Sahelregion mehr Geld von den AREVA-Gewinnen abgekommen will. Bislang zeigt sich AREVA nur wenig kompromissbereit. Die FAZ berichtet, dass „ein 46 Jahre alter Targi aus Niger namens Mohamed Akotey, seines Zeichens Chefunterhändler des nigrischen Präsidenten Mahamadou Issoufou bei den Verhandlungen mit den Geiselnehmern“ von großer Bedeutung war. „Akotey gelang es nicht nur, vier Menschen aus unmenschlicher Gefangenschaft zu befreien. Er lieferte dem nigrischen Präsidenten zugleich ein außerordentliches Druckmittel für die Verhandlungen mit dem staatlichen französischen Urankonzern Areva über eine künftige Gewinnbeteiligung an die Hand. Und er sorgte dafür, dass die Tuareg in Mali, die im Frühjahr 2012 einen Krieg vom Zaun gebrochen hatten, ihr neues Image als freundliche Retter in einen politischen Vorteil ummünzen können.“ Akotey ist Aufsichtsratsvorsitzender von Imouraren SA, der nigrischen Tochterfirma von Areva.

Uran aus dem Niger auch in Deutschland im Einsatz.

Auch Deutschland dürfte mit Uran aus dem Niger beliefert werden. Offiziell bestätigt die Bundesregierung, dass Uran aus Frankreich bezogen werde, weigert sich aber detailliertere Angaben zu dem Ursprung des „französischen“ Urans zu machen. Da Frankreich auf dem eigenen Staatsgebiet keinen Uranabbau betreibt und rund ein Drittel seines Urans aus dem Niger bezieht, ist es sehr wahrscheinlich, dass z.B. in den Uranfabriken in Gronau und Lingen auch Uran aus dem Niger über französische Lieferungen verarbeitet wird. Die Uranfabrik in Lingen, die Brennelemente für Atomkraftwerke herstellt, ist zu 100 Prozent im Besitz der AREVA.

Siehe auch:

 

Uran für Frankreich: Tausende demonstrieren im Niger gegen Atomkonzern AREVA

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Niger und Uranabbau: Proteste gegen den französischen Atomkonzern AREVA. Foto: Dirk Seifert

Niger, Afrika: Der französische Atomkonzern AREVA bekommt Ärger. Am vergangenen Samstag demonstrierten rund 5.000 Menschen in Arlit gegen den Konzern, der dort in der Region seit den 60er Jahren eine der größten Uranminen betreibt. Darüber berichtet unter anderem die Agentur Reuters. Seit vielen Jahren gibt es über den Uranabbau in dem Wüstenstaat im Bereich der Sahelzone immer wieder massive Proteste, teilweise sogar bewaffnet. Mehrere Mitarbeiter von AREVA sind entführt worden. Nach dem Militäreinsatz Frankreichs im benachbarten Mali waren französische Spezialkräfte auch im Niger an den Uranminen der AREVA stationiert worden. Im Sommer kam es dennoch zu einem massiven Terroranschlag auf die Uranmine bei Arlit, bei dem es zu Toten und schweren Schäden kam. Die Regierung des Nigers versucht derzeit in Verhandlungen mit AREVA die bisherigen Verträge zum Uranabbau zu verändern.

Siehe auch hier: Niger: Krieg um Uran – Terroranschläge auf Uranmine des französischen Atomkonzerns AREVA

Die Proteste richten sich stark gegen die Bedingungen, unter denen das Uran gefördert wird. In der Wüstenregion verbraucht der Abbau extreme Wassermengen, die aus sehr großen Tiefen gefördert werden und anschließend verseucht sind. Viele Menschen in der Region leiden unter dem Mangel an Wasser. In den beiden Minen Cominak und Somair an denen der nigerische Staat mit etwas über 30 Prozent beteiligt ist, werden im Jahr rund 4.500 Tonnen Uran produziert, rund ein Drittel des französischen Bedarfs. Ende des Jahres laufen die bestehenden Verträge aus.

Mehr über Niger und Uran beim Uranium-Network hier.

Reuters berichtet: „We’re showing Areva that we are fed up and we’re demonstrating our support for the government in the contract renewal negotiations,“ Azaoua Mamane, an Arlit civil society spokesman, said in an interview with a private radio station.“ Und weiter: „We don’t have enough drinking water while the company pumps 20 million cubic meters of water each year for free. The government must negotiate a win-win partnership,“ Mamane said. Areva spokesmen in Niger and Paris declined to comment.

Der Niger und viele Menschen in der Region fordern höhere Einnahmen für das bitter arme Land aus dem Mining und dass AREVA erheblich mehr für die Verbesserung der Infrastruktur, für den Ausbau von Straßen, aber auch hinsichtlich der Umwelt- und Arbeitsbedingungen tun müsse. So sei laut AFP im Straßenbau auch radioaktiv belastetes Material aus den Minen eingesetzt worden. Auch AFP bezieht sich auf Äußerungen von Mamane: “The protester s were singing the songs against Areva accusing it to be polluting their environment that is already very hostile, to be causing radioactivity and not to care about peoples’ everyday’s concerns”, said an MP who was participating in this manifestation.
“ The population is inheriting 50 million tons of radioactive tailings that are stocked in Arlit and Areva continue to pump out 20 million cubic meters of water every year while people die of thirst”, denounced Mamane: „According to him, “the streets and habitats of Arlit are constructed by radioactive materials and the aquifer waters are drying because of Areva”.
“What is worse is that Areva continues to deny all this”, he regretted.  The prime minister of Niger Brigi Rafini, confirmed on Oct 6, 2013 that Niger is going to look into the mining contracts with Areva very carefully. The contracts he says are unfair.“

Außerdem heißt es bei AFP: “The protester s were singing the songs against Areva accusing it to be polluting their environment that is already very hostile, to be causing radioactivity and not to care about peoples’ everyday’s concerns”, said an MP who was participating in this manifestation. “ The population is inheriting 50 million tons of radioactive tailings that are stocked in Arlit and Areva continue to pump out 20 million cubic meters of water every year while people die of thirst”, denounced Mamane.

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