Vattenfall zerfällt weiter: Verluste im Geschäftsjahr 2014

Vattenfall-AKW-Brunsbuettel-Dez2013-15Vattenfall zerfällt und macht weiterhin Verluste. Das Handelsblatt berichtet: „Operativ sei 2014 ein Fehlbetrag von 2,2 Milliarden Schwedischen Kronen (umgerechnet 233 Millionen Euro) aufgelaufen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Ursache hierfür seien auch hohe Abschreibungen und eine schwächere Nachfrage nach Strom und Gas wegen des warmen Wetters gewesen. 2013 hatte Vattenfall sogar einen Verlust von 6,2 Milliarden Kronen verbucht. Im vierten Quartal des vergangenen Jahres ging es etwas bergauf.“ Hohe Abschreibungen? Das sind vor allem Fehlinvestitionen und Verlustabschreibungen. Z.B. für das Klimakiller-Kohle-Kraftwerk in Hamburg Moorburg mussten in der Summe inzwischen eine Milliarde Euro abgeschrieben werden und auch die viel zu teure Investition beim niederländischen Nuon drückt immer noch auf die Bilanz von Vattenfall.

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Der Vattenfall-Konzern ist dabei, strategisch ehemals wichtige Geschäftsbereiche abzustoßen. Mit einer neuen Organisationsstruktur, die am 1. April (hehe) in Kraft treten soll, wird unter anderem die Braunkohle in der Lausitz komplett ausgekoppelt. Vattenfall will diesen Bereich verkaufen. Interessenten aus Polen und Tschechien sollen angeblich vorhanden sein.

N-TV berichtet dazu heute: „Der schwedische Energiekonzern Vattenfall will den Verkauf seines deutschen Braunkohlegeschäfts bis zum Jahresende abschließen. „Wir haben gesagt, dass das dieses Jahr geschehen soll. Wir treiben das mit vollem Tempo voran“, sagte Vorstandschef Magnus Hall. Nähere Angaben macht er nicht. Vattenfall hatten Ende Oktober angekündigt, den Tagebau in Ostdeutschland und die Braunkohle-Kraftwerke zu veräußern. Dort sind über 8000 Mitarbeiter beschäftigt.“ Außerdem heißt es dort: „Interesse hat der tschechische Versorger EPH angemeldet, der mit seiner Tochter Mibrag Braunkohle in Ostdeutschland fördert und Strom erzeugt. Reuters hatte von Insidern erfahren, dass auch Finanzinvestoren wie KKR, Blackstone BX.N und CVC  ein Auge auf die Geschäfte werfen könnten. Deren Wert wird auf zwei bis drei Milliarden Euro geschätzt.“ In diesem Energieblog wird außerdem berichtet, dass ein polnisches Unternehmen Interesse an der Vattenfall-Braunkohle hat.

Während Vattenfall mit allen Mitteln versucht, sich in den Medien als handlungsstark darzustellen, sprechen Insider eher von einem zusammenbrechenden Konzern. Nachdem rund um die Ostsee zahlreiche Geschäftsfelder längst abgestoßen sind, verkauft Vattenfall derzeit auch z.B. seine Beteiligungen im Müllverbrennungsgeschäft.

In Hamburg hat das Unternehmen bereits das Stromnetz verloren und wird demnächst auch die Fernwärme abgeben müssen. Das ist das Ergebnis des Volksentscheids „Unser Hamburg Unser Netz“, nach dessen Erfolg im September 2013 die vollständige Rekommunalisierung angelaufen ist.

Aktuell berichtet die Hamburger Morgenpost über Endlos-Ärger: Verkauft Vattenfall Moorburg?

Dokumentation: Pressemeldungen | 2015-02-05 | 09:39 AM

Vattenfall veröffentlicht Geschäftsergebnis 2014: Effizienzsteigerung und Umstellung auf erneuerbare Energien fortgesetzt

Vattenfall hat im Geschäftsjahr 2014 die Konsolidierung und die Umstellung seiner Produktion auf einen größeren Anteil erneuerbarer Energien fortgeführt.

In einem weiterhin schwierigen Marktumfeld belasteten Wertminderungen das Ergebnis, während sich niedrigere Kosten dank kontinuierlicher Effizienzsteigerungen positiv auswirkten. Das Unternehmen hat die Überarbeitung seiner künftigen Strategie begonnen, die neue Konzernstruktur gilt ab dem 1. April 2015.

  • Der Umsatz belief sich im Gesamtjahr auf 165.945 Mio. Schwedische Kronen (SEK; Vorjahreszeitraum: 172.253 Mio. SEK) und im 4. Quartal auf 48.725 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: 47.156 Mio. SEK).
  • Das bereinigte Betriebsergebnis lag im Gesamtjahr bei 24.133 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: 28.135 Mio. SEK) und im 4. Quartal bei 8.223 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: 7.006 Mio. SEK)
  • Das Betriebsergebnis betrug für das Gesamtjahr –2.195 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: –6.218 Mio. SEK und für das 4. Quartal 7.045 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: 3.894 Mio. SEK).
  • Das Ergebnis nach Steuern belief sich für das gesamte Jahr auf –8.284 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: –13.543 Mio. SEK) und für das 4. Quartal auf 3.900 Mio. SEK (Vorjahreszeitraum: 1.983 Mio. SEK)
  • Im Gesamtjahr 2014 wurden 172,9 Terawattstunden Strom (Vorjahreszeitraum: 181,7 TWh), im 4. Quartal 2014 46,2 TWh (Vorjahr: 47,7 TWh) produziert.
  • Der Vorstand schlägt entsprechend der Dividendenrichtlinie vor, dass für das Jahr 2014 keine Dividende ausgeschüttet wird.

„2014 war ein ereignisreiches und schwieriges Jahr, das von einer schwachen Nachfrage, dem Überangebot an Produktionskapazitäten und fallenden Strompreisen geprägt war. Die Nachfrage wurde zusätzlich durch die warme Witterung gemindert“, kommentiert Magnus Hall, Präsident und CEO von Vattenfall den Geschäftsbericht.

Das bereinigte Betriebsergebnis in Höhe von 24,1 Mrd. SEK lag 4 Mrd. SEK unter dem Vorjahreswert.

„Geringere Margen und kleinere Mengen in der Produktion konnten teilweise durch Einsparungen kompensiert werden. Wir haben in den letzten vier Jahren Sparmaßnahmen durchgeführt, die im Vergleich zur Kostenbasis im Jahr 2010 zu Einsparungen von jährlich 13,7 Mrd. SEK geführt haben“, erläutert Magnus Hall.

Vor dem Hintergrund der schlechteren Marktbedingungen hat Vattenfall Wertberichtigungen von insgesamt 23,8 Mrd. SEK vorgenommen, die die Hauptursache für das negative Ergebnis des Jahres 2014 sind.

Die Konsolidierung der Geschäftstätigkeit und die Umstellung auf die verstärkte Erzeugung erneuerbarer Energien wurden im vergangenen Jahr fortgesetzt. Vattenfall veräußerte Vermögenswerte – unter anderem im Bereich der konventionellen Erzeugung – in Höhe von insgesamt 11,6 Mrd. SEK. Die größte Einzelinvestition im vergangen Jahr waren neue Windkraftanlagen.

Vattenfall hat im vergangenen Jahr die Überarbeitung seiner künftigen Strategie begonnen. Die Mitglieder des neuen Executive Group Management (EGM) wurden zwischenzeitig ernannt, die neue Organisationsstruktur gilt ab dem 1. April dieses Jahres.

„Um unseren Kunden verstärkt nachhaltige Lösungen anbieten zu können, werden wir ein europäisches Unternehmen bleiben. Außerdem werden wir ein Stromerzeuger sein, der seinen Schwerpunkt auf emissionsfreie oder emissionsarme Lösungen legt“, so Magnus Hall.

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3 Gedanken zu „Vattenfall zerfällt weiter: Verluste im Geschäftsjahr 2014

  1. Ich wusste gar nicht, dass Vattenfall das deutsche Unternehmen verkaufen will. Weiß man denn schon genau an wen das gehen soll? Das habe ich aus dem Berichte gerade nicht herauslesen können. Schade, Vattenfall habe ich bis dato als ein sehr erfolgreiches Unternehmen in Erinnerung. Ich freue mich auf eine Antwort, das will ich genauer wissen. Danke!

    1. Hallo,
      einfach mal unter Vattenfall Verkauf Lausitz z.B. die Suche auf meiner Seite benutzen. Die Braunkohle soll verkauft werden, noch in diesem Jahr. Das Stromnetz in Hamburg ist bereits weg, die Fernwärme in Hamburg wird folgen…. etc. Allerdings: Vattenfall und erfolgreich? Keine Ahnung, wie sie darauf kommen. Schon seit Jahren läuft der Rückzug von Vattenfall aus Polen und anderen Ostsee-Ländern…
      Gruß
      Dirk Seifert

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