Aachener Friedenspreis für Zivilen Ungehorsam – Junepa wegen Büchel-Blockade vor Gericht

Umweltverbände und Online-AktivistInnen könnten sich ein Beispiel nehmen: Der renommierte Aachener Friedenspreis ist in diesem Jahr an zwei Gruppen verliehen worden, die mit Aktionen des zivilen Ungehorsams gegen Atomwaffen und Krieg aufmerksam machen. Ausgezeichnet wurden die italienische Friedensinitiative „No Muos“, die sich für die Schließung von Militärkasernen auf Sizilien einsetzt, und das deutsche Jugendnetzwerk „JunepA“ für ihre Aktionen gegen Atomwaffen und Rüstungsexporte, gegen den Freihandel und für Klimaschutz. Junepa hatte u.a. an Aktionen am US-Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz teilgenommen und eine Blockadeaktion in Unterlüß gegen den Panzer- und Waffenproduzenten Rheinmetall organisiert. Anfang nächster Woche stehen Junepa-AktivistInnen wegen der Büchel-Aktion in Cochem vor Gericht. Der Aachener Friedenspreis wird seit fast 30 Jahren an Menschen verliehen, die sich in ihrem Umfeld für eine friedliche Welt einsetzen.

„Ziviler Ungehorsam gilt als der bürgerliche Aufstand gegen Ungerechtigkeit – auch, wenn das bedeutet sich gegen staatliche Entscheidungen und Aktivitäten zu wenden“, berichtet die Aachener Zeitung aus Anlass der 30. Preisverleihung. Und Urban Priol sagte als Laudator dazu: „Ich bin mit zivilem Ungehorsam groß geworden. Heute sind wir zahm, deshalb bin ich so froh über diese beiden Organisationen“.

Weiter heißt es in dem Bericht über Junepa: „Gleiches gilt vielleicht auch für JunepA, das immer wieder im ganzen Land Unternehmen wie den Waffenhersteller Rheinmetall oder auch Militäreinrichtungen wie den Nato-Atomwaffenstützpunkt in der Eifel blockieren. Zuletzt legten sie bei den jüngsten Protestaktionen im rheinischen Braunkohlerevier bei Erkelenz ein RWE-Kohlekraftwerk lahm. „Für den Frieden braucht es alternative Energielösungen abseits von Kohle und Atom, das Ende von Gewalt durch den Staat, mehr globales Denken und lokales Handeln, die Abschaffung von Waffen, Gerechtigkeit zwischen dem globalen Süden und Norden, solidarisches Miteinander, die Öffnung aller Grenzen, zivile Konfliktlösungen und hierarchiefreie Umgangsformen“, listeten die Vertreter von JunepA Einsatzfelder auf. Urban Priol ließ sie wissen: „Bei euch geht mir das Herz auf. Der ständige Dialog mit Gleichaltrigen ist notwendig. Überlasst Eure Zukunft nicht uns Alten!““

Für ihre Aktionen müssen sich die AktivistInnen von Junepa nun vor Gericht verantworten. Auf ihrer Homepage informiert das Jugend-Netzwerk: „Gerichtsprozesse Büchel: „Wir haben vor genau einem Jahr die Landebahn des Fliegerhorsts Büchel blockiert, auf dem amerikanische Atomwaffen stationiert sind. Hier findet ihr den Bericht dazu. Nun stehen wir dafür vor Gericht. Uns werden Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung vorgeworfen. In zwei Verhandlungen werden wir dem Richter/der Richterin deutlich machen, warum unsere Aktion am Atomwaffenlager notwendig und legitim war. Wir brauchen dringend Unterstützung:

Seid dabei am 18. September um 13.30 Uhr am Amtsgericht Cochem

Die zweite Verhandlung (mit den anderen Angeklagten) findet wahrscheinlich am 18. Oktober statt, wird aber vielleicht noch verlegt. Auch beim zweiten Termin ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen kommen und sich solidarisch zeigen. Wir werden euch hier informieren, wenn der Termin feststeht.

Atomwaffen gehen uns alle etwas an, lasst uns dem Gericht zeigen, dass wir viele sind!“

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