Vattenfall AKW Krümmel: Verunreinigte Brennelemente zu AREVA, Richland, USA

Mit dem radioaktiven Kobald60 verunreinigte Uranbrennelemente aus dem AKW Krümmel will Vattenfall vermutlich bei der AREVA in Richland, USA bearbeiten lassen. Eine der dortigen Anlagen dient der Reinigung von Uranmaterial, das Schadstoffe aufgenommen hat, wie es bei den Vattenfall-Brennelementen der Fall ist. Der Tri-City-Herald berichtete im April 2017 darüber, dass AREVA derzeit die dortige Anlage modernisiert. AREVA hatte zuletzt im AKW Krümmel die Dekontamination durchgeführt (siehe Link unten). Vattenfall hatte angekündigt, bis Ende 2018 insgesamt 12 solcher verunreinigter Brennelemente in die USA transportieren zu wollen. Die AREVA-Anlage am Columbia River befindet sich in der Nähe der alten nuklearen Militäranlagen der Hanford-Site. (Foto: AREVA Brennelementefertigung Lingen)

Die verunreinigten Brennelemente sind entstanden, weil Vattenfall in Krümmel vorgesehen hatte, zwölft neue Brennelemente in den Reaktor einzusetzen. Dazu waren sie in das Nasslager gestellt worden, welches mit dem Reaktor in Verbindung steht, in denen sich die hochradioaktiven Brennelemente befinden, die für die Wärmeerzeugung zuständig sind. Doch dazu kam es nicht mehr. Wiederholte Störfälle sorgten in den Jahren zwischen 2007 und 2009 dafür, dass das AKW Krümmel nicht wieder in Betrieb gehen konnte und nach Fukushima endgültig abgeschaltet wurde. Durch das Einsetzen in das Nasslager wurden die frischen Brennelemente mit Kobald60 kontaminiert.

Um das in diesen verunreinigten Brennelementen enthaltene Uran für andere Reaktoren wieder nutzbar zu machen, sollen diese in einer Spezialanlage der AREVA in Richland mit Lösungsmitteln gereinigt und das Uran aus den Brennstäben entfernt werden.

Der Tri-City-Herald berichtet über die Anlage: „Areva’s Werk in Richland beschäftigt ca. 600 Mitarbeiter. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 2.300 Brennelemente und mehr als 92 Millionen Brennelemente hergestellt. Sie liefert kommerzielle Druckwasserreaktoren und Siedewasserreaktoren. Ende 2015 erhielt das Unternehmen den weltweit ersten Auftrag zur Herstellung von Kernbrennstoff für kleine modulare Reaktoren und unterzeichnete einen Vertrag mit NuScale Power of Oregon. Das Richland-Werk ist etwa 45 Jahre alt und befindet sich seit 2001 im Besitz von Areva.“

  • Über die Atomfabriken der benachbarten Hanford-Site berichtete der Spiegel 1996 in einem Artikel. Darin geht es um die Plutonium-Brennelemente aus dem stillgelegten Schnellen Brüter in Kalkar und um Tritium für Atomwaffen.

AREVA selbst schreibt über die Anlage: „Der in Richland erzeugte Kraftstoff macht fünf Prozent des in den USA erzeugten Stroms aus und produziert seit mehr als 40 Jahren Kraftstoff. Im Jahr 2009 erhielt der Standort Richland die erste 40 Jahre dauernde Lizenzverlängerung der Nuclear Regulatory Commission.

Screenshot: AREVA-Richland

Die Anlage in Richland ist für die Verarbeitung von Uran bis zu 5,0 Gew.-% U235 zugelassen und verfügt über eine Kapazität von bis zu 1.800 Tonnen kommerzieller Kernbrennstoffe pro Jahr. Der Standort ist vollständig integriert, einschließlich Gadolinia-Brennstoff (Pellets und Stäbe), Herstellung der oberen und unteren Endstücke, Komponentenherstellung und Uranrückgewinnung.

Die Anlage in Richland hat einen Trockenumwandlungsprozess patentiert, der eine einzigartige Methode zur Umwandlung von Uraniumhexafluorid (UF6)-Gas in UO2-Pulver darstellt. Das Verfahren erzeugt im Wesentlichen keine flüssigen Abfälle, was im Vergleich zu konkurrierenden „nassen“ Verfahren einen erheblichen Umweltvorteil darstellt. Die drei Trockenumwandlungslinien produzieren das Energieäquivalent von 30.000 Tonnen Kohle pro Stunde.“

Über die AREVA-Anlage in Richland berichtet dieses Youtube-Video. Über die Brennstoff-Herstellung siehe auch dieses AREVA-Video.

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