Atomanlagen im Krieg: Drohnenangriffe und Stromausfälle in Saporischschja

Atomkraft im Kriegsgebiet und eventuell auch als Zielscheibe für konventionelle Angriffe mit Kriegswaffen. Seit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine ist das zu einer realen Bedrohung geworden. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) und auch andere Stellen berichten regelmäßig – auch in Verbindung mit den Meldungen der Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) – über die Lage der Atomanlagen in der Ukraine. Im Focus steht der mit sechs Reaktoren größte AKW-Komplex im massiv umkämpften Saporischschja. Immer wieder kommt es zu Stromausfällen. Zuletzt wurden auch tödliche Angriffe auf Mitarbeiter des Atomkomplexes gemeldet. Am AKW Tschernobyl hatten russische Truppen bei Kriegsbeginn für Zerstörungen gesorgt. Zuletzt hatten Drohnenangriffe die Schützhülle des explodierten Atommeilers durchschlagen und deren Funktion zerstört. Auch an anderen Atomanlagen gibt es immer wieder kriegsbedingte Gefährdungen.

BASE meldet zuletzt: „15.07.2026 – Am Nachmittag des 14. Juli 2026 ist es nach Angaben der IAEA zu einem erneuten Ausfall der externen Stromversorgung des Kernkraftwerks Saporischschja gekommen. Diesmal sei die einzige verbleibende Stromleitung zur Anbindung an das ukrainische Stromnetz infolge eines Unwetters unterbrochen worden. Mithilfe aller 19 am Standort verfügbaren Notstromdieselgeneratoren sei der Strombedarf für Kühlwasserpumpen und Sicherheitseinrichtungen gedeckt worden, bis die externe Stromanbindung wiederhergestellt werden konnte. Des Weiteren berichtet die IAEA, dass es zuletzt vermehrt zu Drohnenangriffen in der Nahe dem KKW Saporischschja gelegenen Stadt Enerhodar gekommen sei. Unter den zivilen Todesopfern hätten sich demnach auch Angestellte des Kernkraftwerks sowie von Subunternehmen befunden. Solche Kampfhandlungen in der Umgebung haben damit ebenfalls eine hohe Relevanz für die nukleare Sicherheit der Anlage. IAEA-Generaldirektor Grossi rief daher abermals zu maximaler militärischer Zurückhaltung in der Umgebung von kerntechnischen Anlagen auf. (Quelle: IAEA)“

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