Atomprogramm Iran, Umsetzung des Abkommens: Atomtransporte mit angereichertem Uran nach Russland

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IAEA Director General Yukiya Amano addressing the December meeting of the Board of Governors. (Photo: D. Calma/IAEA)

Der Iran hat damit begonnen, angereichertes Uran nach Russland per Schiff abzutransportieren. Diese Maßnahme ist Teil der Übereinkunft zur Überwachung des Atomprogramms zwischen dem Iran und China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Russland und USA. Auf der Homepage des Auswärtigen Amts ist zu diesem Abkommen u.a. zu lesen: “95% des angereicherten Urans wird außer Landes gebracht oder vernichtet, sein Bestand bleibt für 15 Jahre streng begrenzt.” (Stand: 21.8.2015) Im Juli hatten die genannten Staaten sich mit dem Iran auf den “Joint Comprehensive Plan of Action” verständigt, der ein Kontrollsystem enthält, das die Entwicklung der Atombombe im Iran verhindern soll. Nicht nur Israel hat Zweifel an der Wirksamkeit und der Vollständigkeit der Vereinbarungen. Allerdings dürfte das Abkommen militärische Entwicklungen zumindest deutlich erschweren und verzögern.

Atommülllager Ahaus in NRW: Noch mehr Castoren …

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Jede Menge Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll – aus Jülich (Foto) und aus dem Forschungsreaktor Garching bei München – sollen in das Zwischenlager Ahaus rollen. Foto: Betreiber FZJ

Vor wenigen Tagen haben die Bundesumweltministerin und die bayerische Landesregierung ein Abkommen geschlossen, nachdem bundesdeutscher Atommüll aus Frankreich und England teilweise auch in einem bayerischen Castor-Zwischenlager gelagert werden darf. Betroffen von der Regelung ist auch das Zwischenlager Ahaus in NRW. Als eine Gegenleistung für die Aufnahme von Atommüll aus der Wiederaufarbeitung sollen künftig die abgebrannten Brennelemente aus dem Forschungsreaktor Garching nach Ahaus transportiert werden. Der Atommüll aus Garching ist besonders brisant, da es sich um hochangereichertes Uran handelt, also grundsätzlich Atombomben-taugliches Material. Die BI Kein Atommüll in Ahaus reagiert mit einer Pressemeldung auf diesen “schmutzigen Deal”.

Kommission will generelles Exportverbot für Atommüll

Finale_SaleLange hat die Atommüll-Kommission die Initiative des BUND debattiert, nun ist es beschlossen. Hochradioaktive Brennelemente auch aus Forschungs- und Versuchsreaktoren sollen generell künftig nicht mehr ins Ausland exportiert werden. Allerdings sollen Proliferationsaspekte und Aspekte der Spitzenforschung vom Gesetzgeber bei der Umsetzung berücksichtigt werden. Der Beschluss ist zwar rechtlich nicht bindend; allerdings waren das Bundesumweltministerium und andere in die Debatte derart einbezogen, dass eine Nicht-Umsetzung auf gesetzlichem Weg nicht gerade ein Ausdruck von – sagen wir mal – Wertschätzung gegenüber der Kommission wäre.

Atommüll: Kommissions-AG empfiehlt Export-Verbot – BMU legt Bericht vor

ZumAusgangGehen(Update mit dem Bericht des BMUB zum Umgang mit hochradioaktiven Brennelementen auf Forschungs- und Prototyp-Anlagen) Die Arbeitsgruppe 2 der Atommüll-Kommission hat sich heute unter der Leitung von  Hubert Steinkemper für ein Export-Verbot von hochradioaktivem Atommüll aus Forschungsreaktoren und Demonstrations-Anlagen ausgesprochen und wird sich auf der nächsten Sitzung der Gesamt-Kommission für einen entsprechenden Beschluss einsetzen. Das angestrebte Export-Verbot geht auf eine Initiative des BUND in der Kommission zurück. Im Zentrum stehen Pläne, 152 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll aus Jülich in die USA abzuschieben. Zuvor hatte das Bundesumweltministerium über den derzeitigen und geplanten Status der entsprechenden Forschungsreaktoren und Demonstrations- bzw. Prototyp-Anlagen berichtet.

Hochradioaktiver Atommüll aus Berlin per LKW und Schiff in die USA

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Atommülltransporte mit dem MTR-2-Behälter – so sah das 2005 aus, als Atommüll von Rossendorf nach Ahaus rollte. Foto: Contratom

Offenbar bereits am 30. Juli sind hochradioaktive Brennelemente per geheimem Atomtransport aus dem Berliner Forschungsreaktor BER über den Hafen in Nordenham mit dem Schiff Oceanic Pintail in die USA verfrachtet worden. Ziel der brisanten Atomfracht ist laut Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz (PDF) Aiken/USA. Dort befindet sich eine ehemalige Atomwaffenschmiede, die Savannah River Site (SRS). Ein weiterer Atomtransport ist demnach aus Basel kommend, ebenfalls auf die Oceanic Pintail verladen worden. Die Universität Basel betreibt einen Forschungsreaktor. Aktivisten der Initiative “BI Kein Castor nach Ahaus” machten auf diese Atomtransporte aufmerksam, nachdem die us-amerikanische Umweltorganisation “Savannah-River-Site-Watch” bundesdeutsche Initiativen informiert hatte.

Verstrahlt: Castor hier – Castor da – Für Ahaus kann es dicke radioaktiv kommen

Castor-Plastik-GNSWährend sich AKW-Betreiber und Regierungen gern geordnet geben, geht es in Sachen Atommüll-Lagerung eher chaotisch zu. Nicht nur, dass nach über zwei Jahren Suche immer noch nicht wirklich klar ist, wohin der Atommüll aus der Wiederaufarbeitung im Ausland gehen soll. Auch das Urteil, mit dem die Genehmigung für das Castor-Lager am AKW Brunsbüttel aufgehoben wurde, wirft erhebliche ungeklärte Fragen auf. Außerdem stehen in Jülich 152 hochradioaktive Castoren, die entweder vor Ort bleiben oder in die USA oder aber in das Zwischenlager nach Ahaus sollen. Nichts ist klar, aber die Behörden haben natürlich alles im Griff. Anti-Atom-Initiativen warnen jetzt davor, dass es zu hunderten von Castor-Transporten nach Ahaus kommen könnte: Aus Garching, aus Jülich und aus Frankreich. Ergänzen lässt sich noch: Auch der hochradioaktive Atommüll aus dem Berliner Forschungsreaktor könnte in Ahaus landen. umweltFAIRaendern.de dokumentiert die Presseerklärung der Initiativen …

Plutoniumfabrik Dounreay: Strahlende Strände und deutscher Atommüll.

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Verstrahlter Strand: Radioaktive Hotspots und deutscher Atommüll im schottischen Dounreay. © Plattbridger

Dounreay im äußersten Norden von Schottland. Einer der dreckigsten Atomstandorte der Welt. Die Strände sind verstrahlt, seit Mitte der 90er Jahre werden radioaktive Hotspots gefunden. Kleine Teilchen, die hochgradig strahlen. Teilchen, die möglicherweise auch aus der Aufarbeitung von hochradioaktiven Brennelementen aus deutschen Atomforschungsreaktoren stammen. Zwischen 1992 und 1996 wurde in der Plutoniumfabrik in Dounreay der Strahlenmüll aus diesen Reaktoren wiederaufgearbeitet. Der gesamte Atommüll aus dieser Aufarbeitung lagert noch dort,  muss aber von Deutschland zurück genommen werden. Dass soll bald passieren, aber ganz anders als gedacht. Der Müll wird “geswapt”, verwandelt sich von viel leichtaktiv zu weniger hochradioaktiv und wird nicht aus Dounreay sondern aus Sellafield kommen. Eine komplizierte Geschichte aus der unendlichen Serie ungelöster Atommüllprobleme.