Stilllegungsgehmigung für AKW Grafenrheinfeld erteilt – Klage für mehr Sicherheit

Das bayerische Umweltministerium hat die Stilllegung und den Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld genehmigt. Die erste Genehmigung und weitere Unterlagen zur Stilllegung von Grafenrheinfeld stellt das Umweltministerium hier zur Verfügung. Eine Übersicht über die laufenden Verfahren zur Stilllegung und den bereits erteilten Genehmigungen liefert der Atommüllreport auf dieser Seite. Weil wichtige Strahlenschutzfragen nicht berücksichtigt werden, prüft der BUND in Bayern, mehr Sicherheit vor Gericht durchzusetzen. Trotz des von E.on/PreussenElektra angestrebten Rückbaus des AKWs werden der hochradioaktive Atommüll und auch die anfallenden leicht- und mittelradioaktiven Abfälle noch für Jahrzehnte vor Ort bleiben, weil es bislang keine „Endlager“ für diese strahlenden Hinterlassenschaften gibt.

Laut Bayerischem Rundfunk geht der Eigentümer E.on/Preußen-Elektra davon aus, dass „ab Mitte Mai erste Castoren mit abgebrannten Brennelementen aus dem Reaktor in das Zwischenlager am Standort gebracht werden. Ende 2020 sollen alle Brennelemente in Castoren verpackt sein. Wann der eigentliche Rückbau des Kernkraftwerks beginnt, ist noch nicht bekannt. Nach den aktuellen Planungen soll der Rückbau bis 2035 abgeschlossen sein.“

Dokumentation der PM von E.on/PreussenElektra zur Stilllegung:

PreussenElektra erhält Genehmigung zur Stilllegung und zum Abbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld

Der Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld (KKG) kann starten: Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat PreussenElektra heute die Ge­nehmigung nach § 7 Abs. 3 des Atomgesetzes zur Stilllegung und zum Abbau des Kern­kraftwerks Grafenrheinfeld erteilt.Das KKG wurde am 27. Juni 2015 nach 33 Jahren erfolgreichem Leistungsbetrieb endgültig abgeschaltet. Das KKG ist das fünfte Kernkraftwerk, das PreussenElektra zurückbaut. Seit April 2017 läuft der Rückbau des Kernkraftwerks Isar 1, am 5. Februar dieses Jahres folgte die Genehmigung für den Rückbau des Kernkraftwerks Unterweser in Niedersachsen. Der nukleare Rückbau des Kernkraftwerks Stade ist weit vorangeschritten und soll in circa vier Jahren abgeschlossen sein. Bereits vollendet werden konnte der nukleare Rückbau des Kernkraftwerks Würgassen im Jahr 2014.

Umfassendes Wissen für einen sicheren Rückbau vorhanden

„Mit dem Rückbau des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld setzen wir den Auftrag von Politik und Gesellschaft zur Beendigung der Stromerzeugung aus Kernenergie in die Tat um. Da­für sind wir bestens gerüstet: Mit den beiden Rückbauprojekten Stade und Würgassen verfügen wir über umfassende Kompetenz im Rückbau von Leistungsreaktoren. Das Wis­sen und die Erfahrung, die wir dabei gesammelt haben, kommen nun zum Einsatz und helfen uns, auch die anstehenden Rückbauprojekte sicher und umweltschonend umzuset­zen“, so der für Stilllegung und Rückbau zuständige Geschäftsführer Jan Cornelis Homan.PreussenElektra hat die Stilllegung und den Abbau des KKG im März 2014 beantragt. Im Laufe des Genehmigungsverfahrens wurden insbesondere ein ausführlicher Sicherheits­bericht, eine Kurzbeschreibung sowie eine Umweltverträglichkeits­untersuchung erstellt. Diese lagen zwei Monate zur Einsicht für die Öffentlichkeit aus. Im Erörterungstermin, der im Oktober 2016 stattfand, wurden alle Einwendungen zum Vorhaben eingehend behan­delt.Kraftwerksleiter Bernd Kaiser ergänzt: „Viele Kolleginnen und Kollegen haben in den letzten Jahren mit ihrer planerischen Vorarbeit auf diesen Tag hingewirkt. Wir freuen uns, dass es jetzt losgehen kann. Wir werden die Anlage genauso sorgfältig und umsichtig zurückbauen, wie wir sie über 30 Jahre lang sicher betrieben haben.“

Rückbau erfolgt von innen nach außen

Als nächster Schritt werden nicht mehr benötigte Systeme stillgesetzt und demontiert so­wie logistische Vorbereitungen innerhalb des Kontrollbereichs getroffen, so dass u.a. ein Reststoffbehandlungszentrum für ausgebaute Teile im Reaktorgebäude-Ringraum, im Hilfsanlagengebäude und im Entsorgungsgebäude eingerichtet werden kann. Außerdem wird mit der Demontage der Isolierungen begonnen. Parallel findet ab Mai 2018 der Ab­transport der im Nasslager befindlichen Brennelemente statt.

Rückbau transparent gestalten

„Für die Rückbauarbeiten innerhalb des Kontrollbereichs veranschlagen wir ca. 13 Jahre ab Brennstofffreiheit. In dieser Zeit wird vom voranschreitenden Abbau innerhalb des Re­aktorgebäudes äußerlich nichts zu sehen sein. Gerade deshalb ist es uns wichtig, die Bür­ger hier in der Region mitzunehmen und kontinuierlich über den Fortschritt beim Rückbau zu informieren. Dabei wollen wir möglichst viele Gelegenheiten des persönlichen Aus­tauschs schaffen“, so der Anlagenleiter weiter. „Aus diesem Grund laden wir Medien, Po­litik und Anwohner regelmäßig zu Veranstaltungen ein.“

Zum Hintergrund

Das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld war von 1982 bis 2015 in Betrieb. Der Druckwasserreaktor hatte eine elektrische Leistung von 1.345 MW brutto. Die Anlage verlor im Rahmen der 13. Novelle des Atomgesetzes ihre Berechtigung zum Leistungsbetrieb und wurde am 27. Juni 2015 endgültig abgeschaltet. Bis zum Ende des Leistungsbetriebes erzeugte das KKG mehr als 333 Mrd. Kilowattstunden Strom bei einer durchschnittli­chen Verfügbarkeit der Anlage von 88 %. 1983 und 1984 war das KKG Weltmeister in der erzeugten Jah­resstrommenge. Dabei knackte das KKG mit 10,5 Mrd. kWh brutto (1984) weltweit zum ersten Mal die Marke von 10 Mrd. kWh erzeugten Stroms in einem Jahr. Derzeit sind am Standort rund 200 PreussenElektra-Mitar­beiter beschäftigt.

PreussenElektra betreibt in Deutschland die Kernkraftwerke Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Nieder­sachsen) und Isar 2 (Bayern) für die Stromproduktion. Die im Jahr 2011 abgeschalteten Anlagen Isar 1 (Bayern) und Unterweser (Niedersachsen) und das 2015 abgeschaltete Kernkraftwerk Grafenrheinfeld befinden sich im Rückbau. Der nukleare Rückbau des Kernkraftwerks Stade (Niedersachsen) ist weit fortgeschritten und der des Kernkraftwerks Würgassen (Nordrhein-Westfalen) bereits seit 2014 beendet. Ziel der rund 2.000 Mitar­beiter der PreussenElektra ist es, bis 2022 einen wesentlichen Beitrag zur klimaschonenden, zuverlässigen und bezahlbaren Stromerzeugung in Deutschland zu leisten und den sicheren und zuverlässigen Rückbau der still­gelegten Anlagen zu gewährleisten.

Diese Pressemitteilung enthält möglicherweise bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung des E.ON-Konzerns und anderen derzeit verfügbaren Informationen beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken und Ungewissheiten sowie sonstige Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Leistung der Gesellschaft wesentlich von den hier abgegebenen Einschätzungen abweichen. Die E.ON SE beabsichtigt nicht und übernimmt keinerlei Verpflichtung, derartige zukunftsgerichtete Aussagen zu aktualisieren und an zukünf­tige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.

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