Klimakrise: Vattenfalls Kohlemonster Moorburg im Visier von BUND und Fridays for Future Hamburg

Mehr als 1000 Fahrrad-Demonstrant*innen protestierten heute bei schlechtem Wetter direkt vor den Toren des Vattenfall-Klimamonster-Kraftwerks in Hamburg Moorburg gegen die Klimakrise. Sie folgten einem gemeinsamen Aufruf von Fridays for Future und dem BUND Hamburg. Nicht nur die direkten Klimaschäden durch die C02-Emissionen waren Thema des Protestes. Auf der Kundgebung vor den Toren des Steinkohle-Kraftwerks wurde von einem Redner auch auf die extremen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen beim Kohlebergbau z.B. in Kolumbien hingewiesen. In Moorburg kommt vor allem Kohle aus Russland zum Einsatz. Die sogenannte „Blutkohle“ war auch den Aktivist*innen von decoalonize ein Anliegen, die abseits der FahrRadDemo gleich gegenüber des Vattenfall-Kraftwerkes die Kattwykbrücke blockierten. Einige Kletter-Aktivist*innen seilten sich aus Protest mit Bannern von der Brücke ab. Angeblich soll „Capitalism kills Climate“ und „Unplug Coal“ auf den Transparenten gestanden haben. Unweit des Vattenfall-Kraftwerks befindet sich auch der Kohlehafen am Hansaport, über den großen Mengen der klimaschädlichen Kohle nach Deutschland importiert werden.

umweltFAIRaendern dokumtentiert: Protest vor dem größten Mahnmal ignoranter Energiepolitik Norddeutschlands, 04. Oktober 2019

Über 1.000 Leute demonstrieren mit dem BUND Hamburg, der BUNDjugend und Fridays for Future vor dem Kohlekraftwerk Moorburg

Mehr als 1.000 Menschen sind heute dem Aufruf des BUND Hamburg, der BUNDjugend und Fridays for Future gefolgt und zogen in einem großen Fahrradkonvoi von der Umweltbehörde in Wilhelmsburg zum Kohlekraftwerk Moorburg. Dort protestierten sie lautstark gegen die Kohleverbrennung von Vattenfall in Hamburg.

Erst 2014 in Betrieb gegangen, steht das Kohlekraftwerk Moorburg wie kaum ein anderes Projekt für eine fundamentale Fehlentscheidung des Energiekonzerns Vattenfall und der Stadt Hamburg. „Vattenfall hat in unheilvoller Allianz mit dem Hamburger Senat vor 15 Jahren die Planung für den Klimakiller auf den Weg gebracht. Trotz Warnungen und Alternativkonzept wurde der Kohlemeiler gebaut und ist 2015 in Betrieb gegangen. Gerade vier Jahre später will Vattenfall sich nun aus der Verantwortung stehlen und das Kraftwerk verkaufen – doch das ist keine Lösung. Das Kohlekraftwerk gehört so schnell wie möglich abgeschaltet“, so Manfred Braasch.

Mit 1.640 Megawatt Leistung gehört Moorburg zu den größten Steinkohlekraftwerken Europas und stößt gigantische sechs bis acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus. BUND, BUNDjugend und Fridays for Future fordern daher einen schnellstmöglichen Kohleausstieg. Hamburg müsse Verantwortung übernehmen und ein wichtiges Zeichen gegen die eskalierende Klimakrise setzen. „Die Stadt Hamburg ist mittlerweile unter Zugzwang. Wir erwarten verbindliche Zielsetzungen für eine kontinuierliche Reduktion des Kohlestroms im Hamburger Strommix und konkrete Daten für die Abschaltung der Kraftwerke Moorburg, Tiefstack und Wedel lange vor 2035“, fordert Aktivist Arnaud Boehmann von Fridays for Future Hamburg.

Sascha Haupt von der BUNDjugend merkt an: “Wir alle stehen in der Verantwortung, das Klima zu retten. Immer noch sind viele Menschen in Hamburg Kund*innen bei Vattenfall, einem Konzern, der Atom- und Kohlekraftwerke betreibt. Deshalb fordern wir alle Vattenfall-Kunden auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln! Das kann jede und jeder tun – und zwar jetzt.“

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