Klimakrise? Künstler*innen – zivil und ungehorsam – fordern Maßnahmen von Bundesregierung

Klimakrise? Da muss einiges passieren: Über 90 Künstler*innen unterstützen jetzt Extinction Rebellion und deren Forderungen in einem offenen Brief an die Bundesregierung. Sie nehmen damit Stellung für ein Netzwerk, das mit Mitteln des zivilen Ungehorsams bzw. des gewaltfreien Widerstandes für einen grundlegenden Wandel der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umgangsweisen von Mensch und Natur plädiert. Nicht nur in Sachen Klimakrise, sondern auch in Sachen Artensterben. Auch wenn es von XR immer wieder verwirrende oder auch ärgerliche Bemerkungen gegen Linke gibt. Dass die Klimakrise eine Krise ist, die einen umfassenden Wandel – Systemchange – erfordert, kommt immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an. Dieser Systemchange muss ein demokratischer und ein sozial gerechter sein. Klar ist, die Anforderungen, z.B. an die Umweltverbände, mit ihrem Knowhow und ihren Möglichkeiten für mehr politischen Druck zu sorgen, waren nie größer. Klar ist aber auch: Der Druck auf die Regierenden steigt weiter und das ist gut so. Denn: Da muss noch einiges passieren! Doch erstmal hier der offene Brief als Dokumentation:

Sehr geehrte Regierung: Wir müssen reden.
Mit diesem offenen Brief an die Regierung erklären viele Kulturschaffende und Medienmenschen ihre Unterstützung für Extinction Rebellion.

An die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, Bundeskanzlerin Merkel, die Minister:innen, den Bundestag

Wir, die Unterzeichnenden, fordern Sie auf, sofort drastische Maßnahmen gegen die sich verschärfende ökologische Krise zu ergreifen. Die Wissenschaftler:innen sind sich einig, die Fakten sind unbestreitbar: Laut UN IPCC Report führt die zunehmende Erderhitzung schon bei Überschreiten der 1,5°C-Grenze zu Nahrungsmittelknappheiten, Extremwetterphänomen und damit tödlichen Bedrohungen für Millionen von Menschen weltweit. Trotzdem laufen die Selbstverpflichtungen der Länder im Rahmen des Pariser Klimaabkommens von 2015 auf eine Erwärmung von 3°C hinaus, und selbst diese werden bis jetzt nicht eingehalten. Bei 3°C Erhitzung drohen uns Hungersnöte, Massenmigrationen und der Zusammenbruch unserer Demokratien.

Wir befinden uns inmitten des 6. globalen Massensterbens – täglich sterben etwa 200 Arten aus. In Deutschland haben wir 2019 unseren Anteil der natürlichen Ressourcen, die die Erde innerhalb eines Jahres erneuern kann, schon am 2. Mai verbraucht. Schon jetzt wurde auch in Deutschland Mikroplastik im Trinkwasser nachgewiesen, unsere Wälder und Bienen sterben, und die Missernten häufen sich. Wenn wir unseren bisherigen Weg fortsetzen, zerstören wir unwiederbringlich die natürlichen Lebensgrundlagen aller Menschen. Es ist für uns unerträglich, dass unsere Kinder und Enkelkinder die Last dieser beispiellosen Zerstörung tragen müssen.

Sie als unsere Regierung machen sich schuldig, indem Sie das Vorsorgeprinzip im Rahmen Ihrer Politik ignorieren: Anstatt anzuerkennen, dass grenzenloses Wirtschaftswachstum auf einem Planeten mit endlichen Ressourcen nicht möglich ist, subventionieren Sie weiterhin klimaschädliche Wirtschaftszweige statt nachhaltiger Alternativen und planen Handelsabkommen wie jenes mit den Mercosur-Staaten, das zur kriminellen Zerstörung des Amazonas in Brasilien beitragen würde.

Damit verstoßen Ihre Handlungen gegen Artikel 20a unseres Grundgesetzes. Dort heißt es: “Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.“

Da Sie Ihrer Verantwortung, Ihre Bürger:innen vor Schaden zu schützen und die Zukunft für kommende Generationen zu sichern, nicht nachkommen, ist es unsere moralische Pflicht, auf Ihre Untätigkeit und offenkundige Pflichtverletzung zu reagieren.

Deshalb erklären wir unsere Unterstützung für Extinction Rebellion und den friedlichen und gewaltfreien „Aufstand gegen das Aussterben“, der am 7. Oktober 2019 in Berlin beginnt. Wir stehen voll und ganz hinter diesen drei Forderungen:

  1. Sie als Regierung müssen Ihren Bürger:innen die volle Wahrheit über das Ausmaß und die Risiken der ökologischen Krise sagen.
  2. Deutschland muss bis 2025 klimaneutral werden. Das Artensterben muss gestoppt werden und der ökologische Raubbau mit allen Mitteln eingedämmt und – wenn möglich – wieder rückgängig gemacht werden.
  3. Sie müssen eine Bürger:innenversammlung für Klimagerechtigkeit und gegen die ökologische Katastrophe einberufen. Diese wird durch Expert:innen darin unterstützt, zusammen einen rechtlich bindenden Maßnahmenkatalog zu entwickeln.

Wir fordern Sie auf: Handeln Sie. Jetzt.

Unterzeichner:innen

  • Pheline Roggan, (Schauspielerin)
  • Jan Plewka, Selig (Musiker)
  • Rocko Schamoni, (Autor)
  • Bela B, (Musiker)
  • Tobias Jundt, Bonaparte, (Musiker)
  • René Pollesch, (Autor, Regisseur)
  • Christian Ulmen, (Schauspieler, Regisseur)
  • Christian Schwochow, (Regisseur)
  • Nina Kronjäger, (Schauspielerin)
  • Dota Kehr, (Musikerin)
  • Marc-Uwe Kling, (Autor)
  • Anna Loos, (Schauspielerin)
  • Peter Rommel, (Filmproduzent)
  • Fahri Yardim, (Schauspieler)
  • Bodo Wartke, (Kabarettist)
  • Lindiwe Mueller-Westernhagen, (Musikern)
  • Bernd Cailloux, (Schriftsteller)
  • Bjarne Mädel, (Schauspieler)
  • Larissa Herden, Lary (Musikerin)
  • Dr. Marc Benecke, (Kriminalbiologe)
  • Anna Bergmann, (Schauspieldirektorin am Badischen Staatstheater Karlsruhe)
  • Jacques Palminger, (Musiker)
  • Moritz Krämer, Die Höchste Eisenbahn, (Musiker)
  • Ben Hartmann, Milliarden, (Musiker)
  • Lavinia Wilson, (Schauspielerin)
  • Bente Faust, Der Fall Böse, (Musiker)
  • Stephan Kampwirth, (Schauspieler)
  • Goetz Steeger, (Musiker)
  • Heinz Ratz, (Musiker & Autor)
  • Lisa WHO, (Musikerin)
  • Sebastian Madsen (Musiker)
  • Thomas Stiller, (Filmregisseur)
  • Anika Meier, (Schauspielerin)
  • Peter Lohmeyer, (Schauspieler)
  • Marek Harloff, (Schauspieler)
  • Jette Steckel, (Theaterregisseurin)
  • Torsun Burkhardt, Egotronic, (Musiker)
  • Ralf Hildenbeutel, (Musiker)
  • Nurhan Sekerci-Porst, (Produzentin Bombero Int.)
  • Ralf Schmerberg, (Künstler und Filmemacher)
  • Sibylle Breitbach, (Agentin)
  • Anne Schäfer, (Schauspielerin)
  • Magret Mackuth, (Warner Bros.)
  • Lasse Myhr, (Schauspieler)
  • Sascha Gerśak, (Schauspieler)
  • Ruth Marie Kröger, (Schauspielerin)
  • Friederike Bernhardt, (Musikerin)
  • Franziska Stünkel, (Filmemacherin)
  • Aram Tafreshian, (Ensemble Maxim Gorki Theater)
  • Sophia Burtscher, (Ensemble Schauspiel Köln)
  • Ines Marie Westernströer, (Ensemble Schauspiel Köln)
  • Julian Pörksen, (Dramaturg Schauspiel Köln)
  • Benjamin Höppner, (Ensemble Schauspiel Köln)
  • Catrin Striebeck, (Schauspielerin)
  • Pauline Striebeck, (Acquisition Co-Production)
  • Pablo Striebeck, (Schauspieler)
  • Jonas Landerschier, (Musiker)
  • Sepp Bierbichler, (Forstwirt)
  • Karoline Eichhorn, (Schauspielerin)
  • Marie Lou Sellem, (Schauspielerin)
  • Adina Vetter, (Schauspielerin)
  • Maik Solbach, (Schauspieler)
  • Belinda Müll, (Designerin)
  • Stephan Schad, (Schauspieler)
  • Barbara Nüsse, (Schauspielerin)
  • Maja Schöne, (Schauspielerin)
  • Karin Neuhäuser, (Schauspielerin)
  • Geseko von Lüpke, (Autor)
  • Vanessa Jopp, (Regisseurin)
  • Jenny Schily, (Schauspielerin)
  • Kai Blasberg, (Intendant/Tele 5)
  • Saralisa Volm, (Schauspielerin)
  • Liam Mockridge, (Musiker, Schauspieler)
  • Komi Mizraijim Togbonou, (Schauspieler)
  • Fritzi Friedrich, (Produktionsleiterin)
  • Anika Steinhoff, (Dramaturgin)
  • Lilja Rupprecht, (Regisseurin)
  • Deborah Congia, (Casterin)
  • Maren Eggert, (Schauspielerin)
  • Dörte Franke, (Autorin, Regisseurin)
  • Marc Bauder, (Regisseur, Produzent)
  • Bernhard Schütz, (Schauspieler)
  • Hans-Jochen Wagner, (Schauspieler)
  • Florian Opitz, (Regisseur)
  • Franz Müller, (Regisseur, Autor)
  • Eoin Moore, (Regisseur)
  • Tom Sommerlatte, (Regisseur, Schauspieler)
  • Benjamin Heisenberg, (Regisseur)
  • Michael Feindler, (Kabarettist)
  • Aljoscha Begrich, (Dramaturg Gorki Theater Berlin)
  • Christian Tschirner, (Dramaturg, Schaubühne Berlin)
  • Dr. Eva von Redecker, (Philosophin, Berlin)
  • Iris Sommerlatte (Produzentin)
  • Lea Beie, (Schauspielerin)
  • Dario Neumann, (Schauspieler)
  • Angelika Zacek, (Regisseurin)
  • Wilke Weermann, (Regisseur, Autor)
  • Johanna Stenzel, (Bühnen-und Kostümbildnerin)

Klimakrise: Vattenfalls Kohlemonster Moorburg im Visier von BUND und Fridays for Future Hamburg

Mehr als 1000 Fahrrad-Demonstrant*innen protestierten heute bei schlechtem Wetter direkt vor den Toren des Vattenfall-Klimamonster-Kraftwerks in Hamburg Moorburg gegen die Klimakrise. Sie folgten einem gemeinsamen Aufruf von Fridays for Future und dem BUND Hamburg. Nicht nur die direkten Klimaschäden durch die C02-Emissionen waren Thema des Protestes. Auf der Kundgebung vor den Toren des Steinkohle-Kraftwerks wurde von einem Redner auch auf die extremen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen beim Kohlebergbau z.B. in Kolumbien hingewiesen. In Moorburg kommt vor allem Kohle aus Russland zum Einsatz. Die sogenannte „Blutkohle“ war auch den Aktivist*innen von decoalonize ein Anliegen, die abseits der FahrRadDemo gleich gegenüber des Vattenfall-Kraftwerkes die Kattwykbrücke blockierten. Einige Kletter-Aktivist*innen seilten sich aus Protest mit Bannern von der Brücke ab. Angeblich soll „Capitalism kills Climate“ und „Unplug Coal“ auf den Transparenten gestanden haben. Unweit des Vattenfall-Kraftwerks befindet sich auch der Kohlehafen am Hansaport, über den großen Mengen der klimaschädlichen Kohle nach Deutschland importiert werden.

umweltFAIRaendern dokumtentiert: Protest vor dem größten Mahnmal ignoranter Energiepolitik Norddeutschlands, 04. Oktober 2019

Über 1.000 Leute demonstrieren mit dem BUND Hamburg, der BUNDjugend und Fridays for Future vor dem Kohlekraftwerk Moorburg

Mehr als 1.000 Menschen sind heute dem Aufruf des BUND Hamburg, der BUNDjugend und Fridays for Future gefolgt und zogen in einem großen Fahrradkonvoi von der Umweltbehörde in Wilhelmsburg zum Kohlekraftwerk Moorburg. Dort protestierten sie lautstark gegen die Kohleverbrennung von Vattenfall in Hamburg.

Erst 2014 in Betrieb gegangen, steht das Kohlekraftwerk Moorburg wie kaum ein anderes Projekt für eine fundamentale Fehlentscheidung des Energiekonzerns Vattenfall und der Stadt Hamburg. „Vattenfall hat in unheilvoller Allianz mit dem Hamburger Senat vor 15 Jahren die Planung für den Klimakiller auf den Weg gebracht. Trotz Warnungen und Alternativkonzept wurde der Kohlemeiler gebaut und ist 2015 in Betrieb gegangen. Gerade vier Jahre später will Vattenfall sich nun aus der Verantwortung stehlen und das Kraftwerk verkaufen – doch das ist keine Lösung. Das Kohlekraftwerk gehört so schnell wie möglich abgeschaltet“, so Manfred Braasch.

Mit 1.640 Megawatt Leistung gehört Moorburg zu den größten Steinkohlekraftwerken Europas und stößt gigantische sechs bis acht Millionen Tonnen CO2 pro Jahr aus. BUND, BUNDjugend und Fridays for Future fordern daher einen schnellstmöglichen Kohleausstieg. Hamburg müsse Verantwortung übernehmen und ein wichtiges Zeichen gegen die eskalierende Klimakrise setzen. „Die Stadt Hamburg ist mittlerweile unter Zugzwang. Wir erwarten verbindliche Zielsetzungen für eine kontinuierliche Reduktion des Kohlestroms im Hamburger Strommix und konkrete Daten für die Abschaltung der Kraftwerke Moorburg, Tiefstack und Wedel lange vor 2035“, fordert Aktivist Arnaud Boehmann von Fridays for Future Hamburg.

Sascha Haupt von der BUNDjugend merkt an: “Wir alle stehen in der Verantwortung, das Klima zu retten. Immer noch sind viele Menschen in Hamburg Kund*innen bei Vattenfall, einem Konzern, der Atom- und Kohlekraftwerke betreibt. Deshalb fordern wir alle Vattenfall-Kunden auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und zu einem Öko-Stromanbieter zu wechseln! Das kann jede und jeder tun – und zwar jetzt.“

Nuhr Blöd

Da dürfte Lindner (FDP) seinen Spaß gehabt haben, neulich beim sozialistischen Staatsfunk, ARD. Nuhr zieht ab gegen verwöhnte Wohlstandsgören voller Flausen und Hippie-Träumereien, die aber von wirklicher Wirtschaft nuhn aber so wirklich gar nichts verstehen. Nuhr aber versteht es: Geoengineering und dann noch ein paar Erfindungen. Ja, das ist genau was wir brauchen! Total. Aber ach Nee: Das hatte doch schon der Lindner vorher, – also neulich, der Greta anempfohlen. Nuhr blöd fanden das neulich viele. Was? Worum es nuhr geht? Das hier!  (Link zur ARD, so ab Minute 5) Und nur am Rande: Dass die Bahn in einem Zustand ist, den die parteipolitischen Vorbilder maßgeblich herbei gesparrt haben – nuhr nicht davon reden! Trotdem auch darüber Nuhr-Witze machen? Nuhr noch … !

 

BUND kritisiert rot-grünen Hamburger Senat: Zu wenig Tempo beim Kohleausstieg – Demo gegen Vattenfalls Kohlemonster Moorburg

Es muss endlich was passieren beim Klimaschutz, aber in Hamburg verschiebt der rot-grüne Senat die Stilllegung des kohlebefeuerten Heizkraftwerks Wedel und auch beim längst überfälligen Klimaschutzgesetz ist noch vieles im Argen. Der BUND Hamburg hat das jüngst scharf kritisiert. Mit dem Statement „Ersatz vom Kohlekraftwerk Wedel dauert zu lang“ und dem Vorwurf: „Bürgermeister Tschentscher zaudert beim Klimaschutz„. Zum 4. Oktober mobilisiert der BUND gemeinsam mit Fridays for Future Hamburg zu einer FahrRad-Demonstration samt Kundgebung vor das Vattenfall Kohlemonster in Moorburg. Auch deCOALonize will gegen die Steinkohle als Teil der Klimakatastrophe aktiv werden.

umweltFAIRaendern dokumentiert:

1. BUND Hamburg: Ersatz vom Kohlekraftwerk Wedel dauert zu lang, 25. September 2019

BUND Hamburg wird das weitere Verfahren kritisch begleiten und erwartet volle Transparenz durch die Umweltbehörde

Für einen ambitionierten Klimaschutz in Hamburg, der eine notwendige radikale Wende in der CO2-Politik einleitet, sind derzeit vom rot-grünen Senat keine ausreichenden Ansätze erkennbar. Dies gilt auch für Ersatzlösung für das Kohlekraftwerk Wedel. Hier hat sich die Umweltbehörde auf eine Lösung südlich der Elbe festgelegt und trotz vieler Hinweise und Forderungen andere Varianten nicht ausreichend geprüft. Zu kritisieren ist auch, dass das Kraftwerk Wedel nicht – wie noch vor kurzem von Umweltsenator Kerstan in Aussicht gestellt – 2023 sondern erst zwei Jahre später vom Netz gehen soll. Das ist alles andere als ein optimaler Start für die geplante Ersatzlösung für das Kraftwerk Wedel.

Der BUND Hamburg wird nun das weitere Verfahren kritisch begleiten und vor allem darauf achten, dass zumindest die zugesagten CO2-Einsparungen von 600.000 Tonnen pro Jahr erreicht werden. Hier erwarten wir volle Transparenz durch die Umweltbehörde. Alles andere wäre ein Armutszeugnis für die Klimapolitik der Stadt. Außerdem muss die Umstellung des Kohlekraftwerkes Tiefstack so schnell wie möglich angeschoben werden, da ein Kohleausstieg aus der Fernwärme deutlich vor 2030 erforderlich ist. Bereits vor der Abschaltung der Kraftwerke Wedel und Tiefstack muss deren Einsatz weitgehend reduziert werden.

2. BUND Hamburg: Bürgermeister Tschentscher zaudert beim Klimaschutz, 23. August 2019

BUND sieht neues Klimaschutzgesetz mit ernsthafter Öffentlichkeitsbeteiligung und Beratung in der Bürgerschaft in dieser Legislaturperiode gefährdet

Der BUND Hamburg fordert den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher auf, einen konkreten Zeitplan für das neue Hamburger Klimaschutzgesetz vorzulegen. Am 8. Juli 2019 hatte der Bürgermeister erklärt, dass er noch in diesem Jahr ein neues Klimaschutzgesetz auf Weg bringen wird. Die Umsetzung dieser Ankündigung wird aus Sicht des BUND selbst in der noch sechs Monate dauernden Legislaturperiode immer unwahrscheinlicher.

„Wenn man auf den Kalender schaut, den Termin der Bürgerschaftswahlen mit den notwendigen Beratungsabläufen im Senat und vor allem in der Bürgerschaft übereinander legt, wird es schon jetzt verdammt eng. Bürgermeister Tschentscher muss transparent machen, wie er in seiner Amtszeit das dringend erforderliche Klimaschutzgesetz noch auf den Weg bringen will“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Der BUND Hamburg hält ein neues Klimaschutzgesetz für zwingend erforderlich. Das derzeit gültige Regelwerk stammt im Wesentlichen aus dem Jahr 1997 und berücksichtigt die aktuellen Herausforderungen der Klimakrise nicht ansatzweise. Der BUND hält verbindliche sektorenbezogenene Vorgaben für Verkehr, Wirtschaft und Stadtentwicklung sowie konkrete Maßnahmen auf Gesetzesebene für dringend erforderlich, da die Einsparziele der Stadt bis 2030 mit den derzeitigen Ansätzen nicht erreicht werden.

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