Atomares Klima katastrophal: Endlagersuche hochradioaktiver Atommüll – BUND kritisiert Zwischenbericht

Atomares Klima katastrophal: Endlagersuche hochradioaktiver Atommüll – BUND kritisiert Zwischenbericht

Bis heute ist die vermeintliche “Endlagerung” aller Arten radioaktiver Abfälle – weltweit – ungelöst. Das gilt für die leicht- und mittelradioaktiven Abfälle ebenso wie für den hochradioaktiven Atommüll. Die Dimension der Aufgabe, diese Abfälle für tausende von Generationen halbwegs sicher zu verpacken und damit vor jeglichem direkten Kontakt zu Menschen und Umwelt abzuschirmen, sprengt jede menschliche Erfahrung. Staatliche Einrichtungen tun gern so, als hätten sie alles irgendwie im Griff. Für den kurzfristigen Vorteil einer atomaren Energieerzeugung (mehr mehr mehr) oder internationalem Machtgewinn (Nordkorea, Vereinigte Arabische Emirate) durch Atomwaffen wird das Leben gegenwärtiger und künftiger Generationen auf diesem Planeten in Frage gestellt. Ob die staatlichen Verfasstheiten und Regulierungssysteme auch nur die nächsten 50 Jahre überstehen, ist moralisch und keine ausreichend entscheidungsrelevante Dimension. Über 50 Jahre nach dem Einstieg in die Atomenergie ist auch die Bundesrepublik immer noch mit der Suche nach einem Atommülllager unterwegs, wird Atommüll nur in Zwischenlagern verwaltet. Ein unerwarteter technischer Fehler, ein abgedrehter Anschlag – die Folgen wären in großen Maßstäben katastrophal. Ohne diese Wirklichkeit, die diesen atomaren Wahnsinn in die Welt gebracht hat, grundsätzlich zu hinterfragen, soll ein angeblicher Neustart bei der Endlagersuche nun alles besser machen? Geht das? Im Absurden Realpolitik: Der BUND hat mit vier knappen Stellungnahmen den sogenannten “Zwischenbericht Teilgebiete” der “Bundesgesellschaft für Endlagerung” (BGE) auseinander genommen. Erstmals im neuen Suchverfahren soll die Öffentlichkeit einbezogen werden. Doch was sie von der BGE und den staatlichen Stellen vorgelegt bekommt, erfüllt nicht einmal die mit Blick auf andere Verfahren vielleicht weitreichenden, aber angesichts der enormen hochradioaktiven Relevanz doch eher begrenzten gesetzlichen Anforderungen.

  • Dokumentation der von Jürgen Voges im Auftrag des BUND verfassten Stellungnahmen zur Kritik des von der BGE auf Basis des Standortauswahlgesetzes vorgelegten “Zwischenbericht Teilgebiete” (BGE) zur Suche nach einem bestmöglichen Standort für ein unterirdisches Endlager für hochradioaktive Abfälle: 1. Was von der BGE vorgelegt wurde, ist eher als Zwischenbericht auf dem Weg zu dem geforderten Zwischenbericht anzusehen (PDF), 2. es erfolgt eine zweifelhafte Anwendung von abstrakten Referenzdaten (PDF), 3. es werden keine Teilgebiete benannt (PDF), und also ist das alles nur ein 4. unvollständiger Zwischenbericht, der von der BGE vervollständigt werden muss (PDF).
  • Dieser Blog hat jede Menge Informationen zum Thema Atommüll zwischen Realpolitik und warum diese Technik, soweit das heute noch möglich ist, Geschichte werden sollte. Doch auch hier zeigt die Atomenergienutzung, dass sie unsere Fähigkeiten für Geschichte sprengt. Wir können kaum die letzten 10.000 Jahre erfassen, müssen aber radioaktive Stoffe vor uns selbst in Sicherheit bringen, die für mindestens eine Million Jahre mindestens extrem ungesund wären. Wenn das nicht schon bescheuert ist: Der Lebensraum Erde könnte unmittelbar jetzt durch die Anwendung der Atomenergie zum für Menschen und Lebewesen nicht mehr geeigneten Ort werden. Reden wir mal lieber von Klimakatastrophe und warum wir VW, TUI, Airbus und Lufthansa durch die Coronakrise bringen müssen, damit alles so weitergeht, wie es war?!
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Dirk Seifert

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