TÜV-Süd und die bayerische Staatsregierung: Statt Unabhängigkeit und Sicherheit – “Nicht der Genehmigungsbehörde widersprechen”

TÜV-Süd und die bayerische Staatsregierung: Statt Unabhängigkeit und Sicherheit – “Nicht der Genehmigungsbehörde widersprechen”

Nach schweren Vorwürfen von BUND und Greenpeace an dem Gefälligkeitsgutachten des TÜV-Süddeutschland für die Bayerische Staatsregierung scheint sich die Debatte um die atomare Laufzeitverlängerung langsam zu verschieben. Schon seit Wochen wird immer deutlicher, dass die Intensität des politischen und medialen Trommelfeuers für eine Laufzeitverlängerung der letzten drei Atommeiler in keinem Verhältnis zu ihrem energiewirtschaftlichen Nutzen steht. Absurderweise wackeln die Grünen unter dem offenkundigen medialen Sommerlochgetöse von CDU/CSU/FDP am stärksten. Natürlich wieder der TÜV-Süd hatte sich im Auftrag der Bayerischen Staatsregierung weit aus dem Fenster gehängt, um nukleare Sicherheit zu attestieren, wo umfassende Begutachtungen und Prüfungen fehlen. Ein technischer Fehler im AKW kann zur globalen Katastrophe werden und große Gebiete in Europa und anderswo auf der Welt unbewohnbar machen. Atomkraftwerke sind aber auch Angriffsziele. In der Ukraine – und auch in der Bundesrepublik. Schon Ende der 1980er Jahre hatte der TÜV klar gemacht, dass es besser ist, der Atomaufsicht zu gehörchen, als unabhängig Sicherheit zu prüfen.

Die Süddeutsche nimmt die Profite des TÜV ins Visier, auch die Tagesschau und andere haben nun die Kritik der Umweltverbände aufgegriffen. Auch Teile der Bundesregierung werden öffentlich gegen die Atomfanatiker wieder lauter. “Abschalten, jetzt erst recht!” fordern auch Achim Brunnengräber, Albert Denk und Lucas Schwarz. Der TÜV-Süd verdiente viel Geld mit der BeGUTachtung der Atomkraftwerke. Einige Jahre mehr, bringen viel Geld ein. Schon zu Zeiten, als Bayern unter Franz Joseph Strauß die Plutoniumfabrik in Wackersdorf durchsetzen wollten, stand der TÜV-Süd hilfreich, aber nicht unabhängig zur Seite. Er legte “Goldene Regeln” fest, z.B. der Genehmigungsbehörde nicht zu widersprechen. Ist von 1988, klingt wie heute.

Beleg für die “Goldenen Regeln”: Die “Chaoten aus Wackersdorf”, herausgegeben von Hartwig Lohmeyer und Rainer Steussloff- Seite 34 – oder hier in der Dokumentation beim Archiv Atomerbe (PDF).

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Dirk Seifert