Demnächst in diesem Theater: Neue Atomwaffen aus den USA für Standort Deutschland!

Da soll man nichts Falsches denken: Die neuen, „modernisierten“ Atomwaffen, die die USA im Rahmen der NATO und der sogenannten „nuklearen Teilhabe“ auch für Deutschland bereitstellen, sind im Anflug auf die Eifel. Die US-Airforce stellt gerade den Flugplan auf, die Bordkarten werden gebucht. Das berichtet die „Federation of American  Scientists“ unter dem Titel „The C-17A Has Been Cleared To Transport B61-12 Nuclear Bomb To Europe“.

Eigentlich hätten diese neuen Atomwaffen schon in Deutschland stationiert worden sein sollen. Mit dem Krieg Russlands in der Ukraine haben diese Atomtransporte von Atomwaffen aber natürlich mal absolut gar nichts zu tun! Die Flugzeuge, mit denen diese NATO-Atomwaffen der USA im Rahmen der „nuklearen Teilhabe“ ins Ziel geflogen werden können, werden gerade von der Bundeswehr neu beschafft. Die Bestellung der auserwählten Tarnkappen-Bomber Made in USA ist vom Bundestag gerade erst auf den Weg gebracht worden, obwohl es viele auch technische und finanzielle Bedenken gibt. Heimat-Bunker der Atomwaffen auf deutschem Boden ist der Militärstandort in Büchel in der Eifel, Ecke Mosel. Bislang ist Deutschland mit der Bundeswehr und den Tornado-Kampflugzeugen dabei, wenn es gilt Atomwaffen in die gegnerischen Ziele zu fliegen.

Bereits im Sommer 2022 hattte der BUND in Bayern in einer Resolution gefordert, die Atomwaffen abzuziehen und keine neuen Atombomber zu kaufen. Siehst du hier: BUND Bayern: Schluss mit Atomkraft – Energiewende jetzt – Keine Atomwaffen – Keine Kampfbomber! Zuletzt hat der BUND-Bundesverband auf seiner Bundesdelegiertenkonferenz im November 2022 beschlossen, künftig Partner der Internationalen Kampagne zum Atomwaffenverbot (ICAN) zu werden.

 

Protest hilft: Keine Atommüll-Exporte aus Jülich in die USA

Es ist irre, was in Lützerath geschieht. Die Klimakatastrophe galoppiert. Kriege heizen diese Katastrophe an. Und die Grünen fordern mehr Waffen für Krieg und mehr Braunkohle für was? Und hochradioaktiver Atommüll sollte bis vor kurzem noch als nukleares Angriffsziel von Jülich aus über Nordenham und den Atlantik zur Savannah River Site – einer zivil-militärischen Atom(waffen)Müll-Anlage in den USA. Zahlreiche Proteste – von Bürgerinitiativen über Umweltverbände bis hin zu einigen Akteuren in Fraktionen, Behörden, bei Gutachtern, und einer Kommission von Bundestag und Bundesrat, vermutlich sogar dem Nationalen Begleitgremium und auch anderen – hat schließlich erreicht: Der Atomüllexport ist gestoppt! Viel notwendige Kraftanstrengung, zur Verhindung einer dummen Idee.

Weil die Sicherung des hochradioaktiven Atommülls aus dem ehemaligen Hochtemperatur-Versuchs-Reaktor in Jülich während eines Transports über Straßen und Weltmeere gegen Terrorangriffe entsprechend den geltenden Anforderungen (SEWD) angesichts extrem hoher Gefahrenlagen zu unbezahlbaren Kosten geführt hätten, wurden diese ohnehin unsinnigen Atomtransporte nunmehr endgültig abgesagt. Das hat der Betreiber für die Atommülllagerung in Jülich nun auch gegenüber einer US-Organisation bestätigt. Die Behörden in den USA schweigen zur Absage der Atomtransporte, obwohl sie über Jahre den administrativen und politischen Weg für diese Atommüll-Importe aus Jülich freigeschaufelt hatten. (Foto: Heute nur noch gefährlicher Atommüll –  Die nuklearen Träume von Wirtschaft und Bundesregierung in den 1960er Jahren – technisch, wirtschaftlich und ökologischer Totalschaden. Der AVR Jülich)

Die us-amerikanische Anti-Atom-Organsiation SRS-Watch hat jetzt einen Report über die Geschichte und das Scheitern der geplanten Exporte von hochradioaktivem Atommüll aus einer zivil-militärischen Atomfabrik in Deutschland bilanziert. Der Report „Auf Wiedersehen“ ist hier als PDF und direkt auch hier.  Die Presse-Veröffentlichung ist hier bei SRSwach.org online. Der AVR Jülich – ein Hochtemperatur-Reaktor mit hochangereichertem, atomwaffenfähigem Uran, sollte ein kommerzieller Reaktor „Made in Germany“ und weltweit verkauft werden. Daraus ist aufgrund massiver technischer Probleme – gottseidank – nichts geworden. Dennoch wird dieses Atom-Desaster inzwischen von interessierten Kreisen und in immer neuen Medienwellen als technisch vielversprechende Nuklear-Strom-Quelle angepriesen.

Ob der Atommüll nun in Jülich verbleibt und dort in ein neu zu errichtendes Zwischenlager überführt wird, das sowohl die lokalen sicherheitstechnischen Anforderungen als auch denen eines intensivierten Terrorschutzes genüge tut, ist noch zu klären. Bundesbehörden, Landesinteressen und die Forderungen von Umweltverbänden sind dazu noch weit auseinander.

  • Alles zum Thema „Zwischenlagerung“ von radioaktiven Abfällen. Ein Fass ohne Boden – könnte man sagen 😉
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