Klima trifft Katastrophe: Windenergiemesse und Extremwetterkongreß in Hamburg

Gut getimet irgendwie: Klimakatastrophe und Folgen trifft auf Windenergie-Messe. Austragungsort: Hamburg. Allerdings tagen die einen in der Hafen-Uni und die anderen im Messezentrum. Als hätte das eine mit dem anderen nicht irgendwie zu tun. Greenpeace spricht in einer Studie von einem volkswirtschaftlichen Schaden von elf Milliarden Euro aufgrund des Extremsommers mit all seinen Folgen von Dürre, Überschwemmungen, Bränden und Einschränkungen für die Wirtschaft und 16.000 Todesopfern.

Heute hat der 16. Extremwetterkongreß in Hamburg seine Türen eröffnet (mit LiveStreams im Internet), gestern bereits eine der weltweit größten Messen der Windenergiebranche, die einen der wichtigen Schlüssel gegen die Klimakatastrophe baut und betreibt.

Bundesumweltminister Schneider ist „Schirmherr“ beim Wetter. Und Hamburgs Bürgermeister Tschentscher war für eine Grußbotschaft an die Windbranche zugegen. Dabei kommt der Ausbau der Windenergie in Hamburg seit Jahren nicht voran. Und in Berlin droht noch mehr Unheil: Die Bundesregierung unter der Regie von Fossil-Queen Katharina Reiche könnte die Finanzierung des Ausbaus der Windenergie ausbremsen. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag wird aktuell im Bundestag verhandelt. Windbranche und Klima- und Umweltverbände rufen daher zum Protest nach Berlin auf (siehe den Link oben).

Gegen Klimafolgen: Windenergieausbau beschleunigen – das Gegenteil droht

Die Windenergy-Messe in Hamburg hat sich mit dieser PM zur Eröffnung zu Wort gemeldet. (Vorankündigung siehe auch hier als PDF). Von Klimakatastrophe und Auswirkungen ist in der Kommunikation wenig zu finden. Es geht vor allem um Technik und natürlich Geschäfte. Dennoch: Die Windenergie ist im Stromsektor einer der entscheidenden Hebel gegen die Klimakrise und ihre Folgen.

Technisch immer neue Möglichkeiten und erhöhte Energieausbeute bieten ein weiterhin großes Potential der CO2-freien Stromerzeugung. Auch hinsichtlich Wertschöpfung und damit verbunden Arbeitsplätzen stellen die Erneuerbaren einen wichtigen Bereich einer ökologischen und sozialen Energiewende da. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Windenergie einen enormen Anteil für die dringend notwengie Energiewende liefern kann, wenn es denn politisch gewollt ist.

      • Während die Folgen der nuklear-fossilen Energiepolitik immer massiver und tödlicher werden, stärkt die Bundesregierung wie auch die USA und andere Staaten weltweit den Einsatz der dafür verantwortlichen Energieträger. Deutschland weicht nicht nur die gesetzlichen Maßnahmen für den notwengigen Ausbau der Erneuerbaren auf. Ein weiteres wichtiges Instrument will die Bundesregierung obendrein aus der Hand geben und rePrivatisieren. Klimakrise: Uniper muss in öffentlicher Hand bleiben. Keine rePrivatisierung

Bundesregierung und Bundestag könnten Windenergieausbau zu Fall bringen

Doch immer intensiver wird die Energiewende schon wieder zu einem immer mehr umkämpften politischen Feld auch in der Bundesrepublik: Denn die Bundesregierung plant gesetzliche Maßnahmen, die dazu führen dürften, dass der Ausbau der Windenergie in Deutschland zum erliegen kommen könnte. Neben landauf landab in vielen Regionen anzutreffenden Abwehrhaltungen und AfD-Hetze gegen den Windenergieausbau, sollen nun auch finanzielle Regelungen derart verändert werden, dass sich Investitionen in neue Anlagen oder auch beim anstehenden Repowering künftig nicht mehr lohne könnten.

Ein Projekt aus dem Hause der Bundeswirtschaftsministerium zum Vorteil der fossilen Branchen, die sie derzeit mit neuen Gaskraftwerken, erweiterten Gasimporten, dem Verkauf von Uniper und mit völlig unseriösen nuklearen Visionen vorantreibt. Gegen jeden wirtschaftliche und klimapolitische Vernunft.

Hamburg: Windenergie-Ausbau stagniert 

Aber auch in Hamburg  kommt der Ausbau der Windenergie nicht voran. Zwar ist ist für einen Stadtstaat nicht eben einfach mit dem Ausbau, was die Flächen angeht. Dafür aber müssen die Stadtstaaten auch nur 0,5 Prozent (bis spätestens Ende 2032 – nicht das es eilig wäre) der Fläche für Windenergieanlagen ausweisen. Hamburg hatte erklärt, die gesamten Flächen bis Ende 2027 auszuweisen. Ein Verfahren dafür ist unterwegs. Allerdings zeigt sich: Natur- und Artenschutz und sonstigen Beschwerden von Sicht-Betroffenen blockieren den Windenergieausbau. Oftmals mit dem einfallreichen Argument: Ein Stadtstaat ist einfach nicht geeignet. Dabei hatte der Bundesgesetzgeber 2023 noch in Anbetracht der Klimakatastrophe einen öffentlichen Vorrang der Windenergie ins Gesetz geschrieben.

Keine Zeit mehr zu verlieren: Handeln für die Wende – Extremwetterkongreß über die gruseligen Klimafolgen. 

Beim Extremwetterkongreß wird hingegen deutlich klar gemacht, was die die Klimakrise aufgrund unseres Lebensstil und der nukear-fossilen Energiesyseme an Folgen bringt. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Der letzte Sommer war eine Katastrophe, El Nino ist im Anmarsch … Auf dem Kongreß werden die Klimakrisenfolgen ausführlich dargestellt und sowohl die globalen als auch Auswirkungen in Deutschland behandelt (siehe dazu u.a. diese PM hier als PDF, auch hier direkt als PDF). Der NDR berichtet auf seiner Seite in dieser Weise über den Kongreß: Hamburg: Fachleute beraten über die Folgen des Hitzesommers.

Dort heißt es: „Am Mittwoch hat an der HafenCity Universität der 16. Extremwetterkongress begonnen. Bis Donnerstag beraten dort Expertinnen und Experten darüber, wie sich Deutschland künftig auf extremes Wetter einstellen kann. Der heiße Sommer in Deutschland hat laut dem Robert-Koch-Institut mehr als 16.000 Menschen das Leben gekostet. Auch Waldbrände und Dürre haben immense Schäden angerichtet. Selbst in Hamburg kletterte die Temperatur auf über 39 Grad. Temperaturen um die 40 Grad, Wassermangel und Waldbrände gefährden die Gesundheit, aber auch das alltägliche Leben und die Wirtschaft. In Hamburg litten Kühlanlagen unter der Sommerhitze – ebenso die Autobahn A7 und eine Flughafenlandebahn.“ Außerdem berichtet der NDR über Hamburg als Schwammstadt.

Dokumentation: Siehe auch diese drei folgenden Berichte von der Presse-Seite der ExtremWetterKonferenz in Hamburg 2026: 

WeltRisikoBericht 2026 vom 23.09.2026

Der WeltRisikoBericht unterliegt einer Sperrfrist bis zum 23. September 2026, 09.30 Uhr.

ExtremWetterFakten 2026

Das Faktenpapier zum Extremwetter in Deutschland.

Studie der JLL vom 23.09.2026

Die Studie unterliegt einer Sperrfrist bis zum 23. September 2026, 00.00 Uhr.

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