(Fotos von)Protestaktionen gegen Weiterbetrieb des AKW Emsland – Runterfahren ist angesagt!

Heute ist das AKW Emsland für einen Umbau der Brennelemente im Reaktor runtergefahren worden. Zwar braucht den Strom aus dem Alt-Reaktor niemand, aber dennoch haben die Grünen einer Verlängerung der Betriebszeit vom 31.12.22 auf Mitte April 2023 zugestimmt, weil sie die eigenen Sachargumente gegen das politisch-ideologische Trommelfeuer von CDU/CSU und FDP unterordneten. Deswegen demonstrierten heute etwas über 100 Aktivist:innen am AKW Emsland – für die dauerhafte Stilllegung. In der nächsten Woche startet dann die Aktion „Runterfahren“, die zu einer Aktion des zivilen Ungehorsams für den Samstag und Sonntag aufgerufen hat. Inzwischen über 800 Personen haben eine Erklärung unterzeichnet, dass sie für den Fall, dass Mitte April nicht die endgültige Abschaltung erfolgt, sich ebenfalls an Aktionen des zivilen Ungehorsams beteiligen werden. Einige Bilder von heute weiter unten ….

«Wir erleben in Lingen das Gegenteil vom Atomausstieg: Anstatt das AKW wie versprochen sofort stillzulegen, werden jetzt aufwendig nochmal Brennelemente umgruppiert. Nebenan soll die Brennelementefabrik fatalerweise sogar noch erweitert werden», sagte Alexander Vent vom Bündnis «Atomkraftgegner:innen im Emsland», heißt es in der dpa-Meldung.

 

Fukushima mahnt: Anti-Atom-Demonstration in Neckarwestheim im März

In den von mehrfachen Explosionen zerstörten Atomkraftwerken von Fukushima läuft die Vorbereitung, extrem große Mengen mit radioaktivem Tritium belasteten Kühlwassers in den Ocean abzuleiten. Die Folgen der Atomkatastrophe von Japan sind auch über zehn Jahre danach noch immer nicht im Griff. Vor dem Hintergrund der befristeten Laufzeitverlängerung für die letzten drei in Deutschland noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke sind Anti-Atom-Organisationen alarmiert, dass CDU/CSU, FDP und AfD eine weitere Fristverlängerung politisch durchsetzen könnten. Bereits am kommenden Wochenende und im Februar wird an den AKWs in Lingen und in Landshut bei Isar 2 protestiert. Zum 11. März rufen die Anti-Atom-Initiativen rund um Neckarwestheim zu einer Kundgebung auf. BUND und .ausgestrahlt haben angekündigt, für Aktionen im März zum Fukushima-Jahrestag und zum neuen Abschalttermin Mitte April 2023 zu mobilisieren. Vor allem rund um Neckarwestheim sorgen sich Atom-Kritiker:innen, weil es in den Dampferzeugern in den letzten Jahren immer wieder Rissbefunde gegeben hat, die sicherheitsrelevant sein könnten.

Die Deutsche Umwelthilfe hat sich zum Betrieb des AKW Neckarwestheim in dieser Weise geäußert. Anlass für die Stellungnahme ist, dass das AKW nach Umbauten im Reaktorkern wieder ans Netz geschaltet wurde, obwohl der Strom in keiner Weise benötigt wird: „Deutsche Umwelthilfe: Neckarwestheim 2 für sichere Stromversorgung nicht notwendig“.

umweltFAIRaendern dokumentiert den Aufruf zur Aktion im März:

Fukushima mahnt!

+++ 11. März 2011 Atomunfall in Fukushima +++ 3 Atomreaktoren betroffen, radioaktiver Fallout über Ostjapan und überwiegend über dem Pazifik +++ Kernschmelze hat Betonfundament des Reaktors 1 teils aufgelöst +++ Jedes Erdbeben kann potenziell zum Reaktor-Einsturz mit erneuter hochradioaktiver Verstrahlung führen +++ März 22: Erdbeben der Stärke 7,4 +++ Im Inneren der 3 Reaktorkerne weiter tödliche Strahlung +++  Ununterbrochene Wasser-Kühlung notwendig +++ Lage in Fukushima weiter gefährlich +++ Durch unterirdische Tunnelröhre sollen ca. 1,3 Millionen Tonnen an verstrahltem Kühlwasser (Stand Juni 2022) in Pazifik verklappt
werden +++ 32.000 Menschen weiter evakuiert +++ Zwang zur Rückkehr in verstrahlte Gebiete wird oft verweigert +++ Schilddrüsenkrebsrate bei Kindern und Jugendlichen weiter 15-fach erhöht +++ Laufzeitverlängerung der bestehenden AKWs auf 70 Jahre +++ Keine Verklappung von kontaminiertem Kühlwasser in den Pazifik!

Solidarität mit den von Strahlung betroffenen Menschen! Schluss mit Atom! Energiewende jetzt – weltweit!

Die Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP ist angetreten, die Energiewende zu beschleunigen und den überfälligen Atomausstieg zu vollziehen. Seit Putins Krieg gegen die Ukraine sind viele der im Koalitionsvertrag angekündigten Vorhaben und Ziele der Regierung „zerstoben“. Es rächt sich jetzt bitter, dass die Energiewende seit vielen Jahren politisch ausgebremst wurde.

Mit den Laufzeitverlängerungen für die letzten drei Atomkraftwerke bis zum 15.04.2023 wurde die Tür weit aufgemacht für einen AKW-Weiterbetrieb über mehrere Jahre, den FDP und CDU/CSU unbedingt wollen.

Mit vielen Milliarden Euro soll eine neue fossile Infrastruktur für Jahrzehnte geschaffen und neue Öl und Gasfelder mit langfristigen Verträgen erschlossen werden! Auch das umweltschädliche Fracking wird in Kauf genommen! Zusätzlich sollen weitere Milliarden Euro für klimaschädliches Flüssiggas, mehrere LNG-Terminals und umweltschädlich produzierten Wasserstoff fließen. Dieses Geld fehlt für die erneuerbaren Energien, die klimafreundlich und kostengünstiger sind.

Protest ist angesagt – rasche weitere Energiewende jetzt!

Flyer & Plakate bestellen: demo-material@online.de
Infos: www.endlich-abschalten.de

Aktionen kosten Geld.
Wir freuen uns daher über finanzielle Unterstützung (steuerlich abzugsfähige Spenden): BBMN (Bund der Bürgerinitiativen Mittlerer Neckar e. V.) · VR Bank Ludwigsburg eG IBAN: DE04 60491430 0471790001 ·BIC: GENODES1VBB ·Stichwort: Fukushima ViSdP: Bund RV Heilbronn-Franken, c/o Fukushima-Bündnis, Lixstr. 10, 74072 Heilbronn

Atomrisiko runterfahren: AKW Emsland endgültig abschalten – Protest am 21. und am 28/29. Januar – CDU auf Atomkurs

Es ist inzwischen vollkommen klar: Niemand braucht die drei deutschen Atommeiler, für deren Weiterbetrieb die Grünen den Weg nach einem faktenfreien Propaganda-Geheule von CDU/CSU, FDP und AfD frei gemacht haben. Dennoch wird der Alt-Reaktor am kommenden Wochenende umgebaut, um die hochradioaktiven Uranbrennstoffe im Reaktor neu anzuordnen, um in einer anspruchsvollen und wenig bekannten Betriebs-Atmosphäre noch ein paar Gramm Strom mehr rauszuholen. Gründe genug, dass Anti-Atom-Gruppen skeptisch bleiben, dass der Atomausstieg in Deutschland wirklich Mitte April kommt – auch weil die nicht mehr benötigten deutschen Uranfabriken weiterhin unbegrenzt Atombrennstoff herstellen dürfen. Am kommenden Samstag wird in Lingen gegen das AKW Emsland demonstriert. Eine Woche darauf – wenn der Reaktor möglicherweise wieder hochgefahren wird – rufen gewaltfreie Aktionsgruppen zu einer weiteren Protestaktion auf. Statt eines NO-GO gegen die FDP hatten die Grünen Bundeskanzler Scholz eingeladen, das Abschaltdatum 31.12.22 mit einer Laufzeitverlängerung auf Mitte April 2023 zu verschieben. Die Grünen erklärten, „man“ könne damit gut leben. Vielleicht bleibt es dabei. Aber die CDU/CSU hat gerade mit einem Antrag im Bundestag nachgelegt. Nun will die CDU/CSU eine Beschleunigung bei der Endlagersuche für hochradioaktiven Atommüll und fordert die Forschung für die Transmutation. Damit folgt die CDU/CSU den Forderungen der AfD – und bereitet damit neue Atomforschung für Reaktoren vor: Die sogenannten Small-Modular-Reaktoren (SMR) werden immer wieder – fälschlicherweise – als Atommüll-Verbrenner bezeichnet.

Über die Aktion am 28/29. Januar informiert das Bündnis „Runterfahren.org„. Der BUND Niedersachsen hat heute per PM dazu aufgerufen, am Samstag in Lingen gegen das AKW zu demonstrieren: Endlich Schluss mit Atomkraft im Emsland – BUND ruft mit breitem Bündnis zu Kundgebung in Lingen auf

Zum Thema Transmutation – der Umwandlung von hochradioaktiven Abfällen und Kernbrennstoffen mit extrem langen Halbwertzeiten zu vermeintlich schwächer strahlenden und deutlich kürzeren Halbwertzeiten ist mit dem Betrieb von neuen Atomreaktoren verbunden, ohne die das nicht mal theoretisch denkbar wäre. Gleichzeitig würde diese Umwandlung in vielen Fällen den Umgang und den Mißbrauch der Nutzung von atomwaffenfähigem Material bzw. sogenannten Kernbrennstoffen zur Folge haben. Die ohnehin geringen Grenzen zwischen Stromerzeugung und der Entwicklung von Atomwaffen würde mit vielen der neuen Atomanlagen weiter abnehmen. Diese Transmutation wird oft als Argument für neue sogenannten SMR-Reaktoren genannt. Selbst wenn deren noch in Entwickung befindlichen Konzepte (!) technische realisisiert werden könnten, wären weiterhin Atommüll und Endlager relevant. Die Gefahr des Atomwaffenmißbrauchs würde wachsen. Unfälle mit Freisetzung von Radioaktivtät würden möglicherweise kleiner oder auf kleinere Gebiete begrenzt. Aber da die Anzahl derartiger Anlagen extrem anwachsen müsste, um energietechnisch irgendeinen Sinn zu ergeben, würde dies möglicherweise diese neue und noch nicht verfügbare Nuklear-Technik sogar noch gefährlicher machen.  Angetrieben wird diese Technik derzeit vor allem von militärischen Einrichtungen. Neue Waffen und neue Antriebe und die Digitalisierung benötigen heute deutlich mehr Strom. Dazu sollen diese kleine modularen Reaktoren künftig einen wichtigen Beitrag leisten. Kosten, die diese Reaktoren mit reinen Stromkraftwerken wie Wind- oder Solaranlagen vergleichen,  und sind im Vergleich extrem. Aber im militärischen Umfeld geht es nicht um eine solche zivile Stromwirtschaft, sondern um Herrschaft und Kontrolle über Schlachtfelder.

umweltFAIRaendern über Transmutation und über SMR-Reaktoren

Europakongress von Ärzt:innen der IPPNW in Hamburg: Atomkrieg verhindern – Atomausstieg durchsetzen

Am kommenden Sonntag jährt sich zum zweiten Mal das Inkrafttreten des Atomwaffenverbotsvertrags. Ein Grund, warum „Ärztinnen und Ärzte der IPPNW aus ganz Europa … vom 20. bis zum 22. Januar 2023 in Hamburg zusammen (kommen), um Strategien zu entwickeln, wie ein Atomkrieg in Europa verhindert und das Atomwaffenverbot in Europa vorangebracht werden kann. Dabei geht es auch darum, welche Maßnahmen bezüglich des AKW Saporischschja getroffen werden müssen, um eine atomare und damit humanitäre Katastrophe zu vermeiden. Zudem werden die gesundheitlichen Auswirkungen und der Zusammenhang von Klima und Krieg Thema sein.“ So kündigt die mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete internationale Ärzt:innen-Organisation ihren Europa-Kongress in der Hansestadt an. Schon im letzten Mai hatte die deutsche Sektion der IPPNW ihre Jahresversammlung in Hamburg durchgeführt.

Im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung in der Nikolai Kirche hat IPPNW auch die Hamburger Bürgerschaftsabgeordneten zur Teilnahme eingeladen, die vor einigen Jahren sich für ein Verbot von Atomwaffen ausgesprochen hatten.  Die stellvertretende Bürgermeisterin der Hansestadt wird die Teilnehmer:innen in einer Grußbotschaft empfangen.

  • „Cities are not targets“ – Internationalen Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Samstag, den 21. Januar um 18:30 Uhr in der Krypta des St. Nikolai-Mahnmals.

Dokumentation: IPPNW-Presseeinladung vom 12.01.2023

Kongress der Europäischen IPPNW in Hamburg

Terminankündigung: IPPNW lädt zum Treffen der europäischen Sektionen in Hamburg ein

Sehr geehrte Damen und Herren,

gerne möchten wir Sie zur Berichterstattung über unseren internationalen Kongress einladen. Ärztinnen und Ärzte der IPPNW aus ganz Europa kommen vom 20. bis zum 22. Januar 2023 in Hamburg zusammen, um Strategien zu entwickeln, wie ein Atomkrieg in Europa verhindert und das Atomwaffenverbot in Europa vorangebracht werden kann. Dabei geht es auch darum, welche Maßnahmen bezüglich des AKW Saporischschja getroffen werden müssen, um eine atomare und damit humanitäre Katastrophe zu vermeiden. Zudem werden die gesundheitlichen Auswirkungen und der Zusammenhang von Klima und Krieg Thema sein.

Wo: St. Ansgar-Haus, Schmilinskystr. 78, 20099 Hamburg
Wann: 20. bis 22. Januar 2023

Im Mittelpunkt des Kongresses steht der Austausch und die Diskussion über Strategien und das weitere gemeinsame Vorgehen über Ländergrenzen hinweg. In Vorträgen, Diskussionen und mit einer Aktion vor dem Hamburger Rathaus zum Jahrestag des Inkrafttretens des Atomwaffenverbotsvertrags (AVV), thematisieren die Mediziner*innen die humanitäre Notwendigkeit zur nuklearen Abrüstung und Rüstungskontrolle sowie Möglichkeiten zur Deeskalation im Ukrainekrieg.

Höhepunkte des Kongresses sind eine abendliche Veranstaltung im Mahnmal St. Nikolai, mit Grußwort des Bürgermeisters von Rotterdamm und des stellvertretenden Bürgermeisters von Hamburg sowie Vorträge bekannter Persönlichkeiten aus Politik und Friedensbewegung. Die öffentlichkeitswirksame und bildstarke Aktion vor dem Hamburger Rathaus rundet das Programm ab.

Dazu möchten wir Sie herzlich einladen:

  • 21. Januar, 14:00 Uhr, Alexander Kmentt: Der Leiter der Abteilung für Abrüstung, Rüstungskontrolle und Non-Proliferation des österreichischen Außenministeriums ist der „Architekt“ des Atomwaffenverbotsvertrags. Dafür erhielt er den „Seàn MacBride Friedenspreis“. In seinem Vortrag „Prohibition of nuclear weapons“ geht er auf den Atomwaffenverbotsvertrag ein. (live online)
  • 21. Januar, 18:00 Uhr, Dr. med. Carlos Umana: Der IPPNW Co-President aus Costa Rica/Spain spricht in seinem Vortrag „Cities are not targets“ über den Einsatz von Atomwaffen und seine humanitären Folgen. (live im Mahnmal St. Nikolai)
  • 22. Januar, 11:45 Uhr Dr. med. Angelika Claußen: Die IPPNW Europavorsitzende spricht über den beiden größten Bedrohungen im 21. Jahrhundert – die Klimakrise und das atomare Wettrüsten. (live)
  • 22. Januar, ab 14:00 Uhr: Foto- und Protestaktion vor dem Hamburger Rathaus, um auf darauf aufmerksam zu machen, dass Atomwaffen seit zwei Jahren völkerrechtlich verboten sind.

Alle Vorträge finden in englischer Sprache statt. Das vollständige Programm des Kongresses finden Sie hier: https://www.ippnw.eu/en/events/european-meeting.html

Für Presse- und Interviewanfragen stehen wir Ihnen vor Ort sowie vorab jederzeit zur Verfügung. Auch für eine Presseakkreditierung sprechen Sie mich gerne an.

Kontakt:
Lara-Marie Krauße, IPPNW-Pressesprecherin, Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: krausse[at]ippnw.de

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