Am besten fängt man das Jahr 2026 mit einer Meldung aus dem Sommer 2025 an. Oder wenn man so will: Schon im Sommer machte der Klimabeirat in Hamburg klar, dass die bayerische CSU-Vorstellung von neuer Atomenergie nicht nur klimapolitisch nichts bringt, sondern auch noch überteuert ist und voll weiterer Risiken und Nebenwirkungen steckt: „Atomenergie ist keine Lösung für die Klimapolitik“ hatte der bei der Hamburger Umweltbehörde angesiedelte Klimabeirat in einer Stellungnahme im Juni festgestellt.
Mit einer PM im Juli 2025 hatte der Klimabeirat die Stellungnahme veröffentlicht, die PM ist hier online und auch hier (jeweils PDF) und hier im Anschluss als Dokumentation. Weiter unten auch Informationen über die Mitglieder des Beirats.
Pressemeldung
Hamburg, 3. 7. 2025
Atomenergie ist keine Lösung – Klimabeirat setzt auf Erneuerbare
Atomenergie kann zum Erreichen der Klimaschutzziele keinen nennenswerten Beitrag leisten. Klimapolitisch sinnvoll sind der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Umbau des Energie- systems zur Anpassung an regenerative Erzeugung, einschließlich des Hochlaufs der Wasserstoffwirtschaft. Hier liegen für Hamburg auch große wirtschaftliche Chancen. Zu diesem Ergebnis kommt der Klimabeirat Hamburg in seiner heute veröffentlichten Klimapolitischen Stellungnahme „Atomenergie ist keine Lösung für die Klimapolitik“.
Prof. Dr. Jörg Knieling, Stellvertretender Vorsitzender des Klimabeirats und Leiter des Fachgebiets Stadtplanung und Regionalentwicklung an der HafenCity Universität, fasst die Bewertung des Klimabeirats zusammen:
„Unser Fazit ist eindeutig: Beim Erreichen der Klimaziele wird uns die Atomenergie nicht helfen. Im Gegenteil, wie anfällig Atomkraftwerke für die Folgen des Klimawandels sind, können wir aktuell in Frankreich beobachten, wo in der Hitzewelle Atomkraftwerke ihre Leistung drosseln oder gleich ganz herunterfahren müssen. Selbst im störungsfreien Betrieb sind Atomkraftwerke weder frei von Umweltbelastungen noch garantieren sie eine sichere Versorgung.
Statt sich an rückwärtsgewandten Diskussionen zu beteiligen, sollten wir uns darauf konzentrieren, die Energiewende weiter voranzubringen und die wirtschaftlichen Chancen ergreifen, die sich damit gerade für Hamburg eröffnen“.
Prof. Dr. Claudia Kemfert, Mitglied des Klimabeirats und Leiterin der Abteilung Energie, Verkehr, Umwelt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erklärt: „Die wenigen Projekte für Atomkraftwerke, die in Europa noch verfolgt werden, kämpfen alle mit erheblichen Verzögerungen und teils exorbitanten Kostensteigerungen. Keines dieser Projekte kommt ohne staatliche Absicherung aus, weil Atomstrom mit Erneuerbaren Energien nicht konkurrenzfähig ist. Die jahrzehntelangen Bauzeiten bedeuten auch, dass in dem Zeitraum, der bis zum Erreichen der Klimaziele noch bleibt, Atomstrom gar nicht in nennenswertem Umfang zur Verfügung stehen könnte.“
Beiratsmitglied Prof. Dr. Hans Schäfers, Professor für intelligente Energiesysteme und Energieeffizienz und Leiter des Competence Center Erneuerbare Energien und Energieeffizienz CC4E an der HAW, ergänzt:
„In einer von Erneuerbaren Energien geprägten Stromversorgung brauchen wir als Ergänzung flexible Kapazitäten, die Spitzenlasten abdecken und Dunkelflauten überbrücken können. Atomkraftwerke mit ihrer schlechten Regelbarkeit und ihren hohen Investitionskosten sind dafür denkbar ungeeignet. Vielmehr ist absehbar, dass neben Gaskraftwerken mehr und mehr Batteriespeicher diese Funktion zu günstigen Kosten übernehmen werden.“
Neben schlechter Wirtschaftlichkeit und mangelnder Systemdienlichkeit spricht gegen die erneute Nutzung der Atomenergie auch, dass sie anstelle von Energiesouveränität neue Abhängigkeiten von Uranförderländern schaffen würde. Nicht zuletzt ist auch die Entsorgungsfrage global weiterhin ungeklärt.
Die aktuelle Empfehlung des Klimabeirats Hamburg finden Sie hier: www.klimabeirat.hamburg. Telefon-Kontakt Geschäftsstelle: 040 428 40-27 58.
Der Hamburger Klimabeirat berät – angesiedelt bei der Umweltbehörde – den Hamburger Senat in Sachen Klimaschutz.
Klimabeirat Hamburg – Mitglieder
Prof. Dr. Daniela Jacob (Vorsitz) · Climate Service Center Germany (GERICS) Prof. Dr.-Ing. Jörg Knieling (stellv. Vorsitz) · HafenCity Universität Hamburg (HCU) Prof. Dr. Wolfgang Dickhaut · HafenCity Universität Hamburg (HCU) Prof. Dr. Anita Engels · Universität Hamburg (UHH) Prof. Dr.-Ing. Manfred N. Fisch · Steinbeis-Innova�onszentrum energieplus, Stutgart Prof. Dr.-Ing. Peter Fröhle · Technische Universität Hamburg (TUHH) Dr. Philine Gaffron · Technische Universität Hamburg (TUHH) Prof. Dr.-Ing. Carlos Jahn · Technische Universität Hamburg (TUHH) Prof. Dr. Claudia Kemfert · Deutsches Ins�tut für Wirtscha�sforschung (DIW Berlin) Prof. Dr.-Ing. Kers�n Kuchta · Technische Universität Hamburg (TUHH) Prof. Dr. rer. nat. Barbara Lenz · Humboldt Universität zu Berlin (HUB) Prof. Dr. Mar�n Pehnt · Ins�tut für Energie- und Umwel�orschung (IFEU) Prof. Dr. Hans Schäfers · Hochschule für angewandte Wissenscha� (HAW) Prof. Dr. Heinke Schlünzen · Universität Hamburg (UHH) Prof. Dr. Mar�n Wickel · HafenCity Universität Hamburg (HCU) Der Hamburger Klimabeirat berät auf Grundlage von § 7 des Hamburgischen Klimaschutzgesetzes den Hamburger Senat.
Geschäftsstelle Klimabeirat Hamburg c/o BUKEA Neuenfelder Straße 19 21109 Hamburg
Was zu den Plänen in Polen in Sachen Atomenergie noch mal zu ergänzen bzw. nachzutragen ist. Jenseits der Frage, was die USA in Polen derzeit planen, um die EU weiter zu spalten und welche Rolle dabei die Atomenergie spielen könnte, um Polen langfristig an die Energiepolitik der USA zu binden? Polen will Atomenergie, statt Kohle und in jedem Fall mal nicht diese versiffte Erneuerbare Energie called Wind, Solar und mehr. Was ist technisch an den neuen Reaktormodellen zu monieren, die in Polen auf Kosten von Steuerzahler*innen finanziert und gebaut werden sollen? Da ist immer wieder von Westinghouse die Rede. Zu den Planungen gibt es eine Stellungnahme „UVP-VERFAHREN ZUM GEPLANTEN NEUBAU VON SMALL MODULAR REACTORS (SMR) IN POLEN Fachstellungnahme zum BWRX-300“ (PDF) verfasst von Oda Becker, Kurt Decker, Manfred Mertins, Gabriele Mraz im Auftrag der Wiener Umweltanwaltschaft. Verfasst im November 2024. Hier ist das auch noch mal direkt als PDF.
Die EU-Kommission arbeitet derzeit an einer Strategie für Small Modular Reactors (SMR), die 2026 präsentiert werden soll. Das Städtenetzwerk Cities for a Nuclear Free Europe (CNFE) mit Wiener Vorsitz und die WUA haben sich in diesen Prozess eingebracht, um auf Risiken und unrealistische Erwartungen rund um SMR aufmerksam zu machen. Ebenso wurde die Bedeutung eines schnellen Ausbaus erneuerbarer Energien betont.
Wie bereits umfangreich von der WUA beschrieben, gelten SMR als neues, bislang jedoch unerprobtes Reaktorkonzept. Sie sollen von der Leistung her kleiner sein als aktuelle Reaktortypen und darüber hinaus eine modulare Bauweise aufweisen. Allerdings existiert bis heute keine kommerziell eingesetzte Anlage. Viele Entwicklungsprojekte wurden in den letzten Jahren wegen technischer Schwierigkeiten oder mangelnder Wirtschaftlichkeit eingestellt. Die Vorstellung, dass SMR einen relevanten Beitrag zu den europäischen Klimazielen bis 2050 leisten könnten, ist daher wenig realistisch. Bevor neue Reaktorlinien in Serienproduktion gehen können, müssen sie erst langwierig geprüft und getestet werden. Dies ist ein Prozess, der Jahrzehnte dauern kann.
Zusätzlich wirft die Technologie erhebliche Sicherheitsfragen auf. Eine Analyse der WUA zeigt, dass für wirtschaftlichen Betrieb hunderte solcher Reaktoren errichtet werden müssten. Damit würden zwangsläufig viele Anlagen in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten entstehen und damit neue Sicherheitsrisiken einhergehen. Die vollständige Studie bietet einen detaillierten Überblick über technische, wirtschaftliche und sicherheitsrelevante Herausforderungen der SMR.
Keine Alternative zum Ausbau erneuerbarer Energien
Während Atomkraft weiterhin mit hohen Kosten, langen Bauzeiten und ungelösten Entsorgungsfragen verbunden ist, entwickeln sich erneuerbare Energien dynamisch und wirtschaftlich deutlich attraktiver. Windkraft und Photovoltaik haben in den vergangenen Jahren einen markanten Preisverfall erlebt und ermöglichen einen raschen, kostengünstigen Ausbau. Allein 2024 wurden in der EU rund 80 GW Leistung im erneuerbaren Bereich installiert. Insgesamt gibt es bereits rund 850 GW. Verglichen mit etwa 100 GW im gesamten europäischen Nuklearbereich, ist das Potenzial der Erneuerbaren somit ungleich höher.
Die WUA warnt gemeinsam mit ihren Partnerorganisationen davor, finanzielle Ressourcen in Technologien zu binden, die weder rechtzeitig verfügbar noch wirtschaftlich konkurrenzfähig sind. Für eine erfolgreiche Energiewende braucht es Maßnahmen, die rasch wirken. Der Ausbau von Wind, Sonne und anderen nachhaltigen Energieformen ist dafür der effektivste Weg.
Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) und die TU München, die auch für den Betrieb des Atomforschungsreaktors in Garching verantwortlich ist, arbeiten in Sachen Atomforschung zum Verhalten von abgebrannten Uranbrennstoffen zusammen. Neben den umfangreichen Experimenten an Brennstäben in Schweden (Projekt LEDA) gehören außerdem auch „Brennstabversuche am Joint Research Center der Europäischen Kommission in Karlsruhe und eine Zusammenarbeit mit der Pariser Ingenieurhochschule MINES Paris – zur Simulation des Dichtungsverhaltens“ zu den Forschungsaktivitäten der BGZ im Rahmen der verlängerten Zwischenlagerung. Das ist auch von Bedeutung für die Zwischenlager in Gorleben, Ahaus und anderswo.
BGZ-Forschungsprogramm und BGZ.lab an der TU München Garching
Bereits seit 2023 baut die BGZ ihre Forschungsaktivitäten in München Garching und an anderen Ort aus. In einem von der BGZ im November 2025 veröffentlichten „Interview“ mir Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, aus Anlass des nun in seiner dritten Fassung vorliegenden Forschungsberichts heißt es: … Das „BGZ.lab auf dem Campus der TU München in Garching gegründet, um im universitären Umfeld arbeiten zu können und unser wissenschaftliches Netzwerk auszubauen. Dort forschen Kolleg*innen zusammen mit Studierenden zum Langzeitverhalten der hochradioaktiven Abfälle.“
Atomforschungsreaktor FRM II Garching und Endlagerforschung
Und auf der Hompepage des Atomreaktors FRM II wird bereits 2022 berichtet: „Ein Leben nach dem Zyklus: Wie Brennelemente zur Endlagerforschung beitragen“. Zu lesen ist schon in der Einleitung des Textes: „Ein Forschungsteam nutzt die verbliebene Energie jedoch für wertvolle Untersuchungen, etwa von Salzkristallen für die Endlagerung radioaktiver Abfälle – und träumt von Anwendungen im großen Stil. “ Berichtet wird: „Doch auch das abgebrannte Brennelement dient der Forschung, denn es gibt weiterhin Energie in Form von Gammastrahlung ab. Im Jahr 2009 bauten Forschende des FRM II zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der RWTH Aachen deshalb eine Gammabestrahlungsanlage. Diese wurde 2014 von TÜV begutachtet und in Betrieb genommen.“ Die Versuche dienten auch der Endlagerforchung, wie es heißt: „Hauptziel war die Untersuchung von Mikrostrukturen in Steinsalzkristallen, wie sie in Salzstöcken vorkommen.“
Siehe auch diesen Text auf der Seite des MLZ: „Die Technische Universität München (TUM) bekennt sich zur Kernforschung“ – zur Berufung von . Zum 15. Oktober 2025 wurde Dr. Christian Reiter auf die im Rahmen des bayerischen Masterplans zur Förderung der Kernfusion und neuartiger Kerntechnologien neu geschaffene Professur „Angewandte Kerntechnologien“ an der TUM School of Engineering and Design berufen.“ Reiter hatte vor einigen Jahren wichtige Impulse für den neuen Uranbrennstoff zum Einsatz im FRM II geliefert.
Weil sich die Endlagerung verzögert, braucht es mehr Forschung für die Zwischenlagerung hochaktiver Abfälle
Weil sich die Suche nach einen Endlager für insbesondere hochradioaktiven Atombrennstoff deutlich verzögern wird, muss die oberirdische Zwischenlagerung solcher Abfälle deutlich länger als die ehemals geplanten 40 Jahre dauern. An den Standorten solcher Zwischenlager – wie in Gorleben und Ahaus – ist die Rede von mindestens 100 Jahren. Nicht nur die Behälter, die sogenannten Castoren, müssen diesen deutlicher erhöhten Anforderungen standhalten. Auch im Inneren des Behälters müssen die hochaktiven Brennstoffe aus Uran, Plutonium und anderen Isotopen in in ihren Einbauten (Hüllrohre, Strukturen etc) stabil erhalten bleiben. Sonst steigt das Risiko unkontrollierter Kettenreaktionen, falls z. B. die Hüllrohre zerbröseln und am Boden der Behälter eine kritische Masse entsteht.
In ihrer Mitteilung zum Stand des Forschungsprogramms heißt es bei der BGZ mit dem Verweis auf das anstehende Verfahren in Gorleben: „Der Austausch in der Wissenschafts-Community ist für uns als Forschungsabteilung essenziell und wird weiter ausgebaut. Mit SCIP V startet bereits die fünfte Runde eines internationalen Forschungsprojekts, an dem auch die BGZ wieder beteiligt ist. Hinzu kommen Brennstabversuche am Joint Research Center der Europäischen Kommission in Karlsruhe und eine Zusammenarbeit mit der Pariser Ingenieurhochschule MINES Paris – zur Simulation des Dichtungsverhaltens.
Und in absehbarer Zeit werden bereits die ersten Forschungsergebnisse in die sicherheitstechnischen Nachweise einfließen: Am Standort Gorleben stellt die BGZ bereits nächstes Jahr den Genehmigungsantrag für die verlängerte Zwischenlagerung.“
Über das o.g. Forschungsprojekt LEDA in Schweden informiert die BGZ mit Stand Forschung an bestrahlten Brennstäben: Erste Langzeitwärmebehandlung erfolgreich abgeschlossen. In Verbindung mit dem Projekt in Schweden ist es immer wieder auch zu Atomtransporten mit Brennstabsegmenten gekommen. Davon betroffen war u.a. auch die Hansestadt Hamburg. Die Transporte von bundesdeutschen AKWs und auch aus der Schweiz waren auch durch Schriftliche Kleine Anfragen in der Hamburger Bürgerschaft bekannt geworden. Die Transporte nach Schweden wurden von den AKW Betreiber verantwortet, nicht von der BGZ. Warum das so ist, müsste mal geklärt werden, auch z.B. um zu wissen, wer die Kosten dafür übernommen hat.
Dokumentationen:
Interview mit Becker, BGZ, November 2025: https://bgz.de/2025/11/28/bgz-forschungsprogramm-hat-kein-ablaufdatum/
„BGZ-Forschungsprogramm hat kein Ablaufdatum“
BERLIN/ESSEN – Die BGZ hat beim Fachworkshop Zwischenlagerung den aktuellen Stand ihrer Forschung vorgestellt. Im Interview erläutert Dr. Jörn Becker, Leiter der BGZ-Forschungsabteilung, was die ersten Ergebnisse für die verlängerte Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland bedeuten.
Herr Dr. Becker, warum muss die BGZ als Betreiberin der Zwischenlager überhaupt forschen?
Die Genehmigungen für unsere Zwischenlager sind auf 40 Jahre befristet und laufen ab 2034 sukzessive aus. Bereits im nächsten Jahr stellen wir den ersten Genehmigungsantrag für die Aufbewahrung der radioaktiven Abfälle am Standort Gorleben über das Jahr 2034 hinaus. In diesen Verfahren werden wir die Sicherheit der Zwischenlagerung nach jeweils aktuellem Stand von Wissenschaft und Technik nachweisen.
Es gibt schon viele Daten und Vorhaben, die wir für diese Nachweise nutzen können. Aber wir haben auch Bereiche identifiziert, in denen die vorhandene Datengrundlage noch nicht ausreicht. In diesen Bereichen forschen wir weiter.
Welche sind das genau?
Grob gesagt erforschen wir das Langzeitverhalten der hochradioaktiven Abfälle, im Fachjargon Inventare genannt, der Transport- und Lagerbehälter sowie der Zwischenlager-gebäude. Wir wollen wissen: Wie verhalten sich Inventare, Behälter und Gebäude in der Zukunft, also in den nächsten Jahrzehnten bis ein Endlager zur Verfügung steht?
Und? Haben Sie schon Antworten darauf?
Forschung ist kein Sprint, sondern eher ein Marathon. Deswegen hat unser Forschungsprogramm auch kein Ablaufdatum. Wir forschen so lange, wie die BGZ die hochradioaktiven Abfälle aufbewahrt. Denn unsere Forschungsaktivitäten sorgen – in Kombination mit unserem Alterungsmanagement und dem robusten Konzept der trockenen Zwischenlagerung – dafür, dass wir möglichen Handlungsbedarf frühzeitig erkennen und erforderliche Maßnahmen jederzeit und rechtzeitig umsetzen können.
Die ersten Erkenntnisse aus unseren Vorhaben stimmen mich sehr zuversichtlich: Diese zeigen unter anderem, dass die Behälter geeignet sind, das radioaktive Material über einen längeren Zeitraum sicher einzuschließen, als ursprünglich vorgesehen. Es wurden keine Cliff-Edge-Effekte – also Effekte, bei denen die Sicherheit plötzlich und unerwartet gefährdet sind – oder Alterungseffekte identifiziert, die grundsätzlich gegen eine Langzeiteignung der Behälter sprechen.
Das passt zu der Erfahrung aus mehr als drei Jahrzehnten sicherem Zwischenlager-Betrieb in Deutschland, in denen es noch nie ein Ereignis gab, bei dem Menschen und Umwelt gefährdet gewesen wären.
Jetzt sind wir schon mittendrin in der BGZ-Forschung: Woran forschen Sie aktuell konkret? Was hat sich seit der letzten Aktualisierung des Forschungsprojekts getan?
Seit der ersten Aktualisierung im Jahr 2023 ist einiges passiert: Wir haben neue Forschungsprojekte auf den Weg gebracht, andere abgeschlossen und sind in laufenden Vorhaben einige Schritte weitergekommen.
Um zwei Beispiele zu nennen: Ein Highlight der Forschungsarbeiten aus den vergangenen zwei Jahren ist das Projekt LEDA, bei dem Brennstäbe in heißen Zellen in Schweden künstlich gealtert werden, um das Verhalten von Brennelementen über Jahrzehnte in den Transport- und Lagerbehältern vorhersagen zu können. Die erste Wärmebehandlungs-Kampagne über sieben Monate haben wir erfolgreich abgeschlossen, zurzeit laufen die Auswertungen zu den experimentellen Daten. Weitere Brennstäbe aus dem Schweizer Kernkraftwerk Gösgen sind in diesem Jahr in die Labore in Schweden transportiert worden – ein weiterer Meilenstein.
Denn nun können dutzende Brennstäbe aus verschiedenen Materialien und mit unterschiedlichen Eigenschaften, die den Charakteristika der Brennelemente in unseren Zwischenlagern entsprechen, untersucht werden. Ein Umfang, der auch international seinesgleichen sucht. Zum nächsten Fachworkshop werden bereits erste Ergebnisse vorliegen.
Das zweite Beispiel: Um nachzuweisen, dass die radioaktiven Abfälle dauerhaft dicht in den Behältern verschlossen gelagert werden können, liegt ein Schwerpunkt unserer Forschung auf dem Langzeitverhalten der Metalldichtungen im so genannten Doppeldeckel-Dichtsystem. Das wird unter anderem im Projekt MSTOR untersucht. Obwohl das Vorhaben noch mindestens bis 2031 läuft, stellen die bisher ermittelten Messwerte bereits eine einzigartige Basis für die Entwicklung von Prognosemodellen zum Langzeitverhalten der Dichtungen dar. Wie LEDA ist MSTOR ein Projekt, an dem viele nationale und internationale Partner beteiligt sind – ein charakteristisches Merkmal unserer Arbeit, auf das wir besonders stolz sind.
Außerdem haben wir das BGZ.lab auf dem Campus der TU München in Garching gegründet, um im universitären Umfeld arbeiten zu können und unser wissenschaftliches Netzwerk auszubauen. Dort forschen Kolleg*innen zusammen mit Studierenden zum Langzeitverhalten der hochradioaktiven Abfälle.
Und wie geht’s weiter mit der BGZ-Forschung?
Der Austausch in der Wissenschafts-Community ist für uns als Forschungsabteilung essenziell und wird weiter ausgebaut. Mit SCIP V startet bereits die fünfte Runde eines internationalen Forschungsprojekts, an dem auch die BGZ wieder beteiligt ist. Hinzu kommen Brennstabversuche am Joint Research Center der Europäischen Kommission in Karlsruhe und eine Zusammenarbeit mit der Pariser Ingenieurhochschule MINES Paris – zur Simulation des Dichtungsverhaltens.
Und in absehbarer Zeit werden bereits die ersten Forschungsergebnisse in die sicherheitstechnischen Nachweise einfließen: Am Standort Gorleben stellt die BGZ bereits nächstes Jahr den Genehmigungsantrag für die verlängerte Zwischenlagerung.
Vielen Dank für das Gespräch!“ Ende BGZ ++
Dokumentation 2 – FRM / MLZ
Ein Leben nach dem Zyklus: Wie Brennelemente zur Endlagerforschung beitragen
Die letzte Etappe für jedes Brennelement an der Forschungs-Neutronenquelle Heinz Maier-Leibnitz (FRM II) ist das Abklingbecken. Hier wartet es mehrere Jahre auf seinen Weitertransport. Ein Forschungsteam nutzt die verbliebene Energie jedoch für wertvolle Untersuchungen, etwa von Salzkristallen für die Endlagerung radioaktiver Abfälle – und träumt von Anwendungen im großen Stil.
Der Lebenszyklus eines FRM II-Brennelements beginnt in Frankreich: hier walzt der Hersteller aus frischem Uran-Silizium-Pulver dünne Platten und presst sie in einen sogenannten Aluminium-Sandwich. 113 solcher Platten ergeben ein Brennelement in Form eines Hohlzylinders. Mit Spezialfahrzeugen gelangt das frische Brennelement nach Garching.
An der Forschungs-Neutronenquelle beginnt schließlich das aktive Leben des Brennelements. 60 Tage lang liefert es hier Neutronen, die sich Forschende zunutze machen. Von der Entstehung des Universums bis zur Verbesserung mRNA-basierter Medikamente: das Anwendungsgebiet von Neutronen ist groß.
Abgebrannt aber nicht ausgedient
Nach einem vollen Zyklus endet das Brennelement im Abklingbecken. Das Wasser darin schützt vor der Strahlung. Hier wird das abgebrannte Brennelement für mindestens 6,5 Jahre in einem Gestell aufbewahrt, bevor der Weitertransport in das Zwischenlager möglich ist.
Doch auch das abgebrannte Brennelement dient der Forschung, denn es gibt weiterhin Energie in Form von Gammastrahlung ab. Im Jahr 2009 bauten Forschende des FRM II zusammen mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der RWTH Aachen deshalb eine Gammabestrahlungsanlage. Diese wurde 2014 von TÜV begutachtet und in Betrieb genommen.
Die Anlage besteht im Wesentlichen aus einer isolierten Kapsel, die Platz für Proben von bis zu 70 cm Länge und 7,6 cm Durchmesser bietet. Die Kapsel wird in den Hohlraum in der Mitte des Brennelements hinabgelassen. Da die Strahlung darin nicht homogen verteilt ist, können Forschende allein durch die Positionierung die Dosis regulieren. Auch die Temperatur in der Kapsel können sie bei Bedarf zwischen 30 und 150°C anpassen.
Forschung zu Endlagerstätten
Die Gammabestrahlungsanlage entstand im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützten Projekts von Prof. Dr. Janos Urai der RWTH Aachen. Hauptziel war die Untersuchung von Mikrostrukturen in Steinsalzkristallen, wie sie in Salzstöcken vorkommen.
Salzstöcke sind ein wichtiger Kandidat bei der Suche nach einem geologischen Endlager für radioaktive Abfälle und werden bereits für chemische Abfälle benutzt. „Ein genaues Verständnis der Fließeigenschaften und Deformationsprozesse des Steinsalzes ist entscheidend für die Vorhersage der Stabilität solcher Lagerstätten in der Langzeitperspektive“, erklärt der Physiker Dr. Vladimir Hutanu, Mitarbeiter des Fachbereichs Bestrahlung und Quellen am FRM II.
So konnten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der RWTH Aachen mithilfe von Bestrahlungsexperimenten endlich erklären, warum sich Laboruntersuchungen zur Rekristallisierung von Salz nicht direkt auf die Dynamik im Salzstock übertragen ließen: Es liegt am Wasser, das als Salzlake in natürlichen Salzmineralien enthalten ist und sich in Poren und an Korngrenzen sammelt. Diese Mikrostruktur bestimmt maßgeblich die Stabilität des Materials, ist aber unter dem Mikroskop nicht sichtbar.
Nach der Bestrahlung mit hochenergetischen Gammastrahlen bilden sich im Mineralinneren kleine Defekte, sogenannte Farbzentren. Das durchsichtige Salz wird so blau, eingeschlossenes Wasser aber nicht. Die Forschenden können dann die Mikrostruktur, das versteckte Wasser im Salz, unter dem Mikroskop erkennen.
Weitere Ideen willkommen
„Unsere Anlage ist einzigartig und speziell“, schwärmt Hutanu und zählt weitere mögliche Anwendungen auf. Die Untersuchung von Baumaterialien hinsichtlich ihrer Stabilität beispielsweise oder von Polymeren hinsichtlich ihrer Elastizität, die Bestrahlung von biologischen Zellen, um Mutationen im Erbgut aufzuspüren, die Sterilisation medizinischer Implantate oder die Erprobung der Strahlungsresistenz elektronischer Komponenten.
Insgesamt haben 50 Brennelemente im Abklingbecken Platz, bisher gibt es nur eine Gammabestrahlungsanlage. Doch Hutanu hat ambitionierte Pläne: „Ich könnte mir vorstellen, dass wir zukünftig weitere solcher Bestrahlungsanlagen und mehrere Brennelemente gleichzeitig nutzen.“ Auch Florian Jeschke, stellvertretender Technischer Direktor des FRM II, bekräftigt: „Wir sind an der Zusammenarbeit mit neuen potenziellen Nutzern dieser Anlage immer interessiert.“
Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Dazu war auch ein formalisiertes Öffentlichkeitsverfahren eingeleitet, in dessen Rahmen Stellungnahmen zu den Plänen mitgeteilt werden konnten. Unter anderen der Umweltverband BUND und auch Greenpeace. Eine weitere Stellungnahme zur den Risiken und Nebenwirkungen der Modul-Atommeiler hat nun auch das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung – BASE – bei der EU abgegeben.
Die veröffentlichten Stellungnahmen im Rahmen des SMR-Verfahrens sind hier bei der EU online.
„Kleine modulare Reaktoren (SMR) – künftige Entwicklung und Nutzung in Europa“, so lautet der Titel der Stellungnahme des Bundesamts, welches in Deutschland für den Umgang mit nuklearen Brennstoffen und radioaktiven Abfällen aller Art zuständig ist. In der Pressemeldung zur Stellungnahme an die EU-Kommission heißt es dazu auch: „Die nukleare Sicherheit muss bei der Entwicklung von Small Modular Reactors (SMR) oberste Priorität haben. Auch Fragen der nuklearen Entsorgung müssen schon in der Designphase und für den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden.“
Dokumentation von der Seite von BASE, link siehe oben:
BASE äußert sich zum geplanten Einsatz von SMR in Europa
Die Europäische Kommission will 2026 eine EU-weite Strategie für den Einsatz von kleinen modularen Reaktoren (Small Modular Reactors, SMR) veröffentlichen. Diese hat zum Ziel, die Entwicklung und den Einsatz von SMR in Europa in den nächsten zehn Jahren zu beschleunigen.
SMR werden dabei als komplementäre Lösung zu den herkömmlichen großen Leichtwasserreaktoren gesehen, mit Leistungen in der Größenordnung von über 1000 MWe. Die Bezeichnung „klein“ bezieht sich damit mehr auf die im Vergleich dazu deutliche geringere Leistung und weniger auf die eigentliche Größe der Reaktoren.
„Bei SMR gibt es eine ganze Reihe an ungeklärten Sicherheitsfragen. Die Anlagen erzeugen hochradioaktive Abfälle, die tiefengeologische Endlager benötigen. Viele SMR produzieren neuartige radioaktive Abfälle, für die es heute keine Entsorgungslösung gibt“, so BASE-Präsident Christian Kühn zum geplanten Einsatz von kleinen modularen Reaktoren.
Das BASE ist der Aufforderung der EU-Kommission gefolgt und hat eine Stellungnahme eingereicht. Es weist darauf hin, dass nationale Sicherheitsstandards mit der Einführung der SMR-Technologie nicht unterschritten werden dürfen.
In seiner Stellungnahme hat das BASE folgende Bereiche beleuchtet:
Das BASE fordert die Europäische Kommission auf, Aspekte der nuklearen Sicherheit und der Abfallentsorgung zu Eckpfeilern ihrer geplanten Strategie für die Entwicklung und die Nutzung von SMR in Europa zu machen.
Die Maßnahmen der Kommission sollten das Ziel verfolgen, ein Höchstmaß an Sicherheit für den Betrieb, den Transport, die Abfallentsorgung und die Stilllegung von SMR zu gewährleisten und so sicherzustellen, dass die Risiken und Kosten für die heutige und zukünftige Generationen in Europa minimiert werden.
Bei der Ausarbeitung einer Strategie für die Entwicklung von SMR müssen die Grundprinzipien der Europäischen Union wie das Vorsorgeprinzip und das Verursacherprinzip berücksichtigt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, richtet das BASE folgende Empfehlungen an die Europäische Kommission:
Übernahme der IAEO-Definition für SMR, um konzeptionelle Klarheit zu schaffen und definitorische Hindernisse für die Entwicklung oder Anpassung von Sicherheitsregulierungen zu beseitigen;
Sicherstellung, dass die nukleare Sicherheit bei den Bemühungen um eine Harmonisierung der Rechtsrahmen in allen europäischen Ländern oberste Priorität hat und dass nationale gesetzliche Anforderungen nicht umgangen oder abgeschwächt werden;
Angehen neuer Herausforderungen im Zusammenhang mit (neuartigen) Abfällen aus SMR durch Einbeziehung von Abfallentsorgungsaspekten in die frühe Entwicklung und Konzeption von SMR;
Appell an die IAEO, fundierte und angemessene Vorschriften für den Transport von SMR zu entwickeln;
Sicherstellung, dass Herausforderungen bei der Stilllegung von SMR bereits bei der Standortwahl, der Planung, dem Bau, der Inbetriebnahme und dem Betrieb von SMR berücksichtigt werden;
Unterstützung der Entwicklung eines wirksamen Schutzsystems, das den physischen Schutz von Kernmaterial und kerntechnischen Anlagen vor Sicherheits- und Proliferationsrisiken gewährleistet.
Hintergrund
Das BASE berät das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) in Fragen der Entsorgung radioaktiver Abfälle und der nuklearen Sicherheit. Es betreibt und koordiniert Forschung in Bereichen, die für den Entsorgungsaspekt neuer Reaktortechnologien relevant ist.
BASE-Stellungnahme zum Download
Kleine modulare Reaktoren – künftige Entwicklung und Nutzung in Europa
Theo Christiansen ist tot. Eine der für mich intellektuell, politisch und moralisch wichtigsten Personen ist kurz vor seinem 68. Geburtstag gestorben. Viel zu früh und viel zu überraschend. Immer für Gerechtigkeit und Anteilnahme. Immer für das Wohl aller, Gemeinwohl. Mit so viel Vorsicht und Brüchen. Es sind so viele Spuren, die sein Leben in meinem hat. Und von so vielen von uns. Da bin ich sicher. Dafür bin ich dankbar. Und traurig. Theo Christiansen!
Meine Anteilnahme gilt den Angehörigen, Freudinnen und Freunden.
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# Das Komitee für Grundrechte und Demokratie, für das Theo lange Jahre im Vorstand und Geschäftsführung aktiv war, hat diesen Nachruf veröffentlicht.#
Von Brokdorf und Anti-AKW, von Antimilitarismus und Raketen, von Plutonium und Hanau, von Apartheid und Südafrika (Kein Geld für Apartheid, ein Alternativer Geschäftsbericht zur Hauptversammlung der Dresdner Bank in Hamburg, siehe auch hier ein weiterer Text in der Taz.), von Atomausstieg, HEW/Vattenfall, E.on und die Rekommunalisierung Hamburger Energienetze (Unser Hamburg Unser Netz) und noch so viel mehr, davor, dazwischen, für immer! Seine Beiträge zu G20 in Hamburg. Sein Blog mit Uli Hentschel gemeinsam. Linksabbieger. Was sonst. Da war immer und immer die Kirche. Die Opposition.
Hier zwei „Alternative Geschäftsberichte“ über die Finanzierung der Apartheid in Südafrika durch die Dresdner Band – „Kein Geld für Apartheid“ Bericht 1986 (PDF) und zur Hauptversammlung in Hamburg der Bericht von 1987.
Rede von Theo bei der Menschenkette mit 120.000 Teilnehmenden zwischen den AKWs Brunsbüttel und Krümmel zum Atomausstieg,
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Da war mehr, dass er mit sich trug: Die Beerdigung von Georg von Rauch, erschossen in Berlin. Beerdigt in Kiel. Von seinem Vater Theodor. „Grabrede für Georg von Rauch: Anstößige Predigt – Ist Pastor Christiansens Laufbahn gefährdet?“ Die Zeit spricht 1972 von „Anstössiger Predigt“. Als Schulpastor mit dem Dienstherrn Schleswig-Holstein erhielt er als Reaktion ein Berufsverbot. Ein Skandal. Georg von Rauch Haus – der Mariannenplatz war blau – ein paar Millimeter zu Rio Reiser und Ton Steine Scherben. Das war lange, bevor ich Theo kennenlernen durfte, in Pinneberg bzw. Eimsbüttel. Aber das dürften Erlebnisse und Erfahrungen gewesen sein, die in maßgeblich geprägt haben. Immer war er einer, der politischen Druck mit klarer Analyse entgegentrat, aufrecht und immer mit Rückgrat.
(Nachtrag Januar 2026) Da war auch diese Geschichte, die sich die offizielle Kirche und der Verfassungsschutz „erlaubten“. Als sich Spitzel unter gläubige Friedensfreunde mischten: „Unter den im Geheimdienstbericht erwähnten kirchlichen Aktivisten ist der damals 24-jährige Theo Christiansen.“ Was für ein Elend der Demokratie.
Der Theo Christiansen, der später die Ökumenische Arbeitsstelle für Frieden und Bewahrung der Schöpfung in Ahrensburg (oder so) übernahm, die vorher Uli Hentschel innehatte. Hentschel war vorher Pastor in Rellingen und wegen seiner Kritik an Militarisierung und Nachrüstung für die herrschende Kirche „unangenehm“ aufgefallen war. Der Pastor bleibt im Dorf, hieß es gegen die Kirchenoberen. Damals, immer wieder. Kein Wunder, dass Theo an seiner Seite war und blieb.
Im Ev.-Luth. Kirchen Kreis Hamburg-Ost leitete er lange Jahre den Arbeitsbereich Diakonie & Bildung und war für die diakonischen Einrichtungen dieses Kirchenkreises. Da war Theo auch später – nach seiner Postion als Vertrauensperson für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze und in Verbindung mit dem Atomausstieg in Deutschland. Und da auch und besonders: Das Komitee für Grundrechte und Demokratie. Was auch sonst? Na klar. Da war er lange im Vorstand. Es war immer sein Thema, die Sache mit den Grundrechten und der Demokratie. Seine online lesbaren Beiträge dort.
Davor war auch ein Hamburger Arbeitskreis gegen Atomanlagen. „Die große Verlade – Atommüll auf Geisterfahrt“. Nach der BUU Pinneberg und der Inbetriebnahme von Brokdorf, nach der Katastrophe von Tschernobyl. Hier ist die Geschichte dazu: Keine Atomtransporte durch Hamburg – 1989/90
Theo Christiansen bei einer Aktion auf dem Rathausmarkt Markt für die Rekommunalisierung der Hamburger Energienetze im September 2013. Fotos: Dirk Seifert