Trouble in Tansania 3 – Power-Infos für den Widerstand gegen Uranabbau

uranium-tansaniaTansania – Internationale Konferenz über Uranabbau: Einfluss auf Gesundheit und Umwelt. Nach dem Fieldtrip durch die Bahi-Region: Am nächsten Morgen finden sich nach und nach die internationalen Gäste im Hotel Dear Mama und in anderen Hotels zum Frühstück ein. Viele haben das erste Mal seit drei, vier Tagen wieder eine Nacht durchgeschlafen und die Stimmung ist entspannt und gut.

Trouble in Tansania – Erkundung für Uranabbau in der Region Bahi bei Dodomo.

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Auf Uran-Grund: In Bahi/Tansania läuft die Erkundung für den Abbau von Uran. Alle Fotos auf dieser Seite: Dirk Seifert

Die Internationale Urankonferenz über Uranabbau hat am Dienstag begonnen. Organisiert vom ostafrikanischen Büro der Rosa Luxemburg Stiftung, der IPPNW in der Schweiz und Deutschland, dem Uranium-Network sowie Organisationen wie CESOPE und NaCUM aus Tansania, sind die TeilnehmerInnen aus aller Welt in Dar Es Salaam am Montag eingetroffen. VertreterInnen aus Canada, Australien, USA, Südafrika, Tschad, Mali, Niger, Camerun, der Schweiz und Deutschland sowie der Mongolei machten sich in aller Frühe am Dienstag auf den Weg in die Bahi-Region, in der Nähe der Hauptstadt Dodoma. Dort, in einem Überschwemmungsgebiet, sind Uranvorkommen entdeckt worden, die derzeit vor allem unter Führung australischer Unternehmen auf ihre Ausbeutbarkeit untersucht werden. Die Bevölkerung ist davon weitgehend ausgeschlossen und hat kaum Informationen, was die Firmen dort genau machen.

Internationale Konferenz gegen Uranabbau – Tansania: TeilnehmerInnen treffen in Dar Es Salaam ein

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AktivistInnen gegen Uranabbau aus dem Niger, Deutschland und Südafrika in kleiner Runde. Außerdem sind VertreterInnen aus Canada, Australien, der Schweiz und vielen anderen Ländern angereist.

uranium-tansaniaDie Internationale Urankonferenz in Tansania läuft an. Heute sind die meisten TeilnehmerInnen in Dar Es Salaam eingetroffen. Ziemlich anderes Klima hier und nach langem Flug und dem ersten kennen lernen einiger TeilnehmerInnen heißt es auch gleich wieder packen. Morgen früh geht es bereits um sechs Uhr weiter nach Dodoma und von dort in das Gebiet von Bahi, wo seit einiger Zeit Untersuchungen und Bohrungen laufen, um zu prüfen, ob die dortigen Uranvorkommen abgebaut werden können.

Tansania und Uranabbau: In Bahi / Dodoma wird erkundet

uranium-tansaniaIn der nächsten Woche findet in Dar Es Salaam in Tansania eine internationale Konferenz über den Uranabbau statt. Aus zahlreichen Ländern kommen Betroffene und Experten zusammen, um über die Risiken zu informieren und gemeinsam zu beraten, wie gegen den weiteren Uranabbau vorgegangen werden kann. In Tansania gibt es mehrere Uranprojekte. Im Süden steht die Inbetriebnahme der ersten Uranmine, dem Mkuju River Project, bevor. Betreiber ist Uranium One, ein kanadisch-russisches Unternehmen, das mehrheitlich vom russischen Atomkonzern Rosatom kontrolliert wird.

Uranabbau in Tansania – Eine Ausstellung über die Risiken

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In Deutschland wird das Uran nach dem Abbau weiterverarbeitet. Z.B. in der zum URENCO-Konzern gehörenden Uranfabrik in Gronau. Foto: ROBIN WOOD

Der afrikanische Kontinent wird immer mehr zur Rohstoffquelle. Auch in Tansania sind ausländische Investoren und Firmen dabei, die reichhaltigen Rohstoffe zu erschließen. In der ehemaligen deutschen Kolonie soll künftig Uran abgebaut werden, mit dem Atomkraftwerke betrieben werden oder das auch zu militärischen Zwecken genutzt werden kann. Die Schäden für die Menschen und die Umwelt sind immens. Das zeigen die Erfahrungen in anderen Uran-Gebieten.

Kriegseinsatz in Mali weitet sich aus: Frankreich schützt wirtschaftliche Interessen am Uranabbau im Niger

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Krieg für Uran? Frankreichs Energieinteressen in der Sahelregion. Foto: Joerg Trampert/pixelio.de

Nach dem Beginn des Einsatzes französischer Truppen in Mali weitet sich der Konflikt schon nach wenigen Tagen in der gesamten Sahelregion und darüber hinaus aus. Nach der brutalen Geiselnahme auf einer Gasförderanlage der BP in Algerien durch ein Al-Kaida-Kommando und der Ermordung von offenbar 80 Menschen im Zusammenhang mit der rücksichtslosen Befreiungsaktion des algerischen Militärs, werden inzwischen schwere Vorwürfe auch gegen das malische Militär erhoben. Die Militärs sollen willkürlich Menschen hingerichtet haben. Die deutsche und die britische Regierung haben jetzt “ihre” Staatsbürger aufgefordert, die libysche Stadt Bengasi zu verlassen, weil es konkrete Terrorwarnungen geben solle. Deutschland ist an diesem Krieg bislang mit Transportflugzeugen beteiligt, um Material und Truppen anderer Staaten nach Mali zu schaffen. Nun hat Frankreich auch offiziell nach weiterer Unterstützung durch Tankflugzeuge in Deutschland angefragt.

Krieg um Uran? Mali, Niger und der Uranabbau für Atomkraftwerke

atommüllfassFrankreich hat in der letzten Woche militärisch in den Konflikt in Mali eingegriffen. Unterschiedliche Kräfte haben im Norden von Mali im letzten Jahr große Gebiete erobert. Dabei spielen auch fundamentalistische Kampfverbände eine bedeutsame Rolle, die eine separatistische Abspaltung von Mali erreichen bzw. insgesamt in der Sahel-Region islamistisch geprägte Herrschaftsverhältnisse aufbauen wollen, in der die Scharia als gesellschaftlicher bzw. gesetzlicher Rahmen gilt. Möglicherweise nicht in erster Linie dürften für das französische Eingreifen aber auch schlichte materielle Interessen eine Rolle spielen: z.B. die Uranvorkommen in der Region Mali und Niger.

Atomtransporte Hafen Hamburg: Uran für Atommeiler in aller Welt

Am letzten Montag war es wieder so weit: Per Schiff angelandet und weiter auf der Schiene wurde frisches Uran zur Weiterverarbeitung für den Einsatz in Atomkraftwerken Richtung Südfrankreich abtransportiert. Die Golden Karoo der Hamburger Reederei MACS hatte vier Uranerzkonzentratcontainer gebracht, vermutlich aus Namibia. Darüber wird auf “Atomtransporte Hamburg Stoppen” informiert. Seit Monaten protestieren AtomkraftgegnerInnen nicht nur in Hamburg gegen die hohe Zahl von Atomtransporten, mit denen Atommeiler in aller Welt in Betrieb gehalten werden. Aus Anlass des Fukushima-Jahrestages gibt es deshalb unter dem Motto “Atommüll verhindern, bevor er entsteht” am 11. März eine Demonstration in Hamburg.

Atommüll verhindern, bevor er entsteht – Hamburg demonstriert gegen Atomtransporte

Der Atomausstieg in Deutschland ist beschlossen, aber die Zahl der Atomtransporte bleibt konstant auf hohem Niveau. In Hamburg werden alle zwei, drei Tage radioaktive Materialien transportiert, die mit dem Betrieb von Atomanlagen in Deutschland und mit AKWs in Europa und darüber hinaus zusammen hängen. Zwischen 160 – 170 pro Jahr! Entweder schippert und rollt radioaktives Uran durch die Hansestadt auf dem Weg zur Herstellung von Brennstoff für diese Anlagen und Meiler in Deutschland oder geht an AKWs im europäischen Ausland. Oder es sind Brennstoffe mit angereichertem Uran aus den Anlagen in Lingen und Gronau, die immer noch vom Atomausstieg komplett ausgenommen sind und dafür sorgen, dass Deutschland im internationalen Atomgeschäft im Geschäft bleibt. Transporte, die als “Natururan” durch Hamburg über Schiff, Schiene und Straße transportiert werden, sind schon bald im Reaktoreinsatz Super-GAU-relevant und danach hochradioaktiver Müll, dessen dauerhafte Lagerung weltweit und für tausende von Generationen ungelöst ist. Da gibt es kein Vertun: Diese Transporte müssen beendet werden. Grund genug also, dass als Mahnung der Mehrfach-Katastrophe von Fukushima in Hamburg am 11. März gegen diese Transporte und einen bislang weitgehend tatenlosen rot-grünen Senat demonstriert wird!

Angela Merkel in Mali: Die Sache mit den Rohstoffen

19012016-Gesicht zeigen-Konrad stoppen314Bundeskanzlerin Angela Merkel ist auf Afrika-Reise. Unter anderem in Mali. Gleich nebenan: der Niger. Über das “Elend in Mali und Niger – Zum Flüchten zu arm” berichtet aus Anlass der Reise n-tv. Und auch die taz schreibt über “Angela Merkel in Mali: Militär allein schafft keinen Frieden“. Das Wort Rohstoffe taucht in den Artikeln nicht auf. Dabei ist Deutschland mit der Bundeswehr als Unterstützung für die französischen Truppen seit Jahren vor Ort. Eine neue Militärbasis soll in Mali entstehen. Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich ist bis heute tief in der gesamten Region zwischen Algerien – Niger – Mali etc. verstrickt. Dabei sind Rohstoff-Interessen zwischen Öl und Uran von Bedeutung. umweltFAIRaendern hatte darüber bereits mehrfach informiert: Mali, Niger und die Rohstoffe.

Uran und Atommüll down under – Uranbergbau in Mali? Aktivisten auf Inforeise

Dave Sweeney, Australischer Anti Atom Aktivist auf Infotour durch Deutschland
Dave Sweeney, Australischer Anti-Atom-Aktivist auf Infotour durch Deutschland. Foto: Dirk Seifert

Anti-Atom-Aktivisten aus Australien und Mali sind derzeit auf einer Inforeise in Deutschland unterwegs. Zu einem der größten Uran-Exporteure gehört Australien. Dave Sweeney von der Australian Conservation Foundation wird über den (erfolgreichen) Widerstand in den dortigen Uranbergbau-Gebieten berichten und über die ungelösten Probleme mit dem Atommüll in Down-Under. Aus Mali wird außerdem Nouhoum Keita Informationen über die dortigen Aktivitäten und den Widerstand zum Uranbergbau rund um Falea liefern. Noch gibt es Uranbergbau dort nicht, aber Erkundungsarbeiten in dem Land mit großen Vorkommen, haben bereits stattgefunden. Eine Veranstaltung des Uranium-Network.org findet am 12. September ab 20 Uhr im JosFritzCate in Freiburg statt.

Radioaktives Tansania? Aktivist Lyamunda auf Inforeise u.a. in Hamburg

Anthony Lyamunda, Tansania, von der Organisation CESOPE
Uranabbau stoppen, bevor er anfängt: Auf Inforeise in Deutschland und am 1. Juni in Hamburg – Anthony Lyamunda, Tansania, von der Organisation CESOPE

“Den Uranabbau in Tansania stoppen – noch ist es möglich!” So lautet der Titel einer Veranstaltung des Hamburger anti-atom-büros am 1. Juni mit dem aus Tansania stammenden Aktivisten Anthony Lyamunda, der in den nächsten Wochen zu einer Inforeise durch Deutschland unterwegs ist. Hamburg hat eine durchaus besondere Beziehung zu Tansania, gehörte das Land doch früher als sogenannte Kolonie Deutsch-Ostafrika zum Deutschen Reich. Mit der inoffiziellen Hauptstadt Dar es Salaam hat Hamburg seit einigen Jahren eine Städtepartnerschaft.