Schweiz: Alle AKWs sind abgeschaltet

radioaktiv009Wenn auch nur vorübergehend, aber: „Alle fünf Schweizer Atommeiler sind vom Netz“. Und die Lichter sind nicht ausgegangen. Unglaublich. „Es sind unterschiedliche Ursachen – aber sie führen zu einem Ergebnis: Die Schweiz produziert zurzeit keinen Atomstrom. Alle fünf eidgenössischen Kernkraftwerke sind nicht in Betrieb“, berichtet die Badische Zeitung. In dem Bericht wird bilanziert: „Seit Montag läuft die Stromversorgung in der Schweiz ohne Atomkraft. In der Nacht ging das Kraftwerk in Gösgen an der Aare vom Netz, nachdem es zuvor zu einem Leck im nicht-nuklearen Teil des Dampfkreislaufes gekommen war. Die Ursache des Lecks soll nun abgeklärt werden. Dazu und für die Reparatur muss der Reaktor heruntergefahren werden.

Beznauer Block 2 bereits seit Freitag vom Netz

Messungen hätten ergeben, dass die Störung im Dampfkreislauf keine Auswirkungen auf die Umwelt gehabt habe, heißt es in einer Mitteilung des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi). Im Anschluss soll der Meiler wieder in Betrieb genommen werden.

Bereits am Freitag war Block 2 des Akw in Beznau wie angekündigt vom Netz genommen worden. In Beznau soll in den kommenden vier Monaten der Deckel des Reaktordruckbehälters ausgetauscht werden. Bereits seit März ist Block 1 des Atomkraftwerks im Kanton Aargau nicht mehr in Betrieb. Beznau 1 ging 1969 in Betrieb und ist damit das älteste noch laufende Atomkraftwerk der Welt. Zuvor waren im Jahr 2012 bei baugleichen Typen in Belgien Materialfehler am Druckbehälter festgestellt worden. Ultraschallmessungen in Beznau zeigten dann ebenfalls sogenannte Unregelmäßigkeiten am Reaktordruckbehälter. Sie deuten auf Materialprobleme hin, die von der Herstellung herrühren. Das soll nun überprüft werden.“

Das war noch nicht alles: „Weil auch das Akw Leibstadt und das Kernkraftwerk Mühleberg für die Jahresrevision vom Netz genommen wurden, wird in der Schweiz derzeit kein Strom aus Atomenergie produziert.“ Sollte man alles so lassen!

Atomtransporte Hamburg: Radioaktiv zu Wasser und zu Lande

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Hamburgs Hafen ist auch Atom-Drehscheibe. Teilweise erfolgt der Umschlag auf dem Kleinen Grasbrook, wo künftig der neue Olympia-Stadtteil entstehen soll. Foto: Dirk Seifert

Erneut haben Abgeordnete der Linksfraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft Daten über die geheimgehaltenen Atomtransporte durch die Elbmetropole vom Senat abgefragt. Die Statistiken mit den radioaktiven Atomtransporten – die der rot-grüne Senat auf dem Verhandlungsweg mit den Umschlagunternehmen künftig unterbinden will – sind nun der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Abgeordneten Norbert Hackbusch und Stephan Jersch (PDF, Drucksache 21-1237 ) zu entnehmen und umfassen die Atomtransporte vom 8. Mai bis zum 8. Juli. Dabei handelt es sich um angereicherte Uran-Materialien (so genannte Kernbrennstoffe, 14 Atomtransporte) bzw. sonstige radioaktive Stoffe (17 Atomtransporte), die zur Versorgung bzw. als Vorprodukte für den Einsatz in Atomkraftwerken dienen. Bei zahlreichen Transporten kam es zu Beanstandungen wegen Verletzung von Vorschriften. „Atomtransporte Hamburg: Radioaktiv zu Wasser und zu Lande“ weiterlesen

Radioaktiv: Dokumente staatlicher Planungen zum Umgang mit Atommüll – Das Nationale Entsorgungsprogramm und Anlagen – Dokumentation

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Grund für Sorgen: Atommüll – überall in Deutschland zwischengelagert.

Am 12. August hat die Bundesregierung das so genannte „Nationale Entsorgungsprogramm“ beschlossen. Unter dem Vorbehalt einer weiteren Befassung u.a. durch die „Endlager“-Kommission. Zu den Berichten zählen auch vier Anlagen, u. a. zu den Kosten und zur Finanzierung bestrahlter Brennelemente und radioaktiver Abfälle. Außerdem gibt es das Verzeichnis radioaktiver Abfälle, sowie einige weitere Anlagen. umweltFAIRaendern dokumentiert hier diese Berichte, die über die Planungen bei der künftigen Atommülllagerung für das staatliche Handeln Auskunft geben. Die Links in der unten folgenden Dokumentation verweisen auf den Server des BMUB. Sicherheitshalber werden die Dateien auch hier auf umweltFAIRaendern direkt als PDF zum Download bereit gestellt.

Das „Nationale Entsorgungsprogramm“ und die Anlagen auf umweltFAIRaendern als PDF:

Hier als Dokumentation von der Seite des Bundesumweltministeriums die entsprechenden Berichte, Stand: 12.08.2015, Nationales Entsorgungsprogramm

„Programm für eine verantwortungsvolle und sichere Entsorgung bestrahlter Brennelemente und radioaktiver Abfälle

Aufgrund der Richtlinie 2011/70 / Euratom besteht die Verpflichtung, u.a. ein Nationales Entsorgungsprogramm (NaPro) zu erstellen, dieses durchzuführen, regelmäßig zu überprüfen und zu aktualisieren. Das NaPro ist erstmalig spätestens zum 23. August 2015 und bei späteren wesentlichen Änderungen der Europäischen Kommission vorzulegen. Es muss die deutsche Strategie für die verantwortungsvolle und sichere Entsorgung abgebrannter Brennelemente und radioaktiver Abfälle darlegen. Das NaPro hat keine Rechtsnormqualität, ist aber bei allen Entsorgungsplanungen und Verwaltungsverfahren von den Akteuren im Bereich der Entsorgung zu berücksichtigen.

Das Bundeskabinett hat das Nationale Entsorgungsprogramm am 12. August 2015 beschlossen. Das Nationale Entsorgungsprogramm besteht aus einem übergeordneten „Dachbericht“ mit einer programmatischen Gesamtschau der Entsorgungsplanung und vier Anlagen: Programm für eine verantwortungsvolle und sichere Entsorgung bestrahlter Brennelemente und radioaktiver Abfälle [Nationales Entsorgungsprogramm] (PDF, 647 KB)

Anlagen:

Im Hinblick auf die laufenden Beratungen der Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe steht das Programm explizit unter Revisionsvorbehalt.“

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