Atommüll-Transporte: Bundespolizei übt Großeinsatz wegen Castor-Transport

Bevor mindestens 26 Castor-Behälter mit Atommüll aus der Wiederaufarbeitung im Ausland zurück nach Deutschland kommen, übt die Bundespolizei im Süden der Republik schon mal den Großeinsatz, um auf Proteste der AntiAtomBewegung vorbereitet zu sein. Darüber berichtet der SWR. Möglicherweise noch in diesem Jahr sollen die Rücktransporte aus Frankreich (La Hague) und England (Sellafield) in Richtung der vier deutschen Zwischenlager an den AKWs in Brokdorf, Biblis, Philippsburg und Isar/Ohu starten. Die Genehmigungen für die Einlagerung in den Zwischenlagern steht ebenso noch aus, wie die Genehmigung für die Atomtransporte. (Foto: Castor-Transport auf der Schiene, Foto: BfS)

Ausgestrahlt fragt mit Blick auf die möglicherweise noch in diesem Jahr vorgesehenen Atomtransporte nach Brokdorf: „Castor-Alarm in Norddeutschland?“ Am 22. April demonstrieren in Brokdorf Anti-Atom-Initiativen anlässlich des Jahrestages der Katastrophe von Tschernobyl auch gegen diese Atomtransporte. Immerhin war den BürgerInnen mal versprochen worden, dass nur Atommüll aus dem Standort-AKW vor Ort zwischengelagert werden solle. Eines der vielen Versprechen, die nicht eingehalten wurden. Hinzu kommt, dass im Falle einer Undichtigkeit eines Castors aus der Wiederaufarbeitung vor Ort eine Reparatur kaum möglich ist, weil die verglasten Atomabfälle nicht wie die sonstigen Brennelemente im benachbarten AKW behandelt werden können.

Die Polizei befürchtet offenbar, dass es zu größeren Protesten gegen diese Atommülltransporte kommen könnte: Denn laut SWR führt die Bundespolizei „am Nachmittag eine Großübung am Bahnhof Bundenthal im Kreis Südwestpfalz durch. Nach Angaben eines Sprechers, wird simuliert, einen Castor-Transport abzusichern. Das Einsatzszenario sieht vor, dass rund 100 Bundespolizisten den Zug mit dem radioaktiven Material, sowie die Bahnstrecke vor Aktivisten sichern. Nach Angaben eines Sprechers werden 20 Beamte in die Rolle der Atomkraftgegner schlüpfen. Sie werden unter anderem das Gleis mit einer Menschenkette blockieren. Diese Kette muss dann von den Einsatzkräften aufgelöst werden. Außerdem gilt es, die komplette Strecke des Zugs abzusichern. Diese Übung richtet sich nach Angaben des Sprechers vor allem an die Berufsanfänger. In der vergangenen Woche gab es am Bahnhof Bundenthal schon einmal eine solche Übung. Eine weitere ist für heute in einer Woche vorgesehen.“

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