Kampfansage: Vattenfall stellt Antrag Kohlekraftwerk Mooburg für Hamburger Fernwärme einzusetzen

Vattenfall geht in die Vollen und will mit allen Mitteln sein Kohlekraftwerk Moorburg in die Fernwärmeleitungen drücken. Damit eskaliert Vattenfall auch den Konflikt nicht nur mit der laufenden Volksinitiative Tschüss Kohle, sondern auch gegenüber der Umweltbehörde und dem Hamburger Senat, der per Koalitionsvertrag eine Anbindung von Moorburg in die Fernwärme ausschließt. Indem Vattenfall den Antrag für die geplante Rohrleitung von Moorburg ins Fernwärmenetz über die Moorburg-Gesellschaft als reines Vattenfall-Unternehmen – stellt und nicht über die Fernwärme-Gesellschaft, in der die Stadt noch Minderheitspartner ist, hebelt das Unternehmen auch die Möglichkeit der Stadt Hamburg aus, derartige Investitionen zu blockieren. Außerdem macht Vattenfall klar, dass ein Verkauf der Fernwärme-Gesellschaft an die Stadt Hamburg, wie vom Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ rechtsverbindlich gefordert, verhindert werden soll. Umgekehrt macht Vattenfall mit diesem Vorgehen klar: Klimaschutz und demokratisch kontrollierte Entscheidungen in der Energiepolitik kann es nur geben, wenn Hamburg die Fernwärme komplett zurückkauft. Mit einer Presseerklärung reagiert der BUND Hamburg heute auf die Ankündigung der Pläne von Vattenfall.

Dokumentation PM BUND: „Vattenfall brüskiert Umweltsenator und stellt Antrag auf Einspeisung von klimaschädlicher Kohlewärme aus dem Kraftwerk Moorburg

Heute hat die Behörde für Umwelt und Energie (BUE) auf Antrag der Vattenfall Heizkraftwerk Moorburg GmbH das Genehmigungsverfahren für eine Wärmeanbindung des Kohlekraftwerkes Moorburg eingeleitet. Der sogenannte Scopingtermin ist bereits für den 27.04.2018 vorgesehen.

Mit diesem Antrag stellt sich das Unternehmen direkt gegen die Kohleausstiegspläne von Umweltsenator Kerstan. Außerdem versucht Vattenfall, den erfolgreichen Volksentscheid zum Rückkauf der Energienetze zu unterlaufen, der als Ziel eine Versorgung aus erneuerbaren Energien für Hamburg vorgegeben hat.

„Der Antrag auf die Moorburg-Wärmeleitung ist eine Kampfansage an alle Klimaschützer dieser Stadt. Vattenfall macht jetzt endgültig deutlich, dass ein Kohleausstieg in Hamburg mit diesem Unternehmen nicht zu machen ist. Wir fordern daher von Umweltsenator Kerstan, diese Leitung zu verhindern“, so Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg.

Die großdimensionierte Leitung soll vom Kraftwerk Moorburg bis neben das Abspannwerk Dradenau an der A 1 südwestlich der Mühlverbrennungsanlage Rugenberger Damm (MVR) geführt werden. Dort könnte sie dann an die ebenfalls projektierte Fernwärmeleitung von der MVR Richtung Altona angeschlossen werden. Damit wäre die Voraussetzung geschaffen, Kohlewärme in das nördlich der Elbe gelegene Fernwärmenetz einzuspeisen, das Ende des Jahres in die Öffentliche Hand übergehen soll. Vattenfall plant offensichtlich eine direkte Konkurrenz zu den Plänen der BUE, mit einer klimafreundlichen Kombination aus mehreren Anlagen das alte Kohlekraftwerk Wedel zu ersetzen.

Die konsequente Umsetzung des Rückkaufs der Fernwärmeversorgung wird jetzt noch drängender, damit der verheerende Einfluss des Unternehmens Vattenfall in der Hamburger Energiepolitik weiter zurück gedrängt wird und der Einstieg in erneuerbare Wärme gelingen kann. „Die Konfrontation durch Vattenfall macht klar, dass der Rückkauf der Fernwärme das Gebot der Stunde ist und die Volksinitiative Tschüss Kohle genau zur richtigen Zeit kommt“, stellt Manfred Braasch fest.“

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1 Gedanke zu „Kampfansage: Vattenfall stellt Antrag Kohlekraftwerk Mooburg für Hamburger Fernwärme einzusetzen

  1. Nach der Ankündigung von VWH Mitte Dezember 2017, die Versorgung des westlichen Fenrwärmenetzes übernehmen zu wollen, kommt der Trassenantrag
    nicht wirklich überraschend. Dieser Schritt unterstreicht aber die Notwendigkeit, keine Fernwärmetrasse unter der Elbe zu bauen. Für 18% erneuerare Wärme würde sie sich ihnehin nicht lohnen. Jetzt muss sich die Behörde für Umwelt und Energie endlich ernsthaft mit dem Alternativkonzept auseinandersetzen, das Anlagen im Stellinger Moor vorsieht, Diese Nordvariante ist klimnaverträglicher, kostengünstiger und schneller zu realisieren, weil keine Moorburgtrasse gebaut werden muss.
    siehe dazu
    http://www.hamburger-energietisch.de/WP-Server/wp-content/uploads/2014/04/Szenarien-für-den-Ersatz-des-Heizkraftwerks-Wedel-V1.1.pdf
    http://www.hamburger-energietisch.de/WP-Server/wp-content/uploads/2014/04/Die-Moorburgtrasse-2.0.pdf

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