Hochradioaktive Herausforderungen – Status und Perspektiven der Endlagersuche

Atommüll an weit über 60 Standorten in Deutschland lagert bis heute meist oberirdisch in mehr oder weniger gesicherten Zwischenlagern. Erst gestern legten zahlreiche AntiAtomInitiativen und Umweltverbände ein umfassendes Kritik-Papier zur mangelhaften Sicherheit bei der Zwischenlagerung hochradioaktiver Abfälle vor. Trotz aller Versprechungen: Ein Endlager gibt es bis heute weder für die leicht- und mittelradioaktiven Abfälle, noch für den hochradioaktiven Atommüll, für den jahrzehntelange Gorleben als Standort im Gespräch war. In der ASSE II und in Morsleben befinden sich zwei völlig gescheiterte „Endlager-Projekte“, beide vom Einsturz und von Wassereinbrüchen bedroht. Auch der geplante Schacht Konrad verzögert sich wegen immer neuer Probleme immer weiter. Jahrzehntelang war auch klar: Um die AKWs am Netz zu halten wurden BürgerInnen mit Tricks und Lügen in Sachen Atommülllagerung betrogen und hingehalten. Angeblich soll nun – der Atomausstieg gilt als beschlossen – alles anders und vor allem besser werden. Das Standortauswahlgesetz hat dafür neue Spiel- bzw. Suchregeln entwickelt und die BürgerInnen sollen von Anfang an besser beteiligt werden. Anti-Atom-Initiativen aber kritisieren diese Regeln weiterhin massiv. Das mit dem Stand AG neu geschaffene Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) als neue Behörde unter dem Dach des BMU ist auch für die Öffentlichkeitsbeteiligung bei der Endlagersuche zuständig. Eine „Statuskonferenz Endlagerung“ soll am kommenden 8. und 9. November in Berlin einen Überblick geben, wie es derzeit aussieht und auch, wo es noch Forschungsbedarf gibt. Eine Online-Befragung über Forschungsaktivitäten läuft noch bis mitte Dezember (Siehe unten).

Dokumentation 1: BfE – Statuskonferenz Endlagerung

Das BfE lädt am 8. und 9. November 2018 zur ersten Statuskonferenz Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen in die Urania in Berlin ein.

Ziel ist es, unterschiedliche Themenfelder im Bereich der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle in Deutschland aus unterschiedlichen Perspektiven zu reflektieren und zu diskutieren. Dazu gehören insbesondere der Stand und die aktuellen Herausforderungen im Standortauswahlverfahren für das Endlager für hochradioaktive Abfälle sowie übergreifende wissenschaftliche, technische und gesellschaftliche Herausforderungen im Bereich der Endlagerung.

Die Veranstaltung dient dem fachübergreifenden Austausch und der Identifizierung von Handlungsbedarfen in den einzelnen Themenfeldern und deren Wechselwirkungen.

Die Statuskonferenz soll zukünftig einmal jährlich stattfinden.

Was Sie erwartet

Donnerstag, 08.11.2018

Eine Bestandsaufnahme: Die Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle in Deutschland aus Sicht des BfE, der BGE mbH und des NBG

Parallele Foren:
Mit Lupe und Fernglas – Blick auf wichtige Aspekte der Endlagersuche:

  • Forum 1: Umsetzung StandAG und Regelungsbedarfe
  • Forum 2: Öffentlichkeitsbeteiligung
  • Forum 3: Selbsthinterfragendes und lernendes Verfahren

Freitag, 09.11.2018

Forschung für die Endlagerung

  • Forschungsstrategie und -agenda des BfE
  • Forschungsaktivitäten der BGE mbH (angefragt)
  • Außenansicht aus der Wissenschaft

Statuskonferenz – Impulse für die Zukunft, Rückblick und gemeinsame Diskussion

Das vollständige Programm steht für Sie zum Download bereit.

Anmeldung und Hinweise

Die Anmeldefrist ist bereits abgelaufen. Aufgrund der großen Resonanz wird ein Livestream für das Podium im Plenum eingerichtet. Der Link dazu wird rechtzeitig vor der Veranstaltung veröffentlicht.

Bei Fragen zur Veranstaltung erreichen Sie das BfE auch unter anmeldung-sv5@bfe.bund.de oder unter folgender Telefonnummer: 030 18 305 – 8166.

Die Teilnahme ist kostenfrei. Bitte beachten Sie unsere Fotohinweise.

Adresse

Urania 

An der Urania 17
10787 Berlin
Programm

Dokumentation 2: Forschungsstrategie und -agenda des BfE.

Das Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) nimmt Regulierungs-, Genehmigungs- und Aufsichtsaufgaben in der Endlagerung, Zwischenlagerung sowie für den Umgang und Transport von radioaktiven Abfällen wahr. Zur Erfüllung dieser Aufgaben betreibt das  BfE eigene wissenschaftliche Forschung. Diese soll die Unabhängigkeit bei Entscheidungen sicherstellen und zur Weiterentwicklung der nuklearen Entsorgungssicherheit beitragen. Das wissenschaftliche Themenspektrum reicht dabei von naturwissenschaftlich-technischen bis hin zu sozial- und geisteswissenschaftlichen Fragestellungen.

Zur Erfüllung dieses gesetzlichen Auftrags hat das BfE eine Forschungsstrategie und –agenda erarbeitet und stellt diese nun zur öffentlichen Diskussion bereit. Ich lade Sie ein, die geplanten Forschungsaktivitäten des BfE im Rahmen einer Online-Konsultation aktiv und kritisch zu kommentieren.

Die Forschungsaktivitäten sind in den folgenden Dokumenten beschrieben:

  • Die Forschungsstrategie legt langfristige Ziele fest und dient somit als Leitfaden, an dem sich alle Forschungsaktivitäten des BfE messen lassen.
  • Die Forschungsagenda deckt einen Zeitraum von vier Jahren ab und beschreibt die einzelnen Themenfelder, in denen die Schwerpunkte der BfE-Forschung dargestellt werden. Die Forschungsagenda wird im zweijährigen Zyklus aktualisiert.

Unter folgender Adresse finden Sie alle notwendigen Informationen sowie die Konsultationsfassungen beider Dokumente zum Download:

https://www.bfe.bund.de/DE/bfe/forschung/online-konsultation/online-befragung.html

Die Konsultation läuft bis einschließlich 16. Dezember 2018.

Ihre Kommentare werden für die Überarbeitung der Forschungsstrategie und Forschungsagenda ausgewertet und in anonymisierter Form in die Ergebnisdokumentation aufgenommen. Zum Abschluss des Diskussionsprozesses erhalten Sie das überarbeitete Dokument und die Ergebnisdokumentation an die von Ihnen angegebene E-Mail-Adresse. Das BfE plant nach der Konsultation einen interdisziplinären Workshop mit Expertinnen und Experten zur Forschungsstrategie und -agenda durchzuführen.

Wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

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