Während dezentrale Windkraftwerke und Solaranlagen die Stromerzeugung in Europa und anderswo immer weiter absichern und obendrein die Strompreise senken, kommt das fossil-nukleare System zentraler, auf Wasserkühlung angewiesener Großkraftwerke mit Kohle, Gas und Atom an seine Grenzen. Schweiz, Frankreich, Ungarn, Rumänien und möglicherweise noch weitere Ländern haben die Leistungen von Atomreaktoren heruntergefahren oder komplett abgeschaltet. In Frankreich musste sogar ein AKW mit mehreren Reaktoren wie schon im letzten Jahr wegen Quallen im Kühlwasserkanal abgeschaltet werden. Obwohl sich zeigt, dass Atomenergie sowohl bezüglich der Kosten als auch mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit unbrauchbar ist, setzen weiterhin viele Staaten auf den Ausbau. Der Grund: Die Atomenergie zur Stromerzeugung ist auch der Aufstieg zur Atommacht. Die Fähigkeit, Atomenergie zu betreiben und damit in der einen oder anderen Weise auch den Zugang zu Atomwaffentechnik zu bewerkstelligen, spielt in einer immer mehr krisengeschüttelten Welt offenbar eine immer gewichtigere Rolle.
Auch wenn die z.B. hier im NeuenDeutschland und in vielen anderen Medien vorgebrachten Argumente, die Klimakrise und Fortsetzung von Atomenergienutzung zur Stromerzeugung in Verbindung bringen und kritisieren. Das eigentlich Motiv, warum immer mehr Staaten Atomenergie anstreben, wird nicht genannt.
Nach den USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China, sind Israel, Indien, Pakistan, Nordkorea zu Atomwaffenstaaten geworden. Der Iran beherrscht die Urananreicherung und betreibt einen Plutoniumreaktor. Saudi-Arabien ist bestrebt über die USA oder auch anders ein Atomprogramm inklusive Urananreicherung zu etablieren. In der Türkei gehen demnächst die ersten Atommeiler mit Unterstützung von Russland in Betrieb. Ein Militär Bündnis zwischen Türkei, Pakistan und Saudi-Arabien ist grad verabredet.
Die IAEO (siehe oben) hatte bereits gewarnt, dass es schon in absehbarer Zeit 25 statt bislang neun Atomwaffenmächte geben könnte.
So wird aus der Nutzung der Atomenergie zur Stromerzeugung nur dann ein Schuh draus, wenn man die Kosten für ein militärisches Atomwaffenprogramm ein wenig umverteilen will. Darauf hat zuletzt Frankreichs Präsident Macron deutlich hingewiesen:
- Französischer Präsident Emmanuel Macron: „Ohne zivile Atomkraft keine militärische Atomkraft, ohne militärische Atomkraft keine zivile Atomkraft“
- Atommüllkonferenz diskutiert Atomwaffentechnik und zivil-militärische Verbindungen
- Atomwaffen-Komponenten aus zivilen Atomkraftwerken – Frankreich folgt Beispiel der USA
Wie sehr die grenzen zwischen ziviler und militärischer Atomenergie aktuell kleiner werden, zeigt auch ein Beispiel, an dem wieder einmal die Bundesrepublik beteiligt ist: URENCO, ein drei staatlicher Urankonzern mit deutscher Beteiligung für die zivile Atomenergie soll künftig helfen, dass die britischen Atom-U-Boote mit Brennstoff versorgt werden können. Ein Nein der Bundesregierung gab es dazu nicht. UmweltFAIRaendern.de hatte darüber bereits berichtet. Hier schreibt die Taz über die Militarisierung der zivilen Atomenergie bei URENCO
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