Atomruine Lubmin: Auch Zerlegehalle kommt später und wird teurer

Seit den 90er Jahren läuft die Stilllegung und der Rückbau der ehemaligen Atomanlagen der DDR. Wie überall in Deutschland und anderswo mit erheblichen Zeitverzögerungen und Kostensteigerungen. Das hatte umweltFAIRaendern.de vor wenigen Tagen mit Blick auf die Atomruinen von Lubmin, Rheinsberg und auch Wismar berichtet. Betroffen ist offenbar auch die sogenannten Zerlegehalle (ZLH) in Lubmin. Dort sollen radioaktive Großkomponenten wie Reaktordruckgefäße und Dampferzeuger sowie aktivierte Bauteile, die bereits teilweise vor Ort zwischengelagert werden, zerlegt, konditioniert und endlagergerecht verpackt werden. Wegen der hohen Strahlenbelastung eine überaus anspruchsvolle Angelegenheit. Statt wie geplant Ende 2025 soll die Halle nun erst Ende 2027 fertig sein, die Inbetriebnahme ist nunmehr für 2028 geplant. (Foto: Grafik/Screenshot Betreiber EWN)

RBB berichtet davon, dass im Jahr 2018 mal mit Baukosten von 40 Millionen Euro gerechnet heute. Wie hoch die Kosten inzwischen gestiegen sind, kann oder wollte EWN offenbar nicht genauer beziffern.

Über die Dimension der Anlage schreibt RBB unter dem genannten Link: „Kernstück des riesigen Komplexes in Lubmin ist eine etwa 30 Meter hohe, 60 Meter lange und 40 Meter breite Halle mit großen Stahltoren. Die Krananlage soll Hunderte Tonnen Gewicht heben können. In der Mitte befindet sich ein Becken, in dem später Teile unter Wasser ferngesteuert zerlegt werden sollen – zum Schutz vor Strahlen. Auch 90 Zentimeter dicke Betonwände dienen der Abschirmung.“

EWN berichtet mit Datum heute auf seiner oben genannten Seite über die Halle:

„Neubau einer Zerlegehalle – ZLH

Auf dem Gelände der EWN in Lubmin entsteht derzeit eine Zerlegehalle für Großkomponenten. Hier sollen Reaktordruckgefäße und Dampferzeuger sowie aktivierte Bauteile zerlegt, konditioniert und endlagergerecht verpackt werden.

Um die Entsorgungsanlagen am Reststandort zu zentralisieren und somit Betriebsabläufe zu optimieren, wird die neue ZLH baulich und technologisch mit der Zentralen Dekontaminations- und Wasseraufbereitungsanlage (ZDW) und der Zentralen Aktiven Werkstatt (ZAW) verbunden. Der so entstehende neue Gebäudekomplex wird ein Reststoffbearbeitungs- und Abfallbehandlungszentrum bilden und Maßstäbe im Bereich der nuklearen Entsorgung setzen.

Je nach technologischem und radiologischem Bedarf der zu zerlegenden Komponenten sind vier Ausbaustufen der Halle nötig. Die 1. Ausbaustufe ist bereits in der baulichen Umsetzung. Die detaillierte Planung der Ausbaustufen 2-4 erfolgt jeweils rechtzeitig vor dem geplanten Zerlegebeginn anhand der neuesten zur Verfügung stehenden Hantierungs- und Zerlegetechnik.

Die gesamte ZLH ist an ein aktives Luftfiltersystem einschließlich Fortluftüberwachung angeschlossen. Das heißt, die Fortluft wird über einen Kamin abgeleitet, überwacht und bilanziert. Bereiche in denen es zu Kontaminationen kommen kann, erhalten vorab eine Dekontaminationsbeschichtung. 90 cm dicke Betonwände schirmen die Strahlung ab.

Mittels Photovoltaikanlage auf dem Dach wird ein wesentlicher Teil des Energiebedarfs aus dem Zerlegeprozess gedeckt.“

 

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