Radioaktiv: In Gronau (NRW) geht neues Uran-Lager in Betrieb

Foto: Betreiber URENCO

Die Uranfabrik der URENCO in Gronau hat eine neue Lagerhalle für radioaktive Uranreststoffe in Betrieb genommen. Das geht aus einer Meldung des Unternehmen hervor (siehe unten). Die Genehmigung dafür war bereits 2005 erteilt worden. Während der Anreicherung von Uran235 für die Verwendung in nuklearen Bernnstoffen entsteht in großen Mengen abgereichertes Uran. Über Jahrzehnte hinweg hatte die URENCO derartige Restoffe immer wieder nach Russland exportiert. (Foto: Betreiber URENCO)

Offiziell wurde der Export dorthin als Wertstoff-Vertrag deklariert. Faktisch schaffte sich der Urankonzern radioaktive Reststoffe vom Hals, deren wirtschaftliche Verwendung keine Sinn mehr ergab. In dem jetzt in Betrieb genommenen Lager wird radioaktives Uran als Urandioxid gelagert. Dazu wird das sonst in der Produktion vorliegende hochgefährliche Uranhexafluorid UF6 zu U3O8 umgewandelt, konvertiert, wie es in der Branche heißt. Damit ist das radioaktive Material längerfristig weniger gefährlich lagerbar. Die Betriebsgenehmigung für die Lagerung dieser radioaktiven Uranstoffe ist nicht befristet.

Eine eigene Pressemitteilung über die bereits im September erteilte Zustimmung zur Inbetriebnahme durch das derzeit grün-geführte Wirtschaftsministeriums in NRW hat es offenbar nicht gegeben. Allerdings wird hier auf der nicht datierten allegemeinen Überblicksseite über die aktuelle Situation der Urananreicherungsanlage der URENCO in Gronau berichtet (dort auf weitere Informationen über laufende Aktivitäten). Dort ist aktuell (Stand 7.10.2026) zu lesen:

„Nukleare Inbetriebnahme des Uranoxid- Lagers: Der Urenco Deutschland GmbH wurden im Jahr 2005 die Errichtung und der Betrieb eines Lagers für 50.000 t abgereichertes Uran in Form von Uranoxid (U3O8) genehmigt. Uranoxid wird als chemisch stabil bzw. nicht korrosiv bewertet. Bei dem für die Einlagerung vorgesehenen Material handelt es sich um abgereichertes Uran aus der Urananreicherungsanlage Gronau, welches in externen Anlagen zu Uranoxid konvertiert wird. Das Uranoxid-Lager wurde bereits im Jahre 2014 genehmigungskonform errichtet. Die Urenco Deutschland GmbH hat in den vergangenen Jahren die Voraussetzungen zur nuklearen Inbetriebnahme geschaffen und im Dezember 2025 mit einem Nachweisschreiben die finale Grundlage für die abschließende Prüfung vorgelegt. Die Atomaufsicht hat für ihre Prüfung Sachverständige hinzugezogen, deren Prüfung ergab, dass die Anforderungen des einschlägigen Regelwerks erfüllt sind. Die Atomaufsicht hatte daher im September 2026 der nuklearen Inbetriebnahme zugestimmt. Wann die erste Einlagerung von Uranoxid stattfindet, ist nicht bekannt.) “

Die Umwandlung von UF6 zu U3O8 erfolgte in der Vergangenheit vor allem in Frankreich in einer entsprechenden Anlage in Pierrelatte. Künftig kommt eine eigene URENCO-Anlage (TMF) am Standort in Capenhurst in Großbritannien zum Einsatz.

      • Urankonzern URENCO baut aus: Neue Konversionsanlage TMF fertig gestellt
      • URENCO ist ein dreistaatliches Unternehmen im Besitz von GB, NL und RWE/E.on – je zu einem Drittel. Weil die Urananreicherung grundsätzlich auch atomwaffenfähiges Uran erzeugen könnte, unterliegt sie dem Vertrag von Almelo und der Aufsicht von GB, NL und der Bundesregierung Deutschland sowie Euratom und IAEA. Anlagen gibt es in Gronau, Almelo und Capenhurst sowie in den USA. Außerdem betreiben URENCO und Framatome gemeinsam die ETC, die für Forschung, Entwicklung und den Bau von Ultragaszentrigugen für die Herstellung von angereichertem Uran erforderlich sind.

Siehe hier auch WNN. Dokumentation der PM von URENCO Gronau.

U3O8-Lager in Gronau offiziell in Betrieb genommen

Die Urananreicherungsanlage Gronau (UAG) hat ihr Lager für Uranoxid (U3O8) offiziell in Betrieb genommen. Das Lager ist Bestandteil der Erweiterungsgenehmigung, die bereits 2005 von der zuständigen atomrechtlichen Genehmigungsbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen erteilt wurde.

Das Lager gehört zum Konzept für den Umgang mit abgereichertem Uran aus der Urananreicherung. In den nächsten Jahren wird Material aus Gronau zur weiteren Verarbeitung sowohl nach Pierrelatte in Frankreich als auch zur Urenco-Anlage in Capenhurst (Großbritannien) transportiert. Dort erfolgt die chemische Umwandlung des Prozessmediums Uranhexafluorid (UF6) in Uranoxid (U3O8).

U3O8 ist eine besonders lagerfähige Uranverbindung. Das Material ist wasserunlöslich, nicht brennbar, chemisch sehr stabil und auch bei hohen Temperaturen nicht flüchtig. Nach der Inbetriebnahme des Lagers kann künftig aus Gronau stammendes abgereichertes Uran, das in Frankreich und Großbritannien in dafür geeigneten Anlagen zu U3O8 umgewandelt wird, nach Gronau zurückgeführt und dort langfristig gelagert werden.

Das Lagergebäude wurde bereits vor mehreren Jahren auf Grundlage der bestehenden Genehmigung errichtet. Mit der nun erfolgten Inbetriebnahme sind alle rechtlichen und betrieblichen Voraussetzungen für die sichere Lagerung geschaffen.

Nach geltender Rechtslage gilt abgereichertes Uran als potenziell weiter nutzbarer Wertstoff. Bereits im Sicherheitsbericht zum Endausbau der Urananreicherungsanlage aus dem Jahr 2002 wird darauf verwiesen, dass im abgereicherten Uran noch ein erheblicher Anteil des ursprünglich enthaltenen Uran-235 verbleibt und daher weiterhin Nutzungsmöglichkeiten bestehen. Derzeit gibt es keine konkrete weitere Nutzung. Grundsätzlich bestehen jedoch verschiedene potenzielle Nutzungsmöglichkeiten für das Material.

Für mögliche zukünftige Verwertungs- oder Entsorgungswege werden weiterhin finanzielle Rückstellungen gebildet. Damit soll sichergestellt werden, dass auch künftig ein sicherer und verantwortungsvoller Umgang des Materials gewährleistet werden kann.

„Mit der Inbetriebnahme des U3O8-Lagers setzen wir einen seit mehreren Jahren geplanten Bestandteil unseres Standortkonzepts um. Die Lagerung erfolgt in einer Form, die nach dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik als besonders sicher und stabil gilt. Gleichzeitig bewahren wir abgereichertes Uran verantwortungsvoll für die Zukunft auf. Auch
wenn derzeit keine konkrete weitere Nutzung vorgesehen ist, bleiben potenzielle Nutzungsmöglichkeiten grundsätzlich erhalten. Unser Anspruch ist es, Sicherheit, Nachhaltigkeit und langfristiges Denken miteinander zu verbinden.“

Dr. Jörg Harren, Geschäftsführer der Urenco Deutschland GmbH

Englische Fassung:

Uranium oxide storage facility in Germany officially commissioned

06 October 2026

The facility in Gronau forms part of the plant’s expansion licence, which was granted in 2005.

Urenco’s German site has officially commissioned its uranium oxide (U₃O₈) storage facility.

The facility in Gronau forms part of the plant’s expansion licence, which was granted in 2005 by the nuclear licensing authority of the state of North Rhine-Westphalia.

It is a key element of the strategy for managing depleted uranium, the by-product known as tails, which is generated during the uranium enrichment process. Over the coming years, material from Gronau will be transported for further processing both to Pierrelatte in France and to Urenco’s facility in Capenhurst, United Kingdom. At these sites, the depleted uranium, which is in uranium hexafluoride (UF₆) form, will be chemically converted into uranium oxide (U₃O₈).

U₃O₈ is considered a particularly suitable form for long-term storage. The material is insoluble in water, non-combustible, chemically highly stable and non-volatile even at elevated temperatures. Following the commissioning of the storage facility, depleted uranium originating from Gronau and converted into U₃O₈ at dedicated facilities in France and the United Kingdom can be returned to Gronau for long-term storage.

The storage building itself was constructed several years ago under the existing licence. With its formal commissioning now complete, all legal and operational requirements for the safe storage of the material have been fulfilled.

Under current legislation, depleted uranium is classified as a potentially reusable material resource. The safety report prepared for the final expansion stage of the enrichment plant in 2002 noted that depleted uranium still contains a significant proportion of the uranium-235 originally present, meaning that potential future uses remain possible. While no specific reuse pathway is currently envisaged, a range of potential utilisation options continues to exist in principle.

Financial provisions are also being maintained for possible future recycling, utilisation or disposal routes. This is intended to ensure that the material can continue to be managed safely and responsibly in the years ahead.

Dr Jörg Harren, Managing Director of Urenco Deutschland GmbH, said:

„With the commissioning of the U₃O₈ storage facility, we are implementing a component of our site strategy that has been planned for many years. Storage is carried out in a form that is regarded as particularly safe and stable according to the current state of science and technology. At the same time, we are preserving depleted uranium responsibly for the future. Although no specific future use is currently planned, potential utilisation options remain available in principle. Our goal is to combine safety, sustainability and long-term thinking.“

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