„Fast 6 Milliarden Fische, Krebstiere und Quallen werden jedes Jahr Opfer französischer Atomkraftwerke“

Wären es Vögel und hätte es mit Windenergie zu tun: Was wäre das für ein Aufschrei. Vermutlich nur wenig Reaktionen dürfte es aber für diese Meldung aus Frankreich geben: „Fast 6 Milliarden Fische, Krebstiere und Quallen werden jedes Jahr Opfer französischer Atomkraftwerke“. Darüber berichtet Le Monde, gestützt auf eine Recherche des Anti-Atom-Netzwerks „Sortir du nucléaire“, die dazu interne Dokumente des französischen Atomstomkonzern EDF ausgewertet hat.

Das Netzwerk hat laut Le Monde insgesamt 38 interne Dokumente des Atomstromkonzerns EDF, die zwischen 1981 und 2025 erstellt worden sind und die die Auswirkungen bestimmter Kraftwerke auf verschiedene Arten untersuchen, ausgewertet.

Dieses massive Tiersterben resultiert aus der für die Atommeiler nötigen Kühlung mit Fluss- oder Meerwasser. Dabei werden die Lebewesen mit angesaugt und kommen dabei im großen Still ums Leben. Das ist kein Spezifikum von Atomkraftwerken. Auch bei anderen Kraftwerken oder Anlagen, die auf Wasserkühlung durch Flüsse angewiesen sind, kommt es zu diesen massiven Auswirkungen auf entsprechende Lebewesen im Wasser. Hinzu kommt. Durch die Kühlwasserentnahme wird das Wasser aufgeheizt und wieder in die Flüsse gepumpt. Dadurch sinkt vor allem in der warmen Sommerzeit der Sauerstoffanteil im Wasser, was ein Fischsterben verursachen kann.

Ein anderes Problem mit dem heißen Wasser im Sommer und dem Betrieb von Atomkraftwerken in Frankreich oder auch der Schweiz haben die Stromkund*innen. Denn um bestimmte Grenzwerte einhalten zu können, um das Flusswasser und in ihnen die Lebewesen nicht zum Kochen zu bringen, wird je nach Lage bzw. Temperatur die Leistung der Reaktoren bis hin zur Abschaltung gedrosselt. Bereits im Mai führte das zur ersten Kostensteigerung beim Strom in 2026, wie der Infosperber hier berichtet.

 

 

Unterstütze umweltFAIRaendern.de - Abonniere den kostenlosen Newsletter.

 

×