20 mal Atomtransporte mit Kernbrennstoffen auf der Straße, darunter in sechs Fällen jeweils mit zwei LKWs und 31 mal Transporte mit radioaktiven Stoffen per Schiff im Hamburger Hafen. In einem Fall gab es Beanstandungen der Wasserschutzpolizei wegen mangelhafter Ladungssicherung. Außerdem hat der HHLA Terminal in Altenwerder im Mai eine neue unbefristete Genehmigung zum Umschlag radioaktiver Güter erhalten. Das ist die Bilanz im zweiten Quartal 2026 als Ergebnis einer Schriftlichen Kleinen Anfrage der Linksfraktion in der Bürgerschaft an den rot-grünen Senat.
- Die Fragen und Antworten sind in der Drucksache 23/4355 unter dem Titel „Atomtransporte durch Hamburg (VI)“ in der Parlamentsdokumentation der Bürgerschaft zu finden. Hier ist die SKA direkt mit den Antworten zu finden (PDF)
- Die letzte Anfrage der Linksfraktion zu dem Thema: Hamburg und Atomtransporte: Sicherheitsrelevanter Mangel im Umgang mit radioaktiven Stoffen – Quartalsabfrage der linken Bürgerschaftsfraktion
- Hinweis: Auf Fragen zu einem Atomtransport mit sieben Castorbehältern aus der britischen Plutoniumfabrik in Sellafield nach Brokdorf teilte der Senat in seiner Antwort mit, dass die Polizei keine Kenntnisse über einen Transport durch Hamburg habe, verwies aber auch auf die behördliche Geheimhaltung der Strecke. Der genannte Transport von Atommüll aus Sellafield nach Brokdorf erfolgt aktuell über den Hafen von Brunsbüttel und von dort dann per LKW in das Zwischenlager nach Brokdorf. In den Behältern befindet sich hoch radioaktiver Atommüll, der in Glas eingeschmolzen wurde. Der Abfall ist in UK bei der Verarbeitung abgebrannter Brennelemente aus deutschen AKWs entstanden und muss daher von Deutschland zurückgenommen werden. Dieser Atommüll ist extrem gefährlich. Siehe auch: Ziel Brokdorf: Atommüllfrachter steuert Elbe-Hafen von Brunsbüttel an.
- Die Castoren haben am Dienstag, 16. Juni Brunsbüttel erreicht. Die Umladung auf Tieflader und Weitertransport nach Brokdorf ins dortige Zwichenlager folgt. Ein Endlager steht in den nächsten Jahrzehnten nicht zur Verfügung. Siehe www.castor-stoppen.de
Quartalsweise fragen die beiden Abgeordneten von der Linksfraktion, Stephan Jersch und Kay Jäger, den Hamburger Senat nach Angaben zu den durchgeführten Atomtransporten mit sogenannten Kernbrennstoffen und anderen radioaktiven Stoffen. Kernbrennstoffe, meist weil sie angereichertes Uran enthalten, dürfen aufgrund einer freiwilligen Vereinbarung der Hafenunternehmen mit dem Senat nicht über den Hafen abgewickelt werden.
Trotz bundesdeutschem Atomausstieg bleiben die Zahlen der Atomtransporte durch Hamburg auf recht hohem Niveau (siehe die regelmäßigen Berichte dazu auf umweltFAIRaendern.de). Im ersten Quartal 2026 waren 43 Atomtransporte durchgeführt worden (Achtung: Die Abfragedaten entsprechen nicht exakt den Jahreszahlen)
Grund dafür sind einerseits die beiden unbefristet in Betrieb befindlichen deutschen Uranfabriken in Gronau und Lingen, die Uran-Brennstoff herstellen. Aber auch im Transit von Schweden nach Frankreich oder in die Schweiz gehen viele Transporte. Eine weitere Rolle spielen die Schiffstransporte mit radioaktiven Stoffen, wobei es sich oftmals um Uran im Naturzustand oder abgereichertes Uran handelt.
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