Ziel Brokdorf: Atommüllfrachter steuert Elbe-Hafen von Brunsbüttel an

Der Frachter mit hoch radioaktivem Atommüll aus der Plutoniumfabrik im britischen Sellafield steuert den Elbehafen in Brunsbüttel an. Das berichten Anti-Atom-Aktive. In den sieben Castor-Behältern, die die Pacific Grebe an Bord hat, befinden sich in Glas eingeschmolzener Atomabfälle, die aus der Verarbeitung verbrauchter Brennelemente aus deutschen Atommeilern in England entstanden sind und die nun zur weiteren Zwischenlagerung in nach Brokdorf sollen. Im Hafen von Brunsbüttel werden die über 100 Tonnen scheren Behälter auf Tieflader umgeladen und dann unter massiven Polizeischutz in das knapp 15 Kilometer entfernte Zwischenlager Brokdorf auf der Straße transportiert. Auf castor-stoppen.de finden sich weitere Informationen. (Foto: GNS, Schiff mit Castor an Bord)

Der Atommüll aus Sellafield kommt aufgrund geltender Verträge mit Großbritannien zurück nach Deutschland, weil er bei der Verarbeitung deutscher Brennstoffe angefallen ist. Ehemals war Gorleben als Ort für die Zwischenlagerung dieser Abfälle vorgesehen. Nach dem Atomausstieg und dem Neustart der Endlagersuche hatten sich Bund und Länder verständig, die Abfälle aus den Plutoniumfabriken in Frankreich und Großbritannien nicht länger einseitig nach Gorleben zu transportieren, sondern auf mehrere Zwischenlager zu verteilen.

In Brokdorf wird der hochgefährliche Atommüll für einige Jahrzehnte zwischengelagert. Ein Endlager für diese Abfälle existiert weiterhin auf Jahrzehnte hinaus nicht. Die oberirdische Zwischenlagerung war ehemals auf 40 Jahre ausgelegt, wird aber nun vermutlich 100 Jahre oder gar länger dauern. Schon die bisherigen Sicherheitsanforderungen waren von Anti-Atom-Initiativen und Umweltorganisationen immer wieder als unzureichend kritisiert worden. Viele Sicherheitsbelange werden von den staatlichen Stellen unter Geheimhaltung gestellt. Das Atomrecht wurde dazu 2017 extra verschärft. Selbst Gerichten ist eine Überprüfung seitdem nicht mehr möglich.  Hinzu kommt, dass nicht nur beim Terrorschutz erheblichen Risiken verbleiten.  Die Verlängerung der Laufzeiten der Zwischenlagerung und die damit verbundenen Anforderungen an die Castor-Behälter von 40 auf über 100 Jahre haben die Kontroversen um die Sicherheitsanforderungen weiter verschärft.

Zum Hintergrund der Atomtransporte nach Brokdorf siehe zuletzt auf umweltFAIRaendern:

Die Problematik der sicheren Lagerung der radioaktiven Atomabfälle ist neben dem Betrieb von AKWs eine Geschichte vom Scheitern. Weder für hoch, noch für mittel- oder leicht radioaktive Atomabfälle gibt 60 Jahre nach Beginn der Atomstromproduktion unterirdische Endlager. Quer durch die gesamte Republik gibt es für alle diese Abfälle immer mehr oberirdischen Lagerhallen. Der Betrieb wird immer wieder verlängert, weil die Planungen an anderer Stelle scheitern. Und es treten immer neue Probleme.

Spätestens seit den Terroranschlägen in den USA von 9/11 und den Krieg in der Ukraine, bei denen Atommeiler erstmals unmittelbar angegriffen wurden, zeigen sich erhebliche neue Gefahren. In der Ukraine ist es inzwischen an der Tagesordnung, dass AKWs und auch Atommülllager unter Beschuss geraten. Die USA und Israel haben Urananlagen im Iran angegriffen. In den Vereinigten Arabischen Emiraten sind Atommeiler aus dem Irak angegriffen worden. Gegen Kriegswaffen ist auch in Deutschland keine Atomanlage ausgelegt.

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