Hiroshima-Jahrestag: BUND fordert Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag

Angesichts immer neuer Dimensionen nuklearer Gefahren und als Erinnerung und Mahnung an die hunderttausenden Opfer der Atombombenabwürfe vor 81 Jahren auf Hiroshima und Nagasaki fordert der BUND den bundesdeutschen Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen. Gemeinsam mit Friends of the Earth Japan warnt der Umweltverband vor der zunehmenden nuklearen Aufrüstung und neuen Risiken in Verbindung mit militärischen Konflikten und Atomanlagen. Der BUND ist seit einigen Jahren Partner der Internationalen Kampagne für ein Atomwaffenverbot (ICAN). (Foto und Zitat aus März 2023, siehe hier)

Hier die PM des BUND:

Hiroshima-Jahrestag: BUND fordert Beitritt zum Atomwaffenverbotsvertrag

03. August 2026 | Atomkraft

  • Aufrüstungsspirale verschärft Bedrohungslage
  • Bundesregierung muss globales Atomwaffenverbot stärken
  • FoE Japan mahnt, nukleare Tragödien wie Hiroshima und Fukushima dürfen sich niemals wiederholen

Anlässlich des bevorstehenden 81. Jahrestages der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki warnt der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) vor der schleichenden Normalisierung der atomaren Bedrohung. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI ist die Ära der nuklearen Abrüstung beendet. Stattdessen befinden wir uns inmitten einer gefährlichen Aufrüstungsspirale, in der alle Atommächte ihre Arsenale massiv modernisieren und ausbauen. Gleichzeitig erleben wir auch ein rhetorisches Aufrüsten, bei dem das Drohen mit dem Einsatz von Atomwaffen zunehmend als Druckmittel eingesetzt wird.

Diese Abschreckungspolitik folgt einer fatalen Logik und verschärft die atomare Bedrohung. Die Bundesregierung darf diese existenzielle Gefahr nicht als Schutz verkaufen. Vielmehr ist es ihre historische Pflicht, sich dieser Entwicklung aktiv entgegenzustellen.

Olaf Bandt, BUND-Vorsitzender: „Die Bundesregierung verschanzt sich hinter einem nuklearen Schutzversprechen, das Deutschland zum Teil einer gefährlichen globalen Eskalation macht. Atomwaffen sind kein legitimes Mittel zur Selbstverteidigung, sondern verheerende Massenvernichtungswaffen. Die Sicherheitslogik der Abschreckungspolitik ist eine Illusion. Sie bietet keinen Schutz, sondern sorgt dafür, dass im globalen Wettrüstungswahn die Welt zu einem immer unsicheren Ort wird. Dabei war die Menschheit schon einmal weiter und hat bewiesen, dass eine aktive Abrüstungspolitik nicht nur klug, sondern auch möglich ist. Die Bundesregierung sollte sich wieder auf diese historische Einsicht besinnen und die Kräfte stärken, die eine nukleare Abrüstung fordern und den Atomwaffenverbotsvertrag unterstützen. Das ist immerhin die Mehrheit aller Staaten und der Weltbevölkerung.“

FoE Japan: Tragödien dauern an

Die BUND-Partnerorganisation Friends of the Earth (FoE) Japan setzt sich seit Jahrzehnten gegen die zivile Atomkraft und für die Erinnerung an die Atombombenopfer ein.

Akiko Yoshida, Atom-Expertin bei FoE Japan: „Es sind 81 Jahre vergangen, seit die Atombombe auf Hiroshima abgeworfen wurde. Mein Mitgefühl und Respekt gelten den Opfern und den Überlebenden, die bis heute ihre Erinnerungen weitergeben. Japan hat außerdem den nuklearen Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi erlebt. Die Schäden durch die freigesetzte Radioaktivität werden noch viele Jahrzehnte anhalten. Damit sich solche Tragödien niemals wiederholen, setzen wir uns für eine Gesellschaft ohne Atomkraft und nukleare Waffen ein.“

Der Atomwaffenverbotsvertrag, der unter dem Dach der Vereinten Nationen ausgehandelt wurde, verpflichtet zur Abrüstung. 95 Staaten haben ihn unterschrieben und 75 haben ihn bereits ratifiziert bzw. sind ihm beigetreten. Die Atomwaffenstaaten und auch Deutschland gehören nicht dazu. Der BUND und FoE Japan sind Mitglieder der Internationalen Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (ICAN), einem Zusammenschluss von Nichtregierungsorganisationen in über 100 Ländern, die sich für den Beitritt zum Verbotsvertrag und dessen Umsetzung einsetzen. Für diese Arbeit erhielt ICAN 2017 den Friedensnobelpreis.

Mehr Informationen:

Kontakt:

Bernd Redecker, Sprecher des BUND Arbeitskreis Atomenergie und Strahlenschutz, Bernd.Redecker(at)bund.net
BUND-Pressestelle: Sigrid Wolff | Daniel Jahn | Clara Billen | Lara Dalbudak
Tel.: +49 30 27586-497 | -531 | -464 | -425
presse(at)bund.net

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