ChatGPT3.5 KI über neue Uranbrennstoffe called HALEU – es wird schneller kritisch! Hallo Kettenreaktion!

Was ist HALEU, hatte ich ChatGPT3.5 gefragt. Eigentlich hatte ich sogar einen Tippfehler – wie immer: „War es HALEU?“, hatte ich gefragt. Aber die Antwort von diesem alten KI-Teil ist schon gut: „HALEU steht für High-Assay Low-Enriched Uranium (hochangereichertes niedrig angereichertes Uran). Es ist eine spezielle Form von angereichertem Uran, das einen höheren Anteil an Uran-235 enthält als herkömmliches niedrig angereichertes Uran (LEU), jedoch weniger als hochangereichertes Uran (HEU). HALEU hat typischerweise eine Anreicherung von Uran-235 zwischen 5% und 20%, während LEU eine Anreicherung von bis zu 5% und HEU eine Anreicherung von über 20% hat. HALEU wird in der nuklearen Energieerzeugung und in fortgeschrittenen Reaktoren verwendet, da es einige Vorteile gegenüber LEU bietet:..“ Ist das wichtig? Ist das ein Problem? Allerdings! Das hat was mit Physik zu tun – und mit unangenehmen Fakten! (FOTO – na klar: KI)

Weiter erklärt die KI von ChatGPT3.5: “

  1. Effizienz: HALEU kann die Effizienz von Reaktoren erhöhen, da es eine höhere Energieausbeute pro Masseeinheit bietet.
  2. Brennstoffszyklen: Reaktoren, die mit HALEU betrieben werden, können längere Brennstoffzyklen haben, was bedeutet, dass der Brennstoff seltener ausgetauscht werden muss.
  3. Fortschrittliche Reaktoren: Viele fortschrittliche Reaktordesigns, wie zum Beispiel kleine modulare Reaktoren (SMRs) und einige fortschrittliche Reaktoren der vierten Generation, erfordern HALEU als Brennstoff.

Die Verwendung von HALEU bringt jedoch auch Herausforderungen mit sich, insbesondere in Bezug auf die Herstellung, den Transport und die Lagerung des Materials, da höhere Anreicherungsgrade von Uran-235 strengere Sicherheitsmaßnahmen erfordern.“

Also fragt umweltFAIRaendern die alte KI, was denn? Genauer: „wie ist das mit den strengeren Sicherheitsmaßnahmen? Warum?“ und ChatGPT3.5 erklärt das:

„Strengere Sicherheitsmaßnahmen bei der Verwendung von HALEU (High-Assay Low-Enriched Uranium) sind notwendig aus mehreren Gründen:

  1. Höherer Gehalt an Uran-235 :
    • HALEU enthält eine höhere Konzentration von Uran-235 (zwischen 5% und 20%) im Vergleich zu herkömmlichem niedrig angereichertem Uran (LEU), das nur bis zu 5% Uran-235 enthält.
    • Uran-235 ist das spaltbare Isotop, das in Kernreaktoren zur Energieerzeugung genutzt wird. Ein höherer Gehalt an Uran-235 bedeutet, dass HALEU mehr potenzielle Energie freisetzen kann und daher auch eine höhere radioaktive Gefährdung darstellen kann.
  2. Kritik sen
    • Mit höherem Uran-235-Gehalt steigt das Risiko einer ungewollten Kritikalität, was bedeutet, dass es in bestimmten Konfigurationen zu einer unkontrollierten Kettenreaktion kommen kann.
    • Maßnahmen zur Verhinderung von Kritikalitätsunfällen umfassen strikte Kontrollen bei der Lagerung und Handhabung, einschließlich der Begrenzung der Menge an HALEU, die sich an einem Ort befinden darf.
  3. Strahlenschutz:
    • HALEU erfordert zusätzliche Strahlenschutzmaßnahmen, um sicherzustellen, dass Arbeiter und die Umwelt vor der erhöhten Strahlung geschützt werden.
    • Dazu gehören spezielle Abschirmungen, Überwachung der Strahlung und persönliche Schutzausrüstung für das Personal.
  4. Sicherheitsvorkehrungen bei Transport und ed :
    • HALEU muss unter besonders gesicherten Bedingungen transportiert und gelagert werden, um Diebstahl oder Missbrauch zu verhindern.
    • Dazu gehören gepanzerte Transportbehälter, bewaffnete Eskorten und Überwachungssysteme.
  5. Nichtverbreitung:
    • Eine höhere Anreicherung von Uran-235 kann HALEU näher an die Schwelle zur Eignung für waffenfähiges Material (hochangereichertes Uran) bringen, was Bedenken hinsichtlich der nuklearen Nichtverbreitung aufwirft.
    • Um sicherzustellen, dass HALEU nicht für die Herstellung von Atomwaffen missbraucht wird, müssen strikte Kontrollen und Überwachungen durch nationale und internationale Behörden (wie die Internationale Atomenergie-Organisation, IAEA) durchgeführt werden.

Zusammengefasst sind die strengeren Sicherheitsmaßnahmen erforderlich, um die erhöhten Risiken in Bezug auf Strahlung, Kritikalität, Transport und die nukleare Nichtverbreitung zu bewältigen. Diese Maßnahmen sollen sicherstellen, dass HALEU sicher gehandhabt, transportiert und gelagert wird, um Menschen, die Umwelt und die internationale Sicherheit zu schützen.“

Ok. Und wie genau ist das? Was gibt es da für Regelungen? Klar ist: Immer mehr Staaten wollen dieses Zeug herstellen. Russland kann das schon länger. Die westlichen Staaten sind dabei, diesen brisanten Bereich aufzurüsten: Zivile Nuklear-Aufrüstung: Anreicherung von Uran wird ausgebaut und deutlich erhöht – Stichwort HALEU

Auch andere Staaten dürften über das Stichwort nukleare Forschungsreaktoren ihr Interesse an diesen neuartigen Uran-Brennstoffen bekunden. Die Grenze zwischen Brennstoff und Bombe wird immer kleiner, wenn diese Entwicklungen der Atomenergie-Anwendungen weiter geht. Zeit, jetzt damit aufzuhören!

Mahnmale oder Denkmale der nuklearen und gesellschaftlichen Kernspaltung

Mit dem Ende der Atomstromerzeugung in Deutschland ist an verschiedenen Orten auch eine Diskussion in Gang gekommen, wie der gesellschaftliche Umgang mit dem nuklearen Erbe aussehen könnte. In Grafenrheinfeld drängelt die Regionalpolitik, nun endlich die weithin sichtbaren Kühltürme am AKW zu sprengen. Im August sollen die Atom-Mahnmale verschwinden. Aus den Augen aus dem Sinn? In Berlin hatten deutsche Wissenschaftler die Kernspaltung mitten im Faschismus entdeckt. Die Geschichte der Atomenergie beginnt im Krieg, mit Atombomben. Erst später werden „Atoms for Peace“ erfunden. „Erinnerungsorte und Wissensspeicher“ heißt eine Veranstaltung des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BaSE) am 1. Juli in Berlin, die darüber nachdenkt, stillgelegte „Atomkraftwerke als Denkmäler“ zu nutzen.

Auf der Tagung dabei ist der Architekt Philipp Oswalt. In einem Beitrag des NDR vom Februar ist zu lesen, dass er „fordert, dass Kernkraftwerke für die Nachwelt als Kulturgüter bewahrt werden müssen: „Das ist eigentlich selbstverständlich, dass so etwas unter Denkmalschutz kommt.““ (NDR, 20.2.2024) Auch Karsten Hinrichsen aus Brokdorf findet das Thema wichtig, wie er dem NDR mitteilte. Mit Stefan Rettich von der Uni Kassel sprach der DLF zum Thema „Atommeiler als Architekturdenkmäler? Der Stadtplaner Stefan Rettich im Gespräch„. Die Süddeutsche hatte zum Thema im Januar 2023 Überlegungen angestellt. Im Wendland steht das Gorleben-Archiv als Erinnerungs-Wächter und in Braunschweig das Archiv Deutsches Atomerbe.

Dokumentation 1 von BaSE: Atomkraftwerke als Denkmäler: Erinnerungsort und Wissensspeicher

Anfang 01.07.2024 12:30 Uhr – Ende 01.07.2024 19:50 Uhr – Veranstaltungsort Berlin

Vor gut einem Jahr sind die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet worden. Damit wurde die Stromerzeugung aus dieser Hochrisikotechnologie endgültig beendet. Vorausgegangen war ein jahrzehntelanger gesellschaftlicher Konflikt um die Atomenergie und die Entsorgung ihrer radioaktiven Hinterlassenschaften.

Was wird nun aus den Standorten der Atomkraftwerke? Sollen diese Orte von historischer Bedeutung komplett verschwinden oder können sie als Ort der Erinnerung erhalten bleiben?

Am 01. Juli 2024 lädt das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) in Kooperation mit der Universität Kassel und dem Deutschen Technikmuseum Berlin zu einer öffentlichen Fachtagung mit anschließender Podiumsdiskussion nach Berlin ein. Thematisch wird es an diesem Tag um einen umfassenden Blick auf den Denkmalwert von ehemaligen Atomkraftwerken und Möglichkeiten ihrer alternativen Nachnutzungen gehen.

Die Veranstaltung wird um 12:30 Uhr mit Beiträgen von Expert:innen verschiedener Fachrichtungen beginnen. Ab 18:20 Uhr schließt sich eine moderierte Podiumsdiskussion an, die bis etwa 19:50 Uhr dauern wird. Anschließend wird es ein Get-Together geben.

Hier können Sie sich das Programm der Veranstaltung herunterladen.

Montag, 01.07.2024 Von 12:30 Uhr bis 19:50 Uhr mit anschließendem Get-Together Anmeldung für die Veranstaltung

Adresse: Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin

Trebbiner Straße 9 – 10963 Berlin
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Dokumentation 2 – Ausstellung „Nach der Kernkraft – Konversionen des Atomzeitalters“

Schau in Berlin-Tiergarten präsentiert Ideen für AKW-Nachnutzung

Datum 15.12.2022

Deutschland steigt aus der Nutzung der Atomenergie aus. Was bleibt? Rund 27.000 Kubikmeter hochradioaktiver Abfall muss sicher in einem Endlager untergebracht werden. Und was geschieht mit den Atomkraftwerken? Sie sind Teil der Landschaft geworden. Gibt es neue Verwendungen? Was wäre denkbar?

Studierende der Universität Kassel haben sich Gedanken gemacht, wie eine Nachnutzung aussehen könnte und die Ausstellung „Nach der Kernkraft – Konversionen des Atomzeitalters“ gestaltet. Ihre Ideen sind phantasievoll, visionär, mutig. Es braucht Vorstellungskraft für diese „unbequemen Denkmäler“.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hat diese Ausstellung in seine Räume nach Berlin-Tiergarten geholt. Denn: Denkanstöße geben, Debatten und Austausch fördern – für ein Bundesamt, das die Öffentlichkeit in seine Arbeit einbindet, ist dies von essenzieller Bedeutung.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 15. Dezember bis 15. April täglich von 9 Uhr bis 18 Uhr im Foyer des

Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung
Wegelystraße 8 – 10623 Berlin-Tiergarten.

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Dokumentation 3 von der BASE Seite – Atomkraftwerke als Denkmäler erhalten? Ein kurzes Interview

Welche Perspektiven bietet die Ausstellung „Nach der Kernkraft – Konversionen des Atomzeitalters“? Darüber sprachen BASE-Präsident Wolfram König und zwei ehemalige Studierende des Fachbereichs Städtebau der Universität Kassel: Rina Gashi, heute Städtebaureferendarin beim Land Niedersachsen, und Marius Freund, heute Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl von Prof. Dipl.-Ing. Stefan Rettich.

Was verbindet das BASE mit einer Ausstellung aus dem Fachgebiet Städtebau?
Wolfram König: Mit der Abschaltung der letzten Atomkraftwerke in Deutschland wird deutlicher wie schwer es ist, die Aufmerksamkeit für die Lösung der sicheren Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen aufrechtzuerhalten. Gleichzeitig haben wir nicht nur den Auftrag als Gesellschaft, den Ausstieg aus dieser Form der Energieerzeugung einschließlich ihrer Abfälle zu vollziehen, sondern es stellt sich ebenfalls die Frage: Wie können wir mit dem Wissen und den Hinterlassenschaften dieser Technologie so umgehen, dass daraus die richtigen Rückschlüsse für eine zukunftsfähige Lebensweise ermöglicht wird. Die Ausstellung leistet genau hierbei Hervorragendes, denn sie fordert zum Hinterfragen des bisher Selbstverständlichen auf: Statt Abriss der strahlungsfreien Gebäude sollten diese als Lernorte für eine nachhaltige Zukunft genutzt werden.

Welche Motivation hatten Sie als Student:innen, sich diesem Thema zu widmen?
Rina Gashi: Es gab natürlich eine intrinsische Motivation und die Leidenschaft zum städtebaulichen Entwerfen, denn ein AKW ist ebenfalls eine bauliche Anlage, zu der man sich Gedanken machen kann: Wie sieht es eigentlich mit der Nachnutzung dieses Gebäudes aus?
Marius Freund: Wir kennen natürlich die Diskussion in der Familie oder mit Freunden über die Atomkraft. Aber den Ort, den kennt man eigentlich nicht. So ein AKW ist ja auch irgendwie ein mystischer Ort. Zudem haben wir schnell gemerkt: So ein AKW ist echt groß! Und es stecken gigantische Mengen Material darin, wirklich hochwertige Baustoffe – die dann einfach auf Deponien verschwinden. Doch hochverstrahlt ist davon nur ein kleiner Teil. Und da kam dann die Motivation dazu: Das Material kann man noch anders nutzen.

Aus dem stillgelegten AKW Biblis soll ein „Lebenskraftwerk“ entstehen. Was kann man sich darunter vorstellen?
Rina Gashi: Die Idee ist aus dem Standort des Kraftwerks entstanden: Biblis hat einen speziellen Naturraum. Das AKW selbst liegt eingebettet in Landwirtschaft, Natur- und Vogelschutzgebieten und gehört überdies zum UNESCO-Geopark Bergstraße Odenwald. Somit wirkte das AKW-Gelände wie ein fehlendes Puzzleteil in der Landschaft. Der Titel „Lebenskraftwerk“ kommt daher, weil ein neues Leben für Flora und Fauna, insbesondere für bedrohte Tier- und Pflanzenarten generiert werden soll. Der Gedanke war: Was wäre, wenn das AKW Habitat für bedrohte Tier- und Pflanzenarten werden würde. Es soll aber auch ein Ort für die Bevölkerung geschaffen werden, was natürlich paradox ist, da ein AKW ein sehr verschlossener, für die Öffentlichkeit nicht zugänglicher Ort ist. Es geht also um eine natürliche Rückeroberung dieses Raums.

Und der Plan für das AKW Brokdorf ist in der Ausstellung die Umwandlung in ein „Kernkraftmuseum“. Wie könnte ein solches aussehen?
Marius Freund: Bei der Ankunft im neuen, gläsernen Museumsfoyer starten die großen Betonröhren, die man auch von außen sehen kann. Diese führen über drei Routen durch das Gebäude. Die erste ist die Produktionsroute. Man läuft den Kreislauf ab, der auch zur Stromproduktion genutzt wurde. Die zweite Route ist der Sicherheit gewidmet, denn ich würde schätzen, dass ca. die Hälfte eines AKW-Gebäudes dafür da ist, die Sicherheit zu gewährleisten. Und die letzte Route zeigt dann im Außenraum die Protestgeschichte von Brokdorf, denn das AKW hat ja wegen der Protestkultur eine sehr wichtige Rolle gespielt.

Wie sehen Sie diese Projekt-Ideen, Herr König?
Wolfram König: Der Wert aller Vorschläge zur Um- und Weiternutzung liegt meines Erachtens insbesondere in der Aufforderung, unseren Blick auf die Anlagen aus einer anderen Perspektive zu richten. Das bisher verfolgte Ziel, die Kraftwerksstandorte wieder zu einer sogenannten grünen Wiese zu machen, muss insbesondere mit den Menschen vor Ort zur Diskussion gestellt werden. Wir dürfen dabei jedoch nicht ausblenden, dass an allen Kernkraftwerksstandorten noch über Jahrzehnte Zwischenlager mit hochradioaktiven Abfällen existieren werden. Eine Hypothek aus dem Kernkraftwerksbetrieb, die die Nutzungsmöglichkeiten einschränken und uns gleichzeitig mahnen, konsequent die Standortfrage für ein Endlager in Deutschland einer Beantwortung zuzuführen.

Wird Atomforschungsreaktor Garching abgeschaltet? Gericht entscheidet wohl Mittwoch – Nächste Instanz im Blick

Der BUND in Bayern klagt auf Stilllegung des Atomforschungsreaktors in Garching. Bis heute wird hochangereichertes atomwaffenfähiges Uran in Garching für die Kernspaltung eingesetzt. Dabei wird in der Genehmigung vorgeschrieben, dass seit über 10 Jahren weniger riskanter Uranbrennstoff zum Einsatz kommen müsste. Für den BUND und dem Anwalt Ulrich Wollenteit ist die Vorschrift klar – für die bayerische Landesregierung als Genehmigungsbehörde ist eine entsprechende Formulierung nur eine Art „politische Vorgabe“. Am Montag fand vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof die mündliche Verhandlung der Klage statt. Deutlich wurde, dass beide Seiten im Verfahren je nach Urteil in die nächste Instanz gehen könnten. Als Klagevertreter des BUND sagte Peter Rottner gegenüber B24: …“ es sind eine Menge grundsätzlicher Rechtsfragen zu klären, so das, wie immer es ausgehen wird, auch die nächste Instanz gefragt werden wird.“ Es geht um die Frage, ob Deutschland und Bayern ein Signal gegen die wachsenden Risiken der Verbreitung von atomwaffenfähigem Material unter dem Mantel der Forschung sendet – oder nicht.

„Der Reaktor sei seit 2011 „genehmigungslos“, sagte der Anwalt des BN, Ulrich Wollenteit“ schreibt Sabine Dobel von der dpa von der Verhandlung. (Hier bei Süddeutsche online) Daher sei die Genehmigungsbehörde in Bayern zum Einschreiten verpflichtet. Laut Dobel erklärte die aber lapidar, dass die Genehmigungsgrundlage lediglich eine „politische Absichtserklärung“ wäre. „Vielleicht habe man geglaubt, eine Umstellung samt Genehmigungsverfahren in dieser Frist bewerkstelligen zu können. Das habe sich aber nicht bewahrheitet.“

Der Einsatz von atomwaffenfähigem Uran in einen Forschungsreaktor ist weltweit ein enormes Risiko, öffnet es Tür und Tor auch für andere Staaten, in ihren Forschungsreaktoren hochangereichertes Waffen-Uran zu verwenden. Genau daher hatten sich die USA um die Jahrtausend-Wende bei der Planung und Genehmigung des Reaktors in Garching dafür eingesetzt, „friedliches“ Uran zu verwenden. Weil Bayern, Deutschland und TU München aber an ihren Plänen festhielten, verweigerten die USA die Lieferung des Uranbrennstoffs. Kein Problem, so die Verantwortlichen: Kurzerhand wurde das benötigte Uran einfach in Russland eingekauft.

In Frankreich werden nun seit rund 20 Jahren Brennelemente für den Forschungsreaktor in Garching hergestellt und ausgeliefert. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen, wie Atomfreunde im Iran, in Pakistan, in Saudi Arabien und vielen anderen Staaten argumentieren, wenn ausgerechnet in Deutschland ein solcher Forschungsreaktor mit Atomwaffen-Material betrieben wird. Eine Steilvorlage in Sachen Proliferation oder Verbreitung von „Dual-Use“-Produkten die sehr leicht für militärische Möglichkeiten missbraucht werden könnten. Wie schnell das mit der gefährlichen Atomenergie gehen kann, zeigt sich auch im Krieg Russlands gegen die Ukraine: Im Kriegsgebiet wird unmittelbar um Europas größten Atomkomplex mit sechs Reaktoren und großen Mengen hochradioaktivem Atommüll im Saporischja mit Raketen gekämpft. Tschernobyl ist vom russischen Militär angegriffen worden.

Auch Wolfgang Liebert aus Wien von der Universität für Bodenkunde, Experte insbesondere in Fragen der zivil-militärischen Atomenergie, war als Sachbeistand für den BUND vor Ort in München. Laut verschiedenen Berichten und dpa machte er auch klar, dass die Umstellung in München zumindest auf die zunächst gefordert Anreicherung unter 50 Prozent Uran235 „längst – und auch schon 2010 – möglich gewesen“ wäre. „Experten hätten seinerzeit gewarnt, dass Deutschland mit dem Betrieb des Reaktors der eigenen Nicht-Verbreitungspolitik entgegenlaufe.“

Wollenteit sprach demnach von einem Reaktor „ausgestattet mit einem Brennstoff, der aus Russland stamme. Der „deutsche Alleingang“, einen Forschungsreaktor mit hochangereichertem Uran zu betreiben, habe seinerzeit „international allerhöchstes Unverständnis hervorgerufen“. Und dpa schreibt: „„Dass man etwas tun muss, ist klar“, sagte die Vorsitzende Richterin. Die Frage sei nur, wann und unter welchen Bedingungen dies möglich sei. Es sei klar gewesen, dass ein neuer Brennstoff nicht „vor der Tür stand“. Aus Sicht des Gerichts „spricht vieles dafür, dass diese Frist in der Auflage nicht das Gelbe vom Ei“ gewesen sei, sagte Zimmerer mit Blick auf die in der Betriebsgenehmigung genannte Umrüstungsfrist Ende 2010.“

Der BN, die IPPNW und Grüne Abgeordnete aus dem Landtag in Bayern hatte vor dem mündlichen Termin die Stilllegung des Reaktors bis zu einer Umrüstung gefordert. Die TU ist derzeit dabei, in Zusammenarbeit mit dem französischen Atomkonzern Framatome einen neuen Brennstoff zu entwickeln, der unterhalb der Atomwaffenschwelle liegen soll. Ob die derzeit laufende Entwicklung erfolgreich sein wird, muss sich noch in weiteren Forschungsarbeiten bestätigen. Dazu sind unter anderem Strahlungsexperimente in einem belgischen Forschungsreaktor vorgesehen. Selbst wenn begleitend zu den Forschungs- und Entwicklungsarbeiten in Genehmigungsverfahren für den Einsatz dieser neuartigen Brennstoffe für Garching auf den Weg gebracht wird: Erst nach den 2030er Jahren dürfte ein solches neues Brennelement erstmals zum Einsatz kommen. Verzögerungen sind, so ist das bei der Atomenergie, mehr als wahrscheinlich.

Und zu den Kosten dieser Aktivitäten und welche weiteren Impulse diese Forschungen für andere Technologie haben werden, ist noch gar nicht ausgeleuchtet worden. Möglicherweise tragen die Arbeiten in München-Garching zu einer neuen Generation von Uran-Brennstoffen bei, die in ihren Risiken bislang extrem unterschätzt worden sind? Davor warnen jedenfalls eine Zahl von kritischen Wissenschaftler:innen in den USA. In einem in der Science veröffentlichen Artikel warnen sie vor ähnlichen Risiken mit Uran-Anreicherungen bis zu 20 Prozent.

Und tatsächlich richtet sich die Uranwirtschaft grad neu aus und will das Geschäft mit der Herstellung neuartiger Brennstoffe weiter entwickeln. Genannt werden diese vermeintlich wunderbaren und pflegeleichten neuen SMR-Reaktoren, die es zwar noch nicht gibt, die aber wunderbar sein werden. Believe me! Egal: Die Uranunternehmen planen Expansion und neue Produkte: Darüber hatte umweltFAIRaendern hier berichtet: Zivile Nuklear-Aufrüstung: Anreicherung von Uran wird ausgebaut und deutlich erhöht – Stichwort HALEU

Bei Science ist der Inhalt des Artikels beschrieben mit:

„Abstract

Preventing the proliferation of nuclear weapons has been a major thrust of international policymaking for more than 70 years. Now, an explosion of interest in a nuclear reactor fuel called high-assay low-enriched uranium (HALEU), spurred by billions of dollars in US government funding, threatens to undermine that system of control. HALEU contains between 10 and 20% of the isotope uranium-235. At 20% 235U and above, the isotopic mixture is called highly enriched uranium (HEU) and is internationally recognized as being directly usable in nuclear weapons. However, the practical limit for weapons lies below the 20% HALEU-HEU threshold. Governments and others promoting the use of HALEU have not carefully considered the potential proliferation and terrorism risks that the wide adoption of this fuel creates.“

Kriegsfibel re:loaded – Neues Glas …

https://yt.artemislena.eu/watch?v=SFY42lYzdQI

Das gehört dazu:

Felix Meyer

Geteilt March 17, 2023

Neue vertonte Fotoepigramme zum Krieg. Eine performative Annäherung. Idee & künstlerische Leitung: Marie-Luise Gunst Inspiriert von Bertolt Brecht & Hanns Eisler! Von und mit Marie-Luise Gunst Johannes Feige Felix Meyer Jörg Mischke Besonderen Dank an Marlene Donschen für ihre Mitwirkung Kamera & Schnitt: Timm Markgraf zusätzliche Kamera: Finn Jordan Richter Ton & Mix: Lukas Marx Aufgenommen im theater hof/19 Oldenburg Technische Leitung vor Ort: Henrik Rehn Assistenz: Klaas Hillmann Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen von NEUSTART KULTUR

Atomforschungsreaktor Garching: WISSENSCHAFT MIT BOMBENSTOFF (aus der MUH 52)

Seit nunmehr 20 Jahren ist der Atomforschungsreaktor Garching für die Technische Universität München im Einsatz. Als Brennstoff wird in dem Reaktor auf über 90 Prozent angereichertes Uran eingesetzt, welches damit grundsätzlich atomwaffenfähig ist. Wegen der enormen Risiken hat es massive Proteste gegen den Einsatz dieses Brennstoffes gegeben, vor allem aus den USA. Jetzt wird vom BUND Bayern gegen den weiteren Betrieb geklagt. Karl Amannsberger hat in der „MUH 52 – Bayerische Hefte“ einen hochinformativen Artikel über den Atomforschungsreaktor Garching veröffentlicht. UmweltFAIRaendern dokumentiert diesen Text jetzt als PDF.

 

 

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