Neue Reaktorsicherheit mit Schwerpunkt nuklearer Anti-Terrorschutz und: TÜV-Nord-Seminar zur Atomanlagen-Sicherung

Die grüne Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat ihr nukleares Beratungsgremium neu berufen. Die Reaktorsicherheitskommission hat eine neue Spitze erhalten. Darüber informiert das BMU in einer PM. Da in der Bundesrepublik nicht mehr so viel Reaktor-Sicherheit während des Betriebs gefordert wird, – nur noch drei Reaktoren sind bis Ende des Jahres in Betrieb – rückt der Anti-Terrorschutz immer stärker in den Focus. Bei den Behörden wird in diesem Zusammenhang lieber von Sicherungsmaßnahmen gesprochen. Außerdem wird das in Rechts- und sonstigen Expertenkreisen als „Störungen und sonstige Einwirkungen Dritter“ (SEWD) bezeichnet. Der TÜV Norddeutschland veranstaltet dazu seit vielen Jahren auch ein Symposium Anlagensicherung. Die nächste Veranstaltung für ausgesuchte und sicherheitsüberprüfte Experten findet im Oktober 2022 in Hamburg statt.

Die TÜV Nord Seminare bzw. die Teilnahme an ihnen erfordert: „Die Inhalte der Vorträge und Diskussionen auf dem Symposium Anlagensicherung unterliegen dem Geheimschutz. Für die Teilnahme an diesem Symposium ist der Umgang mit Informationen des Geheimhaltungsgrades VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH mit der Anmeldung nach zuweisen. (Anlage 04 VS-NfD-Merkblatt) Merkblatt über die Behandlung von Verschlusssachen des Geheimhaltungsgrades „VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH“ (Anlage 4 des Handbuches für den Geheimschutz in der Wirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie) Link: https://bmwi-sicherheitsforum.de/handbuch/anlagen/“

Dokumentation PM BMU zur RSK : 22.02.2022: Vorsitzende der Reaktor-Sicherheitskommission neu berufen

Steffi Lemke hat Richard Donderer zum neuen Vorsitzenden der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) bestellt. Die RSK berät das BMUV in Fragen der Sicherheit und der Sicherung von kerntechnischen Anlagen.

Bundesumwelt- und -verbraucherschutzministerin Steffi Lemke hat Herrn Richard Donderer zum neuen Vorsitzenden der Reaktor-Sicherheitskommission (RSK) bestellt. Als neue Stellvertreter wurden Herr Dr. Christoph Pistner und Herr Dr. Thomas Riekert berufen. Die Ministerin sprach den Expertinnen und Experten der RSK ihren Dank für die bisher geleistete Arbeit und ihr zukünftiges Engagement aus.

Richard Donderer vom Physikerbüro Bremen war bislang Stellvertreter des mit Ende letzten Jahres ausgeschiedenen RSK-Vorsitzenden Herrn Rudolf Wieland. Der neue Vorsitzende sowie seine beiden Stellvertreter Dr. Christoph Pistner vom Öko-Institut und Dr. Thomas Riekert von TÜV NORD EnSys sind langjährige Mitglieder der RSK und haben ausgewiesene breite Kompetenzen auf dem Gebiet der nuklearen Sicherheit.

Die RSK besteht für das Jahr 2022 aus derzeit 12 Mitgliedern, die ehrenamtlich tätig sind. Sie werden durch das BMUV berufen, sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden.

Die RSK berät das BMUV in Fragen der Sicherheit und damit verbundenen Fragen der Sicherung (Schutz vor Diebstahl von Nuklearmaterial, Sabotage und Terrorangriffen) von kerntechnischen Anlagen. Auch vor dem Hintergrund, dass spätestens Ende dieses Jahres die letzten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden, ist das BMUV weiterhin auf eine kritische Beratung durch die RSK zu Fragen der nuklearen Sicherheit angewiesen. Eine der Aufgaben bis Ende dieses Jahres ist es, die zukünftige Struktur und Arbeitsweise der Reaktor-Sicherheitskommission nach dem deutschen Atomausstieg festzulegen.

UND

TÜV Norddeutschland: Seminar-Nr.: 30407201 – Symposium Anlagensicherung

Mit dem Symposium Anlagensicherung trägt TÜV NORD zur Weiterentwicklung des hohen Niveaus der Anlagensicherung der kerntechnischen Einrichtungen in Deutschland bei. Ausgehend von den erfolgreichen Veranstaltungen in den letzten Jahren haben wir das Themenspektrum erweitert. Aufgrund des großen Interesses an der Veranstaltung sind wir erneut an einem Veranstaltungsort im Herzen Hamburgs. Für das Symposium 2022 haben wir wieder praxisrelevante Themen für Sie zusammengestellt. Nutzen Sie die Gelegenheit, sich während unseres zweitägigen Symposiums vom 11. – 12. Oktober 2022 über aktuelle Entwicklungen zu informieren, sich mit Branchenkollegen, Behördenvertretern sowie den TÜV NORD-Sachverständigen auszutauschen, bestehende Kontakte zu pflegen und neue Kontakte zu knüpfen. Freuen Sie sich auch auf eine tolle Abendveranstaltung. Am Ende der Veranstaltung erhalten Sie eine Teilnahmebescheinigung als Nachweis Ihrer persönlichen Qualifikation.

Inhalt

Programmablauf 11.10.2022

12.30 Uhr Imbiss & Registration im Foyer

TÜV NORD Akademie

13.30 Uhr Begrüßung und Einleitung in das Thema

Dr. Jörg Aign, TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG

Block 1:

„Neues vom SEWD-Regelwerk“

Moderation: Holger Lucassen, MELUND

13.45 Uhr Die neue Regelung der nuklearen Sicherung

Dr. Edgar Mergel, BMU

14.15 Uhr Die Atomgesetznovelle zur Anlagensicherung – Aktueller Überblick und Rechtsfragen

Prof. Dr. Tobias Leidinger, Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH

14.45 Uhr Radikalisierung im digitalem Zeitalter

Prof. Dr. Stefan Harrendorf, Uni Greifswald

15.15 Uhr Gefahrenlagen sicher managen – Anonyme Drohbriefe und Erpresserschreiben

Leo Martin und Patrick Rottler, Institut für forensische Textanalyse

15.45 Uhr Kaffeepause im Foyer

Block 2:

„IT-Security“

Moderation: Holger Lucassen, MELUND

16.15 Uhr WLN 2021/01 „IT-Angriffe auf kritische Infrastrukturen im Zusammenhang mit der Schadsoftware Triton/TriSIS“

Dr. Claudia Quester, GRS

16.45 Uhr Von der zentralen Netzleittechnik bis zur Schaltanlage: Ein ganzheitliches System zur Angriffserkennung in Zeiten zunehmender Digitalisierung

Richard Stüber, Rhebo GmbH

17.15 Uhr Passwörter, Zwei-Faktor-Authentisierung und Biometrie: Sicherheit vs. Komfort!

Prof. Dr. Rainer W. Gerling

17.45 Uhr – 18.00 Uhr Diskussionsrunde und Zusammenfassung des Tages

19.00 Uhr – 22.30 Uhr Abendveranstaltung

Programmablauf 12.10.2022

Block 3:

„Schutzkonzepte“

Moderation: Dr. Thomas Riekert, TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG

9.00 Uhr SEWD-RL sonstige radioaktive Stoffe in kerntechnischen Anlagen – SisoraK

Benjamin Brück, BMU

9.30 Uhr Auswirkungen der SEWD-Richtlinie SisoraK auf Kernkraftwerke im Rückbau

Dr. Heinrich Harke, PreussenElektra GmbH

10.00 Uhr Übersicht über das Anlagensicherungskonzept des Zwischenlagers für sonstige radioaktive Stoffe am Standort Philippsburg

Dr. Thomas Keuter, BGZ

10.30 Uhr Security Performance Measurement

Dr. Jürgen W. O. Harrer

11.00 Uhr Kaffeepause im Foyer

Block 4:

„Innovative Schutzmaßnahmen“

Moderation: Dr. Thomas Riekert, TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG

11.30 Uhr Flexible Sensorlösungen für smarte Objektsicherung

Mathias Bischoff, SICK Vertriebs-GmbH

12.00 Uhr KI in der Bildauswertung

angefragt

12.30 Uhr Drohnen als Herausforderung für den Perimeterschutz und die Informationssicherheit

Kurt Bratz und Kristin Klinner, Bosch Sicherheitssysteme GmbH,

13.00 Uhr Abschlussdiskussion und Schlussrede

Dr. Thomas Riekert, TÜV NORD EnSys GmbH & Co. KG

13.15 Uhr Gemeinsames Mittagessen im Foyer

Ca. 14.15 Uhr Ende der Veranstaltung

Zielgruppe

Das Symposium richtet sich an Fach- und Führungskräfte, die als verantwortliches Personal für die Sicherung kerntechnischer und strahlenschutzrelevanter Anlagen tätig sind sowie an Mitarbeiter von Genehmigungs- und Aufsichtsbehörden, Sachverständige, Hersteller von Sicherungstechnik und interessierte Personen aus diesem Kreis. Die Inhalte der Vorträge und Diskussionen auf dem Symposium Anlagensicherung unterliegen dem Geheimschutz. Für die Teilnahme an diesem Symposium ist der Umgang mit Informationen des Geheimhaltungsgrades VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH mit der Anmeldung nach zuweisen. (Anlage 04 VS-NfD-Merkblatt) Merkblatt über die Behandlung von Verschlusssachen des Geheimhaltungsgrades „VS – NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH“ (Anlage 4 des Handbuches für den Geheimschutz in der Wirtschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie) Link: https://bmwi-sicherheitsforum.de/handbuch/anlagen/

Abschluss

Teilnahmebescheinigung der TÜV NORD Akademie

Hinweise

Behördenvertreter erhalten einen Rabatt von 50 % auf die Teilnahmegebühr. Auf Grund der derzeitigen COVID-19 Pandemie behalten wir uns vor, eine zusätzliche Hygienepauschale von 50,00 € netto zu erheben, sofern die Veranstaltung nur unter eingeschränkten Bedingungen stattfinden kann. Die Hygienepauschale wird auf der Rechnung ausgewiesen sein.

Teilnahmegebühr

Präsenz-Veranstaltung

797,30 € (inkl. USt)
670,00 € (zzgl. USt)

Preis pro Person
inkl. Seminarunterlagen und Verpflegung

Uran-Connection: Französisch-russischer Atomdeal in Lingen? Habecks Ministerium schweigt

Das von den grünen geführte Bundeswirtschaftsministerium schweigt sich weiterhin darüber aus, wie es um den angestrebten Deal einer französischen-russischen Uran-Brennstoff-Connection steht. Nach bisher vorliegenden Informationen soll die TVEL, eine Tochter des russischen Atomkonzerns Rosatom, sich mit 25 Prozent an den Aktivitäten der französischen Framatome in Deutschland beteiligen. Dazu gehört auch die seit Jahren wirtschaftlich angeschlagene Uranfabrik in Lingen. Die Anlage stellt Brennelemente für Atomkraftwerke in aller Welt her und ist bislang – wie auch die Uranfabrik in Gronau – vom Atomausstieg ausgenommen. Anti-Atom-Initiativen warnen vor einem solchen Uran-Deal, weil damit der angestrebte Ausstieg auch aus diesen Anlagen schwieriger werden dürfte. Die Grünen (und Linken) hatten im Bundestag immer wieder die Stilllegung beantragt. Nun könnte das grüne Umweltministerium mit Unterstützung des grünen Wirtschaftsministeriums beim Ausstieg konkret werden. (Foto: Standort Uranfabrik in Lingen, neulich Areva – jetzt Framatome.)

Die folgenden Fragen gingen per Mail und per Datum 22022022 an die Pressestelle des Bundeswirtschaftsministerium raus:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

im Rahmen einer Recherche möchte ich sie bitten, mir möglichst zeitnah zu dem folgenden Sachverhalt Informationen zukommen zu lassen:

Die beiden Unternehmen Framatome und die zur Rosatom gehörende TVEL wollen auch in Deutschland ihre Zusammenarbeit vertiefen. Laut einer älteren Spiegel-Nachricht geht es um eine Beteiligung im Bereich von 25 Prozent. Eine solche Kooperation würde auch die Brennelementefertigung der ANF am Standort Lingen umfassen. Dort werden bekanntlich Uran-Brennstoffe für den Betrieb von AKWs in aller Welt – insbesondere auch im grenznahen Bereich hergestellt. Der Betrieb der Anlage ist bislang vom Atomausstieg ausgenommen, die Betriebsgenehmigung unbefristet.

Nach meinen Informationen steht eine Entscheidung ihres Hauses bzw. der Bundesregierung noch aus, ob diese Kooperation in der Bundesrepublik zulässig ist.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Informationen über den aktuellen Stand und den Umfang dieser Kooperation Informationen zukommen lassen und insbesondere Auskunft geben könnten, bis wann die Bundesregierung bzw. ihr Haus eine Entscheidung treffen wird bzw. aufgrund eventueller rechtlicher Vorgaben (welcher?) treffen muss bzw. mir mitzuteilen, ob und in welcher Weise und mit welchen Gründen eine Entscheidung in dieser Sache bereits getroffen wurde. Vielleicht können Sie auch Angaben machen, welche Kriterien für eine solche Prüfung und Entscheidung überhaupt herangezogen werden können bzw. müssen.

Ungeachtet des Atomausstiegs in der Deutschland, der ja möglicherweise auch noch die Stilllegung der Uranfabriken in Gronau und Lingen zum Ziel haben wird: Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Ukraine drängt sich natürlich die Frage umso mehr auf, ob eine verstärkte Zusammenarbeit eines französischen Unternehmens auf deutschem Boden mit einem zu Rosatom gehörenden Unternehmen im Bereich nuklearer Kernbrennstoffe vertretbar ist. Wenn Sie dazu etwas sagen könnten, wäre ich Ihnen dankbar. Möglicherweise gehört dieser Vorgang aber auch auf die Liste, der Sanktionen, die im Zusammenhang mit der Ukraine-Krise gegen Russland verhängt werden?“

Die Antwort aus dem Ministerium kam prombt: …. „vielen Dank für Ihre Anfrage. Dazu teile ich Ihnen namens des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz dieses mit: Das BMWK äußert sich aus Gründen des Datenschutzes nicht zu einzelnen Investitionsprüfverfahren, auch nicht dazu, ob eines eröffnet wurde. Hier können Sie Informationen über Investitionsprüfungen im Allgemeinen erhalten. Zu Fragen der Fertigung von Brennelementen und der Urananreicherung wenden Sie sich bitte an das dafür zuständige Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz.“

 

Nukleare Gefahren: Uran-Connection Gronau, Lingen, Garching – Atomdeal im Abschaltjahr – Militärischer Missbrauch

Gemeinsam mit Angela Wolff in der jungewelt.de in einem Schwerpunkt am 19. Februar 2022 über die Notwendigkeiten und Aufgaben beim Atomausstieg. Nach der Abschaltung des Atomstroms braucht es nun noch die Abschaltung der Uranwirtschaft und der Forschung mit atomwaffenfähigem Uran – in Gronau, in Lingen, in Garching – und in Büchel. Und, warum die Grünen in ihrer neuen Aufgabe in der Bundesregierung zu liefern haben. Für den Atomausstieg in Deutschland, gegen jede nukleare Teilhabe, für ein Signal zur nuklearen Abrüstung in Europa und überall.

Schwerpunkt Junge Welt am 19.02.2022

  • Energieversorgung: Atomdeal im Abschaltjahr! Die Grünen wollten die Lücke im Atomausstieg schließen. Statt dessen könnte mit Habecks Zustimmung Russland hierzulande ins Atomgeschäft einsteigen. Von Angela Wolff
  • Militärischer Missbrauch: Nukleare Gefahr, Technische Universität München betreibt in Garching Forschungsreaktor mit atomwaffentauglichem Uran. Von Dirk Seifert

Aus meinem Artikel vom 19.02.2022, Seite 3 / Schwerpunkt zum „Militärischer Missbrauch: Nukleare Gefahr – Technische Universität München betreibt in Garching Forschungsreaktor mit atomwaffentauglichem Uran Von Dirk Seifert“

Nach Störfällen und weiteren Problemen wird der Atomforschungsreaktor in Garching weiterhin abgeschaltet bleiben: „»Sicher ist, dass wir im ersten Halbjahr 2022 nicht anfahren werden«, teilte eine Sprecherin der TU auf jW-Anfrage mit. Kein Problem ist demnach das fast volle Lagerbecken mit hochradioaktiven Brennelementen. »Da wir noch Platz in unserem Abklingbecken haben (47 von 50 Positionen belegt), ist ein Wiederanfahren auch ohne Abtransporte möglich und geplant.« Eigentlich sollten erste Abtransporte in das Zwischenlager nach Ahaus in NRW längst erfolgt sein. Doch immer wieder kam es zu Verzögerungen. Erst verspätete sich die Genehmigung für den erforderlichen Transport- und Lagerbehälter MTR3. Dann wurden die sogenannten Terrorschutzanforderungen erhöht.“
 
In der jungen welt ist ausserdem zu lesen: „Noch ist der Genehmigungsantrag für die Einlagerung in Ahaus nicht vollständig, teilte das zuständige Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) dieser Zeitung mit. Der Ahaus-Betreiber, die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ), gibt sich aber optimistisch: »Aufgrund geänderter Anforderungen beim Schutz des Zwischenlagers gegen Angriffe von außen (der sogenannte Schutz gegen Störmaßnahmen und sonstige Einwirkungen Dritter, SEWD) sind nur noch Unterlagen zur IT-Sicherheit vorzulegen«, heißt es gegenüber jW. Das solle »zeitnah« erfolgen. Außerdem ist die Genehmigung für maximal »zwei Transporte mit je einem Behälter mit fünf Brennelementen« noch nicht erteilt. Wie eine Sprecherin des Bundesamts BASE mitteilte, sollen Schwerlasttransporter zum Einsatz kommen, die »zur Erfüllung der Anforderungen zum Schutz gegen ›Störmaßnahmen oder sonstige Einwirkungen Dritter‹ (SEWD) speziell ausgestattet sind.« Das Gesamtgewicht eines unbeladenen Fahrzeugs liege bei etwa 40 Tonnen. »Weitere Angaben zur konkreten sicherungstechnischen Ausstattung des Beförderungsmittels unterliegen zwecks Gewährleistung eines effektiven Schutzes gegen SEWD der Geheimhaltung.«“
Das Uran, welches in Garching eingesetzt wird, stammt zum einem erheblichen Teil aus Russland. In Frankreich wird es zu den speziellen Brennelementen verarbeitet, die in München gebraucht werden. 

Atommülllager ASSE: BUND zur Zwischenlager-Frage

In der heftig debattierten Frage, wie und wo der Standort für das benötigte Zwischenlager zur Rückholung der Atomabfälle aus der ASSE gefunden werden kann, hat jetzt die „BUND Atom- und Strahlenkommission“ (BASK) eine Stellungnahme vorgelegt. Das aus kritischen Wissenschaftler:innen zusammengesetzte Gremium berät den Bundesvorstand des BUND in Fragen der Sicherheit der Atomenergienutzung und des Strahlenschutzes. In der ASSE 2 lagert leicht- und mittelradioaktiver Atommüll. Der Salzstock ist einsturzgefährdet, außerdem droht ein unkontrollierter Wassereinbruch. Deshalb wurde vom Bundestag die Rückholung per Gesetz beschlossen. Heftiger Streit ist in der Region um die notwendigen oberirdischen Anlagen entbrannt, die bei der Rückholung benötigt werden. Einerseits eine Anlage, in der die geborgenen Abfälle neu sortiert und verpackt werden können. Andererseits braucht es ein Zwischenlager für diese Abfälle.

Streit ist in der Region ausgebrochen, nachdem die zuständige Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Zustimmung des BMU für die erforderlichen oberirdischen Anlagen einen Standort direkt an der ASSE festgelegt hatte. Viele Aktive und Vertreter:innen kritisierten, dass dabei ein vereinbarter Vergleich einer standortnahen mit einer standortfernen Lösung nicht ausreichend entsprechend vereinbarter Kriterien durchgeführt worden sein. Auch Abgeordnete aus Bundes- und Landtag ebenso wie das in Niedersachsen zuständige Umweltministerium hatten Kritik. Als Kompromiss sollte ein „Beleuchtungsverfahren“ mit entsprechenden Experten besetzt, noch einmal überprüfen, ob das Vorgehen der BGE korrekt war.

Zu diesem Bericht nimmt die BUND-Kommission jetzt Stellung und kommt in einigen Punkten zu anderen Bewertungen. Dabei verweist die Kommission auch auf eine frühere Stellungnahme, die ebenfalls beim BUND online zu finden ist: Positionspapier zum Umgang mit den Abfällen in der Asse II (April 2020)

Wachsender Streit und ferne Standorte

Rund um die ASSE wachsen Stimmen, die sich gegen die oberirdischen Anlagen direkt am Atommülllager aussprechen und weiter entfernte Orte für die Konditionierung und die Zwischenlagerung fordern. Angesichts der Risiken, die mit dem Transport von Atommüll verbunden sind und auch, weil ein Standort nicht gegen andere Standorte/Bürger:innen gestellt werden kann (niemand will den Atommüll in seiner Nachbarschaft), haben Anti Atom Gruppen seit vielen Jahren ein Prinzip entwickelt: Nicht rein – Nichts raus.

An den meisten Atommeilern in der Bundesrepublik entstehen neue Zwischenlager für Atommüll bzw. werden errichtet. Örtliche Gruppen fordern dabei zwar höchste Sicherheitsstandards, aber kommen meist nicht auf die Idee, diesen Atommüll anderen vor die Tür stellen zu wollen.

Rund um die ASSE aber entwickelt sich inzwischen immer mehr eine Haltung, die von Not in my Backyard immer schwerer zu unterscheiden ist. Behörden und Betreiber machen zwar Fehler bzw. gehen immer wieder ignorant oder leichtfertig mit Verabredungen und der eingerichteten Bürger:innenbeteiligung um, die zurecht kritisiert werden müssen und die Misstrauen immer wieder neu begründen. Dass aber kann nicht rechtfertigen, den zu bergenden Atommüll anderen in den Vorgarten zu stellen.

Die Rückholung der ASSE-Abfälle war und ist bis heute trotz bundesgesetzlicher Grundlage nicht unumstritten. Auch weil Kosten von weit über fünf Milliarden Euro mit dem weltweit einzigartigen Projekt verbunden sind. Nicht nur in Behörden oder Kommissionen, sondern auch in den Gremien rund um den Begleitprozeß – und auch am sogenannten Beleuchtungsprozeß – sind inzwischen Stimmen stärker vertreten, die seinerzeit gegen die Rückholung plädiert hatten.

Der Wahnsinn der Atomenergie mit seiner ungelösten Atommüllentsorgung ist ein Dilemma – für das es am Ende keine gute Lösung geben kann (Schon deshalb darf es keinen neuen Atomstrom mehr geben). Daher sind Konflikte unter allen Umständen normal und berechtigt. Aber es muss dennoch Regeln für den Umgang geben. Nichts rein – nichts raus so eine Regel.

Atomausstieg und Strahlenschutz – Nachruf Wolfgang Köhnlein (1933-2021)

Bereits am 22. Juli 2021 verstarb der frühere Präsident und langjähriges Mitglied der Gesellschaft für  Strahlenschutz  e.V., Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein (Münster). Er gehörte zu den wenigen etablierten Hochschullehrern, die sich vor dem Atomausstieg in Forschung und Lehre gegen die Nutzung der Atomenergie verwendeten und gegen die öffentliche Verharmlosung von Strahlenschäden. 2009 erhielt er das Bundesverdienstkreuz. Der Physiker und Strahlenbiologe Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein (Münster) hat sich über sein akademisches Amt hinaus in vielfacher Weise gesellschaftspolitisch engagiert und unter anderem den BUND in Fragen der Auswirkung von Atomkriegen und zu den gesundheitlichen Folgen der sog. „friedlichen“ Verwendung der Atomenergie beraten. Der Vorsitzende Hubert Weinzierl berief ihn 1987 in die neu gegründete BUND-Strahlenkommission, weil nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl ein Expertengremium notwendig erschien, das den offiziellen Verharmlosungen der Folgen entgegentreten sollte. Köhnlein verstarb an den Folgen einer Erkrankung im Alter von 89 Jahren.

Dokumenatioan: Kritische Wissenschaft im Atomzeitalter:

Nachruf für Wolfgang Köhnlein (1933-2021)

von Inge Schmitz-Feuerhake und Horst Kuni Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. / Nov. 2021

Am 22. Juli 2021 verstarb unser langjähriges Mitglied und früherer Präsident (1995-1999) der Gesellschaft für Strahlenschutz e.V. (GSS) Prof. Dr. rer. nat. Wolfgang Köhnlein. Er gehörte zu den wenigen etablierten Hoch- schullehrern in Deutschland, die sich lange vor dem Atomausstieg in Forschung und Lehre gegen die Nutzung der Atomenergie verwendeten und gegen die öffentliche Verharmlosung von Strahlenschäden wie u.a. durch die Medizindiagnostik.

Im Nachruf der Universität Münster wird hervorgehoben, dass er 2009 für sein jahrzehntelanges Engagement im Umweltschutz durch das Bundesverdienstkreuz geehrt wurde. Dazu gehörte seine Beteiligung an einer münster- ländischen Windkraftanlage.

Auch wird berichtet, dass er 1999 zum Mitglied und stellv. Vorsitzenden der deutschen Strah- lenschutzkommission SSK berufen wurde sowie 2000 als deutscher Vertreter in das internati- onale Strahlenkomitee der Vereinten Nationen UNSCEAR.

Wolfgang Köhnlein wurde 1933 in Lauerbach (Odenwald) geboren und studierte Physik an der Universität Heidelberg. Seine Doktorarbeit machte er am 1956 gegründeten Kernfor- schungszentrum Karlsruhe. Zu diesem gehörte ein neues Institut für Strahlenbiologie, dessen Direktor, der Physiker Karl Günther Zimmer parallel dazu eine ordentliche Professur für Strahlenbiologie an der Universität Heidelberg bekleidete. Zimmer wollte die strahlengeneti- sche Forschung fortsetzen, die vor dem 2. Weltkrieg am damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin-Buch betrieben und methodisch berühmt geworden war. Sein Doktorand Köhnlein pro- movierte 1962 an der Universität Heidelberg mit einer Arbeit über Primärwirkungen von ioni- sierender Strahlung (Bildung von Radikalen) auf lebende Materie an Hand von Bakteriopha- gen und ihrer Bestände an spezifischen Nukleinsäurebasen.

1964 erhielt er ein zweijähriges Forschungsstipendium des U.S.-amerikanischen National In- stitute of Health, das er an der Yale-Universität in New Haven, Connecticut, verbrachte. Zu- rück in Deutschland wurde er 1967 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Institut für Strahlenbio- logie der Universität Münster, angesiedelt in der medizinischen Fakultät, wo er sich 1972 für das Fach Strahlenbiologie und Biophysik habilitierte. 1975 wurde er dort zum Wissenschaftli- chen Rat und Professor für Strahlenbiologie und Biophysik ernannt.

Damit war der Höhepunkt seiner Karriere erreicht, denn nach dem Supergau im Atomkraft- werk Three Mile Island 1979, angesichts der offiziellen Vertuschungen der Umweltkontami- nationen und der Strahlenfolgen sowie der Verfolgung der wissenschaftlichen und juristischen Vertreter der Opfer, entwickelte und outete er sich als Atomenergiegegner. Zeitgemäß geriet er auf die Abschussliste der Atomlobby und sah sich hinfort auch den Schmähungen der Mainstreamwissenschaft ausgesetzt. 1994 wurde er noch zum Geschäftsführender Direktor des Instituts für Strahlenbiologie in Münster gewählt. Dieses Amt versah er im Bewusstsein, dass die Tage des Instituts gezählt sein würden, denn europaweit verschwanden solche unab- hängigen Forschungseinrichtungen, weil die Anwender ionisierender Strahlung in der Medi- zin genügend Kenntnisse über die Nebenwirkungen zu haben glaubten.

Wolfgang Köhnlein war auch in seiner Heimatgemeinde Havixbeck vielfach ehrenamtlich en- gagiert: mit seiner 2008 verstorbenen Frau Liselotte als Presbyter in der evangelischen Ge- meinde und in der Friedensinitiative Havixbeck sowie der Friedensinitiative der Nachbargemeinde Notteln.

Seine Berufung in die SSK, Beraterin des Bundesumweltministers, erfolgte unter der rot-grü- nen Regierung Gerhard Schröder (1998-2005) mit Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne), die den Ausstieg aus der Atomenergie zum Wahlkampfziel erklärt hatten. Dennoch sah Köhnlein seinem neuen Amt mit Enttäuschung und Skepsis entgegen. Er kommentierte dies in einem Schreiben vom 30.09.1999 als Präsident der GSS an die Mitglieder u.a. wie folgt:

. . . . .Wir hofften, daß die Politiker der SPD und der Grünen mit dem Ausstieg aus der Atomtechnolo- gie Ernst machen und sich für eine Verminderung der Kollektiven Strahlenbelastung einsetzen wür- den. Wiederholt haben wir Landes- und Bundespolitikern unsere Bereitschaft signalisiert, ihnen Argu- mente zu liefern und den Ausstieg wissenschaftlich zu begleiten. Wir haben wiederholt darauf hinge- wiesen, daß Wissenschaftler, die in den vergangenen Jahrzehnten für die Weiterentwicklung der Atom- industrie gearbeitet und so beruflich Karriere gemacht haben, wohl schwerlich die geeigneten Berater für einen Ausstieg aus dieser Technologie sein werden- Ähnliches gilt für Mitarbeiter in den Ministe- rien. Doch wir erhielten keine Resonanz. Auch die Vertreter der IPPNW und der Naturwissenschaft- ler-Initiative machten vergleichbare Erfahrungen. Beide Organisationen hatten in der Vergangenheit die Atom- und Rüstungspolitik scharf kritisiert. . . . . . .

Ende des Jahres 1998 hat sich dann endlich etwas auf der politischen Bühne bewegt. Nach langem Zögern und vielen internen Konsultationen und Einsprüchen teilweise auch vom Bundeskanzleramt löste der neue Umweltminister die Strahlenschutzkommission (SSK) und die Reaktorsicherheitskom- mission (RSK) auf. Dies führte zu heftigen Reaktionen einiger Berufsverbände und Interessengruppen. Es dauerte dann weitere drei Monate, bis es zur Berufung einer neuen Kommission kam. Natürlich wurde auch die GSS vom Umweltministerium gebeten, geeignete Vorschläge für eine Neubesetzung der SSK zu unterbreiten. Es wurden viele Gespräche geführt und wir hofften, daß auch mehrere Wis- senschaftler unserer Gesellschaft berücksichtigt würden. Zu unserer großen Überraschung wurde bei der Neubesetzung nicht der notwendige personelle Schnitt gemacht, der jetzt politisch möglich gewe- sen wäre, sondern 10 der alten SSK-Mitglieder wurden wiederberufen. Zu den vier neuen Mitgliedern in diesem 14 köpfigen Gremium gehören außer mir noch Herr Ch. Küppers vom Ökoinstitut in Darm- stadt, Herr Kirchner von der Uni-Bremen und Herr Schumacher vom Physiker Büro in Bremen. Bei der konstituierenden Sitzung der SSK wurde die Epidemiologin Frau Maria Blettner zur Vorsitzenden und ich zu ihrem Stellvertreter bestellt. Außerdem habe ich den Vorsitz im Ausschuß Strahlenrisiko. . .

Der Unfall in der Atomanlage in Tokaimura hat wieder einmal gezeigt, daß die Atomtechnologie men- schenfeindlich ist. Der Kritikalitätsunfall in einem „High Tech“ Land sollte auch uns wieder Mut ma- chen, energisch für die Beendigung dieser Technologie einzutreten. Das Interesse der Medien, die Meinung kritischer, unabhängiger Wissenschaftler zu hören, war an diesem Wochenende sehr bemer- kenswert. So waren mehrere Wissenschaftler der GSS wiederholt in Rundfunk und Fernsehen zu Wort gekommen. Noch am Unglückstag hat MONITOR das Thema aufgegriffen. Wir haben auch am Frei- tag eine Presseerklärung veröffentlicht, deren Wortlaut in der Homepage unserer Gesellschaft nach- zulesen ist.

In dieser Situation stellt sich für mich natürlich die Frage, wie es weitergehen soll. . . .

Auf der im Folgenden einberufenen Mitgliederversammlung der GSS am 20./31. Oktober 1999 wurde die Mitarbeit Köhnleins in der SSK für richtig gehalten, wenngleich er dort der einzige kritische Experte für gesundheitliche Strahlenfolgen sein würde. Eine gleichzeitige Wahrnehmung des Vorsitzes der GSS kam damit natürlich nicht mehr in Frage.

Seine Mitwirkung in der SSK bilanzierte Köhnlein später in Folge der Mehrheitsverhältnisse und mangelnder politischer Unterstützung als ergebnislos. Seinen Posten im Komitee UN- SCEAR ebenfalls, eine im Sinne der International Atomic Energy Agency IAEA arbeitenden Einrichtung, die von den Vereinten Nationen nicht nur zur Kontrolle von Kernwaffenmaterial sondern auch zur Förderung der „friedlichen“ Anwendung von Atomenergie großzügig finan- ziert wird.

Befriedigender und effektiver war trotz der Anfeindungen aber sicherlich sein langjähriges Wirken als Hochschullehrer, bei dem er die Möglichkeiten der Universität in Form von Lehr- veranstaltungen, Examensarbeiten und Forschungsprojekten für seine Aufklärungsbemühun- gen nutzte. Seine diesbezüglichen Themen waren außer Strahlenbiophysik und Strahlenfolgen in Lehr- und Fortbildungsveranstaltungen vornehmlich Forschungen zur biologischen Wir- kung von Neutronen sowie zum Dosiswirkungszusammenhang bei den Krebserkrankungen der japanischen Atombombenüberlebenden und generell im Niederdosisbereich. Letztere Ar- beiten führte er zusammen mit seinem Freund, dem Kernphysiker Rudi H. Nussbaum, em. Prof. der Portland State University (Oregon), durch.

Im Jahr 1988 – 2 Jahre nach der Tschernobylkatastrophe – organisierte er einen internationa- len Kongress an der Universität Münster: „Die Wirkung niedriger Strahlendosen“, der au- ßer von BUND1 und IPPNW2 auch vom Gesundheitsminister seines Bundeslandes NRW ge- sponsert wurde, und dessen Proceedings im Springer-Verlag erschienen. Eine weitere Publi- kation in diesem internationalen Wissenschaftsverlag gelang ihm 1990 mit den Beiträgen zu einem Symposium:“Niedrigstrahlung und Gesundheit. Medizinische, rechtliche und techni- sche Aspekte mit dem Schwerpunkt Radon“, das anlässlich des Auftretens kindlicher Leukä- miefälle in einem ehemaligen Uranabbaugebiet bei Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) abgehalten wurde.

1989 gründete er zusammen mit 4 anderen deutschen Hochschullehrern den wissenschaftli- chen Verein Otto Hug Strahleninstitut e.V. (OHSI) und war seitdem Mitherausgeber der Reihe Berichte des Otto Hug Strahleninstitutes, in der bislang 25 Ausgaben erschienen sind. Er war außerdem Mitglied der Strahlenkommission, die der BUND nach Tschernobyl einbe- rufen hatte, um den internationalen und nationalen offiziellen Verharmlosungen entgegenzu- treten, die sowohl die Strahlenbelastung der betroffenen Bevölkerungen betrafen als auch die medizinischen Folgen. Die genannten externen Aktivitäten setzte er auch nach seiner Pensio- nierung 1998 fort.

Eine Liste seiner sämtlichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen ist über die Website des OHSI abrufbar (www.oh-strahlen.org). Eine Auswahl kritischer Schriften zu den Grundsatz- fragen des Strahlenschutzes sei hier angefügt:

Köhnlein W, Nussbaum RH: Neuere Erkenntnisse über die Gefährlichkeit niedriger Strahlendosen, Strahlentelex Nr. 90-91(1990) 3-11

Köhnlein W 1991, Mutagene und canzerogene Wirkung kleiner Strahlendosen, Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Biophysik, Homburg/Saar

Köhnlein W, Nussbaum RH: Reassessment of radiogenic cancer risk and mutagenesis at low doses of ionizing radiation. Adv Mutagen Res 3 (1991) 53-80

Nussbaum RH, Köhnlein W, Belsey RE: Die neueste Krebsstatistik der Hiroshima-Nagasaki-Über- lebenden. Eine unabhängige Analyse. Med Klinik 86 (1991) 99-108

Nussbaum RH, Köhnlein W: Reduzierte biologische Effektivität bei niedrigen Strahlendosen und kleinen Dosisraten: zwei veraltete Annahmen. In Lengfelder E, Wendhausen H (Hrsg), Neue Bewer- tung des Strahlenrisikos. Ges. f. Strahlenschutz e.V. 1. Int. Konferenz Kiel 1992, S. 197-207; MMV Medizin Verlag GmbH München 1993

Nussbaum RH, Köhnlein W: Inconsistences and open questions regarding low-dose health effects of ionizing radiation. Environ Health Persp 102 (1994) 656-667

 

1 Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V.

2 Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.

 

Köhnlein W, Nussbaum RH: Die Aktivitäten und Empfehlungen der Internationalen Strahlen- schutzkommission (ICRP). In: Die Endlagerung radioaktiver Abfälle, 1995, Hrsg. IPPNW, S. 139-165.

  1. Hirzel Verlag Stuttgart, Leipzig

Nussbaum RH, Köhnlein W: Radiation and childhood cancer. Environ Health Persp 104 (1996) 353-354

Köhnlein W: Brustkrebs – eine vermeidbare Erkrankung? In Schmitz- Feuerhake I, Lengfelder E (Hrsg.), 100 Jahre Röntgen: Medizinische Strahlenbelastung – Bewertung des Risikos. Ges. f. Strah- lenschutz e.V. 2. Int. Konferenz Berlin 1995. S.19-27. Berichte des Otto Hug Strahleninstitutes Nr. 15- 18, 1997

Köhnlein W, Schmitz-Feuerhake I: Abschätzung der Spätschäden durch diagnostisches Röntgen in Deutschland. In Schmitz-Feuerhake I, Lengfelder E (Hrsg), 100 Jahre Röntgen: Medizinische Strah- lenbelastung – Bewertung des Risikos. Ges. f. Strahlenschutz e.V. 2. Int. Konferenz Berlin 1995. S. 78-

  1. Berichte des Otto Hug Strahleninstitutes Nr. 15-18, 1997

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Köhnlein W: Überlegungen zur biologischen Wirkung von Neutronenstrahlung und deren Bewer- tung. Strahlentelex Nr. 602-603 (2012) 10-13

Wolfgang Köhnlein war in allem, wovon er überzeugt war, unnachgiebig, offen und direkt. Auf unsachliche Anfeindungen hat er sich nicht eingelassen. Wer das Glück hatte, Wolfgang näher kennenzulernen, war von einer empathischen Persönlichkeit tief beeindruckt.

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