Landtags-Grüne in Bayern gegen Atomtransporte aus Forschungsreaktor und riskantes Reaktorprojekt an bayerisch-tschechischer Grenze

Gleich gegen zwei laufende Atomprojekte haben sich heute die Grünen im Landtag von Bayern zu Wort gemeldet. „Umrüsten statt Atommülltransporte!“ heißt es mit Blick darauf, dass der  immer noch mit atomwaffenfähigem, also hochangereichertem Uran betriebene Forschungsreaktor seinen Atommüll möglicherweise noch in diesem Jahr per LKW und in Spezialbehältern von München Garching nach Ahaus in NRW transportieren will. Gleichzeitig widersprechen die Grünen im Landtag den Planungen von Tschechien, an der Grenze zu Bayern einen neuartigen Atomreaktor bauen zu wollen. Aus diesem Grund haben die Landtags-Grünen jetzt eine sogenannte Einwendung beim tschechischen Umweltministerium eingereicht. (Foto: FRM II, Das Transportfahrzeug kann einen CASTOR® MTR 3 mit fünf Brennelementen aus dem FRM II transportieren. © Wenzel Schürmann, FRM II / TUM)

  • Die beiden PM sind gleich unten dokumentiert.
  • Auch der BN, BUND Naturschutz in Bayern hat einen Einwendung bzw. Stellungnahme abgegeben. Der offizielle Titel ist: „Stellungnahme des BUND Naturschutz in Bayern e. V. zum Scoping im Rahmen der grenzüberschreitenden Umweltprüfung (UVP) für die Errichtung eines „neuen SMR-Kernkraftwerk am Standort Tušimice“, Tschechische Republik.“ Online finde ich das beim BN aber nicht und die Suchfunktion ist eher eine Strafe. Sagt mir, wenn das irgendwo online ist, per Mail! 

Möglicherweise noch in diesem Jahr zwischen Oktober und Dezember könnten auch dem Forschungsreaktor der TU in München Garching hoch radioaktive Atommülltransporte in gepanzerten Spezialfahrzeugen auf die Reise in das Atommüllzwischenlager nach Ahaus in NRW rollen. Aufgrund der enormen Risiken vermutlich mit einem Großaufgebot der Polizei und von Sicherheitskräften. Der erste Transport solle, so hatte die zuständige Genehmigungsbehörde jüngst erklärt, noch vor der für Ende des Jahres geplanten Wiederinbetriebnahme des Forschungsreaktors erfolgten. Nach Störfällen, Corona und notwendigen umfangreichen Nachrüstungen steht der Reaktor nun seit rund fünf Jahren still. Der BUND Naturschutz in Bayern hatte außerdem vor Gericht Klage erhoben, weil der Reaktor immer noch mit hochangereichertem, atomwaffenfähigen Uran betrieben wird.

Fünf hoch radioaktive Uranbrennelemente passen in einen der Castorbehälter vom Typ MTR 3. In einer Genehmigung, die derzeit zur Prüfung beim Bundesumweltministerium liegt, sollen zunächst zwei Behälter nach Ahaus erlaubt werden. Die Grünen aus dem Landtag in Bayern verweisen auf die enormen Gefahren, die von den Transporten ausgehen. Sie verweisen auf die ungelöste Entsorgung des Atommülls, der lediglich von einer Zwischenvariante zur nächsten transportiert wird, weil es ein Endlager für diese Atomabfälle nicht gibt.

Planungen in Tschechien, an der Grenze zu Bayern ein neues Atomkraftwerk errichten zu wollen, stößt bei den Grünen auf Ablehnung. Im Rahmen einer laufen Öffentlichkeitsbeteiligung zu dem Verfahren in Tschechien haben sie daher eine „Einwendung“ formuliert und der tschechischen Regierung überstellt. Das Verfahren von Tschechien ist maximal unbestimmt, weil neben sehr allgemein gehalten Angaben unklar bleibt, was denn genau tatsächlich an Standort Tusimice gebaut werden soll. Es ist die Rede von bis zu sechs neuen als Small Modular Reactor (SMR) bezeichneten Atomanlagen mit bis zu 1500 MW. Die internationale Beteiligung ist ein vorgeschriebenes Verfahren, nicht nur innerhalb der EU.

UmweltFAIRaendern.de dokumentiert die beiden PM im Anschluss:

Grüne reichen Einwendung gegen riskantes Reaktorprojekt an bayerisch-tschechischer Grenze ein

Die Landtags-Grünen fordern den Stopp des Prüfverfahrens. Grund: Es entspricht nicht internationalen Vereinbarungen. Zudem werfen sie der Bayerischen Staatsregierung politisches Wegsehen vor.

Ein kaum durchschaubares Verfahren mit schwerwiegenden Folgen für Bayern: Die tschechische Regierung plant den Bau neuer Atomreaktoren nahe der bayerischen Grenze – aber trotz erheblicher Risiken für Mensch und Umwelt gibt es nur vage Ankündigungen und ein Verfahren, das zentrale Umwelt- und Sicherheitsfragen unbeantwortet lässt. Aus diesem Grund haben die Landtags-Grünen jetzt eine sogenannte Einwendung beim tschechischen Umweltministerium eingereicht. Sie fordern darin, die gerade begonnene Umweltverträglichkeitsprüfung für bis zu sechs neue SMR-Reaktoren (small modular reactor) am Standort Tusimice sofort zu stoppen. Denn das Verfahren entspricht nicht internationalen Vereinbarungen, wie beispielsweise der Aarhus-Konvention, weil die Prüfung aufgrund der unbestimmten Beschreibung nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden kann.

„Bisher ist nur veröffentlicht worden, dass am Standort Tusimice ein oder mehrere SMR mit einer Leistung bis zu 1500 Megawatt geplant sind. Aber wie sollen die Umweltauswirkungen von bis zu sechs Reaktoren korrekt untersucht werden, wenn über die Reaktoren kaum etwas bekannt ist?“, warnt Laura Weber, Sprecherin für Verbraucherschutz der Landtags-Grünen und Abgeordnete aus dem direkt betroffenen Landkreis Tirschenreuth (Oberpfalz).

Schließlich stehe der Sammelbegriff SMR für eine Fülle sehr unterschiedlicher Reaktorkonzepte. „Die allermeisten dieser Reaktoren sind noch in der Entwicklung. Sie existieren bisher nur auf dem Papier! Das einzige, was sie gemeinsam haben, ist der Überbegriff SMR. Aber die Systeme der Reaktorkühlung beispielsweise sind äußerst unterschiedlich.“ Mit der Einwendung wollen die Landtags-Grünen erreichen, dass das Verfahren zunächst abgebrochen und erst dann fortgeführt wird, wenn der tschechische Energieversorger CEZ eine konkrete Planung vorlegen kann.

Darüber hinaus sehen die Landtags-Grünen den bayerischen Umweltminister Thorsten Glauber in der Pflicht: „Es ist absolut unverständlich, warum er gegenüber seinem tschechischen Amtskollegen nicht auf die Einhaltung der Aarhus-Konvention besteht!“, kritisiert Martin Stümpfig, Sprecher für Energie der Landtags-Grünen. „Als Umweltminister trägt Thorsten Glauber Verantwortung für die Sicherheit der bayerischen Bevölkerung! Aber wer weiß – vielleicht fehlt ihm einfach der Mut, sich gegen den Atomfanatiker Markus Söder zu stellen, der noch immer an eine strahlende Reaktorzukunft glaubt?“

Hinweis: Auch Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit, eine Einwendung einzureichen. Weitere Informationen dazu finden Sie beispielsweise hier:

https://gruene-weiden.de/2025/06/08/tusimice-jetzt-einwaende-erheben-muster-einwendung-hier-downloaden/

Die gesamte Einwendung finden Sie zudem hier.

Dem Vernehmen nach steht ein Atommülltransport vom Garchinger Forschungsreaktor FRM der Technischen Universität TUM nach Ahaus in Nordrhein-Westfalen an. Es wäre der erste seiner Art, da es sich um besonders gefährlichen Atommüll handelt. Das hochangereicherte Uran (HEU) ist atomwaffenfähig. Für den Transport braucht es eigens entwickelte Spezialbehälter und eine enorm aufwändige Absicherung.

Die beiden Landtagsabgeordneten der Grünen im Landkreis München kritisieren das Vorhaben scharf.

Claudia Köhler, MdL: „Der Transport ist gefährlich, irre aufwändig und momentan völlig unnötig. Eine Verbringung nach NRW bringt für das wesentliche Problem, die Entsorgung, überhaupt nichts. Das Material soll in Ahaus in eine Halle, die noch älter ist und nur noch gut 10 Jahre genehmigt ist. Wo in Deutschland ein Endlager gefunden wird, steht weiterhin in den Sternen.“

Dr. Markus Büchler, MdL: „Der eigentliche Grund ist, dass die TUM Lagerplätze frei machen muss, um den Reaktor wieder mit hochangereichertem Uran anzufahren und über längere Zeit betreiben zu können. Die bessere Alternative ist, den Reaktor weiterhin stillstehen zu lassen, bis niedrig angereicherte Brennelemente vorliegen. Der Reaktor steht schon verschiedenen Gründen seit 5 Jahren still. Da pressiert es jetzt auch nicht mehr.“

Im Bayerischen Landtag bereiten die beiden Abgeordneten eine Anfrage an die Staatsregierung vor, um mehr Details zu erhalten und der Öffentlichkeit transparent Informationen zu bieten.

In die Zukunft blickend schlagen die Abgeordneten vor, die bestehende Anlage in Garching technisch besser abzusichern und die Umrüstung auf niedrig angereichertes Uran LEU schnellstens zu realisieren.

Claudia Köhler, MdL: „Das Problem kann nicht weiter ausgesessen oder einfach jemand anderem vor die Tür gekarrt werden. Es war doch klar, dass wieder Atommüll anfallen wird, wenn man das Verfahren nicht endlich ändert, wir monieren das seit Jahren. Im Haushalt sind für 2026 bereits Mittel zur Ertüchtigung der Anlagensicherung in Garching vorgesehen. Statt eines gefährlichen Atommülltransports können die bisher angefallenen Brennelemente vorerst in Garching bleiben, bis die TU endlich ein Entsorgungskonzept entwickelt hat.“

Dr. Markus Büchler, MdL: “ Ich hoffe, dass die TUM zu ihrem Wort steht und die Umstellung auf LEU nun rasch umsetzt. Andernfalls produzieren wir ja auf ewig immer mehr von dem hochgefährlichen, waffenfähigen Abfall. Meine Befürchtung ist allerdings, dass uns die TUM abermals austricksen, an der Nase herumführen und die Umstellung auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben will. Deshalb verlange ich von der Staatsregierung zu unterbinden, dass weiterer hochangereicherter Atommüll entsteht und ein Entsorgungskonzept, auch für den künftigen Betrieb mit LEU, vorzulegen.“

Prince! Sinéad! Cynthia Erivo ! Listen!

Cynthia Erivo ! Listen! It matters!

Cynthia Erivo’s powerhouse performance of ‚Nothing Compares 2 U‘ | Next at the Kennedy Center

https://inv.nadeko.net/watch?v=JbpcNGe1IoY&listen=false

Mit dem Fetten Text könnt ihr auf Youtube suchen, um das Video zu finden. Anderes kennen Invidious. Sehr viel datenfreundlicher, aber funktioniert nicht immer.

Haushaltsentwurf Bundesumweltministerium – Mehr als die Hälfte für Atommüllkosten

Der Haushaltsentwurf der Bundesregierung liegt nun dem Bundestag zur Beratung vor. Der neue SPD-Umweltminister Carsten Schneider hat den Entwurf gestern im Plenum vorgestellt. Dabei betonte er neben der hohen Bedeutung des „Klimawandel als größte soziale Frage des 21. Jahrhunderts“ die enorm hohen Kosten aus dem nuklearen Erbe der Atomenergienutzung. Von einem Gesamt-Etat in Höhe von rund 2,69 Milliarden Euro würden insgesamt 1,4 Milliarden Euro für die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle benötigt. Das ist der größte Posten im Etat des Bundesumweltministeriums.

Das sogenannte Grünbuch zum Haushaltsentwurf des Umweltministeriums für 2025 gibt es auf den Seiten des Bundestags oder direkt auch hier als PDF.

Schneider betonte, dass der Atomausstieg auch deshalb richtige Weg war. In der anschließenden Debatte sprachen Mareike Hermeier (Linksfraktion, NRW) die geplanten unnötigen Atomtransporte von Jülich (und Garching) nach Ahaus an und Julia Verlinden (Grüne, NDS) die drohende Genehmigung einer russischen Beteiligung bei der Uranfabrik in Lingen.

Wichtig zu wissen ist: Weitere Kosten für den Umgang mit dem atomaren Erbe sind außerdem beim Bundesforschungsministerium und beim Finanzministerium angesiedelt.

Das Forschungsministerium ist für sämtliche Nuklear-Anlagen und Abfälle aus der staatlichen Atomforschung vergangener Jahrzehnte verantwortlich. Auch hierfür sind hohe Milliarden-Beträge bereitzustellen.

Das Finanzministerium ist aufgrund der Einigungsverträge zuständig für die Atomanlagen der DDR. Dazu gehört z.B. auch der Rückbau und die Atommülllagerung des ehemaligen AKWs Greifswald. Erst vor wenigen Tagen hat es hier neue Hiobsbotschaften über die explodierenden Kosten gegeben. Siehe hier und hier. Inzwischen werden die Kosten auf 10 Mrd. Euro oder höher veranschlagt.

  • Die Kosten der Atomenergie im Haushalt der Bundesrepublik Deutschland 2022
  • Ein Teil der Kosten für die Atommülllagerung übernimmt der sogenannte Kenfo. Ein Fonds, der aus Mitteln der Atomkonzerne unter staatlicher Obhut versucht, die Kosten zu finanzieren. Die von vielen als zu geringe bezeichneten Einlagen der Atomkonzerne in diesen Fonds, haben den Unternehmen die Pflicht zur Nachzahlung abgenommen. Grüne, SPD und CDU (und FDP?) hatten 2017 diesen Fonds etabliert und für die einmalige Einlage von rund 24 Mrd. Euro die Konzerne von weiterer Haftung befreit. Kenfo auf umweltFAIRaendern.

Auf der Homepage des Bundestags ist unter anderem zu lesen: „Angesichts der Aussicht auf das vierte Dürrejahr seit 2018 hat sich Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) zur Bekämpfung des Klimawandels bekannt. „Der Klimawandel ist die größte soziale Frage des 21. Jahrhunderts“, sagte der Minister in der Debatte über den Etatentwurf des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit, mit dem sich der Bundestag am Dienstag, 8. Juli 2025, in erster Beratung gut eineinhalb Stunden lang befasst hat.

Der Einzelplan 16 des Bundeshaushalts 2025 (21/500) enthält Ausgaben von 2,69 Milliarden Euro im Vergleich zu 2,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Schneider plant mit Einnahmen von 1,15 Milliarden Euro gegenüber 1,06 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Einzelplan 16 soll nach den bis Freitag, 11. Juli, andauernden Beratungen aller Einzelpläne des Bundes an den Haushaltsausschuss überwiesen werden.

Minister: Stehe für konsequente, soziale Klimaschutzpolitik

Schneider erklärte, er stehe deshalb für eine „konsequente, soziale Klimaschutzpolitik“. Bis 2045 wolle Deutschland klimaneutral sein. Die Bundesregierung bleibe bei ihren, wie auch den europäischen Klimazielen, betonte der SPD-Politiker. Noch in diesem Jahr werde er ein neues Klimaschutzprogramm mit konkreten Maßnahmen vorlegen. Mit Geldern aus dem Budget seines Hauses unterstütze er Klimaschutz und Klimaanpassung – etwa in Form der Begrünung von Hausdächern und -fassaden oder durch Entsiegelung. Seit 2020 seien mehr als 500 Vorhaben im Rahmen des Förderprogramms „Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen“ mit mehr als 73 Millionen Euro gefördert worden.

Schneider unterstrich die Bedeutung der Energiewende – und den Ausstieg aus der Atomenergie. Wie richtig dieser gewesen sei, zeige allein ein Blick in den Haushalt seines Ressorts: 1,4 Milliarden Euro flössen in die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle, das sei der größte Posten des Einzelplans. Akzente für Klimaschutz- und Naturschutz setze sein Haus insbesondere mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK), das die schwarz-rote Bundesregierung fortsetzen und damit unter anderem die Wiedervernässung von Mooren, den Umbau von Wäldern sowie die Pflanzung von Stadtbäumen mit insgesamt 580 Millionen Euro im laufenden Jahr fördern wolle. “

Natürlich finden sich auf der genannten Seite des Bundestags auch die Videos der Debatte zur Einbringung des Umwelt-Etats in den Bundestag sowie einige weitere Zusammenfassungen zu den Reden der Fraktionen.

Zum Haushaltsentwurf insgesamt heißt es auf der Seite:

„Umweltschutz und Klimawandel

Für Investitionen sollen knapp 1,65 Milliarden Euro bereitstehen; 2024 waren 1,37 Milliarden Euro. Die Verpflichtungsermächtigungen bis 2046, die im Haushalt 2025 vorgesehen sind, belaufen sich auf rund 2,3 Milliarden Euro. Obwohl Carsten Schneider, anders als seine Vorgängerin Steffi Lemke (Bündnis 90/Die Grünen), als Umweltminister zwar wieder zuständig ist für den Klimaschutz und nicht mehr für den Verbraucherschutz, spiegelt der Einzelplan 16 des Haushaltsentwurfs 2025 diesen veränderten Ressortzuschnitt noch nicht wider. Ausgewiesen wird hier nicht das Budget für Klimaschutz, sondern das für den Verbraucherschutz.

Für den Umweltschutz sollen 262,3 Millionen Euro ausgegeben werden können (2024: 313,19 Millionen Euro). 38,57 Millionen Euro davon sind zur Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel eingeplant (2024: 41,07 Millionen Euro). Damit stellt die Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel einen Schwerpunkt dar. Für das Sofortprogramm Munitionsaltlasten sind im Rahmen des nationalen Meeresschutzes 24 Millionen Euro eingeplant, neun Millionen Euro weniger als 2024. Allerdings steht noch ein Großteil der Gelder (29,65 Millionen Euro) als Rest aus dem Vorjahr zur Verfügung.

Für den internationalen Umweltschutz, den Export von Technologien gegen die Vermüllung der Meere, sollen wie schon im Vorjahr 20 Millionen Euro eingesetzt werden können. Verbände und sonstige Vereinigungen auf den Gebieten des Umweltschutzes und des Naturschutzes sollen dem Entwurf zufolge Zuschüsse in Höhe von 11,58 Millionen Euro erhalten (2024: 11,25 Millionen Euro). 33 Millionen Euro sind für Investitionen zur Verminderung von Umweltbelastungen eingeplant. (2024: 37,56 Millionen Euro).

Radioaktive Abfälle und nukleare Sicherheit

Für die Zwischen- und Endlagerung radioaktiver Abfälle sieht die Vorlage Ausgaben in Höhe von 1,4 Milliarden Euro vor (2024: 1,14 Milliarden Euro). Davon entfallen 860,81 Millionen Euro auf Endlagerungen und Standortauswahlverfahren (2024: 710 Millionen Euro) und 534,44 Millionen Euro auf Zwischenlagerungen (2024: 430 Millionen Euro). In Höhe von rund 80,35 Millionen stehen restliche Gelder aus dem Jahr 2024 zur Verfügung.

Als Einnahmen für die Endlagerung radioaktiver Abfälle sind im Etatentwurf 581,25 Millionen Euro aufgeführt (2024: 531,55 Millionen Euro) – bei den Einnahmen für die Zwischenlagerung radioaktiver Abfälle sind es 468 Millionen Euro (2024: 433,08 Millionen Euro). Für nukleare Sicherheit und Strahlenschutz sind im Budget des Umweltministeriums 131,47 Millionen Euro im laufenden Jahr vorgesehen – etwas weniger als 2024, als 137,95 Millionen zur Verfügung standen.

Naturschutz und Verbraucherschutz

Der Naturschutz soll 2025 insgesamt 200,31 Millionen Euro kosten dürfen im Vergleich zu 146,14 Millionen Euro im Vorjahr. Schwerpunkt hier sind die Ausgaben für den Bundesnaturschutzfonds, für den in diesem Jahr 100 Millionen Euro bereitstehen sollen. (2024: 108 Millionen). Sechs Millionen Euro stehen als Rest aus dem Vorjahr zur Verfügung.

Für Maßnahmen des Meeresschutzes sind 60 Millionen Euro eingeplant. Diese Gelder stammen aus Zahlungen der sogenannten Meeresschutzkomponente gemäß des Windenergie-auf-See-Gesetzes. Darin ist vorgeschrieben, dass fünf Prozent der Erlöse aus Versteigerungen von Offshore-Gebieten zweckgebunden für den Meeresnaturschutz eingesetzt werden sollen.

Die Ausgaben für die Verbraucherpolitik sollen sich 2025 auf 41,06 Millionen belaufen (2024: 40,38 Millionen). Größter Posten hier sind die Zuschüsse für die Vertretung der Verbraucher, den Bundesverband der Verbraucherzentralen, in Höhe von 26,4 Millionen Euro (2024: 26,37 Millionen).

Nachgeordnete Behörden

Das nachgeordnete Umweltbundesamt soll 205,19 Millionen Euro erhalten (2024: 183,56 Millionen Euro), das Bundesamt für Naturschutz 65,59 Millionen Euro (2024: 56,36 Millionen Euro), das Bundesamt für nukleare Sicherheit der nuklearen Entsorgung 60,92 Millionen Euro (2024: 68,82 Millionen Euro) und das Bundesamt für Strahlenschutz 80,49 Millionen Euro (2024: 83,59 Millionen Euro). (sas/hau/08.07.2025)“

Iran – Angriffe Israel USA – Völkerrecht? Bundestag WD 2 – Angriffe Titel: Angriffe auf Atomanlagen im Lichte des Völkerrechts

UPDATE: Hier nun von der Seite des Bundestags die Stellungnahme des Wissenschaftlichen Dienstes in der vollständigen Fassung: „Die israelische Militäroperation Rising Lion und die US-Angriffe Midnight Hammer gegen iranische Atomanlagen im Lichte des Völkerrechts“ (PDF und direkt auch noch mal hier (PDF)

Umweltinstitut München und .ausgestrahlt warnen: Waffentauglicher Atommüll aus Garching soll quer durch Deutschland rollen

Im Vergleich zu Abfall aus kommerziellen Atomkraftwerken ist der Müll aus dem Forschungsreaktor Garching besonders problematisch: Er enthält zu über 87 Prozent hoch angereichertes Uran – ein Stoff, der für Atomwaffen missbraucht werden könnte. Der Transport über 700 Kilometer birgt daher enorme Gefahren; sicherere Lösungen ignoriert die Politik seit Jahrzehnten.

Hauke Doerk vom Umweltinstitut München erklärt: „Schon in einem der Garchinger Castorbehälter des Typs MTR-3 befindet sich mehr waffenfähiges Uran als für den Bau einer Atombombe gebraucht würde. Zwar liegt das hochangereicherte Uran in einer Brennstoffmatrix gebunden vor, doch die größte technische Barriere auf dem Weg zur Bombe ist die Anreicherung, und die ist bereits durchbrochen. Atomtransporte bieten eine unnötige Angriffsfläche und erhöhen die Gefahr eines möglichen Missbrauchs des Urans. Seit über 20 Jahren fordern wir, dass statt Transporten über viele hundert Kilometer quer durch Deutschland der gefährliche Stoff vor Ort verdünnt und damit entschärft werden muss.“

Helge Bauer von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt ergänzt: „Die bayerische Landesregierung will wieder einmal die Verantwortung für ihren unliebsamen Atommüll auf andere Bundesländer abwälzen. Doch das zur Aufnahme auserwählte Zwischenlager in Ahaus ist auch für diesen besonders gefährlichen Atommüll nicht ausreichend sicher, wie eine kürzlich erschienene Studie im Auftrag von .ausgestrahlt zeigt. Die sicherste Lösung wäre es, den Atommüll dort einzulagern wo er entstanden ist und dann nur noch einmal die Risiken eines Transportes auf sich zu nehmen, nämlich zu einem sogenannten Endlager. Dazu braucht es den Neubau eines Zwischenlagers auf dem aktuellen Stand von Sicherheit und Technik am Standort Garching.“

Weitere Informationen

Hintergrundinformationen zum Forschungsreaktor FRM 2/ Garching

Gutachten zur Sicherheit von Zwischenlagern (exemplarisch an den Lagern Ahaus und Brokdorf)

Gutachten zu Gefahren bei Castortransporten (exemplarisch an drohenden 152 Transporten Jülich-Ahaus)

Das ist eine gemeinsame Presseinformation von Umweltinstitut München und .ausgestrahlt.

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