Vattenfall gegen Klimaschutz: Kohlekraftwerk Moorburg geht schrittweise in Betrieb und SPD Bürgermeister Scholz findet das hochleistungsfähig!

Baustelle Moorburg um Mai 2011. Noch mehr Klimakatastrophe. Foto: Vattenfall
Baustelle Moorburg um Mai 2011. Noch mehr Klimakatastrophe. Foto: Vattenfall

Vattenfall macht keine halben Sachen – jedenfalls nicht bei der Klimakatastrophe. Schon jetzt erzeugt der Konzern über 80 Prozent seines Stroms mit der überaus klimaschädlichen Braunkohle aus der Lausitz. Nun geht schrittweise das 1.600 MW Steinkohlekraftwerk in Hamburg-Moorburg in Betrieb. Am kommenden Wochenende soll erstmals der durch Umweltauflagen vorgeschriebene Kühlturm getestet werden.

Die Harburger Anzeigen und Nachrichten melden jetzt: „Wie die Vattenfall-Pressestelle ankündigte, könnte bei dem Testlauf ab Ende Juli Dampfschwaden entstehen: „Das ist dann das erste Mal, dass in dem Kraftwerk Wärme erzeugt wird. Dann sind wir aber noch lange nicht an dem Punkt angelangt, dass wir sagen können, es wird Strom produziert.“ Dieser Punkt soll im Herbst mit der ersten Netzschaltung des Kraftwerks erreicht werden. Sobald feststeht, dass die Kraft des Wasserdampfs ausreicht, um die Turbinen in Gang zu setzten und über Generatoren Strom zu produzieren, geht Moorburg erstmals ans Netz – wiederum probeweise.“

Hamburgs SPD-Bürgermeister Olaf Scholz hat mit den Klimabelastungen durch Vattenfall in jedem Fall keine Probleme. Vor wenigen Tagen berichtet die taz-Hamburg: „Olaf Scholz sieht die Sache ganz nüchtern. „Wir müssen auch fossile Kapazitäten haben“, stellte Hamburgs SPD-Bürgermeister am Montag auf einer Podiumsdiskussion über die Energiewende im Norden in der Handelskammer klar. Und deshalb freue er sich, Anfang nächsten Jahres „ein hochleistungsfähiges, hocheffizientes und hochlukratives Kraftwerk“ den Betrieb aufnehmen zu sehen: Scholz spricht vom Steinkohlekraftwerk Moorburg des Energiekonzerns Vattenfall an der Süderelbe. Dieser Kohlemeiler sei „notwendig für die sichere Stromversorgung Hamburgs“, so Scholz.“

Die taz irrt sich. Wer solche Sätze von sich gibt, kann die Sache nicht wirklich nüchtern sehen! Nicht nur, dass für den Hamburger Bürgermeister ein Wort wie „hochklimaschädlich“ offenbar nicht existiert. Der Strom aus Moorburg wird in Deutschland in keinster Weise gebraucht und mit der Stromversorgung in Hamburg hat das Kraftwerk „nicht die Bohne“ zu tun. Der Strom aus Moorburg wird voraussichtlich ausschließlich für den Export erzeugt und in die Niederlande verkauft. Das weiß Scholz eigentlich auch, aber solche Sätze kommen natürlich nicht so gut, wenn man gleichzeitig mit Vattenfall als Partner der Stadt gegen einen Volksentscheid zur vollständigen Rekommunalisierung der Energienetze antritt.

Siehe auch: Umweltbehörde Hamburg hilft Vattenfall: Gewässerschutz für die Elbe soll für Betrieb des Kohlekraftwerk Moorburg reduziert werden

Am 22. September entscheiden die HamburgerInnen per Volksentscheid darüber, dass die Energienetze der Hansestadt nicht länger von Vattenfall und E.on betrieben werden sollen. Bürgermeister Scholz will aber, dass die beiden Atom- und Klimakiller-Konzerne weiter in Hamburg Geschäfte zu Lasten der Umwelt machen dürfen. Dazu: Fette Beute: 100 Millionen Euro Gewinn jährlich für Vattenfall und E.on aus den Hamburger Energienetzen

Zurück zum Kohlekraftwerk Moorburg: Bereits vor einigen Wochen kam es bei ersten Schritten zur Inbetriebnahme zu erheblichen Belästigungen durch Rauchemissionen. Siehe dazu: Vattenfall nimmt Kohlekraftwerk Moorburg in Probebetrieb – Anwohner klagen über Gesundheitsbeeinträchtigungen.

Über die Schritte zur Inbetriebnahme schreibt die HAN weiter: „Ab 2014 sollen dann Hamburgs Haushalte aus Moorburg mit Strom versorgt werden: Anfang 2014 wird der erste der beiden Blöcke angefahren, Mitte 2014 der zweite.“

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