Es geht wieder los: Atomkraftwerke länger laufen lassen

Fukushima-Tepco-110316_1f_sora_1Fukushima? War da was? Nicht für den Unionsfraktionsvize Michael Fuchs und Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder. Beide halten längere Laufzeiten für die noch am Netz befindlichen Atomkraftwerke als im derzeitigen Gesetz vorgesehen, für erforderlich. Von den katastrophalen Folgen des mehrfachen Super-GAU in Fukushima sprechen sie nicht. Als Gründe für längere AKW-Laufzeiten nennen sie Probleme bei der Umsetzung der Energiewende.

Dem Nachrichtenmagazin „Focus“ sagte Fuchs vor dem Hintergrund der Debatte um den Netzausbau: „Wenn die Netze nicht fertig werden, gerät die gesamte Energiewende in Gefahr.“ Das gelte vor allem für den Fahrplan zum Ausstieg aus der Kernenergie. Im Interesse der Industrie könne man im Süden Deutschlands „die Atomkraftwerke erst dann abschalten, wenn die Leitungen für den Windstrom aus dem Norden fertig sind“. (zitiert nach ZfK vom 17.2.2014)

Auf Wikipedia hat Fuchs als Hardliner in Sachen Atomenergie bereits den Spitznamen „Atom-Fuchs“.

Dem ZfK zufolge hat sich auch Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder geäußert: „Auch der ehemalige Kanzler Gerhard Schröder (SPD) hat sich in der Wirtschaftswoche erneut zu Wort gemeldet. Er glaubt nicht, dass die Energiewende bis 2022 zu schaffen und dann das letzte Atomkraftwerk abzuschalten sei.“ (Siehe auch hier Wirtschaftswoche)

Nach der mehrfachen Katastrophe von Fukushima hat der Bundestag im Sommer 2011 das Atomgesetz geändert. Acht Atommeiler wurden sofort stillgelegt. Für die weiteren neun Reaktoren wurden verbindliche Termine zur Stilllegung festgelegt (jeweils zum 31.12.):

  • 2015: Kernkraftwerk Grafenrheinfeld
  • 2017: Kernkraftwerk Gundremmingen Block B
  • 2019: Kernkraftwerk Philippsburg Block II
  • 2021: Kernkraftwerke Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen Block C
  • 2022: Kernkraftwerke Isar Block II, Neckarwestheim Block II und Emsland
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3 Gedanken zu „Es geht wieder los: Atomkraftwerke länger laufen lassen

  1. Mehr Tempo beim Atomausstieg und der Energiewende fordern.

    Aufruf zur Energiewende-Demo am 22.3. in vielen Landeshauptstädten und

    am 10.5.2014 in Berlin!!!

  2. … nach Tschernobyl dauerte es über 20 Jahre, bevor die Atomiker sich wieder aus der Deckung trauten…
    …nach der Dreifachkatastrophe von Fukushima gerade einmal 2 Jahre!
    Denn das Geplänkel Atomkraft wieder ins Spiel zu bringen geht ja nicht jetzt erst wieder los, sondern läuft bereits seit mehr als einem Jahr…

    Die Menschheit lernt nur bedingt dazu – vor allem jene Teile der Menschheit, denen Profite wichtiger sind, als Menschen.

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