Am deutschen Markt haut Vattenfall mächtig auf die Tonne: Ökostrom, Ökostrom und Ökostrom. Was hat sich der schwedische Staatskonzern nicht alles einfallen lassen, um sein dreckiges Atom- und Kohle-Profil „wegzuwerben“. Immerhin war Vattenfall seit den 2000er Jahren die Nummer 4 der deutschen AKW- und Kohlebetreiber, ging dann aber nach schweren AKW-Pannen, einem verlorenen Volksentscheid in Hamburg und vielen Fehleinschätzungen im Rahmen seiner „Ostsee-Expansion“ schwer in die Krise. Jetzt will Vattenfall nicht nur weiter AKWs in Schweden betreiben, sondern mit staatlicher Hilfe neue Reaktoren bauen.
Nach dem unfreiwilligen Atomausstieg in Deutschland und horrenden Schadensersatzklagen gegen die Bundesrepublik Deutschland hat Vattenfall sich in neues Öko-Image aufgebaut. Fossilfrei wolle man werden, so die Message für den jüngeren Marktbereich. Sonne und Wind wurden nach vorn vorgestellt. Die Atomenergie in Schweden, das Atomerbe und die Braukohlekraftwerke wurden verschwiegen oder gewinnträchtig verkauft.
Doch in Schweden war und ist Vattenfall – neben Uniper – weiterhin Atomenergie-Betreiber und will jetzt gemeinsam mit Rolls-Royce neue Atomreaktoren bauen.
- Hier ist Vattenfall Deutschland. Hier Vattenfall Schweden und seine nuklearen Tätigkeiten. Vattenfall besitzt zehn Atomreaktoren, von denen fünf im kommerziellen Betrieb sind. Sieben Reaktoren befinden sich in Schweden (vier in Ringhals, drei in Forsmark) sowie drei in Deutschland (Brunsbüttel, Krümmel und eine Minderheitenbeteiligung an der Anlage in Brokdorf). Die deutschen AKWs sind alle stillgelegt.
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Vattenfall betreibt in Schweden weiterhin AKWs, die überwiegend in den 1970er Jahren geplant und gebaut wurden. Rund 30 Prozent beträgt der Atomstrom-Anteil auch heute noch am schwedischen Strommix. Jetzt hat Vattenfall Schweden den britischen Rolls-Royce-Konzern beauftragt, neue Atommeiler zu bauen. (Marktscreener und Reuters, siehe außerdem Rolls-Royce und hier bei Vattenfall.)
Damit wäre der Mitbieter aus den USA, GE Vernova, nicht mehr im Rennen. „Mit einer Leistung von 470 Megawatt (MW) pro Reaktor können die drei Einheiten zusammen jährlich rund 12 Terawattstunden (TWh) Strom erzeugen, so Vattenfall. … Rolls-Royce SMR gab an, dass seine drei Reaktoren eine Kapazität hinzufügen würden, die etwa 6% des jährlichen schwedischen Stromverbrauchs entspricht.“
Derzeit wird damit gerechnet, dass der Bau der drei Meiler einen zweistelligen Milliarden-Dollar-Betrag kosten dürfte. Allerdings werden Atomprojekte fast immer teurer, als offiziell angekündigt. Die Reaktoren von Rolls-Royce sollen eine Leistung von rund 470 MW haben. Der französische Atomreaktor EPR liegt bei einer Leistung von rund 1500 MW.
Da sich angesichts der enormen Kostenrisiken der Atomenergie eine rein private Investition nicht realisieren lässt, werden die geplanten AKW-Neubauten, wenn sie sich denn realisieren lassen, in jedem Fall mit erheblicher staatlicher Finanzierung an den Start gehen: „Vorbehaltlich der parlamentarischen Zustimmung plant der Staat, eine Mehrheitsbeteiligung von 60% an Videberg Kraft zu übernehmen“, heißt es bei Reuters.
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