Rot-Grün in Hamburg: Keine Eile beim Stopp der Atomtransporte – Hafen als radioaktives Zwischenlager

Container mit Uranzerz aus Kasachstan, angeliefert mit der Sheksna im Hamburger Hafen. Foto Tim Christensen
Hafen Hamburg: Container mit Uranerz  zur Herstellung von Brennstoff für AKWs auf der Durchfahrt nach Südfrankreich. Foto Tim Christensen

44 Atomtransporte allein von Ende Mai bis Ende August durch Hamburg, insgesamt 92 seit Februar 2016. Das ergibt die Antwort des Senats auf eine neue Anfrage der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE (PDF). Darunter alles, was an Uranprodukten für den Betrieb von Atomkraftwerken erforderlich ist. Von Urankonzentrat aus den Minen im Namibia, über hochgiftige Uran-Fluorverbindungen bis zu frischen Brennelementen für den Reaktoreinsatz. Und wenn es mal auf den Transportwegen hakt, dann wird der Hafen auch schon mal zum atomaren Zwischenlager. Hamburg bleibt Nadelöhr und Drehscheibe für das internationale Geschäft mit dem Super-GAU und der Atommüll-Produktion. Mit dem im Koalitionsvertrag von SPD und Grünen angekündigten Atomtransporte-Stopp haben es die Behörden nicht sonderlich eilig. Auf Nachfragen der Linken-Fraktion in der Bürgerschaft erklärt der Senat, dass er irgendwann bis Ende des Jahres mit den Hafenunternehmen mal über das Thema gesprochen haben will. Das wäre ein Anfang, aber noch lange keine Lösung.

Atommüll-Alarm: Künftiger Atommüll unterwegs mit der Deutschen Bahn

webheader_atomalarm_originalgroesseMit 21 Containern voller Uranerzkonzentrat  (Yellow Cake) hat das Schiff VASILIY SHUKSHIN von St. Petersburg kommend über den Nord-Ostseekanal gestern den Hamburger Hafen erreicht. AtomkraftgegnerInnen aus Hamburg hatten die Verladung wie schon in den letzten Monaten am Süd-West-Terminal im Hamburger Hafen in der Nähe der Veddel beobachtet und mit Transparenten protestiert. Das Uran stammt vermutlich aus Kasachstan. Am Ende einer langen Reise durch zahlreiche Atomanlagen wird daraus Atommüll entstanden sein, für dessen Lagerung es weltweit keine sicheren Lösungen gibt. „Atommüll-Alarm – Tatorte in Deutschland“ heißt daher auch eine aktuelle Kampagne der Anti-Atom-Bewegung.

Atomtransporte Hamburg – Strahlendes Zwischenlager im Hafen

Wasserschutzpolizei bei der Kontrolle eines Container mit radioaktiven Stoffen
Wasserschutzpolizei bei der Kontrolle eines Containers mit radioaktivem Uranerz

Radioaktive Fracht – vermutlich Uranerz aus Kasachstan – wird am Süd-West-Terminal im Hamburger Hafen derzeit zwischengelagert. Insgesamt 18 Container sind nach den Beobachtungen von AtomkraftgegnerInnen gestern (13.8.) am frühen Vormittag von dem russischen Frachter Sheksna entladen worden. Die Wasserschutzpolizei führte Kontrollen an den Containern durch. Ob es Beanstandungen gegeben hat, ist derzeit unklar. Beim letzten Transport vor einigen Wochen wurden vier Container mit dem Uranerz vorübergehend am Weitertransport gehindert.

Atomtransporte Hamburg: Erneut Uranerz aus Kasachstan im Hafen?

Container mit Uranzerz aus Kasachstan, angeliefert mit der Sheksna im Hamburger Hafen. Foto Tim Christensen
Container mit Uranerz aus Kasachstan, angeliefert mit der Sheksna im Hamburger Hafen. Foto Tim Christensen

Update1: #An Bord der Sheksna befinden sich 18 Container mit Radioaktivzeichen und der UN 2912 Nummer. Damit ist klar, dass erneut ein Atomtransport stattfindet und das radioaktive Material wohl per Zug Hamburg Richtung Süden verlassen wird.#

Atomtransporte sind überall – Eine atomare Medienreise mit der strahlenden Fracht durch Deutschland

Geheime Atomtransporte quer durch Deutschland - AtomkraftgegnerInnen und Medien sind ihnen auf der Spur
Geheime Atomtransporte quer durch Deutschland – AtomkraftgegnerInnen und Medien sind ihnen auf der Spur

Atomtransporte überall. Viele Medien berichten über die zahlreichen Transporte zum Betrieb von Atomkraftwerken, die über Straßen, Schiene und Wasserwege quer durch Deutschland unterwegs sind. Vom Norden der Republik quer durch Deutschland bis ins Saarland haben zahlreiche Medien sich auf die strahlende Spur von Atomtransporten gemacht und berichten über eine Vielzahl von Auffälligkeiten dieser Transporte, die normalerweise tagtäglich im Geheimen unterwegs sind.

Atomtransporte Hamburg: Beförderungsverbot für vier Container Uranerz aufgehoben

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Rangierbahnhof Maschen, südlich von Hamburg. Atomtransport mit Uranerzkonzentrat kurz vor der Abfahrt quer durch Deutschland in Richtung Südfrankreich.

Der NDR berichtet, dass die Hamburger Polizei das Beförderungsverbot für vier Container mit Uranerzkonzentrat aufgehoben hat. Die Container dürfen offenbar nun ohne gültige Zulassung transportiert werden. Am Montag hatte die Wasserschutzpolizei bei dem Atomtransport festgestellt, dass bei diesen Containern die Zulassung abgelaufen war und den Weitertransport untersagt. Insgesamt waren nach Beobachtungen von AtomkraftgegnerInnen bei diesem wie üblich geheim gehaltenen Transport 17 Container mit vermutlich rund 500 Tonnen Uranerzkontrat aus Kasachstan auf dem Weg nach Südfrankreich, wo es für die Herstellung von Brennelementen für Atommeiler umgewandelt wird. Bundesweit hatten AtomkraftgegnerInnen die Reise des Atomzuges quer durch Deutschland beobachtet.

Erneute Mängel bei Atomtransporten in Hamburg – Grüne appellieren – Linke fragen nach

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Sicherheit der Container nicht gewährleistet. Atom-Container stillgelegt.

Bei einem von den Behörden geheimgehaltenen Atomtransport durch den Hamburger Hafen ist es wie berichtet erneut zu Pannen gekommen, die ein Beförderungsverbot ausgelöst haben. AtomkraftgegnerInnen hatten die Verladung im Hafen beobachtet.  Demnach wurden vier der  Container mit Uranerzkonzentrat aus Kasachstan nicht weiter transportiert. Unterschiedliche Angaben gibt es über die Gesamtzahl der Container. Während AtomkraftgegnerInnen von 17 Containern sprechen, meldet der NDR, dass neun Container „nur unter Auflagen“ weiter transportiert werden durften und die Wasserschutzpolizei bei vier Containern wegen der abgelaufenen Zulassung die Weiterfahrt untersagte. (NDR) .

Uranfabrik Gronau: Internationale Urangeschäfte und jede Menge Atomtransporte

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Weltweiter Uranhandel: Im Hamburger Hafen kommt Uran-Konzentrat aus Namibia an, wird in Containern per Schiene nach Frankreich zur Umwandlung zu Uranhexafluorid transportiert und landet später zum Teil auch in Gronau, wo der Uranbrennstoff für den Einsatz in AKWs hergestellt wird. Foto: Dirk Seifert

Der Betrieb der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage  (UAA) in Gronau ist nur durch den Transport von jährlich tausenden Tonnen Uranhexafluorid (UF6) von und nach Gronau möglich. Eine Auswertung mehrerer parlamentarischer Antworten der Landesregierung in Nordrhein-Westfalen für die Jahre 2010 – 2013 ergibt ein erschreckendes Bild von den Uran-Mengen und der Vielzahl von Atomtransporten. Die Daten zeigen auch, wie international das Urangeschäft ist. Die Uranfabrik in Gronau wird vom multinationalen Urananreicherer URENCO betrieben, der zu einem Drittel E.ON und RWE gehört. Der Betrieb der Anlage in Gronau wurde nach der Katastrophe von Fukushima nicht befristet und hat eine Dauergenehmigung.

Uran, Rohstoffe, Konflikt: Deutsche Militäreinsätze in Afrika als „Sicherheit“ für Europa

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Hamburger Schauspielhaus zur Abschottung Europas gegen Flüchtlinge aus Afrika. Foto: Dirk Seifert

Deutschland entdeckt seine Interessen in Afrika! Vordergründig geht es um humanitäre Hilfe und Anti-Terror-Kampf – und darum, dass die Zahl der Flüchtlinge, die aus Krisengebieten sich nach Europa auf den Weg machen, kontrolliert werden kann: Doch schon im zweiten Satz wird auch über die wirtschaftlichen Interessen gesprochen, die mit Militäreinsätzen verbunden sind: „Humanitäre Notsituationen, aber auch wirtschaftliche Interessen sind für Verteidigungsministerin von der Leyen gute Gründe, um die Bundeswehr auf Mission zu schicken.

Rohstoffe und Konflikte – Uranabbau und die Folgen: „Namibias strahlende Zukunft?“

Uranmine bei Arlit im Niger. Foto: Davin Francois
Uranmine (bei Arlit im Niger). Foto: Davin Francois

„„Namibias strahlende Zukunft?“ Gesamtwirtschaftliche und soziale Implikationen des Uranabbaus in Erongo“. So lautet der Titel der 2013 verfassten und 142 Seiten starken Diplomarbeit von Randolf Damion Dorn (Uni Gießen). Darin beleuchtet er nicht nur den Uranbergbau im Erongo-Gebiet, sondern widmet sich auch ausführlich der Geschichte des Uranbergbaus in Namibia – völkerrechtswidrig jahrzehntelang von der Apartheitsregierung in Südafrika betrieben.

Video über internationale Urankonferenz Tansania: Das Uran muss in der Erde bleiben

Uranabbau? Besser in der Erde lassen. Foto: Dirk Seifert
Uranabbau? Besser in der Erde lassen. Foto: Dirk Seifert

Weltweit sind Konzerne und Investoren unterwegs, um neue Rohstoffquellen zu finden und zu erschließen. Auch das für die Atomenergie so wichtige Uran steht auf der Liste und in immer mehr Ländern werden sie fündig: Mali, Grönland, die Mongolei und auch Tansania gehören zu diesen Ländern, in denen künftig Uranbergbau betrieben werden soll. Noch besteht in diesen Ländern die Chance, den extrem umwelt- und gesundheitsschädlichen Uranabbau zu verhindern und damit ein Zeichen für den Ausstieg aus der Atomenergie zu setzen. Anfang Oktober 2013 fand deshalb zur Unterstützung in Tansania eine Internationale Konferenz über die Umwelt- und Gesundheitsrisiken statt. Die AktivistInnen und Fachleute aus rund 15 Ländern besuchten örtliche Initiativen in der Nähe der Hauptstadt Dodoma, wo derzeit Uranfelder erkundet werden. In Dar Es Salaam fand im Anschluss eine Fachkonferenz statt.