Bei diesen Leuten (Ces gens-là)

Klaus Hoffmann – Bei diesen Leuten (Ces gens-là) – Klaus Hoffmann # Glaube Liebe Hoffmann – 2017 – und sehr viel davor – und danach – und weil es wichtig ist! Jacques Brel. Klaus Hoffmann „übersetzt“ Brel in eine deutsche Idee, Erzählung. Was wissen wir vom Nachbarn, so oft umstritten. Da war nicht nur Bob Dylan. „Bei diesen Leuten da spricht man nicht.“ Und da ist die Alte. … „Bei diesen Leuten da spricht man nicht, mein Herr“. Da zählt man! Was für eine erZÄHLung! Und dann …. Da ist dieses wunderbare Klavier. Etwas hinten weiter, nach „schummelt man“ …Frieda. Mit Tränen… und da ist es, das Klavier. Katzen zu töten?

Was da eine ganz neue Erzählung wird. Nicht USA, nicht England. Chanson! Frankreich. Jacques Brel „Ces gens-là“

Verstrahlt im Atomreaktor: Vor 50 Jahren starben zwei Beschäftigte im AKW Gundremmingen

Tod im AKW Gundremmingen. Vor fast genau 50 Jahren starben am 19. November 1975 zwei Mitarbeiter in dem inzwischen abgeschalteten Atomkraftwerk an der Donau zwischen Ulm und Augsburg. Bereits in der Nummer 58 der „MUH“ hatte der Autor Karl Amannsberger über diesen tödlichen Unfall berichtet. Aktuell ist außerdem in der taz ein Artikel über den „Tod im Atomkraftwerk“ von ihm erschienen. „Vor 50 Jahren starben zwei Arbeiter bei einem Unfall im Atomkraftwerk Gundremmingen. Aus Angst vor der erstarkenden Umweltbewegung übten sich staatliche Stellen in Verharmlosung und Vertuschung“, heißt es dort. UmweltFAIRaendern veröffentlicht hier nun mit Erlaubnis des Autors und dem Einverständnis der „MUH – Bayerische Aspekte“ den kompletten Text aus der Printausgabe.

Die MUH ist – wie der Titel ja sagt – vor allem in Bayern am Start, dürfte aber auch den ein oder anderen Preußen interessieren und hat auch sonst über einige NUKLEAR-Themen aus dem Bayernland berichtet:

Hark Bohm – Danke

Hark Bohm ist im Alter von 86 Jahren gestorben. Immer bleibt: Nordsee ist Mordsee. Und so vieles davor, danach und zwischendrin. Darunter auch sein Engagement für den erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“. Und zum Schluss seine Kindheitsgeschichte als Buch: Amrum. Danke.

Ich hatte „neulich“ das Vergnügen, zum Jubiläum von „Nordsee ist Mordsee“ in Moorburg bei Manfred Brand zu einer Feier dabei zu sein. Heike Sudmann hatte mich mitgenommen. Und da war natürlich auch Hark Bohm persönlich dabei, der – während wir den Film ansahen – in Moorburg spazieren ging. Schon ein Erlebnis, denn der Film war damals für mich als Jugendlicher schon mehr als nur bedeutsam. Da wehte ein Hauch von Mark Twain aus der Nachbarschaft. An der Elbe. Danach sprachen wir über ein paar Hintergründe und Schmunzeleien. Der Film geht immer nur mit Udo Lindenberg. Aber auch Rolf Becker war ja dabei, was mir erst viel später bedeutsam wurde.

Mehr als nur beeindruckt, war ich, als ich „Amrum“ in die Finger bekam. Eine Kindheitsgeschichte am Ende des Zweiten Weltkriegs, der die Brutalität des Nationalsozialismus und des Krieges in einer sehr stillen, eindringlichen Wiese auf den Punkt brachte und mahnte. NIE NIE WIEDER.

Danke, Hark Bohm. Für immer!

 

Atomenergie: RWE wäre „glücklich“, Anteile am Urankonzern URENCO zu verkaufen

Während der Uran-Konzern URENCO mit seinen Standorten in Deutschland (Gronau, Karlstein, Jülich), Niederlande, Großbritannien und USA seine Geschäfte ausweitet und im geopolitischen Verteilungskampf für die westlichen Staaten an Bedeutung gewinnt, hat der deutsche Energieriese RWE trotz der wirtschaftlichen Gewinne als Teil-Eigentümer der URENCO jetzt gegenüber „Reuters“ erklärt, er wäre „glücklich, zu verkaufen“. Besondere Beziehungen mit der Bundesregierung in diesem besonderen Atomgeschäft blockieren aber einen Verkauf, weil es um die Technik zur Atombombe geht.

  • Zu dieser Meldung ist ein Bericht auf der deutschen Plattform „Marketscreener.com“ veröffentlicht, die die Meldung von Reuters aufgreift. Der Bericht bei Reuters ist im Original hier. Ob ich das jetzt hier direkt in voller Länge übernehmen dürfte, ist eine vermutlich irre komplexe juristische Problematik. Dazu fehlt mir die Rechtsabteilung.
  • Alles über den Verkauf von URENCO und die Hintergründe und Zusammenhänge auf den Seiten von umweltFAIRaendern.

Die URENCO betreibt das überaus komplexe und sicherheitsrelevante Geschäft der Urananreicherung. Damit Atome gespalten werden können, ist es von Vorteil, wenn der Anteil des Uran-Isotops 235 erhöht wird. Von ca. 0,7 Prozent im Naturzustand wird es z.B. auf runde fünf Prozent angereichert, damit es in den herkömmlichen Atomkraftwerken vom Typ Leichtwasserreaktor zur Stromerzeugung eingesetzt werden kann. Diese Anreicherung erfolgt – unter anderem bei der URENCO – in extrem schnell rotierenden Zentrifugen. Ab einem Grad von 20 Prozent Uran235 spricht man von atomwaffenfähigem Uran. Technisch ist das in den Zentrifugen machbar. Internationale Abkommen und Verträge und auch der Atomwaffensperrvertrag regel das konkrete.

Wichtig ist: URENCO ist zu einem Drittel im Besitz von RWE und PreußenElektra – auf unbestimmte Weise für Deutschland. Weil die Unternehmen im internationalen Deal beteiligt sind, ist die Deutschland als „Unternehmenssitz“ in Gremien zur Kontrolle über die Nicht-Verbreitung von Atomwaffen integriert – wenn auch „nur“ als Nicht-Atomwaffenstaat. Weitere je ein Drittel sind im Besitz von Großbritannien und den Niederlanden. Diese Konstruktion hat historische Gründe. Ein privatwirtschaftlicher Verkauf der Urananreicherung an nicht-staatliche Akteure ist faktisch unmöglich, es sei denn: Regierungen klären das.

Die „Privatisierung“ von URENCO hatten zunächst die Briten versucht, die deutschen Konzerne waren und sind nach Fukushima ebenfalls für einen Verkauf. Aber zunächst die Niederlande als auch dann Deutschland hatten Verkaufspläne eher ausgebremst. RWE und PreußenElektra haben bis heute niemals verlangt, dass die Bundesregierung die URENCO doch einfach kaufen könnte. Warum auch immer das unterblieben ist.

Bei Marktscreener wird festgestellt:  „Der Wert von Urenco ist in letzter Zeit eindeutig gestiegen, da die Nachfrage nach angereichertem Material zunimmt und damit auch die Preise steigen“, sagte Müller nach der Präsentation der Neunmonatsergebnisse gegenüber Investoren. Michael Müller ist Finanzvorstand von RWE, Deutschlands größtem Stromproduzenten. Der würde sich „gerne von seiner Beteiligung am Urananreicherungsunternehmen Urenco trennen, wie Finanzvorstand Michael Müller am Mittwoch erklärte. Er betonte jedoch, dass ein Verkauf schwierig umzusetzen sei.“

Klar, weil die Sache mit einer Technik zur Produktion von Atomwaffen, – da wollen Staaten in jedem Fall gefragt sein. Auch die viel erwähnte IAEA wird immer besonders aufmerksam bei diesem Thema. Reuters erklärt zu dem Aktionärs-Gespräch bei RWE mit Michael Müller: „Clearly the value of Urenco has increased lately because the demand for enriched material is increasing and so are the prices,“ Michael Mueller told investors after presenting nine-month results. „The complexity here is that there are some contractual regulations around that one, so it’s not as easy to just sell it,“ he said adding RWE would be „happy to sell“ if a decent offer were to be made.“

Ja, dass ist natürlich eine echt schwierige Geschichte. Aber warum fordert RWE (und PreußenElektra) die Bundesregierung einfach auf, die URENCO zu verstaatlichen?

„If we cannot sell it, obviously the asset as such gains in value because with higher incomes, dividends will grow over time and that also contributes to our earnings and cash position,“ Mueller said.

Radioaktive Risikozentrale NRW: 2025 – Keine Strahlentransporte nach Ahaus vom Atomforschungsreaktor München-Garching geplant

Es gibt keinen „geplanten Transporttermin für 2025“. Das teilt die Pressestelle des FRM II der TU München auf Anfrage von umweltFAIRaendern.de mit. Gemeint ist ein Atomtransport mit hochradioaktivem Atommüll vom Atomforschungsreaktor FRM II in München-Garching zum Langfrist-Zwischenlager in Ahaus, NRW. Auch wird in Richtung der Genehmigungsbehörde für die geplanten Atomtransporte nicht an einem Antrag auf Sofort-Vollzug gearbeitet, heißt es.

  • Siehe auch hier die Berichte zum Thema vom WDR. Jan Velleman von der GdP fordert in der Zeitung der Gewerkschaft „starken Arbeitschutz“ für die tausenden Polizist:innen. Das ist vermutlich im „Internet“ unter einem konkreten Link zu finden. Aber ich habe nur Fotos. Aber die Aachener Zeitung und ein recherchierender Redakteur haben das schon berichtet.

Der BUND Bundesverband und die Stadt Ahaus haben gegen die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung BASE Widerspruch eingelegt und damit erstmal für aufschiebende Wirkung für die Durchführung der Atomtransporte aus München gesorgt. Insgesamt über 150 Atommüllbehälter mit hoch radioaktiver Fracht sollen außerdem von Jülich nach Ahaus stattfinden. Noch im November wird nach Recherchen der Aachener Zeitung mit einem Urteil im Eilverfahren gerechnet, denn – anders als in München – hat der Besitzer des Atommülls in Jülich den sogenannten Sofort-Vollzug beantragt. Damit wäre es trotzt Klage möglich, die Transporte durchzuführen. Der BUND NRW hält den erteilten Sofort-Vollzug nicht für sachgerecht, weil der Atommüll bereits seit Jahrzehnten in Jülich lagert und öffentlich nicht bekannt ist, dass es eine akute Gefährdung gibt. Die Behörden verweisen auf Terrorrisiken – und erklären die Gründe zur Geheimsache, über die selbst die Gerichte nicht informiert sind. Rechtsstaat am Limit.

Der Atomforschungsreaktor Garching liegt nun wegen diverser Probleme seit einigen still. Vor allem, weil ein zentrales Bauelement nicht mehr funktionsfähig ist. Die Grüne Fraktion im Landtag Bayern hatte in einer Kleinen Anfrage an die Staatsregierung schon im September hingewiesen, dass es wohl zu weiteren Verzögerungen bei der Reparatur des Reaktors kommt. Siehe hier: Atomforschungsreaktor München Garching 2000 Tage außer Betrieb

Eigentlich war aufgrund bisheriger Planungen erwartet worden, dass eine Wiederinbetriebnahme des Forschungsreaktor Garching zum Jahreswechsel zu 2026 erfolgen sollte. Aus Behördenkreisen war davon gesprochen worden, dass es einen ersten Atomtransport aus München nach Ahaus vor der Wiederinbetriebnahme geben sollte. Nachdem diese offenbar nicht mehr auf dem Plan steht, gibt es offenbar auch keinen Handlungsdruck beim FRM-Betreiber.

Anders die Lage zu geplanten Atomtransporten nach Ahaus aus dem Standort mit hochaktivem Strahlenmüll aus Jülich.  Hier hat  der BUND-Landesverband aus NRW nach einem vom BASE abgelehnten Widerspruch Klage vor dem Verwaltungsgericht Berlin eingereicht. In Jülich lagert hochaktiver Atommüll mit hochangereichertem Waffen-Uran in über 150 Castor-Behältern und – so die Behörden – mit Mängeln vor allem bei der Sicherung ! der Abfälle gegen Angriffe von Außen. Ehemals bestehende Sicherheits!mängel, also technischen oder geologischen Problemen, sind meistenteils offenbar für die Behörden annähernd ausgeräumt. Dafür wären Atomtransporte eher nicht zwingend notwendig. Die Behörden jedenfalls meinen, dass der Atommüll aus Jülich trotz der erheblichen Risiken beim Transport der Behälter mit gepanzerten Spezialfahrzeugen und dem enormen Sicherheits- und Personalaufwand für Polizeieinsätze mit tausenden von Personen die sicherere Variante der weiteren Zwischenlagerung darstellt. Studien, die das sicherheitstechnisch darlegen und aufzeigen, gibt es öffentlich bislang nicht.

Hinzu kommt, dass das Zwischenlager in Ahaus Mitte der 2030er seine Genehmigung verliert und alle Sicherheitsnachweise nach Stand von Wissenschaft und Technik neu genehmigt bekommen müsste. Da wird jede Schraube, jede Dichtung, jeder Deckel, jede Brennelementhülle und jedes Strukturteil bis hin zum Gebäude, den Einwirkungen durch Klimafolgen, den Krisenentwicklungen und vielem mehr überprüft werden müssen. Sogar der Bundestag muss dann noch mal ran. Bei einer ergebnisoffenen Prüfung wäre es also nicht eben schlau, noch mal kurz vor Toresschluss große Mengen neuen Atommüll aus Garching und Jülich nach Ahaus zu karren. Da entsteht einfach schon der Verdacht, dass es so „ergebnisoffen“ nicht sein kann.

Ein Urteil zum Zwischenlager in Brunsbüttel hat das nukleare Dilemma vor rund 10 Jahren auf den Punkt gebracht: Das Oberverwaltungsgericht in Zusammenarbeit mit dem Bundesverwaltungsgericht hatte auf Klage von Dreckmann zur Aufhebung der atomrechtlichen Genehmigung für das Zwischenlager Brunsbüttel geführt. Robert Habeck sorgte in der Folge mit einer Art „Notstandsverwaltung“ als Umweltminister in Schleswig-Holstein dafür, dass der Atommüll in Brunsbüttel nicht nur weiterhin dort lagert, sondern noch zusätzlicher Müll eingelagert werden durfte. Das rechtskräftige Rechtsurteil wurde einfach „umspielt“, wenn sich das so sagen lässt. Bis heute lagert der hochaktive Atommüll in Brunsbüttel. Eine atomrechtliche Genehmigung liegt bis heute nicht vor.

  • Hinweis: Zu allen in diesem Artikel gemachten Aussagen, Behauptungen und angedeuteten Hintergründen gibt es zahlreiche Artikel mit vielen Quellenhinweisen. Diese sind alle über die Suchfunktion von „umweltFAIRaendern“ recherchier- und prüfbar. Klar, gibt es Differenzen und unterschiedliche Perspektiven, wie z.B. nukleare Risiken für Mensch und Umwelt zu bewerten sind und welche Konsequenzen sinnvoll oder notwendig sind. Sollte klar sein, wenn Demokratie statt autoritärer Liberalismus oder gar faschistische Formen bürgerlicher Gesellschaftsformen angesagt sind: Gemeinwohl statt Eigennutz.

 

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