„DAS ATOMDESASTER – Die verdrängte Ernsthaftigkeit bei der Suche nach einem Atomendlager“

Die Suche nach einem Endlager für hochradioaktive und andere Atomabfälle wird sich – Stand jetzt – um vermutlich Jahrzehnte verzögern. Damit werden diese brisanten Strahlenabfälle weiterhin an vielen Standorten quer durch Republik und nicht nur an den ehemaligen AKWs  oberirdisch aufbewahrt. Ob die jeweiligen Behälter, in denen der Strahlenabfall verpackt ist, auch dafür geeignet sind und welche Gefahren bei 100+ statt bislang geplanter 40 Jahren „Zwischenlagerung“ hinzukommen: Das ist die eine bedeutsame Frage, die weit oben auf der Tagesordnung in Fragen Sicherheit und Schutz der Bevölkerung stehen. Eine andere: Wie konnte es dazu kommen, dass die sogenannte Endlagerung immer noch in weitere Ferne ist? Darüber denken in einem Beitrag im „Blog der Republik“ Michael Müller, damaliger Co-Vorsitzender der Endlager-Kommission von Bundestag und Bundesrat und Jürgen Voges, Journalist, Mitarbeiter der genannten Kommission und später im Nationalen Begleitgremium (NBG) zuständig für die Umsetzung des sogenannten Standortauswahlgesetzes nach.

Dokumentation: DAS ATOMDESASTER – Die verdrängte Ernsthaftigkeit bei der Suche nach einem Atomendlager – Ein Gastbeitrag von Michael Müller und Jürgen Voges – Die kurze, aber sehr folgenreiche Zeit der Atomenergie

Mitte der 1950er Jahre wurde die friedliche Nutzung der Atomenergie als Weg in ein neues Zeitalter des Wohlstands gepriesen. Die gewaltige Kraft der nuklearen Energiequelle wurde als schier unendlich hingestellt, die alle Energieprobleme der Menschheit lösen würde. Der Grund für die Atomenergie lag auch darin, mit dem Slogan „Atomkraft für den Frieden“ von der katastrophalen Vernichtungskraft der militärischen Atomkernspaltung abzulenken. Doch der Traum von der friedlichen Nutzung ist in unserem Land nach den beiden Größten Anzunehmenden Unfällen (GAU)* in Tschernobyl und Fukushima geplatzt. Aber trotz des Abschaltens aller deutschen Atomkraftwerke ist das kurze, aber riskante und teure Zeitalter der Atomenergie noch nicht vorbei. Das Erbe ist hochradioaktiven Abfall, der über eine Million Jahre in einem sicheren Verschluss gelagert werden muss, damit es nicht zu Schädigungen für Mensch und Natur kommen kann.

Hier im Blog der Republik weiterlesen.

  • * In beiden Fällen handelte es sich nicht um einen GAU, sondern um einen Super-GAU. Der Größte Anzunehmende Unfall GAU ist derjenige, der von der Anlage beherrscht wird. Dafür ist der Meiler technisch ausgelegt worden. Diese Auslegung ist in Tschernobyl und Fukushima überschritten worden. Daher muss es Super-GAU heißen.
  • Alles zum Thema Endlagersuche auf umweltFAIRaendern.de

 

Jetzt der EU Nein sagen! Atomfusion und Iter: „Fusionsprojekt steckt in großen Schwierigkeiten“

Keine Satire: Während das weltweit größte und bedeutendste Projekt der Atom-Fusions-Forschung, der ITER in Südfrankreich, vollkommen aus dem Ruder läuft, sich weiter verteuert und eine erste Stromerzeugung für kurze Testzwecke erneut auf nunmehr 2039 verschieben wird, hat die EU ein Stellungnahme-Verfahren am Start, bei dem Unternehmen, Verbände und Bürger:innen ihre Perspektive oder Kritik einbringen können. Die EU und die Mitgliedsstaaten müssen entscheiden, ob die Fusionstechnologie mit immer neuen Milliarden-Subventionen weiter betrieben wird. Die Frist für das Beteiligungsverfahren zur Bewertung von ITER bei der EU läuft – anders als auf der Startseite genannt – bis zum 06. September 2024. Es ist schon sinnvoll, dort sein NEIN zu hinterlegen und mehr Einsatz für die Förderung der Erneuerbaren Energie zu fordern! (Foto: Betreiber ITER)

Mehr zum Thema auf umweltfairaendern:

Dass das weltweit größte Projekt für den Bau eines Fusions-Reaktors im französischen Cadarache regelmäßig massive Kostensteigerungen und immer wieder erhebliche Bauverzögerungen vermeldet, kann man eigentlich getrost im Jahreskalender eintragen. „Eine Hiobsbotschaft nach der anderen“, schreibt „Future-Zone“ über das Projekt, an dem fast alle Industriennationen rund um den Planeten irgendwie beteiligt sind. Und Science titelt gar: „Fusionsprojekt steckt in großen Schwierigkeiten„. Rund neun Jahre verzögert sich nach neuen Angaben eine Inbetriebnahme, also von 2025 auf nun 2034. Und die Baukosten dürften dann die 25 Mrd. Euro Grenze überschritten haben, wahrscheinlich wird es aber noch viel teurer.

Erste Versuche, bei denen möglicherweise dann auch ein wenig Strom zu Testzwecken erzeugt werden soll, würden erst ab 2039 erwartet. Eine Sorge: Möglicherweise springen bisherige Nationen bzw. Geldgeber in den nächsten Jahren ab, wenn sich weitere Fehlentwicklungen und Probleme zeigen oder die internationalen Spannungen und Konflikte zunehmen. China, Russland, Indien, USA und die EU sind an dem globalen Projekt beteiligt. An Landes- und Bundespolitiker:innen und viele Medien gerichtet, möchte man noch mal erinnern: Die Klimakatastrophe ist schon da! Die Fusion-Technologie – und auch die neuen smarten AKWs sind eine unverantwortliche Geldverschwendung und Hemmnis auf dem Weg in die erneuerbare Energiewende für alle!

Während sich in der Real-Forschung der ITER zum Super-GAU entwickelt, wird gern in Medien für neue Wege der Fusions-Zauber-Technik geworben und von Hoffnungen und Erwartungen fabuliert, aber meist nie von Fakten berichtet. Gespeist wird das auch von weitgehend faktenfreien Erzählungen aus den Reihen der AfD und immer stärker inzwischen von der CDU und auch der FPD (Siehe den Link oben über eine Anhörung im Bundestag). In Hessen und Bayern sollen Forschungsgelder intensiv in dieser schon seit Jahrzehnten erhoffte Technik gesteckt werden. Auch das FDP dominierte Bundesforschungsministerium will mehr Investitionen in diesen Bereich stecken. Lasertechnik soll helfen – ohne dass irgendwie ernsthafte Projekte im Raum stehen, die einen konkreten Beitrag zur Stromerzeugung in den nächsten Jahrzehnten liefern könnten. Dass Wissenschaft und Forschung für die Projektentwicklung und zur Arbeitsplatzsicherung Projekte immer wieder hoffnungsfroh beschreiben, dürfte nicht wundern. Wer aber schaut sich das genauer an? Doch es gibt auch genug Wissenschaftsverantwortliche, die deutlich sagen: Gegen die Klimakatastrophe wird die Fusionstechnik in keiner Weise helfen!

Über die Pressekonferenz der ITER-Gesellschaft berichten im Juli diverse Medien ausführlich:

Zum Abschluss dieses Beitrages frage ich ChatGPT35:

Was ist Stand beim ITER?

ChatGPT: „4 Websites durchsucht

Der aktuelle Stand beim ITER-Projekt, einem der größten und ehrgeizigsten Fusionsenergieprojekte der Welt, ist von bedeutenden Verzögerungen und technischen Herausforderungen geprägt. Ursprünglich war geplant, dass der ITER-Reaktor im Jahr 2025 in Betrieb geht, doch dieser Termin wurde mehrfach verschoben. Nach der neuesten Zeitplanung, die im Juni 2024 vorgestellt wurde, ist der Beginn der ersten Versuche mit Deuterium-Deuterium-Fusion nun für 2035 angesetzt.

Die Verzögerungen wurden durch mehrere Faktoren verursacht, darunter die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie und technische Probleme mit einigen der kritischen Komponenten des Tokamaks, wie den Vakuumgefäßabschnitten und den thermischen Abschirmungen. Diese Probleme erforderten umfangreiche Reparaturen und führten zu einer Neuplanung des Projekts. Trotz dieser Herausforderungen bleibt das ITER-Projekt ein wichtiger Bestandteil der globalen Fusionsforschung, und die Arbeiten an der Montage des Tokamaks sowie an anderen kritischen Systemen schreiten weiter voran.

Ziel des Projekts ist es, durch den Zusammenschluss von Wasserstoffisotopen Energie zu erzeugen, ähnlich wie es in der Sonne geschieht. Dies würde eine nahezu unbegrenzte und kohlenstoffarme Energiequelle bieten. Die endgültige Betriebsaufnahme von ITER wird für die späten 2030er Jahre erwartet, wobei noch weitere technische und regulatorische Hürden zu überwinden sind​(NucNet,ITER).

Der Link von ChatGPT noch mal hier: https://www.nucnet.org/news/new-schedule-for-delayed-fusion-project-sees-initial-operation-in-2035-6-5-2024

Schweizer Atomenergie: Abhängig von russischem Uran – auch über deutsche Atomfabrik

Gerade geht der Block 2 des Schweizer AKWs Beznau nach der Revision und mit 20 neuen Uran-Brennelementen wieder an den Start. Ein uralter Atom-Reaktor, laufzeitverlängert über 40 Jahre hinaus! Internationales Recht wie ESPOO- und Aarhus-Konvention (siehe Links) unterläuft die Schweiz bei der Verlängerung der Laufzeiten über 40 Jahre hinaus. Der Uranbrennstoff vermutlich mit einer gehörigen Portion Uran aus Russland. Zusammengebaut zu Brennelementen möglicherweise im emsländischen Lingen bei ANF? Die Schweizer Energiestiftung hat jüngst in einem Gutachten auf die erhebliche Rolle Russlands bei der Atomstromerzeugung in der Schweiz hingewiesen. Russland will auch in Lingen einsteigen. Der französische Betreiber Framatome will künftig von Deutschland aus Uran-Brennelemente für Reaktoren russischer Bauweise in Osteuropa mit russischer Unterstützung herstellen. Doch egal, wo Uranbrennstoff hergestellt wird: Die nuklearen Risiken von Super-GAU und ungelöster Atommülllagerung bleiben. Vor allem, wenn Atommeiler immer länger betrieben werden, als ehemals geplant. Davor warnt auch die Präsidentin vom Bundesamt für Strahlenschutz in einem Interview.

In der Berliner Morgenpost hatte die Präsidentin des Bundesamts für Strahlenschutz, Inge Paulini – nicht zum ersten Mal – vor den nuklearen Gefahren gewarnt, die Deutschland auch trotz des Atomausstiegs weiterhin bedrohen: “Strahlung macht an den Grenzen nicht halt. In vielen Nachbarländern bleiben die Atomkraftwerke am Netz, es werden sogar noch neue gebaut. Hinzu kommen Bedrohungsszenarien, die lange vergessen waren. Die Bedrohungslage hat sich verändert, das Risiko ist aber nicht geringer geworden”. Damit könnte sie möglicherweise auch die Laufzeitverlängerung in der Schweiz im Blick gehabt haben. Weiter sagte Paulini in dem Interview: “Wir müssen uns auf Unfälle in ausländischen Atomanlagen einstellen, auf Probleme beim Transport von radioaktivem Material und auf terroristische Anschläge. Zudem wird wieder offen mit dem Einsatz von nuklearen Waffen gedroht. Wir beobachten natürlich auch genau, was in den ukrainischen Atomanlagen passiert – etwa rund um das Kernkraftwerk in Saporischschja.”

Die IPPNW Deutschland ist gerade dabei, die geplante Laufzeitverlängerung des AKW Leibstadt zum Thema zu machen. Dazu ist dieser Artikel mit vielen wichtigen Quellen und Informationen online. In einem Schreiben an den zuständigen Bundesrat Rösti, der nicht nur alte AKWs länger laufen lässt, ohne sich an internationale Rechtsanforderungen zu halten, sondern gegen jede Sinnhaftigkeit teure Atomenergie neu bauen will, hat die Ärztinnen-Organisation die Stilllegung des AKW Leibstadt gefordert. Mindestens aber müsse die Schweiz ein Verfahren mit Umweltverträglichkeitsprüfung und grenzüberschreitender Öffentlichkeitsbeteiligung durchführen.

Weitere Informationen zu dem Themenfeld auf umweltFAIRaendern.de

Dokumentation von der SES-Homepage: Schweizer Atomstrom abhängig von Russland

Marcel Tobler,

Die Atomkraft wird derzeit wieder in die Energiedebatte eingebracht. AKW-Befürworter:innen drängen auf Unabhängigkeit in der Stromproduktion. Allerdings ist Atomkraft keine einheimische Energie; die Schweizer Atomindustrie ist vollständig von Uranimporten abhängig. Davon stammen 45 % vom russischen Staatskonzern Rosatom. Mit diesem Brennstoff werden 15 % des gesamten Schweizer Stroms produziert. Dabei trägt Rosatom enorme militärische Verantwortung und ist als aktiver Akteur im völkerrechtswidrigen Angriffskrieg auf die Ukraine involviert. Die Uranimporte von Axpo legitimieren und finanzieren die Operationen dieses Konzerns mit.

Die vorliegende SES-Recherche fasst den aktuellen Wissensstand zusammen und kontextualisiert die verfügbaren Daten aus Handelsstatistiken, technischen und finanziellen Berichten. Daraus ergibt sich eine umfangreiche Datenanalyse, die die Beziehungen zwischen dem russischen Atom-Konzern Rosatom und der Schweiz detailliert nachzeichnet.

Rosatom: wirtschaftlich und militärisch bedeutend

Rosatom ist eine Staatskorporation mit über 460 Unternehmen und rund 360’000 Mitarbeitenden. Sie verantwortet sowohl das militärische als auch das zivile Atomprogramm Russlands. Die Staatskorporation kann als institutionelle Erbin des sowjetischen Atomministeriums verstanden werden und untersteht als solche direkt der russischen Regierung. Als global tätiger Konzern gehört Rosatom zu den zentralen Playern im weltweiten Nukleargeschäft. Darüber hinaus trägt der Konzern die Verantwortung für das weltweit grösste Atomwaffenarsenal.

Im Ukraine-Krieg spielt Rosatom unter anderem eine direkte Rolle. So hat Rosatom nachweislich Technologie an das russische Militär geliefert und verantwortet das besetzte Atomkraftwerk Zaporizhija, was sowohl der nuklearen Erpressung als auch der konkreten Sabotage der ukrainischen Energieversorgung dient. Rosatom steht – mit Ausnahme des Unternehmens Atomflot – (noch) nicht auf der Sanktionsliste der Europäischen Union und damit auch nicht auf jener der Schweiz. Die USA hingegen sanktionieren russische Uranimporte seit 12. August 2024.

Schweiz: zu 100 % vom Uranimport abhängig – und beteiligt am Krieg

Atomstrom ist und bleibt über den Uran-Brennstoff zu 100% ein Importgut. Die Betreiberin Axpo bezieht ihren Brennstoff für das AKW Beznau vollständig und für Leibstadt zur Hälfte aus Russland. Die Schweizer AKW benötigen damit im Schnitt pro Jahr knapp 25 Tonnen angereichertes Uran russischen Ursprungs. Das heisst: etwa 45% des Atomstroms und 15% des gesamten Schweizer Stroms stammen aus russischem Uran und damit von Rosatom. Die Axpo, die vollständig im Besitz der Kantone also der öffentlichen Hand ist, bezahlt für den Brennstoff schätzungsweise 50 Mio. Franken pro Jahr.

Wer ja sagt zur Atomenergie, sagt ja zu Pfadabhängigkeiten, die sich oft in langfristigen Knebelverträgen manifestieren. Damit nimmt man billigend in Kauf, sich auf Seiten eines Kriegstreibers wiederzufinden.

Bis zum Atomausstieg: vollständige Transparenz über die Lieferketten

Solange in der Schweiz noch Atomkraftwerke am Netz sind und Rosatom als Handelspartner der Schweizer Atomindustrie akzeptiert ist, legitimiert die Axpo damit die mehr als zweifelhaften Operationen dieses Konzerns. Zudem ist es bei weitem nicht ausreichend, auf direkten Uraneinkauf in Russland zu verzichten. Vielmehr müsste Rosatom vollständig aus der Wertschöpfungskette der Schweizer Atomindustrie ausgeschlossen werden, was angesichts der gigantischen Weltmarktmacht des Konzerns sehr schwierig sein dürfte. Umso dringender ist die Forderung, dass vollständige, öffentliche Transparenz über die Lieferketten inkl. aller Beteiligungen geschaffen wird, bis das letzte Schweizer AKW vom Netz geht und kein Uranimport mehr nötig sein wird.

Dokumentantion: Beznau-2 nach Brennelementwechsel 2024 wieder am Netz

Nach erfolgreichem Brennelementwechsel hat Axpo den Block 2 des Kernkraftwerks Beznau am 19. August 2024 wieder ans Netz gebracht. Mit der neuen Beladung des Reaktorkerns startet Beznau-2 in einen neuen Betriebszyklus. 26. Aug. 2024

Beznau-1 und -2

Nach dem Brennelementwechsel nahm Beznau-2 den Betrieb wieder auf.  Quelle: Axpo

Beznau-2 war am 6. August 2024 planmässig für den Brennelementwechsel vom Netz gegangen. In den letzten zwei Wochen tauschten die Spezialistinnen und Spezialisten 20 der insgesamt 121 Brennelemente im Reaktorkern aus. Die neue Kernbeladung wurde durch die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) und das Bundesamt für Energie (BFE) verifiziert. Darüber hinaus wurden Prüfarbeiten, Systemtests sowie geplante Instandhaltungsarbeiten an einzelnen Komponenten durchgeführt. Die Mitarbeitenden des Kernkraftwerks Beznau wurden dabei von rund 150 externen Fachkräften unterstützt.

Nach der Freigabe des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats (Ensi) nahm Beznau-2 den Leistungsbetrieb schrittweise wieder auf.

Laut Apxo produziert das Kernkraftwerk Beznau sicher und zuverlässig rund 6 TWh Strom pro Jahr – und deckt damit ein Zehntel des Strombedarfs der Schweiz. Die beiden Kraftwerksblöcke werden jeweils im Frühling/Sommer für einen Brennelementwechsel oder eine Revision vom Netz genommen. Danach leisten sie wieder während rund einem Jahr – und nicht zuletzt während der Wintermonate – ihren wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit in der Schweiz.

Quelle

M.A. nach Axpo, Medienmitteilung, 20. August 2024 und Ensi, Medienmitteilung, 18. August 2024

Wie schön: Wutzrock! Panteon Rococo – Immer gegen Faschismus – Immer umsonst, zusammen, draußen – und so tolle Musik

Wie gut, dass es das immer noch gibt. Grad wieder! Alt und Frisch und Neu aus Bergedorf. Das sind die, die nach Hamburg fahren! Wenn die S-Bahn funktioniert. Absolut kein Flop! In jedem Fall umsonst zusammen draußen und gegen Nazis und alles was nicht solidarisch ist. Danke an all die Wutzrocker:innen vom Anfang bis heute und bis noch viel länger! Da wurde sogar für den Netze-Chor geworben. Direkt von Wutzrock ins Tonstudio, wo Rantanplan auf einem Scherben-Cover für Gemeinwohl und Rekommunalisierung den „Netze-Song“ einspielte. (Siehe unten) Und in jedem Fall: Hier ist Wutzrock immer wieder. Und diesmal war da auch Panteon Rococo – Mexico. Die Welt am Eichbaumsee in Allermöhe – gleich bei Dove-Elbe! Ein Video auf Youtube. Schaut selbst, wie datensicher und ohne Werbung das geht: Invidious ist eine Plattform, die Youtube nicht mag. Aber klar! Wutzrock 2024

Und natürlich: umweltfairaendern hat über Wutzrock auch schon berichtet. Und davor im Grunde auch schon: Im Jahre 2000 wurde Wutzrock 22 Jahre alt. In „ak – analyse und kritik“ schrieb damals Harald Holzmann über das Festival: „22 Jahre Schweinerock – Wutzrock 2000 – Umsonst & Draußen“ – Mein alter Blog ROCK-LINKS hält den Text aus der Zeitung hier online. Im AK war ich seinerzeit Teilzeit-Redakteur, auch mit kulturellem musikalischen Auftrag. Texte, vom Anfang des Jahrtausends, die über meinen Schreibtisch und Mailaccount liefen, sind hier immer noch online zu finden und im Archiv des AK wohl auch. Ein Versuch, im AK Kultur Musik Pop zu etablieren.

Auch das gehört irgendwie zu Wutzrock – Bergedort und Volksentscheid Unser Hamburg Unser Netz: https://umweltfairaendern.de/2013/08/20/der-sound-der-netze-rantanplan-und-der-netze-chor-das-ist-unser-netz/ und dieser Song:

Einfach weiter lesen: ak – analyse & kritik, Zeitung für linke Debatte und Praxis, Zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 439 / 08.06.2000

22 Jahre Schweinerock – Wutzrock 2000 – Umsonst & Draußen

Mammutveranstaltungen wie „Rock am Ring“ oder die zweijährlich stattfindenden Rolling Stones Welttourneen sind deutliches Zeugnis der vollständigen Kommerzialisierung der Ware Rockmusik. Als Ausdruck von Gegenkultur ist sie nur noch in wenigen Nischen zu finden. Eine dieser verborgenen Ecken ist ein kleines, meist nicht sehr spektakuläres Musikfestival mit dem Namen Wutzrock im Osten Hamburgs.

Der Kampf um ein autonomes, selbstverwaltetes Jugendzentrum war die Geburtsstunde dieses wohl zu den ältesten zählenden „Umsonst & Draußen“-Festivals in der BRD. Um die Idee eines autonomen Jugendzentrums („JUZ, aber dalli“ lautete die damalige Parole) zu transportieren, wurde 1979 im Billtalstadion des Hamburger Stadtteils Bergedorf das erste Wutzrock-Festival veranstaltet. Man wollte Öffentlichkeit bzw. Gegenöffentlichkeit zum Angebot des Hitparadenmiefs eines Dieter Thomas Heck. Vor allem aber sollte die eigene kulturelle Identität schon mal im Vorwege ausprobiert und vorgelebt werden. Das kulturrevolutionäre Element war Wegbegleitung zumindest in der ersten Phase der Realisierung der Festivals. Es ging nicht um eine Art Masterplan zur Erringung der lokalen kulturellen und politischen Hegemonie, sondern im Vordergrund stand die Idee der konkreten Umsetzung eines alternativen, immer politisch infizierten Lebens.

Bemerkenswert ist vor allem, dass Wutzrock nach diversen Höhen und Tiefen und trotz eines bis heute vollständig gewandelten Zeitgeistes und trotz eines abhanden gekommenen revolutionären Subjekts, immer noch sehr lebendig jedes Jahr auf dem Gelände am Eichbaumsee wieder aufersteht. In diesem Jahr findet das Open-Air-Festival nun schon zum 22. Mal statt. Darüber hinaus ist das damals durch u.a. mehrere Hausbesetzungen erkämpfte autonome Jugendzentrum noch existent bzw. funktioniert immer noch im Sinne seiner Mütter und Väter. Indikator für den unangepassten, immer noch aufrührerischen Geist mag sein, dass das JUZ „Unser Haus“ in CDU-Anfragen an den Hamburger Senat schon mal als Dependance der „Roten Flora“ bezeichnet wird.

Idee eines alternativen, politischen Lebens

Bundesweit gibt es noch einige andere Orte wie z.B. Vlotho oder Würzburg, an denen die Idee der „Umsonst & Draußen“ Festivals weiterlebt. Vlotho errang Anfang der 80er Jahre auf Grund seiner Woodstock ähnlichen Größenverhältnisse von schon mal 70.000 ZuhörerInnen und den unvergessenen Schlammschlachten mehr als regionale Aufmerksamkeit. Neben der Idee, unkommerzielle Nonprofit-Veranstaltungen als authentischen Ausdruck des (damaligen) Lebensgefühls zu organisieren, war der Regen das einzige, das Wutzrock und Vlotho einte. In Vlotho gelang es nach den äußerst erfolgreichen Veranstaltungen von 1975 bis 1979 nicht, das Festival jährlich zu organisieren. Erst 1990 ging es weiter. 1993 waren wieder 70.000 nichtzahlende ZuhörerInnen erreicht. Danach gab es noch 1997 ein Festival. In diesem Jahr sollen nun vom 1. – 3. September wieder drei Tage alternativ gefeiert, Musik gehört und Drogen konsumiert werden. Vlotho war, anders als Wutzrock, immer eher ausschließlich das Festival des authentischen Lebensgefühls und nicht Ausdruck des politischen Widerstands.

Die ökonomische Umsetzung und Realisierung der Festivals ist überall gleich. Die Bands spielen zu Konditionen, die es nicht erlauben, Superstars zu holen. Der Verkauf der legalen Drogen bleibt in der Hand der Veranstalter, Stände werden gegen Gebühren vermietet, gearbeitet wird von vielen Leuten viel und umsonst.

In den Anfangstagen des Wutzrockfestivals sorgte das Bezirksamt Bergedorf bzw. die Hamburger Kulturbehörde über den jugendpolitischen Geldtopf noch für eine Ausfallbürgschaft. Nachdem diese Mittel bis 1995 mit nur noch 7.500 DM einen Tiefstand erreichten, stand aufhören oder anders weiter zur Debatte. Nach einigen Streitereien mit dem Hausrat vom JUZ gründete die Veranstaltungsgruppe den eingetragenen Verein „Galatic Entertainment“ und setzte sich vorübergehend ein wenig vom Jugendzentrum ab. Sponsoring durch den in Bergedorf inzwischen entstandenen alternativen Mittelstand sollte nun die erforderlichen Geldmittel bringen: Der regionale Müsliladen, bzw. Fahrradschrauber um die Ecke und vielleicht sogar der Autodealer wurden zum Objekt der Begierde. Das Konzept ging auf und der Müsli-orientierte Bergedorfer Mittelstand half, das erforderliche Geld zusammenzubringen. Als einziges Großunternehmen, Das in dieser Szene Kultursponsoring für zweckmäßig hielt – ist Langnese dabei.

Inzwischen hat das Festival am Eichbaumsee einen festen Veranstaltungsort. Seit dem steigen die Besucherzahlen langsam aber stetig von früher vielleicht maximal 3.000 auf heutige 7-10.000 Menschen an.

Sponsoring für die linke Subkultur

Erst seit ca. vier Jahren ist dieser Veranstaltungsort unumstritten. Davor hatte der Ortsausschuss „Vier- und Marschlande“ in Form von einer CDU-FDP-Initiative ständig versucht, das Festival von diesem Platz zu vertreiben. Unvergessen ist die Drohung mit dem Volkszorn durch den FDP-Abgeordneten Hansen vom September 1991: „Müssen die Leute erst mit dem Güllewagen dort hinfahren …“, war seine Aufforderung zu Bauernriots.

Wutzrock hat sich inzwischen etabliert. Als ein eher regionales Musikfest hat es in den Anfängen die Jugendlichen der kleinen subkulturellen Szene Bergedorfs in ihrer Positionierung im politischen Koordinatensystem unterstützt. Über den Hebel der Musik wurde im kleinbürgerlichen Speckgürtel der Metropole Hamburg kulturpolitische Orientierung geboten, die zumindest in der jährlichen Realisierung des Festivals bis heute trägt. Eine frühzeitige Umsetzung des Mottos „Think global, Act lokal“.

Als gegenkulturelle Veranstaltung war Wutzrock auch ein Angriffspunkt der Neo-Nazis. 1988 plakatierten Neo-Nazis im Hamburger Schanzenviertel Wutzrockplakate mit dem Text „Unser Haus spielt Bimbomusik“ über. Das JUZ „Unser Haus“ war damals noch identisch mit der Wutzrock-Veranstaltungsgruppe.

Bei diversen Festivals musste mit Provokationen durch die Nazis gerechnet werden, zumal Wutzrock immer auch aktiv politische Gegenkultur unterstützte. Seit 1998 hat die deutsche Sektion von ICAD (International Comitee against Disapperance) ein Infozelt auf dem Festivalgelände. ICAD problematisiert weltweit das staatlicherseits organisierte Verschwindenlassen kritischer, engagierter Menschen. Dieses Jahr wird das Festival um ein weiteres Infozelt unter dem Motto „Faschismus ist keine Meinung sondern ein Verbrechen“ ergänzt. Inhalt ist der antifaschistische Widerstand gegen das immer offenere Auftreten der Neo-Nazis auf Hamburger Straßen.

Wutzrock und Gegenkultur gegen Nazis

Zu hoffen bleibt, dass diese real gelebte Alternative weiterhin als Orientierungsrahmen im Kampf um die Köpfe bleibt, dass es auch in Zukunft gelingt, das Staffelholz an die nachwachsenden Generationen Jugendlicher zu überreichen, um weiter gesellschaftliche Räume zu besetzen.

Hz

Wutzrock 2000: 14.-16. Juli in Hamburg am Eichbaumsee, Programm unter: www.bergedorf.de/kulturost


© a.k.i Verlag für analyse, kritik und information GmbH, Rombergstr. 10, 20255 Hamburg

 

Atomenergie im Krieg: Kampfhandlungen um AKWs Saporischschja und Kursk – Ärztinnenorganisation IPPNW schlägt Alarm

Nachdem die ukrainischen AKWs in Tschernobyl und vor allem in Saporischschja unmittelbar in die Kriegshandlungen seitens Russlands in der Ukraine einbezogen waren und sind, rücken nun auch die grenznahen Atommeiler auf russischem Gebiet in den Focus der Kämpfe. Ukrainische Truppen sind auf russischem Gebiet Richtung Kursk vorgerückt. Verbunden mit der Drohung, dass das dortige AKW möglicherweise zur Zielscheibe werden könnte? Die internationale Ärzt*innen-Organisation IPPNW, wegen ihres Engagements gegen Atomgefahren mit dem Nobelpreis ausgezeichnet, reagiert mit Sorge auf die Meldungen und warnt vor den drohenden Gefahren einer Eskalation rund um die Atommeiler. In Saporischschja ist es offenbar direkt am abgeschaltetem AKW mit sechs Reaktorblöcken zu einem Feuer gekommen – möglicherweise in Verbindung mit Angriffshandlungen. Dieses Feuer soll gelöscht sein. Aufgrund der Kämpfe, aber auch im Zusammenhang mit der Trockenheit brennen Wälder in der Umgebung des AKW. (Foto: Präsidialamt Ukraine, Feuer am AKW Saporischschja, inzwischen gelöscht.) Auch das für Atomenergie-Anlagen zuständige „Bundesamt für Atommüll“ BASE berichtet über die wachsende Gefahrenlage.

umweltFAIRaendern.de dokumentiert die PM der IPPNW von heute:

Drohende gesundheitliche Katastrophe: Ärzt*innenorganisation schlägt Alarm

Kampfhandlungen um AKWs Saporischschja und Kursk

Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW äußert sich sehr besorgt über den Brand auf dem Gelände des Atomkraftwerks Saporischschja in der Ukraine und die anhaltenden Kampfhandlungen in der Nähe des AKW Kursk in Russland. Aufgrund des Risikos eines schweren AKW-Unfalls fordert die IPPNW eine sofortige Einrichtung einer entmilitarisierten Zone um die beiden Atomanlagen.

„Alle Angriffe müssen sofort aufhören. Diese menschengemachte nukleare Bedrohung im Krieg ist für die betroffene Zivilbevölkerung nicht länger hinnehmbar“, mahnt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. „Ein beschädigtes Atomkraftwerk im Krieg kann auf diese Weise schnell zu einer Massenvernichtungswaffe werden. Die internationale Gemeinschaft muss endlich handeln und sich um eine entmilitarisierte Zone um AKWs in Kriegszonen bemühen“, so Claußen.

Die Ärzt*innen warnen vor möglichen Folgen der derzeitigen Kämpfe zwischen ukrainischen und russischen Truppen in der Nähe des AKW Kursk. Das AKW Kursk in der russischen Stadt Kurtschatow beherbergt vier Blöcke aus der Reaktorbaureihe, die in Tschernobyl verbaut wurde und besonders störungsanfällig ist. Zwei der Reaktoren sind bereits stillgelegt. Die beiden noch in Betrieb befindlichen sind deutlich weniger geschützt gegen externe Angriffe als das AKW Saporischschja. Der IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi rief am Wochenende beide Konfliktparteien dazu auf, sich an die Regeln für nukleare Sicherheit in Konfliktgebieten zu halten. In der Stadt Kurtschatow und dem Umland fiel wegen eines ukrainischen Drohnentreffers bereits der Strom aus, teilte der kommissarische Gouverneur von Kursk mit.

Die Internationale Atombehörde IAEA teilte am Sonntagabend mit, es habe auf dem Areal des AKW Saporischschja mehrere Explosionen gegeben. Das von russischen Truppen kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja gab bekannt, eine Drohne habe einen Kühlturm auf dem nördlichen Teil des Areals getroffen. Die IAEA sieht in ihrer Mitteilung zum AKW Saporischschja zwar keine unmittelbare Gefahr gegeben, allerdings berge jede Art von Feuer auf dem Gelände oder in seiner Nähe die Gefahr, dass es auch auf sicherheitsrelevante Einrichtungen übergreift.

Sollte ein Brand auch einen der Reaktoren erfassen, könnte im schlimmsten Fall eine Kernschmelze drohen. Die in diesem Fall austretende atomare Strahlung hätte verheerende Folgen für die Umwelt und Ernährungssicherheit sowie die Gesundheit der Bevölkerung, welche sich unter Kriegsbedingungen noch einmal verschärfen. Zudem würden sich die Folgen voraussichtlich nicht auf ukrainisches Staatsgebiet beschränken. Russland und die Ukraine machten sich gegenseitig für die Angriffe verantwortlich. Russischen Nachrichtenagenturen zufolge ist der Brand auf der Anlage inzwischen gelöscht.

Seit der russischen Invasion kommt es immer wieder zu Angriffen auf das ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja. Im August 2022 kam es zu Luftangriffen. Zudem berichtete die IAEA im Juli 2023, Mitarbeiter*innen hätten auf dem Gelände Minen entdeckt.

Kontakt:
Lara-Marie Krauße (Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit), E-mail: krausse@ippnw.de, Tel.: 030  698074 15

 

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