Braunkohleabbau und Verstromung ist bei Vattenfall eine Brücke für die Energiewende, am besten unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Andere nennen das Klimakatastrophe und Umweltzerstörung. Foto: Dirk Seifert
Unter der Überschrift: „Vattenfall muss Öffentlichkeit anhören“ berichten die Klimaretter auf ihrer Seite über den geplanten Ausbau des Braunkohleabbaus in der Nähe von Cottbus. „Zum Braunkohlenplan für den Tagebau Welzow-Süd II in der Lausitz wird es – wie bereits erwartet – eine erneute Phase der Öffentlichkeitsbeteiligung geben. Das wurde am Donnerstag in der Sitzung des brandenburgischen Braunkohlenausschusses in Cottbus bekannt gegeben. Demnach soll im Laufe des kommenden Jahres eine zweimonatige öffentliche Auslegung durchgeführt werden, um den Plan danach in wesentlichen Teilen zu überarbeiten.“ Mehr dazu bei den Klimarettern. Siehe dort auch unten auf der Seite.
Schleiertänze im Vattenfall-Clubheim Schwarze Pumpe. Fotografie: Kira/Bearbeiter:Joane/pixelio.de
Der Lausitzer Rundschau entgeht einfach nichts, ist total top informiert und weiß immer neue Seiten von Vattenfall zu zeigen. Während diese zurecht sich Rundschau nennende Zeitung zuletzt von dem offenbar einzigen bei Vattenfall nachdenkenden Mitarbeiter informierte, gibt es nun aus dem eigentlichen Machtzentrum – dem Clubheim Schwarze Pumpe – neue Schlagzeilen: „Bauchtänzer zeigen orientalische Show„. Es wäre kleinlich, zu fragen, ob es nicht eigentlich TänzerINNEN gewesen sind!
In jedem Fall waren die Gäste – vermutlich allesamt von Vattenfall – „an den langen Tischen“ total begeistert, denn: „Die Bauchtänzerinnen präsentierten sich mit aufwendiger Kleidung, Schleiern und tollen Tänzen.“ Tolle Tänze auch noch, super! Und das ganze hatte jedenfalls – wie es sich für den international aufgestellten Konzern Vattenfall einfach gehört, ein ebenso internationales Publikum, denn: „Zu den Gästen gehörten auch befreundete Vereine aus Cottbus, Hoyerswerda und Senftenberg.“ Toll, aber da hätten wir gern mehr erfahren.
Wie sehr Vattenfall das Detail liebt, zeigt sich auch darin, dass die Leiterin der Bauchtanzgruppe – wie zufällig – Therese Kern heißt. Kapiert? Kern?! Genau, wie KERN-Kraftwerk! Auch Vattenfall wirbelt ja immer gern mit „aufwendiger (Ver-)Kleidung, Schleiern und tollen Tänzen“, ganz wie aus 1001 Nacht. Nur ist das bei Vattenfall irgendwie sonst nie orientalisch. Etwas verwirrend ist vielleicht auch, dass diese arabischen Traditionen in der Schwarzen Pumpe gepflegt werden, wo doch eigentlich Braunkohle verfeuert wird.
Übrigens: Zu hoffen ist, dass es zwischen den Legenden um die „Schwarze Pumpe“ und der Wirklichkeit keinen Zusammenhang gibt: Damals soll die Pumpe schwarz angemalt worden sein, weil mit dieser Farbe vor der Pest gewarnt wurde. „Mit dieser List erhoffte man sich, die feindlichen Truppen auf Distanz halten zu können.“ Total listig! Vattenfall versucht das noch heute, nur dass es nicht um die Pest geht, sondern um die Klimakatastrophe. Was für ein Irrsinn. Oder?
Ja, auch das hier: Bill Ramsey. Aber – ok – das war nicht in der Schwarzen Pumpe, sondern in Farbe und in Marokko!