Atomdrehscheibe Hamburg: Aktion gegen Urantransporte im Hafen

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AtomkraftgegnerInnen im Hamburger Hafen: Atomtransporte stoppen.

Atomdrehscheibe Hamburg: Am Freitag Nachmittag besuchten AtomkraftgegnerInnen den Südwest-Terminal im Hamburger Hafen, um sich selbst ein Bild von dem Zustand der Container mit dem dort lagernden Uranerzkonzentrat zu machen. Inzwischen lagern dort insgesamt 36 Container mit radioaktivem Yellow Cake. Ein Teil der Lieferung stammt aus den Uranminen in Namibia, der andere Teil aus Kasachstan. Nachdem der Terminal wegen einer Bombenentschärfung gesperrt war, stauen sich die Container, weil die Bahn offenbar nicht genügend Waggons für den Abtransport bereitstellen kann. Die radioaktive Fracht ist zur Weiterverarbeitung für Brennelemente für eine Fabrik in Narbonne in Südfrankreich bestimmt.

Die AtomkraftgegnerInnen sind „in Strahlenschutzanzügen auf das Firmengelände gegangen und fotografieren die Container mit radioaktivem Material. „Ziel ist zu zeigen, dass es ein öffentliches Interesse an den Transporten und deren Verhinderung gibt. Schließlich versorgen diese Transporte die Atomindustrie in der ganzen Welt“ sind sich die Inspektor*innen einig“, heißt es dazu auf der Homepage eines Anti-Atom-Camps.

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Polizeieinsatz bei Aktion gegen Atomtransporte mit radioaktivem Yellow Cake aus Namibia und Kasachstan im Hamburger Hafen.

Über den Polizeieinsatz wird dort berichtet: „Die Polizei hat Personen gekesselt, Personalien festgestellt und vom Gelände geschoben, dann gehen lassen. C. Steinweg hat Container in die Einfahrt gestellt, damit niemand mehr aufs Gelände kommt. Eine Person wurde mit rabiatem Polizeieinsatz festgenommen (ist inzwischen wieder frei), eine weitere vom Hund gebissen.“

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AtomkraftgegnerInnen auf dem Betriebsgelände: Uranlager im Hamburger Hafen wird inspiziert.

Seit Monaten werden bei den Atomtransporten durch Hamburg immer wieder Mängel festgestellt, die oftmals auch zu vorläufigen Beförderungsverboten führten.

Die Öffentlichkeit erfährt davon nur, weil die AtomkraftgegnerInnen die geheimen Transporte beobachten und ihre Informationen weiter geben.

 

 

Für Empörung sorgte dabei auch, dass der Hamburger SPD-Senat offenbar jüngst in der Antwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage der Links-Fraktion falsche Angaben machte (Siehe dazu den Bericht oben). Während der Senat berichtete, dass vier Container mit Uranerzkonzentrat nach einer Überprüfung abtransportiert worden sind, hatten die AtomkraftgegnerInnen gestern festgestellt, dass das radioaktive Material offenbar seit Wochen auf dem Gelände der Firma C. Steinweg auf dem Terminal gelagert wurde.

Der Hamburger Senat hat inzwischen eingeräumt, dass seine Informationen falsch waren. Das Abendblatt meldet: „Senat räumt Fehler bei Atomtransport im Hafen ein„.

Der Hamburger SPD-Senat hatte sich im Frühjahr gegen ein Verbot von Atomtransporten ausgesprochen, wie es z.B. in Bremen besteht.

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