Atomtransporte Hamburg: Container mit Uranerz ohne Zulassung

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Atomtransporte über den Hamburger Hafen: Riskant und nicht so ganz sicher – gleich vier mit Uranerzkonzentrat beladenen Containern fehlte die Zulassung.

Wie berichtet ist  gestern erneut ein geheimer Atomtransport vom Hamburger Hafen per Schiene in Richtung Frankreich auf die Reise gegangen. Die Ladung: 17 Container mit Uranerzkonzentrat aus Kasachstan. AtomkraftgegnerInnen hatten bei der Verladung am Süd-West-Terminal beobachtet, dass es offenbar mehrfach zu Unregelmäßigkeiten gekommen war. Vier Container wurden bei der Verladung nicht auf den Zug gestellt, sondern blieben im Hafen zurück. Aus der Hamburger Linksfraktion in der Bürgerschaft ist jetzt zu hören, dass offenbar die Zulassung – eine Art TÜV-Zertifikat – für die Container abgelaufen war und deshalb der Weitertransport untersagt worden ist.

Auch die AtomkraftgegnerInnen, die über diese Vorfälle informierten, hatten auf den schlechten Zustand der Container aufmerksam gemacht.  Mehrfach hat es in den letzten Monaten Beförderungsverbote bei Atomtransporten durch den Hamburger Hafen gegeben. Fast in der Hälfte aller Falle hatten Behörden relevante Mängel festgestellt. Das hatten Anfragen der Links-Fraktion aufgedeckt.

Nach Informationen der AtomkraftgegnerInnen ist das Uranerz – rund 500 Tonnen – mit dem Frachter “Sheksna” aus Russland und über den Nordostsee-Kanal kommend nach Hamburg gebracht worden. Der Atomzug hatte gegen Mitternacht den Rangierbahnhof in Maschen verlassen und war am Vormittag erneut bei Hamm in NRW gesichtet worden. Sein Ziel ist vermutlich zunächst eine Uran-Bearbeitungsanlage in Narbonne.

Außerdem berichteten die AtomkraftgegnerInnen, dass es in einem weiteren Fall zu einer Beanstandung durch einen Bahn-Mitarbeiter gekommen sei. Ein entsprechender Bahnwaggon war zunächst mit zwei Containern beladen worden, was aber offenbar nicht zulässig war. So musste einer der Container wieder vom Waggon gehoben und umgestellt werden.

Einzelheiten über den gestrigen Atomtransport: Update mit Fotos: Atomtransporte Hamburg – Erneut rollt strahlendende Fracht vom Hafen über die Schiene…

Über Sicherheitsmängel und Beförderungsverbote bei Atomtransporten im Hamburger Hafen:

Über die geheimen Atomtransporte – auch über Hamburg – hat das ZDF in einer Dokumentation von Björn Platz jüngst berichtet. Hier die Infos und der Link zur Mediathek: “Deutschlands heimliche Atomtransporte” – ZDF-Dokumentation

Außerdem: UPDATE – “Fast 1000 heimliche Atomtransporte seit 2012″

Update mit Fotos: Atomtransporte Hamburg – Erneut rollt strahlendende Fracht vom Hafen über die Schiene…

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Container mit radioaktivem Material im Hamburger Hafen. Alle Fotos (klicken zum vergrößern): Tim

Erneut hat ein geheimer Atomtransport mit 17 Containern Uranerzkonzentrat den Hamburger Hafen per Schiene in Richtung Süden verlassen. AtomkraftgegnerInnen aus Norddeutschland haben den gesamten Verlade- und Transportvorgang beobachtet und dokumentiert. Vermutlich ist das Uran mit dem Schiff „Sheksna“ über den Nord-Ostsee-Kanal aus Russland kommend nach Hamburg transportiert worden. Das Uran könnte demnach aus Kazachstan stammen. Auf einem der Container war der Schriftzug „radioactive material, natrual uranium concentrat U203, consigneur: NAC Kazatomprom“ angebracht.

14072014_Uranzug1Von Hamburg aus wird das Uranerzkonzentrat (Yellow Cake) vermutlich zur Umwandlung in Urantetrafluorid (UF4) in eine französische Atomanlage nach Narbonne weiter transportiert. Anschließend geht das umgewandelte Uran nach Pierrelatte, wo es zu Uranhexafluorid (UF6) weiter verarbeitet wird. Von hier aus dürfte ein Teil des Urans 14072014_Uranzug4dann wieder zurück nach Deutschland kommen, z.B. in die Urananreicherungsanlage nach Gronau. Dort wird das Uran vorbereitet, um es nach einem weiteren Transport zu Brennelementen zu verarbeiten. Das erfolgt z.B. in Lingen in einer Fabrik des französischen Atomkonzerns AREVA.

14072014_Uranzug6Gegen 19 Uhr verließen die 17 Container mit einem Güterzug den Rangierbahnhof Hamburg Süd in der Nähe der Veddel in Richtung Maschen. Offenbar gab es bei der Verladung vom Schiff auf die Schiene aber Probleme: AtomkraftgegnerInnen berichten, dass vier Container auf dem Gelände des Süd-West-Terminals im Hafen zurück blieben. Genauere Einzelheiten sind dazu 14072014_Uranzug3noch nicht bekannt. Vermutlich gegen Mitternacht wird sich der Zug von Maschen aus auf den Weg durch Niedersachsen und NRW Richtung französische Grenze auf den Weg machen.

 

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