Hamburg und Vattenfall: Rückwärts beim Klimaschutz – Gemeinsam mit dem BUND zur Klima-Konferenz nach Bonn

Klimaschutz der nordischen Art: In Stade darf ein neues Kohlekraftwerk (taz) gebaut werden und das Vattenfall-Kohlemonster in Moorburg sorgt für fetten Zuwachs bei den klimaschädlichen Treibhausgasen. Auch in den Kraftwerken Wedel und Tiefstack setzt Vattenfall immer noch auf Kohle als Brennstoff zur Strom- und Wärmeerzeugung. Grund genug, zur anstehenden Klimakonferenz COP23 in Bonn auch von Hamburg aus zur Demonstration am 4. November zu reisen. Der BUND Hamburg, der hier zur Demonstration aufruft, hat das in die Hand genommen und bietet Bus-Tickets für eine gemeinsame Anreise an.

  • Zur Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens findet vom 6. bis zum 17. November die 23. Weltklimakonferenz (COP23) in Bonn statt. Zahlreiche Aktionen und Demonstrationen finden aus diesem Anlass statt. Dazu gehören ein Gegengipfel, Aktionen von EndeGelände im Rheinland, ein internationales Jugend-Camp und eben die Demonstration am 4. November. Der Arbeitskreis Energie des BUND Hamburg bietet eine gemeinsame Fahrt mit dem Bus am 4. November nach Bonn zur Demo anlässlich der Klimakonferenz. Tickets können in der Geschäftsstelle für 35 Euro (normaler Preis) und für 30 Euro (ermäßigter Preis für Schüler*innen, Rentner*innen etc.) erworben werden. Außerdem gibt es auf Initiative des BUND Tickets bei den Grünen und DIE LINKE. E-Mail-Bestellungen dazu bitte an: Hamburg@bund.net
  • Neue lange Leitung – Hamburgs unnötige Fernwärme-Baustelle

Energiewende: Hamburg macht Rückschritte“ berichtet der NDR und schreibt: „In Hamburg ist die Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern im vergangenen Jahr um 20 Prozent angestiegen. 94 Prozent des Stroms in Hamburg stammten aus nicht nachwachsenden Rohstoffen wie Kohle oder Erdöl, teilte das Statistikamt Nord am Mittwoch mit. Der Anstieg dieser fossilen Energieträger gehe vor allem auf das neue Kraftwerk Moorburg zurück: Es sei im Laufe des Jahres stark hochgefahren worden. Die Menge des aus Kohle erzeugten Stroms stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,5 Millionen Megawattstunden (MWh) auf 8,5 Millionen MWh. Die gesamte Stromerzeugung stieg auf zehn Millionen MWh, das sind 17 Prozent mehr als 2015.“

Die Taz-Nord berichtet ebenfalls und bringt die Reaktion der grün geführten Hamburger Umwelt- und Energiebehörde: „Die Umweltbehörde erklärte die Entwicklung mit der Inbetriebnahme des Kohlekraftwerks Moorburg. Die Anlage hatte im Jahr 2015 in mehreren Schritten mit der Stromerzeugung begonnen. Die beiden Kraftwerksblöcke haben eine Leistung von jeweils 827 Megawatt. “ Für die Hamburger Klimabilanz ist der in Hamburg verbrauchte Strom maßgeblich und nicht die Erzeugung“ , sagte Behördensprecher Jan Dube.“

Als wäre das wirklich ein Grund zur Beruhigung, wenn eine andere Bezugsgröße die Hamburger Bilanz verbessert, aber die erhöhten CO2-Emissionen, die Vattenfall zu verantworten hat, dennoch die Klimakatastrophe anheizen.

Weiter heißt es bei der Taz-Nord dazu: „Hinter der rückläufigen Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien steckt kein Trend“ , versicherte Behördensprecher Dube. Die niedrigere Zahl sei mit Sonderfaktoren zu erklären, beispielsweise mehr Flautetagen für die Windkraft oder Veränderungen in der Struktur und im Betrieb von Müllverwertungsanlagen. Der Ausbau der ökologischen Stromerzeugung gehe weiter. Dube erwähnte den geplanten Ersatz des Kohlekraftwerks Wedel durch erneuerbare Komponenten und die jüngste Inbetriebnahme von modernen Windrädern im Stadtteil Curslack und beim Unternehmen Arcelor Trimet. (dpa)“

Gegen die Moorburg-Emissionen hilft der Ersatz in Wedel, von dem Dube spricht, jedoch gar nichts. Im Gegenteil: Eine der Planungsvarianten der grünen Umwelt- und Energiebehörde sieht vor, dass Vattenfalls Kohlemonster Moorburg sogar künftig noch besser ins Geschäft kommt und einen größeren Industriebetrieb mit Wärme versorgen darf. Siehe dazu: Neue Fernwärmetrasse: Moorburger Kohle-Wärme durch die Hintertür? Behörde leitet Planverfahren ein

Vattenfall ist in Hamburg immer noch ein Garant für die Klimakatastrophe: In den Vattenfall-Kraftwerken Wedel (Fernwärme und Strom), Tiefstack sowie Moorburg erzeugt Vattenfall immer noch Strom und Wärme mit Kohle. Und immer noch wird dies in gewohnter Schönfärberei präsentiert. So ist z.B. über das Kraftwerk Tiefstack bei Vattenfall zu lesen: „Das Kraftwerk ist sowohl für die Grundlast- als auch für die Spitzenlastproduktion ausgestattet. Die Grundlasteinheit wird mit Steinkohle betrieben, während die zwei für die Spitzenlastversorgung genutzten Heizkessel mit Erdgas und leichtem Heizöl befeuert werden. Die Kraftwerke sind mit modernsten Rauchgasreinigungsanlagen bestückt. Diese sorgen dafür, dass die aus dem 120 Meter hohen Schornstein abgegebenen Rauchgase die zulässigen Grenzwerte deutlich unterschreiten.“

Sind die Schornsteine hoch genug, dann schaffen es die „modernsten Rauchgasreinigungsanlagen“ wenigstens, die Grenzwerte zu unterschreiten. Danke Vattenfall.

Mit hohen Schornsteinen ist den NachbarInnen des Kohle-Heizkraftwerks in Wedel nicht wirklich geholfen. Nicht nur Lärm und CO-Emissionen sind den Vattenfall-NachbarInnen mit Blick auf das marode Heizkraftwerk Wedel ein Dorn im Auge. Immer wieder kommt es trotz zahlreicher Nachrüstungen zum Partikel-Auswurf, der auf Gärten, Autos und sonstigen Flächen „abregnet“. „Nachbarn des Kraftwerks fordern Betriebsstopp“ heißt es deshalb im Abendblatt über die Forderungen der betroffenen BürgerInnen. Die SHZ berichtet: „Die Genehmigung muss entzogen werden“.

Verurteilt: Protest gegen Atomwaffen vor Gericht – Junepa Aktion in Büchel

Zweiter Verhandlungstag wegen einer Aktion des Jugendnetzwerks JunepA am Atomwaffenstützpunkt in Büchel. Heute standen die vier ersten Angeklagten erneut vor dem Amtsgericht in Cochem. Ein Verfahren nach Jugendstrafrecht für vier weitere Angeklagte wird am 18. Oktober ebenfalls in Cochem stattfinden. Die AktivistInnen hatten im September 2016 gegen die in Büchel stationierten US-Atomwaffen und den dortigen Tornado-Stützpunkt auf der Startbahn protestiert. Sie forderten mit der Aktion zivilen Ungehorsams den Abzug der Atomwaffen und ein weltweites Atomwaffenverbot. Der Richter verurteilte die vier Angeklagten wegen gemeinschaftlichem Hausfriedensbruch zu je 30 Tagessätzen.

Damit blieb er zwar unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die heute je 40 Tagessätze gefordert hatte. Zunächst aber hatte die Staatsanwaltschaft vor Beginn der mündlichen Verhandlung 15 Tagessätze gefordert. Der Vorwurf der Sachbeschädigung war fallengelassen worden.

Dokumentation der PM von JunepA:

Büchel, 4.10.2017: Preisträger des Aachener Friedenspreises verurteilt – Ziviler Ungehorsam dringender denn je

Vor einem Jahr hatten die Aktivisten von JunepA mit Luftballons und Transparenten die Start- und Landebahn des Fliegerhorst Büchel besetzt. Sie sind heute vom Amtsgericht Cochem wegen Hausfriedensbruch zu 30 Tagessätzen Geldstrafe verurteilt worden.

Die vier Angeklagten, unter ihnen zwei Studenten (22 und 24 Jahre), ein Kinderarzt (65 Jahre) und eine Hebamme (54 Jahre), beriefen sich auf den rechtfertigenden Notstand und auf ihre demokratische Pflicht. „Lebendige Demokratie braucht begrenzte Regelüberschreitungen“ so David Haase.  Gleichzeitig stellten sie in Frage, ob militärisches Gelände überhaupt Privatgelände sei oder nicht eher als öffentliches Gelände eingestuft werden müsste, wo Proteste legal seien. Karen Semiramis Welhöner  erklärte: „Das Go-In war die Fortsetzung einer Demonstration auf ein im Besitz der Bundesrepublik Deutschland befindlichen und damit öffentlichem Gelände“.

Mit der gewaltfreien Besetzung hatten die Aktivisten auf die Lagerung von Atomwaffen in der Eifel und deren „Modernisierung“ bzw. Austausch durch weiterentwickelte zielgenauere Waffen aufmerksam gemacht.

Im Schlusswort erklärte Ernst-Ludwig Iskenius gegenüber dem Richter: „Sie können Geschichte schreiben: Sie können uns freisprechen und damit das Unrecht in Büchel deligitimieren. Sollten Sie uns verurteilen in der Hoffnung, andere Menschen davon abzuschrecken, das gleiche zu tun, dann werden Sie sich irren“. Damit kündigten die Besetzer neue Aktionen an, über die das Gericht dann immer wieder neu verhandeln müsste.  In Mutlangen zur Pershing II Stationierung gab es viele Verurteilungen wegen Nötigung, die später vom Bundesverfassungsgericht wieder aufghoben wurde. Alle Verurteilten wurden rehabilitiert und erhielten Haftentschädigung für abgesessene Ersatzfreiheitsstrafen.

Durch die Verurteilung der vier Atomwaffengegner erwarten die Betroffenen jetzt eine mobilisierende Wirkung: „Wir werden auch weiterhin mit vielen Menschen in Büchel ungehorsam aktiv sein- und damit immer wieder die Gerichte konfrontieren“, so Katja Tempel, eine der Verurteilten. (Das Schlusswort von Katja Tempel hier als PDF.)

Die Stationierung der US-Atomwaffen in Deutschland widerspricht geltendem Völkerrecht. Sobald der im September 2017 verabschiedete Atomwaffenverbotsvertrag von 50 Staaten unterzeichnet und ratifiziert ist wird die Völkerrechtswidrigkeit noch konkreter. Deutschland kann dem Vertrag angeblich erst beitreten, wenn die NATO-Atomwaffen aus Deutschland abgezogen sind. Die Bundesregierung hatte die Atomwaffenverbotsverhandlungen boykottiert und den Vertrag u.a. deshalb nicht unterzeichnet.

Am 18.10.2017 um 13.30 Uhr wird ein weiterer Prozess wegen der selben Aktion vor der Jugendkammer des Amtsgericht Cochem stattfinden. Dort werden junge Menschen (alle unter 21 Jahren) erklären, wieso sie Zivilen Ungehorsam gegen den Wahnsinn der atomaren Bewaffnung ausüben. Die Verhandlung wird öffentlich sein.

JunepA (Jugendnetzwerk für politische Aktionen) hatte zu der gewaltfreien Besetzung des Fliegerhorsts Büchel im letzten Jahr eingeladen. Am 1.9.2017 ist ihnen der Aachener Friedenspreis verliehen worden.

presse-junepa@riseup.net, http://junepa.blogsport.eu

 

 

 

Salzstöcke „problematisch“: Hochradioaktives Atommülllager in Granit östlich von Bayreuth „idealer Platz“?

Nach und nach kommt Bewegung in das anlaufende Suchverfahren für ein dauerhaftes unterirdisches Atommülllager für hochradioaktiven Atommüll. Jetzt meldet sich der aus Jena stammende Mineraloge Prof. Dr. Klaus Heide im Rahmen einer Veranstaltung des Freundeskreises der Ev. Akademie Tutzing zu Wort. Salzstöcke wie in Gorleben hält er mit Blick auf die ASSE für problematisch und ungeeignet. Stattdessen sieht er Granit als die „am besten geeignete Umgebung“ und nennt die Kösseine im Fichtelgebirge, östlich von Bayreuth zwischen Weiden in der Oberpfalz und Wunsiedel, einen „idealen Platz“, den man aber noch genauer untersuchen müsse. Bundesweit werden derzeit von der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) geologische Daten über den Untergrund in Deutschland ermittelt, um für die dauerhafte Lagerung hochradioaktiver Atomabfälle geeignete Formationen in Salz, Ton und Granit zu identifizieren. Eine Auswahl von Regionen, die in drei vier Jahren festgelegt sein sollen, soll dann zunächst oberirdisch weiter auf eine mögliche Eignung untersucht werden. (Foto: Havariertes „Endlager“ ASSE II)

  • Über die Kritik von Klaus Heide berichtete der Endlagerdialog bereits im Jahr 2014 in Verbindung mit der „Endlager-Kommission“, siehe dazu diesen Artikel und die Links. Die BI Lüchow Dannenberg berichtet in 2015 über eine Studie aus den USA, in der Salz als Wirtsgestein für hochradioaktiven Atommüll als äußerst schlecht geeignet bezeichnet wird. Auf Schattenblick ist ein Beitrag von Klaus Heide aus dem Jahr 2007/8 zu finden, in dem er verglaste Gesteine für die „Endlagerung“ betrachtet.

UPDATE 5/10/17: Die Frankenpost reagiert auch auf die Veranstaltung mit Klaus Heide. „Mineraloge schlägt Kösseine als Atommüll-Endlager vor“ heißt es und der „emeritierte Professor Klaus Heide empfiehlt eine Entsorgung im Granit. Brigitte Artmann von den Grünen hält davon gar nichts.“ Dort heißt es zusätzlich zu dem hier im Text bereits geschriebenen Beitrag : „Dies brachte Heide schließlich zu seiner Kösseine-Schlussfolgerung, wobei er einräumte: Die erforderlichen hohen Schmelztemperaturen und die fehlende Akzeptanz der Bewohner seien große Hindernisse. Zu den Glas-Granit-Ideen des Professors stellte Artmann klar: „Verglasung wurde von den Experten in den Workshops der Endlagerkommission, an denen wir Wunsiedler teilnahmen, explizit ausgeschlossen.““

Laut dem O-Netz (Oberpfalz) ist für Klaus Heide klar: „“Salzstöcke halte ich für problematisch.“ In Gorleben sei auch „bis heute noch kein Kastorbehälter in 650-Meter-Tiefe“. In Asse würden täglich 120 000 Liter Wasser in das Bergwerk eindringen. „Salz fängt an zu fließen“, sagte der Mineraloge. Deutschland sei eines der letzten Länder, das an Salz als mögliche Endlagerstätte festhalte. Weltweit gebe es überall noch keine Lösung. Diskutiert werde die „Subduktionslösung“: die Versenkung von Atommüll ins Erdinnere an den Stellen, wo Kontinente zusammenstoßen, sowie auch die Versenkung in große Meerestiefen. „Wer soll das verantworten?“, fragte Heide.“

Und hat eine Antwort: „“Ich halte Granit für die am besten geeignete Umgebung, die Kösseine (Fichtelgebirge) wäre ein idealer Platz.“ Allerdings müsste auch dies noch genauer erforscht werden. Die erforderlichen hohen Schmelztemperaturen und die Akzeptanz der Bewohner seien große Hindernisse. Auf jeden Fall müsste eine Kontamination nach außen ausgeschlossen sein.“

Laut Wikipedia ist die Kösseine „ein Bergmassiv im Fichtelgebirge und liegt im Nordosten Bayerns südlich von Wunsiedel. Die höchste Erhebung des aus Granit bestehenden Bergstocks ist der gleichnamige Gipfel auf einer Höhe von 939 m ü. NHN.“

Die Veranstaltung mit Klaus Heide fand am 25. September organisiert vom „Freundeskreis Weiden“ statt. Auf dieser Homepage heißt es dazu: „End/ Zwischenlagerung radioaktiver und toxischer Abfälle, um 20:00 Uhr im Martin Schalling Haus, Weiden, Hans- Sachs- Str. 14
Referent: Univ. Prof.i.R.  Dr. Klaus Heide, Emerit. am Institut für Geowissenschaften u. allgemein angewandter Mineralogie der Friedrich Schiller Universität Jena. Der am Institut für Geowissenschaften in Jena emeritierte Professor i.R. Dr. Heide wird sich als anerkannter Experte für angewandte Mineralogie mit den Problemen, die eine Zwischen, bzw. Endlagerung dieser Stoffe mit sich bringt befassen. Als Wirtsgestein kommen in Deutschland wohl nur Salz, Kristalline (Granit) bzw. Ton in Frage. Alle haben bestimmte Eigenschaften mit Vor – aber auch bedeutenden Nachteilen für eine Endlagerung, die ja über Jahrtausende Bestand und auch Sicherheit für zukünftige Generationen haben sollte.“ (Die Infos finden sich auch hier).

Ausbau Uranfabriken URENCO: Neue Atomanlage in UK geht 2018 in Betrieb – Neues Zwischenlager in Gronau 2019

Mit einigen Jahren Bauverzögerungen soll eine Uran-Konversionsanlage am britischen URENCO-Standort in Capenhurst im Laufe des Jahres 2018 in Betrieb gehen. Ein Zwischenlager für dieses konvertierte Uran soll dann in Gronau voraussichtlich 2019 starten. URENCO ist ein dreistaatliches Unternehmen, an dem die deutschen Atomkonzerne E.on/RWE sowie die niederländische und britische Regierung zu je einem Drittel beteiligt sind. Das Unternehmen betreibt Urananreicherungsanlagen in Gronau, Almelo, Capenhurst und in den USA (New Mexico) für die Herstellung von Brennelementen zum Einsatz im Atomreaktoren (darunter auch Tihange und Doel in Belgien). Die neue „Tails Management Facility“ (TMF) wandelt das chemisch brisante Uranhexafluorid (UF6) in die langfristig stabiler zu lagernde Form Uranoxid (U3O8) um. Bislang erfolgen solche Umwandlungsarbeiten z.B. für den URENCO-Standort Gronau im französischen Pierrelatte. Diese Umwandlung von UF6 zu U3O8 ist in der 2005 von der damaligen rot-grünen Landesregierung in NRW erteilten Ausbaugenehmigung für die URENCO in Gronau als Auflage festgeschrieben und wird von der NRW-Atomaufsicht überwacht. URENCO Gronau ist bislang vom Atomausstieg in Deutschland komplett ausgenommen und soll verkauft werden.

Die Inbetriebnahme dieser TMF in Capenhurst sollte eigentlich bereits in 2015 erfolgen, danach hieß es 2017. Nun wird erneut verschoben und 2018 angekündigt. Das Online-Portal WNN teilt außerdem mit: „Die Urenco-Gruppe investierte im ersten Halbjahr 2017 151,2 Millionen Euro (179,5 Millionen US-Dollar), davon 71% im Zusammenhang mit der TMF.“

Um Uran für den Einsatz in Leichtwasserreaktoren vorzubereiten, muss der spaltbare Anteil von etwa 0,7 auf ca. fünf Prozent erhöht werden. Das erfolgt in Zentrifugen, in die das Uran in der chemischen Form des Hexafluorids gasförmig eingespeist wird. Über zahlreiche Kaskaden entsteht dann als „Produkt“ das angereicherte Uran. Auf der anderen Seite fällt etwa im Verhältnis eins zu fünf abgereichertes Uran an. In beiden Fällen zunächst weiterhin Uranhexafluorid, auch UF6, genannt.

In Gronau lagern derzeit etwa rund 20.000 Tonnen von diesem abgereicherten UF6 unter freiem Himmel. Teilweise wird dieses abgereicherte Uran mehrmals durch die Zentrifugen geleitet und daher als UF6 weiterhin für die Produktion benötigt. Unterhalb bestimmter Grenzen, die stark von den Weltmarktpreisen beim Uran abhängig sind, aber auch z.B. vom Strompreis, wird aus dem abgereicherten Uran weiteres Uran angereichert. Eine Kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (DIE LINKE) hatte gezeigt, dass abgereichertes Uran auch zwischen den URENCO-Anlagen hin und her transportiert wird, z.B. weil in Almelo offenbar ein Kaskadenzug mit Zentrifugen eingerichtet ist, in dem auch weit abgereichertes Uran erneut angereichert werden kann.

Zwar gelingt es URENCO so, die Uranmengen von abgereichertem Uran besser auszunutzen. Mit Wiederverwertung hat das aber im Grundsatz nichts zu tun. Am Ende bleiben so oder so große Mengen abgereichertes Uran, das irgendwann „endgelagert“ werden muss.

Da das nicht in der Form des chemisch hochaggressiven UF6 erfolgen kann, wird es bereits für die längerfristige Zwischenlagerung in die chemisch stabilere Form von U3O8 umgewandelt. Bisher erfolgte das für die Anlage in Gronau z.B. in der zu AREVA gehörenden Konversionsanlage in Pierrelatte. Die neue TMF in Capenhurst wird ab 2018 dann diese Umwandlung für den URENCO-Konzern betreiben.

Abgereichertes Uran wird auch als Tails oder DU (Depleted Uranium) bezeichnet, das angereicherte Uran als Produkt und das natürliche Uran wird als Feed bezeichnet.

Zu dieser Maßnahme ist URENCO in Gronau durch die 2005 von der damaligen rot-grünen Landesregierung per Genehmigung angehalten: Im Kapitel I.3.6: Auflagen zum Strahlenschutz heißt es: „105. Mit dem erforderlichen zeitlichen Vorlauf ist vertraglich sicherzustellen, dass das durch den Betrieb der UAG anfallende Tails in eine geeignete externe Dekonversionsanlage zur antragsgemäßen Dekonversion in Uranoxid (Schreiben der Ureneo Deutschland GmbH GN/5166(04/Kb/KSr vom 12. Februar 2004) abtransportiert wird, sobald eine anlagenbedingte Maximal-Dosis von 0,7 mSv/a (Summe aus y-Ortsdosis und Neutronen-Ortsdosis am Außenzaun) trendbedingt – auch über das Kalenderjahr hinaus – erwartet werden kann. Der Abschluss entsprechender vertraglicher Vereinbarungen ist der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde unmittelbar nach Vertragsabschluss anzuzeigen.“

Außerdem heißt es auf Seite 54 im Punkt 171: „Spätestens bei einer Tails-Lagerauslastung von 50 % ist mit der Errichtung des Uranoxidlagers und weiteren Vorbereitungen zur Tailsentsorgung (Dekonversion) zu beginnen. Die Planungsfortschritte der Antragstellerinnen für die Dekonversion von Uranhexafluorid (UF6) aus der UAG in U308 und für die Zwischenlagerung von U3O8 sind der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde jährlich, im Hinblick auf den Nachweis der Endlagerfähigkeit des Uranoxids in einem Abstand von zwei Jahren nachzuweisen. Weiterhin ist jährlich ein Verbleibsnachweis von Tails in Deutschland über die folgenden sechs Kalenderjahre zu führen und jeweils der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde zu Beginn eines Kalenderjahres vorzulegen. Diese Auflage ersetzt die Auflage Nr. 19 des Bescheides Nr. 7/Ä2 UAG und die Auflage Nr. 11 aus Bescheid 7/Ä3 UAG.“

Auf Seite 111 der Genehmigung ist außerdem zu lesen: „Die Lagerungskonzeption: Die Antragstellerinnen sehen für die längerfristige Zwischenlagerung von Tails im Wesentlichen folgende Lagerungskonzeption vor: Das beim Betrieb anfallende Tails wird zu einer externen Anlage zur chemischen Umwandlung (Dekonversion zu U3O8) verbracht. Das U3O8 ist chemisch für eine längere Zwischenlagerung geeignet.

Das U3O8 wird in Stahlblechbehältern, die korrosionsgeschützt sind, zurück zur Anlage transportiert. Die mit LKW oder Eisenbahn ankommenden U3O8-Behälter werrden mittels Gabelstapler abgeladen, in den Verladebereich gefahren und dort abgestellt bzw. eingelagert. Der Transport der U308-Behälter innerhalb des Lagergebäudes erfolgt mit dem Kran. Dazu wird der Behälter im Verladebereich mittels einer Traverse aufgenommen und durch die Öffnung in der Trennwand zur vorgesehenen und markierten Lagerposition verfahren und abgestellt. Es sind 24 Reihen in Querrichtung und 69 Reihen in Längsrichtung vorgesehen. Die Behälter können bis vier Lagen übereinander gestapelt werden. Das Lagergebäude dient zum Schutz der Behälter gegen naturbedingte Einwirkungen wie Regen, Wind und auch Erdbeben sowie zum Schutz vor den Belastungen aus Druckwellen.“

Weitere Einzelheiten sind in der Genehmigung unter dem oben angegeben Link nachzulesen.

60 Jahre Atomkatastrophe Majak – Mahnung für Atomausstieg in Hannover

Tschernobyl, Fukushima, Harrisburg und vielleicht noch Windscale sind neben den Atombombeneinsätzen über Japan als Atomkatastrophen in Erinnerung. Bis heute immer noch wenig bekannt ist die Katastrophe, die vor genau 60 Jahren tief hinter dem „Eisernen Vorhang“ mitten im Atomwettrüsten und im aufkommenden Kalten Krieg zwischen den USA und der NATO und Russland und dem Warschauer Pakt, am 29. September 1957 in Majak passierte. Eine Explosion führte zur Freisetzung großer Mengen radioaktiver Stoffe. Mit einer Gedenkdemonstration und der Forderung nach Stilllegung aller Atomanlagen erinnern wenige Tage vor den Landtagswahlen im rot-grünen Hannover (Niedersachsen) an die „vergessene“ Atomkatastrophe.

Der BBU schreibt in einer Pressemitteilung: Die radioaktiven Emissionen des Atomunfalls in Majak „verteilten sich auf eine Fläche von über 20.000 Quadratkilometer. Erst nach etwa einer Woche wurde ein Teil der betroffenen Bevölkerung evakuiert. Acht Monate später wurden weitere Personen umgesiedelt. Anders als bei der Tschernobyl-Katastrophe (1986) waren die Folgen der radioaktiven Niederschläge der Majak-Katastrophe nicht so global zu spüren. So konnte die Katastrophe auch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts weitgehend vertuscht werden. Hinweis: http://www.atomunfall.de/1957-Majak-Kyschtym-Sowjetunion.shtml“. Zu der Gedenkdemonstration „60 Jahre Atomunfall Majak – Atomausstieg weltweit jetzt“ am 30.09.2017 rufen der BUND Region Hannover (siehe dazu diesen Bericht über den Unfall in Maja (PDF)), Ecodefence Russland, die AG Schacht Konrad, die BI Lüchow-Dannenberg und Anti-Atom-Gruppen rund um das AKW Grohnde auf.

Die Aktion findet wenige Tage vor den Landtagswahlen im rot-grünen Niedersachsen statt, wo mit Grohnde und Lingen (Emsland) noch zwei Atomkraftwerke in Betrieb sind und ebenfalls in Lingen ohne jede Befristung Brennelemente für den weltweiten AKW-Einsatz hergestellt werden.

  • Gedenkdemonstration „60 Jahre Atomunfall Majak – Atomausstieg weltweit jetzt“, 30.09.2017, Samstag, 12:00 Uhr, Opernplatz, Hannover

Dokumentation (siehe oben den Link zur PDF): BUND Region Hannover zur „Gedenkdemonstration „60 Jahre Atomunfall Majak – Atomausstieg weltweit jetzt“. 30.09.2017 Samstag 12:00 Uhr Opernplatz Hannover

Es hat nicht 2 sondern 3 große Nuklearunfälle gegeben: Tschernobyl, Fukushima und davor:

Majak:

Am 29.09.1957 fand in Majak in Russland bei Magnitogorsk der 1. große im Prinzip bis heute geheimgehaltene Atomunfall statt, ein Unfall der Stärke INES 6-7. Tschernobyl hatte INES 7. Dabei ex- plodierte ein Becken mit radioaktivem Müll. 200 – 1.000 Menschen starben, 437.000 Menschen wurden verstrahlt. Es wurde hier etwa doppelt soviel Radioaktivität freigesetzt als durch den Tschernobyl- Unfall. Es entstand eine 380 km lange Zone, das längste radioaktive Sperrgebiet der Erde, die Osturalspur, die bis heute radioaktiv verstrahlt ist. Heute gibt es dort noch ein radioaktives Sperrgebiet von 150 km². Der Feuerschein wurde noch 100e km weit entfernt gesehen und damals in sowjetischen Zeitungen als „Wetterleuchten“ oder „Polarlicht“ „erklärt“. Damals wurden auch Tierversuche mit Radioaktivität unternommen z. B. mit Kühen, die nach 2 Wochen starben.(1)

Erst 1976 wurde der Unfall durch den von der Sowjetunion ausgebürgerten Biochemiker und Dissidenten Schores Medwedjew und dessen Zwillingsbruder Roy bekannt. Schores schrieb einen Aufsatz im „New Scientist“, der in London veröffentlicht wurde. Medwedjew hatte nur aufgrund von Vermutungen angefangen zu recherchieren. Niemand glaubte ihm, man hielt es für ein Ablenkungsmanöver vom KGB. 1979 veröffentlichte er sein Buch „Nuclear Disaster in the Urals“ zu dem Unfall. 1989 musste Jelzin den Unfall dann vor der internationalen Atomaufsichtsbehörde IAEA zugeben. Nur der US-amerikanische CIA hatte bis dahin davon gewusst.

Von 1948 – 1951 „entsorgte“ man den Atommüll in den Fluss Tetscha. Nachdem es Krebserkrankungen und massive Gesundheitsprobleme der Anwohner und Umsiedlungen gab, „entsorgte“ man den Müll von 1951 bis 1953 in den Karatschai-See südlich von Majak.

1968 trocknete der See aus und es gab einen radioaktiven Staubsturm, der wiederum 500.000 Menschen kontaminierte. Der Karatschai-See ist der zerstörteste und radioaktivste Ort der Erde. Da er nicht „funktionierte“, legte man einfach noch 7 weitere künstliche große offene Seen an, die man mit radioaktivem Müll füllte, die „Tetscha-Kaskade“. Nach den Schneeschmelzen laufen diese Seen oft über und verteilen ihr radioaktives Wasser bis in das Nordpolarmeer. Die Seen sieht man sofort auf der Satellitenaufnahme oben rechts auf der Majak-Seite bei wikipedia.

Ab 1978 begann man den Karatschai-See mit Betonhohlquadern zu füllen. Das kostete pro Jahr 2,4 Milliarden €. Später soll es darauf „einen Golfclub“ geben, bemerkte ein russischer Pressesprecher „ironisch“.

Die LKW-Fahrer durften wegen der hohen radioaktiven Strahlung nur 3 Minuten lang am See ihre Fracht abladen. Ihre mit 5 Tonnen Blei ummantelten LKW’s haben 10 cm dicke Bleiglasscheiben. Steht man 1 Stunde an diesem See, ist man wegen der hohen Strahlung tot. Unter dem See hat sich in 100 Metern Tiefe eine radioaktive Linse gebildet, die sich mit 80 Metern pro Jahr ausbreitet und die angrenzenden Flüsse und das Nordpolarmeer erreichen kann. Der Unfall ist später in Kyschtym-Unfall umbenannt worden.

Heute sterben zur Zeit südlich von Majak an der radioaktiv verseuchten Tetscha 20.000 Menschen. Manche bekamen weißes Blut. Stellenweise beträgt die Strahlung dort 4.000 Röntgen (Z. B. an der M 5). Das ist soviel wie auf dem Dach von Tschernobyl direkt nach der Katastrophe, wo die Liquidatoren nur 40 Sekunden arbeiten konnten. Dort stehen keine Warnschilder. Musljumowo an der Tetscha hat mittlerweile 6 Friedhöfe, die Lebenserwartung liegt dort nur bei etwas über 40 Jahren.

Majak gehört zu den 47 geheimen, geschlossenen Städten in Russland (guckt dazu unbedingt die Liste „Geschlossene Stadt“ bei wikipedia an), in denen versteckt 1,2 Millionen Russen leben und die auch heute noch teilweise auf keiner Landkarte zu sehen sind. Die Städte hatten Namen von Stadtteilen anderer Städte oder Namen anderer existierender Städte. Wenn man eine dieser Städte suchte, fand man nur den Stadtteil oder den Namen anderer existierender Städte aber nie die geheime Stadt. Die An- wohner dürfen nicht über ihre Stadt reden. Oft wurden diese Städte auch noch umbenannt.Man findet sie oft nur mit der Koordinatensuche „oben rechts“ beim wikipedia-Eintrag einer Stadt.

10 dieser 47 Städte waren die Atomstädte, wo das Material für die Reaktoren und Atombomben hergestellt wurde. Majak (1967-89) ist eine davon und hieß zuerst Kombinat 817 (1946-67), die dazugehörige Stadt Tscheljabinsk-40 (09/1945-?, erst ab 1945 Basis Nr. 10), dann Tscheljabinsk-65 (?-1993), und heute Osjorsk (ab 2001). Die öffentlichen Uhren dort zeigen, ähnlich wie in Murmansk, freundlicherweise auch die Gamma-Strahlung an. (3) Der jetzige Direktor von Majak meint, das man das Problem mit der Tetscha erst 2100 „in den Griff“ bekäme. Angeblich könnte man die Verklappung erst in 8 Jahren stoppen. (4) Kontrollieren kann diese wagen Versprechen niemand: Majak ist militärisches Sperrgebiet, in welches selbst die IAEA kaum Zutritt bekommt.

Der Biologe und ehemalige Berater Jelzins Alexey Jablokov, Gründer von Greenpeace Russland und den Grünen in Russland, sagte schon 1993, das 75 % der Flüsse Russlands bereits radiaoktiv verseucht seien. Experten meinen, das 1/5 von Russland mittlerweile radioaktiv und unbewohnbar sei.(1). Mit 17 Millionen qkm ist Russland das größte Land der Erde. 1/5 davon wären etwa 3,4 Millionen qkm.

Tomsk-7 und andere Orte in Russland:

In Tomsk fand am 6.04.1993 ein weiterer ähnlicher Unfall mit einer Explosion statt, INES 2-4, bei dem ein bis heute radioaktives Sperrgebiet von 120 km² entstand: „Das wahre Ausmaß der ganz alltäglichen Verstrahlung in Tomsk-7 beschreibt ein FOCUS vorliegender Bericht des Ingenieurs Nikolai Gurjew, der von 1959 bis 1988 in Tomsk-7 gearbeitet hat: „So wurden zwischen 1964 + 1990 über Bohrlöcher 33 Millionen Kubikmeter flüssige, radioaktive Abfälle in wasserführende Schichten verpresst.“ Z.115(1) Auch hier gibt es einen toten, kontaminierten See, den „schwarzen See“ und offene Lagerbecken für Atommüll, die manchmal überlaufen in den Fluss Romaska. Der Fluss Tom ist ebenfalls verseucht. Der Tom mündet in den Ob, dieser in das Nordmeer.

Heute lagern 700.000 t unverarbeiteter radioaktiver Müll an mindestens 9 radioaktiven Orten in Russland + Estland: 13 versenkte Atom-U-Boot-Reaktoren vor Nowaja Semlja, mind. 3 versenkte Atom-U-Boote (K 278, K 159, K-27), mindestens 200 U-Boot-Reaktoren in Murmansk (74 davon wurden schon bearbeitet, 70 Jahre Abklingphase) an der Saida-Bucht (>>bei google eingeben + rechts auf map/satellit klicken, dann sieht man sie) in der Kola-Bucht + Atommüll im Umkreis von 50 km um die Stadt herum.

Mehrere 1000 Container mit abgereichertem Uranhexafluorid lagern ungeschützt in 4 radioaktiv ver- seuchten Gebieten von Tomsk-7, Angarsk, Nowouraralsk und Sewersk, was nie zurückgeschickt wurde, siehe Film „Albtraum Atommüll“.7 Millionen t Atommüll lagern 10 m neben der Ostsee in Sillamäe, jetzt Estland, Atommüll in Dimitrowgrad und in Krasnojarsk-26, der größten unterirdischen Wiederaufbereitungsanlage der Erde am radioaktiv verseuchten Jenissei. Dort liegt unverarbeiteter Atommüll mit der 56 fachen Strahlung, die bei der Tschernobyl-Katastrophe austrat.

Daher wird nur 10 % des Atommülls wiederverwendet, nicht wie Areva behauptet 96 %. Russland will sich den Atommüll aller Länder holen, um viel Geld zu verdienen mit ihrer Art des ungeschützten, billigen „Verpressens“. Kosten in Russland: 400 – 620 $, im Ausland: 1200 – 1500 $.

An 3 von den 9 Orten wird zur Zeit Atommüll direkt und ungeschützt in den Boden gepumpt: In Tomsk-7 (33 Mio. m³), Dimitrowgrad und Krasnojarsk-26 („Atomgrad“).

Weitere radioaktiv verseuchte Gebiete: Ebenfalls radioaktiv sehr verseucht ist das Gebiet von Krasnokamensk, der größten Uranmine Russlands, wo die Menschen deswegen mittlerweile umgesiedelt werden, wo auch Michail Chordokovsky inhaftiert war. —

Schaut bitte unbedingt 1. den Film „Albtraum Atommüll“ auf youtube: Von 27:15-46:47 sind die zur Zeit einzigen öffentlichen Aufnahmen vom Karatschai-See zu sehen. Ebenso wird über Hanford Site (USA), Tomsk-7 und La Hague berichtet. Lest bitte 2. den Eintrag zu Majak/Kyschtym-Unfall + 3. die Liste „Geschlossene Städte“ auf wikipedia und sagt alles 3 gerne weiter. Danke. – Lasst uns uns dafür einsetzen, das weltweit kein weiterer Atommüll nach Russland importiert wird. – Lasst uns Russland helfen durch Spenden, Petitionen + Unterstützung von Nadeschda Kutepova/(Planet of Hope,) Vladimir Slivyak/Ecodefense, der Bellona Foundation für Murmansk und Greenpeace Russland. —

Quellen:

(1) „Die wahre Katastrophe in Tomsk-7“, Focus Nr. 16, 1993
(2) 3. Teil „Umweltfolgen des kalten Krieges“, Die Welt, 1997
(3) http://www.bild-der-wissenschaft.de/bdw/bdwlive/heftarchiv/index2.php/?object_id=10092453
(4) http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Russland/majak.html

Weitere Filme:

  • 2. „Verseuchtes Land – Die Atomfabrik Majak“,
  • 3. „Yellow Cake: Die Lüge von der sauberen Energie“ zu den Uranminen mit dem Aborigine Jeffrey Lee,
  • 4. „Deadly Dust“ „Klassiker“ zur Uranmunition,
  • 5. „Die wahre Geschichte über Tschernobyl“,
  • 6. Somalia und die Giftmüllmafia“,
  • 7. „Versenkt und vergessen“, Atommüllverklappung mit „Plutonium-Raupe“ am Sellafieldstrand,
  • 8. „Atomfriedhof Arktis“ U-Boote,
  • 9. „Uranium – is it a country“ ?)

14.09.2017 V.i.S.d.P. BUND P. Höcker 30161 Hannover Goebenstr. 3a

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