RENEGADE – Atom-Luft-Alarm: Mindestens sechs AKWs in NDS und SH betroffen

Nach und nach wird bekannt, dass die Folgen des jüngsten Atom-Luft-Alarm (RENEGADE) in den deutschen Atomkraftwerken am Montag letzter Woche größer als bislang bekannt waren. Verliert ein Flugzeug über dem deutschen Luftraum den Funkkontakt steigen Kampfflugzeuge der Bundeswehr auf, um zu prüfen, ob es sich um einen terroristischen Hintergrund handeln könnte. In so einem Fall, wird in den Atomkraftwerken nicht für den Betrieb erforderliches Personal aus der Anlage evakuiert. Zunächst hatte der NDR von Teilevakuierungen in den niedersächsischen AKWs Grohnde, Unterweser und Lingen berichtet hatte. Später wurde bekannt, dass auch das AKW Brokdorf in Schleswig-Holstein von einer Teilevakuierung des Betriebs-Personals betroffen war. Bettina Boll vom BUND in Geesthacht und dortige Ratsfrau berichtete jetzt, dass auch im (abgeschalteten) Vattenfall-AKW Krümmel Teile der Belegschaft in einem speziellen Schutzraum des Atommeilers zu einer „Versammlung“ beordert wurden. Der Vorfall dauerte rund eine halbe Stunde, bis es offiziell Entwarnung für die AKW-Betreiber gab. Auch das AKW Brunsbüttel war betroffen, wie Schleswig-Holsteins Noch-Energieminister Robert Habeck gegenüber LNonline bzw. dpa bestätigte. Auch Focus berichtete letzten Donnerstag dazu.

Über die RENEGADE-Vorfälle und deren Folgen in den Atomkraftwerken gibt es bundesweit keine zentrale Information. Bislang werden diese Vorfälle eher durch Beobachtungen von Menschen in der jeweiligen Umgebung der Atomanlagen bekannt. Betroffen von Maßnahmen wie der Teilevakuierung von Personal sind ausschließlich die Atomkraftwerke, nicht aber die Zwischenlager mit hochradioaktivem Atommüll an den AKW-Standorten oder die zentralen Zwischenlager in Gorleben oder Ahaus. Die Teilevakuierung erfolgt, um mögliche Innentäter aus den Sicherheitsbereichen zu entfernen, die vor Ort ein Terrorkommando in den Flugzeugen möglicherweise unterstützen könnten.

Die LNonline berichtet dazu mit Bezug auf dpa, dass alle drei Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein evakuiert worden sind und schreibt weiter: „“Wäre das Flugzeug entführt worden, hätten die Abfangjäger es abgedrängt, sagte Habeck. Zeitgleich seien die Akws evakuiert worden. „Die nächste Stufe, das wäre das Herunterfahren der Kraftwerke gewesen, hätte rechtzeitig erfolgen können, war aber nicht mehr nötig, weil sich die Sachlage abgeklärt hatte“, sagte Habeck. „Insofern zeigt das Ganze, dass die Sicherheitsmaßnahmen greifen, aber auch, dass Flugzeuge in der Zeit, in der wir leben, eine Bedrohung darstellen können und eine absolute Sicherheit nicht garantiert werden kann.““ Der NDR hatte zunächst lediglich von Evakuierungen in den drei niedersächsischen AKWs berichtet. Bekannt wurde der Vorfall durch eine Meldung von DeWeZet zur Evakuierung im AKW Grohnde.

Zu diesem RENEGADE-Vorfall siehe auf umweltFAIRaendern:

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