Kalter Krieg ums Gas – Veranstaltung 27. März in Meldorf (SH)

Brunsbüttel wird zur Drehscheibe von Handelsinteressen und außenpolitischen Deals. Ein umstrittenes Terminal für Flüssiggas (LNG) wird von ganz oben beschlossen. Doch: Braucht Brunsbüttel ein Flüssiggas-Terminal? Wir laden zur Diskussionsveranstaltung über Nutzen und Schaden eines Großprojekts, 27. März 2019, 19:00 – 21:00, Hotel zur Linde; Meldorf bei Brunsbüttel.

Diese Fragen wollen wir diskutieren:
Brauchen wir das Terminal überhaupt?
Wer wird dafür zur Kasse gebeten?
Drohen Klima und Umwelt unter die Räder zu kommen?

Dies will die Bundestagsfraktion DIE LINKE vor Ort mit Gästen und Publikum diskutieren. Wir laden Sie herzlich zur Debatte ein.

mit

  • Lorenz Gösta Beutin, MdB, Sprecher für Energie- und Klimapolitik der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
  • Hubertus Zdebel, MdB, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
  • Katja Freitag, German LNG Terminal GmbH
  • Andy Gheorghiu, Klimabündnis gegen LNG
  • Sebastian Scholz, NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

Eine Anmeldung ist namentlich bis zum 22. März 2019 über diese Seite oder per E-Mail an veranstaltung@linksfraktion.de mit dem Betreff »Flüssiggas« erwünscht.

Anwesende MdB:

Lorenz Gösta Beutin, Hubertus Zdebel

Diskussion, 27. März 2019, 19:00 – 21:00, Hotel zur Linde; Meldorf bei Brunsbüttel

(Dieser Text wurde übernommen von der Homepage der Fraktion DIE LINKE im Bundestag)

Infoflyer: Über-flüssiges Gas – Keine öffentliche Förderung für LNG-Terminals!

Spätestens seit dem Druck, den US-Präsident Donald Trump auf die Europäische Union und Deutschland ausübt, Flüssigass (LNG –Liquefied Natural Gas) aus den USA zu importieren, wird die geplante Errichtung von mindestens zwei LNG-Terminals in Deutschland intensiv diskutiert. Im Info-Flyer „Über-flüssiges Gas – Keine staatliche Förderung für LNG-Terminals“ wird dargestellt, dass Steuerzahler und Verbraucher für die LNG-Terminals zahlen sollen, obwohl es keinen Bedarf für dieses Gas gibt. Zudem wird erläutert, dass das klimaschädliche LNG in der Regel aus gefracktem US-amerikanischem Erdgas hergestellt wird und auch den Boden für Fracking in Deutschland bereitet. Die Energiewende wird durch die Überflutung mit LNG ausgebremst. Mit dem LNG-Infoflyer wird die Ablehnung der LNG-Terminals unterstrichen.

Der Infoflyer kann hier als PDF zum Ausdrucken und Weiterverbreiten heruntergeladen werden.

Sie können den Infoflyer auch per E-Mail als gedrucktes Exemplar kostenlos bestellen unter hubertus.zdebel@bundestag.de (Bitte nicht die Postanschrift vergessen!)

Dokumentation Tagesschau URENCO Uran Tritium US-Atomwaffen

Die Tagesschau berichtete in Beiträgen von Jürgen Döschner im Mai und Juni 2017 zweimal über einen möglichen künftigen Einsatz von angereichertem Uran von URENCO in US-Atommeilern, in denen Tritium zur Verwendung in Atomwaffen hergestellt wird. Auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel recherchierte zu diesem Thema und veröffentlichte Dokumente. Die beiden Tagesschau-Artikel sind inzwischen online nicht mehr frei verfügbar. Der Grund dafür sind Regelungen zum Schutz der privaten Verlage und Medienkonzerne, nach denen der öffentlich-rechtliche Rundfunk seine Beiträge nach festgelegten Fristen löschen muss. Hier nun stellt Zdebel die Beiträge erneut öffentlich.

Im folgenden die beiden Artikel

11. Mai 2017, Tagesschau: Umstrittene Lieferungen – Deutsches Uran für US-Atomwaffen?

14. Juni 2017, Tagesschau: Lieferungen in die USA – Das heikle Geschäft mit dem URENCO-Uran

Umstrittene Lieferungen – Deutsches Uran für US-Atomwaffen?

http://www.tagesschau.de/ausland/uran-usa-deutschland-101.html

Stand: 11.05.2017 06:00 Uhr

Die Firma URENCO, die einen Sitz in Deutschland hat, liefert Uran – auch in die USA. Bislang dient der radioaktive Export dort zur Stromerzeugung. Doch Washington könnte das Uran auch für seine Atomwaffen gut gebrauchen.

Von Jürgen Döschner, ARD-Energieexperte

Mittwoch, 10. Dezember 2014: Ein Lkw mit angereichertem Uran verlässt das Gelände der Firma URENCO im westfälischen Gronau. Das Ziel: Die US-Brennelementefabrik „WesDyne/Westinghouse“ in Columbia, South-Carolina. Eigentlich kein besonderes Ereignis. Die USA betreiben rund 100 Atomreaktoren und sind größter Kunde von URENCO-Gronau. 2016 wurden rund 440 Tonnen angereichertes Uran in die Staaten geliefert – mehr als an alle anderen Abnehmer zusammen, einschließlich Deutschland.

Doch das Ziel an jenem 10. Dezember 2014 war ein besonderes. Die Brennelemente-Fabrik in Columbia ist Teil des US-Atomwaffenprogramms. Neben normalen Brennstäben für kommerzielle Atomkraftwerke werden bei „Westinghouse“ auch spezielle Brennstäbe zur Herstellung von Tritium gefertigt: sogenannte „Tritium Producing Burnable Absorber Rods“, kurz TPBAR.

Strom für mehr als eine Million Haushalte

Von Columbia gehen die TPBAR-Brennstäbe per Lkw in den Nachbarstaat Tennessee, zum Atomkraftwerk Watts Bar 1 in Spring City. Der Reaktor mit den speziellen Brennstäben produziert Strom für mehr als eine Millionen Haushalte. Und, als bislang einziger Reaktor in den USA, das für die Atomwaffen so wichtige Tritium. Bezahlt und unter strenger Aufsicht der „National Nuclear Security Agency“ (NNSA), einer Unterabteilung des US-Energieministeriums.

Ob dabei auch Uran von URENCO zum Einsatz kam, ist unklar. Allerdings gab es laut Dokumenten des US-Kongresses schon 2006 Verträge zwischen der URENCO-Niederlassung in den USA und dem AKW-Betreiber „Tennessee Valley Authority“ (TVA) zur Belieferung der Reaktoren „Watts Bar“ und „Sequoyah“.

Offiziell hat bislang die strikte Haltung der US-Regierung den Einsatz von URENCO-Uran für das Atomwaffenprogramm offenbar verhindert. US-Gesetze verbieten derzeit den Einsatz ausländischer Materialien oder Technologien für den militärischen Nuklearsektor.

Eine dünne Grenze zum Militär

Doch der Druck auf Washington steigt, diese Regeln aufzuweichen. Denn die USA haben seit 2013 keine eigene Urananreichungsanlage mehr. Gleichzeitig wächst aber der Bedarf an Tritium. Militärexperten warnen vor einer „drohenden Krise für die Tritium-Produktion“ und sehen mittelfristig die Einsatzfähigkeit der US-Atomwaffen in Gefahr. Der Rechnungshof des US-Kongresses forderte deshalb schon 2014 eine Lockerung der strengen Regeln. Alternative wäre die Entwicklung und der Bau einer eigenen Urananreicherung, was viel Zeit und noch mehr Geld kosten würde.

Das Beispiel Tritium zeigt, wie dünn die in zahlreichen internationalen Abkommen gezogene Grenze zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomkraft ist. Dessen war sich wohl auch URENCO bewusst und ließ 2005 in einem „Legal Memorandum“ die Frage klären, ob es gegen geltende Abkommen verstieße, wenn Uran der US-Niederlassung von URENCO zur Herstellung von Atombomben-Tritium eingesetzt würde. Das Ergebnis: Man sehe keine rechtlichen Hindernisse. Tritium sei schließlich nur ein „Abfallprodukt“, das bei der Stromerzeugung entstehe. Einstimmig abgesegnet wurde diese Einschätzung vom obersten URENCO-Aufsichtsgremium, in dem auch die Bundesregierung vertreten ist.

Debatte über Rechtmäßigkeit – „vertraulich“

Auf die Frage, ob diese Einschätzung noch heute gilt, reagierte das Bundeswirtschaftsministerium zugeknöpft. „Die Sitzungen und Unterlagen des Gemeinsamen Ausschusses sind vertraulich, sodass ich hierzu keine Stellung nehmen kann“, erklärte eine Sprecherin des Ministeriums schriftlich.

Der Münsteraner Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Ausschuss für Reaktorsicherheit, Hubertus Zdebel (Linkspartei), forderte gegenüber dem WDR von der Bundesregierung eine klare Stellungnahme, dass es Uranlieferungen für das US-Atomwaffenprogramm niemals geben wird. Mit solchen Lieferungen würde der schmale Grat zwischen militärischer und ziviler Atomnutzung klar überschritten.

Die Geschäftsleitung von URENCO hat auf die Anfragen des WDR bislang nicht reagiert.

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14. Juni 2017, Tagesschau: Lieferungen in die USA – Das heikle Geschäft mit dem URENCO-Uran

Stand: 14.06.2017 05:13 Uhr, http://www.tagesschau.de/wirtschaft/uran-usa-deutschland-103.html

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Die Firma URENCO mit Sitz auch in Deutschland stand immer wieder wegen Uranlieferungen an marode Atomkraftwerke in der Kritik. Jetzt hat sich WDR-Recherchen zufolge der Verdacht bestätigt, URENCO könnte indirekt auch am US-Atomwaffenprogramm beteiligt sein.

Von Jürgen Döschner, ARD-Energieexperte

In dem verschlafenen Ort Murfreesboro im US-Bundesstaat Tennessee trifft sich im Mai der Vorstand des Kraftwerksbetreibers TVA. Auf der Tagesordnung: unter anderem das heikle Thema „Uranversorgung“.

Heikel, weil TVA zwei Atomkraftwerke der besonderen Art betreibt: Watts Bar und Sequoyah. In ihnen wird nicht nur Strom, sondern auch Tritium produziert – ein unverzichtbarer Stoff für das Atomwaffenarsenal der USA. Das hier eingesetzte Uran wird also indirekt militärisch genutzt.

Verstoß gegen den Nichtverbreitungsvertrag

Am Ende erhält das europäische, halbstaatliche Unternehmen URENCO den Zuschlag. Bis 2030 soll die US-Tochter von URENCO angereichertes Uran nach Watts Bar und Sequoyah im Wert von 500 Millionen Dollar liefern – und damit auch indirekt für das US-Atomwaffenprogramm. Aus Sicht des Wiener Risikoforschers Wolfgang Liebert ein Tabubruch und ein Verstoß gegen den Nichtverbreitungsvertrag, den fast alle Staaten der Welt unterschrieben haben.

„Da darf es keine Unterstützung für Kernwaffenprogramme geben“, sagt Liebert. „Wenn ein Land Technologie exportiert oder durch andere nutzen lässt, gibt es eine Art ‚End-use-Klausel‘, dass sichergestellt sein muss, dass diese Technologie nur für friedliche Zwecke verwendet wird. Und genau das Gegenteil wäre hier der Fall.“

URENCO-Deal hat politische Dimension

Auch Jürgen Trittin, Bundestagsabgeordneter der Grünen und ehemaliger Bundesumweltminister, ist empört: „Nach meiner Auffassung haben wir es hier klar mit einem Verstoß gegen den Vertrag von Almelo zu tun. Der schließt die Lieferung von Material für militärische Zwecke aus.“ Der Vertrag von Almelo ist die von Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden ausgehandelte Grundlage für den Betrieb von URENCO.

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Aber es geht nicht nur um Verträge und Paragraphen. Für den Wiener Risikoforscher Liebert hat der URENCO-Deal auch eine politische Dimension: „Das Problem bei der Nachproduktion von Tritium ist hauptsächlich, dass man dem größten Kernwaffenstaat der Welt garantiert, dass dieses Atomwaffenprogramm dauerhaft weiterexistieren kann.“

Uranlieferungen nur für friedliche Zwecke

Das widerspreche jedoch eindeutig den erklärten Zielen zur atomaren Abrüstung sowohl der niederländischen als auch der deutschen Regierung. Zwar liegen die deutschen Anteile an URENCO derzeit bei RWE und E.ON. Aber die Bundesregierung sitzt nach wie vor im Aufsichtsgremium, dem sogenannten „Gemeinsamen Ausschuss“.

Auf Anfrage des WDR erklärte das zuständige Wirtschaftsministerium: „Zusammen mit den im Gemeinsamen Ausschuss vertretenen Partnern Großbritannien und Niederlande ist es die ständige Politik der Bundesregierung, dass von der URENCO bearbeitetes Material allein der garantierten friedlichen Nutzung zugeführt wird.“

„Liefervorgang der Bundesregierung nicht bekannt“

Dieses Bekenntnis zur zivilen Ausrichtung von URENCO steht allerdings im Widerspruch zu dem jetzt bekannt gewordenen Vertrag mit der TVA. Die Bundesregierung erklärt das in ihrer Stellungnahme so: „Es handelt sich um einen (…) Liefervorgang innerhalb der USA. Dieser ist der Bundesregierung nicht bekannt.“

Das wäre nicht nur ungewöhnlich, sondern widerspräche auch der gängigen Praxis. Der frühere URENCO-Chef Helmut Engelbrecht hatte 2015 in einem Interview mit der Wirtschaftswoche erklärt: „Alles, was mit angereichertem Uran und mit der Anreicherungstechnologie zu tun hat, ist Gegenstand der Überwachung und Kontrolle durch die Regierungen.“

„Verträge müssen gekündigt werden“

Genau diese Kontrolle scheint aber im Fall des URENCO-TVA-Deals nicht funktioniert zu haben. Die Schließung der Uran-Fabrik im westfälischen Gronau hat der Münsteraner Bundestagsabgeordnete der Linken, Hubertus Zdebel, schon oft gefordert. Die Anlage wird von der Firma URENCO betrieben.

Nun geht er einen Schritt weiter: „Wir sind grundsätzlich der Auffassung, dass Deutschland aus der Urananreicherung aussteigen muss. Und die Verträge von Almelo und Washington müssen meines Erachtens umgehend durch Deutschland gekündigt werden.“

RWE und E.ON am Deal nicht beteiligt?

Der Grüne Trittin will ebenfalls, dass Deutschland sich aus dem heiklen Geschäft der Urananreicherung zurückzieht: „Die ganze Veranstaltung macht in meinen Augen keinen Sinn. Es müsste einen klaren Schnitt seitens Deutschlands geben, dieses insgesamt zu beenden.“

Die deutschen Anteilseigner RWE und E.ON erklärten auf Anfrage, man sei am operativen Geschäft von URENCO nicht beteiligt. Eine Beteiligung am Zustandekommen des Vertrages mit der TVA wies RWE explizit zurück. Die Firma URENCO selbst hat auf unsere Anfrage nicht reagiert.

http://www.tagesschau.de/wirtschaft/uran-usa-deutschland-103.html

 

 

Urankonzern URENCO – Verstrickung in US-Atomwaffenherstellung: Niederländisches Gericht entscheidet über Freigabe von Informationen

Müssen Unterlagen über die Kontrolle des Urankonzerns URENCO von der niederländischen Regierung öffentlich gemacht werden? Darüber wird voraussichtlich am 19. März vor einem Gericht in den Niederlanden aufgrund eines Antrags des atomkritischen Dokumentationszentrums LAKA verhandelt. Anlass für den Antrag der LAKA sind deutsche Medien-Berichte, nach denen das deutsch-niederländisch-britische Unternehmen URENCO durch Geschäftsaktivitäten möglicherweise das us-amerikanische Atomwaffenprogramm unterstützt. Auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (Fraktion DIE LINKE) hat über derartige Geschäftsbeziehungen recherchiert und Fragen an die ebenfalls im URENCO-Kontrollorgan vertretene Bundesregierung gestellt.

Hubertus Zdebel: „Ich hoffe, das die Initiative der LAKA in den Niederlanden Erfolg hat und das Gericht die dortige Regierung verpflichtet, mehr Informationen über die US-Geschäfte der URENCO und die Tritium-Herstellung für Atomwaffen auf den Tisch zu legen. Trotz aller Bemühungen ist es bislang nicht gelungen, die Bundesregierung hier zu eindeutigen Aussagen zu bewegen, ob URENCO-Uran direkt oder indirekt dabei hilft, die Probleme der USA bei der Produktion von ausreichend Tritium als Sprengkraftverstärker für Atomwaffen in den Griff zu bekommen. Eine solche direkte oder indirekte Unterstützung darf es unter keine Umständen geben. Auch die Bundesregierung ist aufgefordert, eindeutig Stellung zu beziehen.“

Es geht um den Verdacht, dass die dreistaatliche URENCO, die ausschließlich zu friedlichen Zwecken die Urananreicherung betreiben darf, durch ihre Lieferungen die Produktion von Tritium in militärisch genutzten Atomkraftwerken der USA und damit deren Atomwaffenprogramm unterstützt. Tritium wird benötigt, um die Sprengkraft von Atomwaffen zu verstärken.

Den deutschen Unternehmen E.on und RWE gehört neben den Niederlanden und Großbritannien ein Drittel der URENCO. Das dreistaatliche Unternehmen betreibt Urananreicherungsanlagen in Almelo (NL), Gronau (BRD), Capenhurst (GB) und in den USA. Die Bundesregierung sitzt im sogenannten Gemeinsamen Ausschuss, dem Kontrollorgan über die URENCO nach dem völkerrechtlichen Vertrag von Almelo.

Die Tagesschau hatte in 2017 über entsprechende Geschäftsverbindungen der URENCO mit dem Betreiber der militärisch genutzten Atommeiler in den USA, der Tennessee Valley Authority (TVA) berichtet.

Weitere Informationen und Hintergründen:

 

Tihange, Fessenheim: Eine tatenlose Bundesregierung und ausländische AKWs mit zweifelhafter Sicherheit

Die Bundesregierung will laut Koalitionsvertrag ein Exportverbot für Uranbrennstoffe auf den Weg bringen, damit AKWs im Ausland, deren „Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft ist“, nicht mehr aus den hiesigen Uranfabriken in Gronau und Lingen versorgt werden. Die Antwort der Bundesregierung auf eine Frage des Abgeordneten Hubertus Zdebel, Sprecher für Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE, macht klar: Mehr als eine Absichtserklärung ist bislang nicht zustande gekommen. Es werden innerhalb der Regierung Gespräche mit einem „breiten Ansatz“ verfolgt, die „noch nicht abgeschlossen sind“. Fragen an die Organe der EU sind erst noch in Vorbereitung. Vor allem aber: Die Frage, wie viele AKWs im Ausland denn aus deutscher Sicht zweifelhaft sind, beantwortet die Bundesregierung einfach mal nicht!

Hubertus Zdebel: „Es ist einfach absurd: Die Bundesregierung will ein Uran-Brennstoff-Export-Verbot erreichen, damit AKWs im Ausland mit aus deutscher Sicht zweifelhafter Sicherheit nicht länger aus deutschen Fabriken in Gronau und Lingen beliefert werden. Meine konkrete Frage aber, wie viele solcher unsicherer AKWs es denn aus Sicht der Bundesregierung gibt, lässt sie einfach unbeantwortet.

Und auch sonst ist das, was die Bundesregierung angesichts der enormen Gefahren, die  von maroden AKWs wie Tihange in Belgien oder Fessenheim in Frankreich ausgehen, eher als absolute Tatenlosigkeit zu bezeichnen. Fragen an die Organe der EU zu einem Uran-Exportverbot sind nach eineinhalb Jahren Regierungszeit in Vorbereitung. Man fragt sich unwillkürlich, warum diese Fragen nicht längst gestellt wurden. Oder warum diese Fragen überhaupt gestellt werden müssen, denn die Vorgänger-Bundesregierung hatte immer betont, dass ein Exportverbot EU-rechtlich nicht möglich ist. Und ansonsten verfolgt die Regierung einen ‚breiten Ansatz‘, die Gespräche darüber sind ’noch nicht abgeschlossen‘. Mit einer Politik, die die berechtigten Sorgen der Menschen vor den Gefahren der Atomenergie in den Grenzregionen zu Belgien und Frankreich ernst nimmt, hat das absolut nichts mehr zu tun.“

Die Frage und Antwort hier im Original (PDF):

Bei wie vielen Atomkraftwerken und Reaktorblöcken im europäischen Ausland ist nach derzeitiger Einschätzung der Bundesregierung bzw. des Bundesministeriums für Umwelt,
Naturschutz und nukleare Sicherheit die „Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft“, und welche Schritte unternimmt die Bundesregierung, um zu einem rechtssicheren Weg zu
kommen, damit „Kernbrennstoffe aus deutscher Produktion nicht in Anlagen … zum Einsatz kommen“, deren Sicherheit aus deutscher Sicht zweifelhaft ist (www.bmu.de/meldung/bmu-informiert-ueber-den-export-von-brennelementen/)?

Der Koalitionsvertrag enthält folgende Aufforderung: „Wir wollen verhindern, dass Kernbrennstoffe aus deutscher Produktion in Anlagen im Ausland, deren Sicherheit
aus deutscher Sicht zweifelhaft ist, zum Einsatz kommen. Wir werden deshalb prüfen, auf welchem Wege wir dieses Ziel rechtssicher erreichen.“

Zur Erfüllung dieses Prüfauftrags sind Gespräche unter den betroffenen Ressorts auf Arbeitsebene aufgenommen worden, die einen breiten Ansatz verfolgen und noch nicht abgeschlossen sind. Dabei sind auch die Vorgaben des europäischen Rechts für die Ausgestaltung von Exportregelungen zu beachten. Letztlich sind für eine abschließende Klärung solcher Fragen die Organe der EU berufen. Hierzu werden entsprechende Fragestellungen an die Kommission vorbereitet.

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