Die AfD, Nuklearia, die Atomenergie, der Strahlenschutz und die Endlagersuche für Atommüll, die es gar nicht mehr braucht weil ja Mutation – und eine gescheiterte Laufzeitverlängerung

(Update 0212023 – Der Titel wurde geändert) Die Sache mit dem Spalten mag die AfD sehr gern. Nicht nur im gesellschaftspolitischen Sinn. Auch wenn es um die Kernspaltung geht, ist die AfD allen Realitäten zum Trotz ohne Berührungsängste. Naja. Vielleicht nicht ganz. Und vermutlich ist das so wenig zukunftsfähig, wie die AfD. Aber in jedem Fall findet sich dieser Club der Gestrigen immer wieder in einer sehr engen Verbindung zu dem ebenso kuriosen Nuklear-Förderverein Nuklearia, der es in wundersamer Weise schafft, die realen Risiken der Atomenergie unter allen Umständen zu verharmlosen und permanent Zaubertechniken zu erfinden, die es leider allesamt nicht gibt und vermutlich auch nicht geben wird, weil so ein Mist wie Physik und sonst was mit Problemen dazwischen kommt.

Aber eines passt: Wenn im Bundestag in der nächsten Woche ein um viele Jahre veraltetes Strahlenschutzgesetz auf Vorlage der Großen Koalition beraten und beschlossen wird, lässt sich die AfD in der öffentlichen Anhörung am kommenden Montag (22.3.2021) im Umweltausschuss von eben diesem Atomförderclub Nuklearia sachverständigen, namentlich durch Rainer Klute (siehe hier PDF). Immer wieder fällt Nuklearia e.V. dadurch auf, dass der Verein und seine Aktiven offenbar keine Probleme haben, der mit Rechten und teilweise faschistischen Mitgliedern gespikten AfD zusammenzuarbeiten.

Auch eine Anna Veronika Wendland, die derzeit im Bereich der Endlagersuche unterwegs ist, gehört zu Nuklearia. Die sucht ein Atommüllendlager, obwohl ihre Freunde bei Nuklearia eigentlich ein solches als überflüssig ansehen, weil ihre neue Wunderwaffe, ein Flüssigsalzreaktor in der Rubrik SMR – also genau genommen hunderte davon – den Atommüll über viele Jahrzehnte solange verstrahlen, bis … es einfach nur neuen Atommüll gibt, Risiken von und tatsächliche schwere Unfälle und die permanente Gefahr, dass atombombenfähiges Material aus diesen Dingern in falsche Hände gelangt.

Aber die Freundschaft von der Anna Veronika Wendland zu Nuklearia ist im Moment pausiert – hatte sie mitgeteilt, solange sie in der Vorbereitungsgruppe einer Endlagersuche in der Branche Teilgebiete unterwegs ist. Weil der Atommüll doch nicht weggezaubert werden kann? Gut ist schon mal: Die Kampagne, die Laufzeit der sechs letzten Atomkraftwerke in Deutschland über das gesetzlich festgelegte Ende 2021 und 2022 wieder zu verlängern, wird  – kaum vorgeschlagen – von den überschlauen Erfinder:innen Frau Wendland und Kumpel Moormann – jetzt schon wieder als gescheitert erklärt. Oops. „Saveger6“ hatten die das – auch zur großen Freude von Nuklearia und AfD – betitelt. Beide sind damit medial hoch geflogen – aber jetzt irgendwie konkret doch recht schnell abgestürzt. Weiter so!

Nicht viel anders wird das dann hoffentlich auch mit den Wahlergebnissen der AfD und dem Horrortrip von Nuklearia (Cold Turkey) enden. Nichts geht mehr.

Zum Strahlenschutzgesetz:

Veranstaltung: Ostermärsche 2021 – Urananreicherung beenden – Für Frieden und einen konsequenten Atomausstieg

Die Nutzung der Atomenergie ist von der Atombombe nicht zu trennen. In der Bundesrepublik ist vor allem die Urananreicherung in Gronau Sinnbild dieses Zusammenhang. Die Uranfabrik der URENCO reichert das spaltbare Uran235 für die Nutzung in Atomkrafwerken her. Sie könnte mit veränderten Einstellungen aber auch Atomwaffen-Uran erzeugen. Ein extrem brisantes Geschäft. Und ein Skandal oben drauf: Bis heute ist die Uranfabrik in Gronau und eine weitere Anlage in Lingen vom Atomausstieg ausgeklammert und produzieren ohne Befristung Brennstoffe für Atommeiler in aller Welt. In einer gemeinsamen Onlineveranstaltung am Donnerstag, den 25. März, um 19 Uhr diskutieren der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) und Matthias Eickhoff von der Münsteraner Initiative Sofortiger Atomausstieg (SofA) über die skandalösen Uran-Geschäfte der potentiellen Atomwaffenschmiede in Gronau. Die Moderation übernimmt Edith Bartelmus-Scholich (Mitglied des Landesvorstands und atompolitische Sprecherin DIE LINKE. NRW).

Save the Date! Zugangsdaten zur Zomm-Videokonferenz: https://us02web.zoom.us/j/87130181429?pwd=WFpBeGlQRnQ3ZkNuVFdDamdsUUJIdz09

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