Das britische Militär benötigt vermutlich für seine Atom-U-Boote neuen Uranbrennstoff für den Reaktorantrieb. Den soll nun das zivile Urananreicherungsunternehmen URENCO liefern, an dem auch die deutschen Konzerne RWE und E.on beteiligt sind. 2024 hatte die britische Regierung die beiden weiteren beteiligten Staaten Deutschland und Niederlande entsprechend angefragt, ob es Bedenken gäbe, wenn ein ziviles Unternehmen für nukleare Verteidigungszwecke liefert. Was genau geplant ist, halten die drei Staaten geheim. Daher ist nicht auszuschließen, dass URENCO künftig Atombrennstoff auch für andere Verteidigungszwecke bereitstellt. Auf eine „Schriftliche Frage“ einer Linken Bundestagsabgeordneten hatte die Bundesumweltministerium maximal ausweichend geantwortet (siehe unten). Eine weitere Anfrage ist bereits auf dem Weg. „Bundesregierung bestätigt: Teilweise deutscher Urankonzern URENCO liefert fürs britische Militär“ weiterlesen
Kategorie: Energiewende
Atompolitik, Plutonium und Wirtschaftsinteressen: Irrwege der Bundesrepublik unter dem Einfluss industrieller Lobbyinteressen
Unter dem Stichwort „Spurensuche“ geht umweltFAIRaendern in vielen Artikeln den Verquickungen der zivilen und militärischen Nutzung der Atomenergie nach. Dazu gehören Rückblicke auf die Entstehung einer Atomforschung und deren Anwendungen. Zuerst war die Atombombe, dann Atomreaktoren. Immer wieder werden hinter der vermeintlich friedlichen Atomenergie militärische Motive verborgen. Deutschland hatte bereits im Faschismus an der Bombe gearbeitet. Die militärischen Motive spielten auch in der frühen Bundesrepublik eine entscheidende Rolle. Jetzt legt Ullrich Kleemann ein umfangreiches und detailliertes Werk vor, in dem er die Chemie-Industrie als bedeutsamen Treiber identifiziert und faktenreich deren Aktivitäten nachzeichnet. Als Schlüsselfigur widmet sich Kleemnann dabei einer Person, die als (un)heimlicher Atomminister angesehen werden musste und bereits im deutschen Faschismus und im Zweiten Weltkrieg eine treibende Kraft für Kriegsverbrechen aller Art war: Karl Winnacker, Nationalsozialist, der trotz seiner Vorgeschichte absurderweise noch heute Anerkennung genießt. Sein irres Atomerbe müssen wir noch heute teuer bezahlen. Warum das so ist, erklärt Kleemann in seinem Buch. „Atompolitik, Plutonium und Wirtschaftsinteressen: Irrwege der Bundesrepublik unter dem Einfluss industrieller Lobbyinteressen“ weiterlesen
Nukleare Risiken wachsen: USA und Saudi-Arabien verkünden Atomdeal mit Möglichkeit von Atomwaffen
Nach langen Verhandlungen haben die USA unter Präsident Trump einen Atomdeal mit Saudi-Arabien vereinbart. Dabei geht es nicht nur um Atomkraftwerke, sondern insbesondere auch um die Urananreicherung. Dabei verzichten die USA auf ein wesentliches von der IAEO gefordertes Sicherheitsprotokoll. Die Technologie der Anreicherung mit Zentrifugen ist grundsätzlich geeignet, auch atomwaffenfähiges Uran herzustellen. Auch wenn Details und konkrete Maßnahmen entweder noch nicht ausverhandelt sind bzw. noch nicht bekannt sind: Die nuklearen Risiken im Nahen Osten wachsen vor dem Hintergrund des Angriffs der USA auf den Iran, begründet mit den dortigen Fähigkeiten zur Urananreicherung, weiter an. Mit dem jetzt verkündeten Deal werden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran in keinem Fall wahrscheinlicher. (Foto: KI) „Nukleare Risiken wachsen: USA und Saudi-Arabien verkünden Atomdeal mit Möglichkeit von Atomwaffen“ weiterlesen
Energiepolitik in öffentlicher Hand: Klimakatastrophe und Reprivatisierung von UNIPER und SEFE? Kann der Verkauf gestoppt werden? Fragen und Fordungen im Bundestag
Klar ist, dass die Klimakatastrophe mit immer intensiveren Folgen wirksam wird und die Ziele des Pariser Klimaabkommens nicht mehr zu erreichen sein werden. Dringend müssten die Instrumente staatlicher Maßnahmen gegen die menschengemachte Erderwärmung ausgeweitet werden. Das Gegenteil passiert. Nun will die Bundesregierung mit Uniper und Sefe auch noch zwei der größten fossilen Konzerne reprivatisieren, statt diese als marktwirtschaftliche Instrumente und Verstärker für die Umsetzung staatlicher Leitplanken einzusetzen. Die Energiekonzerne sollten in öffentlicher Hand bleiben. Nicht nur das Klima und die Demokratie in der Energiewende, auch die klammen Haushalte könnten davon profitieren. „Energiepolitik in öffentlicher Hand: Klimakatastrophe und Reprivatisierung von UNIPER und SEFE? Kann der Verkauf gestoppt werden? Fragen und Fordungen im Bundestag“ weiterlesen
„Friedliches“ Uran für militärische Zwecke? Linke fragt Bundesregierung
Darf der zivile Urankonzern URENCO, an dem deutsche Unternehmen beteiligt sind und über den auch die Bundesregierung samt VETO-Rechten eine Kontrollfunktion ausübt, künftig für britische Atom-U-Boote Kernbrennstoff für die Nuklear-Reaktoren herstellen? Diesen Tabubruch eines der „friedlichen“ Nutzung der Atomenergie verpflichteten Unternehmens für militärische Zwecke Uran anzureichern, hatten die beteiligten Niederlande vor wenigen Tagen öffentlich gemacht und Zustimmung bekundet. Jetzt reagiert DIE LINKE mit deutlicher Kritik an diesem Vorhaben und hat dazu eine „Schriftliche Frage“ an die Bundesregierung auf den Weg gebracht. (Foto: Screenshot von der Homepage der URENCO-Anlage in Capenhurst, UK. Dort soll die Urananreicherung für militärische Zwecke erfolgen.) „„Friedliches“ Uran für militärische Zwecke? Linke fragt Bundesregierung“ weiterlesen
