Energiewende Hamburg: Kohleeinsatz stoppen! Gehversuche der SPD ohne Vattenfall

Kohle-Heizkraftwerk Moorburg 2-Sept-2012 -16
Droht die „Modernisierung“ des klimaschädlichen Kohle-Heizkraftwerks in Wedel? SPD-Fraktionsvorsitzender Dressel spricht von dieser Möglichkeit. Foto: Dirk Seifert

Ein Volksentscheid in Hamburg hat die Rekommunalisierung der Energienetze durchgesetzt, u.a. mit dem Ziel, „eine sozial gerechte, klimaverträgliche und demokratisch kontrollierte Energieversorgung aus erneuerbaren Energien“ zu erreichen. Und dem SPD-Fraktionsvorsitzenden Andreas Dressel fällt dazu ein, für die Fernwärmeerzeugung in Hamburg möglicherweise ein klimaschädliches Kohlekraftwerk in Wedel zu modernisieren und es länger laufen zu lassen. Der NDR berichtet: „Laut Dressel wird nun geprüft, ob Wedel wirklich auf Gas umgestellt oder als Kohlekraftwerk modernisiert wird.“

Es ist sicherlich keine einfache Sache, die der Fraktionsvorsitzende der Hamburger SPD da leisten muss. Erst das Voll-Veto unter der Leitung des amtierenden Bürgermeisters und Parteivorsitzenden Olaf Scholz gegen einen Volksentscheid, der ureigene sozialdemokratische Ziele verfolgte: Für kommunale, dem Gemeinwohl verpflichtete und demokratisch kontrollierte Energienetze. Die bittere (?) Erkenntnis, dass die SPD-WählerInnen zu rund zweidritteln diesem Veto der Führung nicht folgten und entgegen den Ansagen von Scholz und Freunden mit einem glatten JA beim Volksentscheid stimmten.

Und jetzt: Umschalten auf das Umsetzen eines Volksentscheids für die Rekommunalisierung der Energienetze von Vattenfall und E.on, weil erstens: Die Mehrheit der Bürger das so will und zweitens: Die nächsten Bürgerschaftswahlen schon wieder in Sicht sind. Jetzt muss man Energiepolitik plötzlich selber machen, ohne Vattenfall. Das ist man in Hamburg ja gar nicht mehr gewohnt!

Vielleicht ist das der Hintergrund oder die Kulisse, warum der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Dressel zu – sagen wir mal – nicht wirklich zukunftsweisenden Überlegungen kommt. Da wollen wir mal hoffen, dass das nur so eine Art „Ausrutscher“ war. An anderen Stellen ist Andreas Dressel mit den Ideen des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“ durchaus auf Tuchfühlung. Z.B., wenn er mehr Bürgerbeteiligung in Form von Beiräten bei der neuen kommunalen Netzgesellschaft nennt, für die die SPD offen sei.

Aber bitte: Klimaschutz mit Kohlekraftwerk? Das geht irgendwie gar nicht.

Die Volksentscheids-Initiativen jedenfalls drängen auf die Energiewende: Kaum ist der Volksentscheid gewonnen, fordern sie ein Wärmekonzept und einen Dialog von der Umweltbehörde, damit endlich Klimaschutz und Erneuerbare Energien Einzug in die Fernwärmeerzeugung in Hamburg halten können. Sie fordern den Ersatz des alten Kohlekraftwerks in Wedel. Um das zu erreichen, muss dieses Wärmekonzept her und die beste Klima-Alternative gesucht werden!

Folgerichtig haben die Umweltorganisationen heute die Forderung erhoben, dass endlich auch das immer noch anhängige Genehmigungsverfahren für eine Fernwärmetrasse aus dem Klimakiller-Kohle-Kraftwerks-Neubau Moorburg endgültigt beendet werden müsse!

Immer wieder wurde diese Trasse als Drohkulisse von Seiten der SPD gegen die Umweltverbände und Initiativen ins Spiel gebracht, wenn diese partout nicht den von SPD und Vattenfall in Hinterzimmern verabredetenen Maßnahmen folgen wollten (siehe hierzu BUND Hamburg oder hier Moorburgtrasse-Stoppen). Auch ROBIN WOOD erwartet – sozusagen als vertrauensbildende Maßnahme die Beedindung des Verfahrens: „Bis heute ist aber das Genehmigungsverfahren für die Moorburg-Trasse nicht eingestellt, sondern nur “geparkt”. Als eine Maßnahme für die Umsetzung des Volksentscheids sollte Vattenfall diese Planungen nun auch endlich offiziell beenden!“

Hamburger Energiewende und Dialog: Klimaschutz in die Fernwärme einbauen

Nach dem Volksentscheid in Hamburg: Jetzt kommt die Arbeit für mehr Klimaschutz - mit mehr Demokratie!
Nach dem Volksentscheid in Hamburg: Jetzt kommt die Arbeit für mehr Klimaschutz – mit mehr Demokratie!

Nach dem erfolgreichen Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ und der jetzt anlaufenden Umsetzung der Rekommunalisierung der Energienetze für Strom, Fernwärme und Gas, kommt Schritt für Schritt wieder energiepolitischer Handlungsspielraum zurück in die öffentliche Hand. Vor allem bei der Fernwärmeversorgung ergeben sich viele Möglichkeiten. Denn zu ihr gehört nicht nur das Leitungsnetz, sondern auch die Anlagen zur Wärmeerzeugung (plus damit verbundenen Stromerzeugung) und die KundInnen. Und: In der Hamburger Fernwärmeversorgung liegen große Potentiale für mehr Klimaschutz. Nicht nur ein Wärmekonzept muss jetzt her, sondern auch ein Dialog. Das forderte auch die Fraktionsvorsitzende der Linken, Dora Heyenn, heute in der Bürgerschaft: „Deshalb wäre es wichtig, bald ein Fernwärmekonzept vorzulegen, um mit den BürgerInnen in dieser Stadt in einen Fernwärmedialog zu treten.“

Gefordert ist jetzt die Hamburger Umweltbehörde unter ihrer Senatorin Jutta Blankau. Sie muss nun mit ihrer Behörde ein solches Konzept vorlegen und zur Debatte stellen.

Ein im Auftrag der Behörde erstelltes „Basisgutachten zum Masterplan Klimaschutz“ kam im November 2010 zu dem Ergebnis, dass die „Umgestaltung der Fernwärmeversorgung einen der größten Beiträge zum Klimaschutzkonzept“ leisten  kann. (Basisgutachten Seite 71). Die Grüne-Bürgerschaftsfraktion hat in einem aktuellen Antrag erneut auf diesen wichtigen Punkt hingewiesen (siehe den Link oben und hier aktuell zur Aktuellen Stunde der Bürgerschaft). Die Debatte dazu wird in den nächsten Wochen folgen.

Um die Klimaschutzpotentiale zu heben, muss die Stadt laut diesem Gutachten als einen wichtigen Schritt das Kohle-Heizkraftwerk in Wedel ersetzen. Bis zu 1,5 Millionen Tonnen CO2- Emissionen verursacht das HKW aufgrund des Einsatzes von Steinkohle als Brennstoff (vergleiche hier, PDF, S. 4).

In einem Gutachten für die Initiative „Unser Hamburg – Unser Netz“ stellte die LBD-Beratungsgesellschaft jüngst fest:

  • „Die Hamburger Fernwärme versorgt nicht nur 450.000 Nutzeinheiten
    mit Wärme, sondern liefert mehr als 80% des Strombedarfs der
    Hamburger Haushalte.
  • Die Hamburger Fernwärme verursacht etwa 9% der gesamten CO2-
    Emission der Stadt. Etwa ein Drittel der wärmebedingten CO2-
    Emissionen im Bereich der Haushalte und des Gewerbes (ohne
    Industrie und Verkehr, ohne Strom (1, siehe hier) entfallen auf die Fernwärme.“
    (hier das Gutachten als PDF zum download)

Das Gutachten stellt fest, dass sich nach amtlichen Bilanzen für das Jahr 2010
für „die Fernwärmeversorgung der Freien und Hansestadt
Hamburg ein Emissionsfaktor 327 g CO2 je kWh“ ergibt. „Dieser Wert liegt
deutlich oberhalb des Emissionsfaktors eines mit Erdgas gefeuerten
Brennwertkessels in Höhe von weniger als [210] g CO2 je kWh“. Das zeigt, welches Potential allein im Vergleich zum Einsatz von Gas, bei sonst gleichen Rahmenbedingungen, vorhanden ist.

Der Grund für diese Situation: „Der sehr hohe Emissionswert der Hamburger Fernwärme resultiert aus dem vergleichsweise großen Anteil an Kohle als Brennstoff. Die Verbrennung von Kohle setzt erheblich mehr klimaschädliches CO2 frei als z.B. die Verbrennung von Erdgas.“ (LBD)

Aber es geht eben nicht nur darum, Kohle mit Gas zu tauschen. Das genannte Basisgutachten nennt weitere Maßnahmen, die für ein Mehr an Klimaschutz unbedingt zu beachten sind: „Das Gutachten vom November 2010 schlug unter anderem vor, das Fernwärmenetz in Subnetze zu zerlegen, Wettbewerb im Betrieb der Subnetze herzustellen, durch geringeren Betriebsdruck und niedrigere Temperaturen (*) die Einbindung von erneuerbaren Energien und Abwärme zu erleichtern und es Dritten zu ermöglichen, Wärme einzuspeisen.“ (zitiert nach Antrag Grüne Fraktion).

Hinzu kommen aber auch noch andere Maßnahmen jenseits der Erzeugung von Wärme: Einsparungen bei der Erzeugung können z.B. durch Maßnahmen für die Wärmedämmung von (Wohn-)Gebäuden erreicht werden. Außerdem ist zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Einbindung von ohnehin erzeugter Wärme, z.B. bei industriellen Prozessen, bestehen etc.

Um all diese Möglichkeiten für mehr Klimaschutz (plus Versorgungssicherheit…) bei der Wärmeversorgung zu nutzen, braucht es ein Konzept. Seit Jahren wird dieses von Umweltverbänden und – Initiativen von der Stadt gefordert. Bis heute liegt es nicht vor. Nicht nur Grüne und Linke drängen in der Bürgerschaft jetzt darauf. Auch die allein-regierende SPD hat schon vor einiger Zeit eingesehen, dass es ein solches Konzept braucht. Die Fraktion hatte dazu eine entsprechende Aufforderung an den Senat in der Bürgerschaft beschlossen.

Doch bislang stellte sich die Hamburger Umweltbehörde taub. Statt eines Wärmekonzepts hatte die Umweltbehörde mit Vattenfall lediglich Ausbau-Ziele festgelegt. Das räumte die Senatorin Blankau im Rahmen einer gemeinsamen Sitzung des Umwelt- und Haushaltsausschusses zur Umsetzung des Volksentscheids zur Rekommunalisierung der Energienetze ein und ergänzte dann: „Wir prüfen zurzeit, was wir verändern müssen.“ (Wortprotokoll der Ausschusssitzung (PDF), S. 23). Und ihr Referent Hans Gabány räumte ergänzend ein, dass seit der Vorlage des Masterplans in Sachen „Wärme aus Erneuerbarer Energie“ nicht so viel gelaufen ist: „Insofern bleibt es dabei, dass wir im Grunde auf die Entscheidungen, die jetzt anstehen, aufsetzen müssen bei der weiteren Entwicklung des Wärmekonzepts.“ (ebd.)

Wie heißt es so neudeutsch modern doch grad: Senatorin Blankau muss jetzt liefern!

(*) Das Hamburger Netz wird von vergleichsweise wenigen Einspeise-Punkten mit Wärme versorgt. Daher muss die Wärme – mit entsprechenden Verlusten – über teilweise sehr lange Strecken transportiert werden. Z.B. ist der Standort Wedel viele Kilometer von den ersten Verbrauchern in Hamburg entfernt. Aufgrund dieser Struktur wird das Netz mit vergleichsweise hohem Druck und hoher Temperatur betrieben.

Bürgerentscheid Wedel und Gaskraftwerk: Anwälte kreuzen Paragraphen

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Logo der Bürgerentscheids-Initiative in Wedel gegen den Bebauungsplan für das neue Kraftwerk Wedel: Verwaltung und Initiative sind im Streit.

In Wedel eskalieren die Auseinandersetzungen um die Durchführung eines Bürgerentscheids über den Bebauungsplan für ein bislang von Vattenfall geplantes Gaskraftwerk. Das Kraftwerk soll das alte Kohlekraftwerk am gleichen Standort ersetzen und die Hamburger Fernwärme versorgen. Seit Monaten gibt es um diese Pläne und das Kraftwerk Streit. Jetzt, so teilt das Abendblatt mit, „sprechen nur noch Anwälte“ über den Bürgerentscheid.

„Die Fronten zwischen den Initiatoren des Bürgerentscheids über den Bebauungsplan des Kraftwerksareals und der Stadtverwaltung sind verhärtet. So sehr, dass der neue Termin für den geplanten Bürgerentscheid in den Sternen steht. Kerstin Lueckow, als Sprecherin der Bürgerntscheid-Initiatoren, forderte am Montag im Abendblatt-Gespräch sogar die Aussetzung. „Das Gesetz ist unklar. Wir wissen nicht mehr, was erwartet wird, und es fehlt eine dritte unabhängige Stelle. Es muss eine Schlichterstelle her“, so Lueckow.“

Umstritten ist das Kraftwerk auch in Hamburg. Die Initiativen des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“ haben den Neubau kritisiert und verlangen eine Alternativenprüfung auf Basis eines Wärmekonzepts. Erst dann könne man entscheiden, wie die klimaverträglich beste Lösung für die Hamburger Fernwärmeversorung erreicht werden könne. Siehe auch: Nach dem Netz-Kauf: Hamburg braucht Wärme-Konzept und Dialog

Eine Bürgerinitiative in Wedel hatte den ersten Bürgerentscheid vor wenigen Wochen durchgesetzt. Mit dem Bürgerentscheid soll das Verfahren für den Bebauungsplan noch einmal aufgerollt werden, damit die BürgerInnen mehr Mitsprache-Rechte erhalten. Da verbindliche Vorgaben fehlen, wie die Wahlunterlagen verfasst sein müssen, hatte sich die Bürgerinitiative „Du bist Wedel“ bei der Erarbeitung der eigenen Vorlage am Hamburger Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ orientiert. Das aber passte der Stadt Wedel nicht, die sich beim Innenministerium in Kiel beschwerte. Das Innenministerium teilte die Kritik der Stadt Wedel – der bereits festgelegte Termin für den Bürgerentscheid musste vertagt werden.

Die Lage ist nach der Reaktion des Innenministeriums verfahren: „Seitdem jagt eine Frist die nächste, folgt ein Anwaltschreiben dem anderen. Nur voran geht es nicht. „Ich bin über die Situation sehr unglücklich“, sagt Wedels Bürgermeister Niels Schmidt. Auch er sieht gesetzlichen Nachbesserungsbedarf. Klar ist: Ohne Einigung gibt es kein Infoschreiben, ohne das vorerst auch keinen Bürgerentscheid, wie es aus dem Innenministerium heißt. Notfalls müsse das Verwaltungsgericht Wedels Problem klären.“

Siehe auch: Hamburgs Fernwärme-Kraftwerk Wedel: Bürgerentscheid vertagt

Die Initiative teilte auf ihrer Homepage mit: „Das Innenministeriums von Schleswig-Holstein hat vorgetragen, dass der „Grundsatz der Waffengleichheit“ nicht gegeben sei. Unsere Unterlagen für den Entscheid wären wegen des „Zusammenwirkens von „sehr pointierter“ Wortwahl, optischer Gestaltung (Bilder/Textkästen/Zitate etc.), Verwendung von Wahlslogans und einer – auch durch optische Merkmale verstärkten – Abstimmungsaufforderung eindeutig als Wahlkampf-Flyer zu bewerten“.“

Alles zum Kraftwerk Wedel auf dieser Seite.

Energie-Netze ohne Vattenfall: Bürgerbeirat für die kommunale Stromgesellschaft?

Für Bürgerbeirat bei der kommunalen Netzgesellschaft offen. Fraktionsvorsitzender der SPD Hamburg: Andreas Dressel.
Für Bürgerbeirat bei der kommunalen Netzgesellschaft offen. Fraktionsvorsitzender der SPD Hamburg: Andreas Dressel.

Umsetzung Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg: Es war eher am Rande der letzten Sitzung  der Bürgerschaftsausschüsse, die für die Umsetzung des Volksentscheids „Unser Hamburg – Unser Netz“ zuständig sind, als der SPD-Fraktionsvorsitzende Andreas Dressel in Aussicht stellte, dass die SPD nach der Netz-Übernahme offen sei, über mehr Bürgerbeteiligung bei der neuen Netzgesellschaft zu sprechen. Darüber war hier schon berichtet worden: Hamburg: SPD für mehr Bürgerbeteiligung bei den neuen Netzgesellschaften offen.

Jetzt liegt das Wortprotokoll der gemeinsamen Sitzung von Umwelt- und Haushaltsausschuss (PDF) vor, in der Andreas Dressel einen solchen Bürgerbeirat in Aussicht gestellt bzw. erklärt hat, dass die SPD für ein derartiges Mehr bei der Bürgerbeteiligung offen sei. Hier ist nun der Auszug aus dem Prototkoll in voller Länge:

Abg. Dr. Andreas Dressel: „Ich will das auch noch einmal insofern ergänzen, dass wirklich wir vom Ende her denken müssen, dass wir den Volksentscheid erfolgreich umsetzen und zwar in einem Weg, der nachher auch vor einer gerichtlichen Überprüfung standhält, weil das alles nichts nützt, wenn nachher … und dass es Beispiele gibt für Gerichtsentscheidungen oder auch Kartellamtsentscheidungen, wo dann nachher alles null und nichtig ist, davon haben, glaube ich, die Bürger, die da mit knapper Mehrheit so entschieden haben, wie sie entschieden haben, auch nichts.

Und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir da einfach jetzt kein Risiko eingehen.

Aber natürlich, der Anspruch an Bürgerbeteiligung, den erfüllen wir ein bisschen auch mit diesem sehr breiten Forum, was da jetzt ja auch nicht eine einmalige Veranstaltung ist, sondern das wir, je nach den Verfahrenssteps, wo wir stehen, natürlich auch weiterführen.

Aber natürlich nachher auch, wenn wir auf dem einen oder dem anderen Weg die Netze haben, dass natürlich auch das darum geht, diesen Anspruch weiter zu erfüllen.
Es gab auch einmal Ideen von der Behörde, diesen Beirat zu schaffen, auch das ist sicherlich etwas, was man dann noch einmal überlegen muss, wie man das nachher auf die neue Struktur, wenn man im Besitz eines Netzunternehmens ist, wie man das dann nachher organisiert.

Ob es dann diesen energiewirtschaftlichen Beirat gibt oder einen Beirat der Netzgesellschaft, der sozusagen da auch hinzugezogen werden kann, das, finde ich, da sind wir auch als SPD-Fraktion absolut offen für. Nur, der erste Schritt ist erst einmal, es zu bekommen und dann guckt man sich die konkrete Ausgestaltung an. Wenn man da den zweiten Schritt vor dem ersten macht, dann stolpert man leicht. Und wir haben die Verpflichtung und die Verantwortung, es nicht zum Stolpern kommen zu lassen.“

Aus Wortprotokoll, Haushaltsausschuss Nr. 20/63, Umweltausschuss Nr. 20/35, S. 37

Die Wortprotokolle früherer Sitzungen stehen hier: Umsetzung Hamburger Volksentscheid: Rekommunalisierung Energienetze zum Nachlesen

SPD interne Verschwörungsphantasien: Schnelsen – Kleiner Stadtteil ganz groß

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Unterirdisches aus der SPD … Foto: Dirk Seifert

Kämpfen Vattenfall-Manager Hauke Wagner und Bürgermeister Olaf Scholz im kleinen Hamburger Stadtteil Schnelsen um die Macht? Die taz-nord berichtet heute von einem Konflikt innerhalb der SPD um die Vorstandswahlen in Schnelsen. Da geht es nicht nur um Konkurrenz, vermeintliche Absprachen oder nicht und Plätze für die Bürgerschaftswahlen. Darüber hatte umweltFAIRaendern.de bereits berichtet:

Aber offenbar wurde hier das Problem total unterschätzt, denn die taz-nord weiß jetzt zu berichten: „Andere denken in noch größeren Maßstäben“. Die Machtkämpfe zwischen den Seilschaften in der SPD reichen viel höher hinauf, als Ahnungslose bislang glaubten: Nicht nur Nils Annen, der vermeintlich linke Bundestagsabgeordnete aus Eimsbüttel und der rechte Danial Ilkhanipour kämpfen mit ihren Seilschaften um Macht und Einfluss.

Nochmal zur Erinnerung: In Schnelsen hat sich um den SPD-Energie-Aktivisten Matthias Ederhof ein Kreis gebildet, dem die ganzen Kämpfe auf die Nerven gehen und die – wie sie selbst sagen – endlich wieder mit Spaß inhaltlich orientierte SPD-Politik im District machen wollen (wenn das überhaupt möglich ist). Und daher haben die sich vorgenommen, bei der anstehenden Wahl zum Vorstand im SPD-Distrikt Schnelsen Anfang Februar als Kollektiv anzutreten. Das wars, was jetzt die SPD-Welt im Norden erschüttert und von dem Milan Pein, Kreisvorsitzender in Eimsbüttel, beteuert, dass es nur eine interne Sache von Schnelsen sei. Die taz ordnet Ederhof dann auch schon mal in die SPD-Linke ein. Demokrat für die Energiewende wäre zutreffender.

Aber es geht um viel mehr. Denn dieser Ederhof wird nicht nur zum „Annen-Lager“ hinzugetextet, sondern ist vor allem Chef bei der EnergieNetz-Hamburg-Genossenschaft und will in Hamburg das Stromnetz übernehmen. Also ist er gegen Vattenfall und in irgendeiner komischen Weltanschauung damit ein Beauftragter von Bürgermeister Olaf Scholz – schreibt die taz! Und jetzt der Hammer: Der „wichtigste Verbündete von Ilkhanipour“ wiederum ist Hauke Wagner, der „Sohn des langjährigen Bausenators Eugen Wagner sitzt als Juso-Vertreter im SPD-Landesvorstand und ist beruflich Projektmanager für das Hamburger Energiekonzept bei Vattenfall – und somit ein Gegenspieler des Energie-Genossenschaftlers Ederhof.“ Unglaublich. Was für ein Total-Krimi, der sich da in Schnelsen abspielt. Hätte ich jetzt irgendwie nicht gedacht.

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