Hauptversammlung bei E.ON – Energiekonzern betreibt Umbau auf Kosten der Beschäftigten und der Allgemeinheit

Am Mittwoch (09. Mai) lädt E.ON in Essen zur Hauptversammlung. Der Münsteraner Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel, Sprecher für den Atomausstieg der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, kritisiert die Unternehmenspolitik des Energiekonzerns und begrüßt die angekündigten Proteste des Dachverbands der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre: „Bei E.ON sprudeln mal wieder die Gewinne. Im Jahr 2017 erzielte der Konzern einen Überschuss von 4,2 Milliarden Euro. Anstatt für die vollkommen verfehlte und klimaschädliche Politik der letzten Jahre gerade zu stehen und endlich konsequent in die Energiewende zu investieren, betreiben Konzernchef Johannes Teyssen und sein Management den Umbau des Energieriesen auf Kosten der Beschäftigten und der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“

Zdebel weiter: „Durch die geplante Übernahme der RWE-Tochterfirma Innogy würde E.ON ein Monopol auf die Stromnetze erlangen, was zu deutlich höheren Strompreisen führen könnte. Im Zuge des Megadeals will Teyssen rund 5.000 Arbeitsplätze an mehreren Standorten in NRW abbauen. Die Mehrheitsanteile an der ehemaligen Konzerntochter Uniper sollen an den finnischen Staatskonzern Fortum verscherbelt werden. Vorsorglich werden bei Uniper schon mal 2.000 Arbeitsplätze bis Ende des Jahres abgebaut.

Dank der letzten Bundesregierungen kann sich E.ON außerdem über üppige Sondereffekte freuen. Weil CDU/CSU und FDP 2010 bei der Einführung der Brennelementesteuer geschlampt hatten, erhielt der Konzern 2017 2,8 Milliarden Euro Rückzahlungen. Auch aus der Haftung für die Atommüllkosten wurde E.ON 2016 gütigerweise entlassen. Noch immer hält der Konzern ein Sechstel an der Urananreicherungsanlage Urenco in Gronau und ist damit indirekt mitverantwortlich für die stur fortgesetzten Brennelementelieferungen an die belgischen Schrottreaktoren Doel und Tihange.

All dies zeigt: E.ON wirtschaftet knallhart nach dem kapitalistischen Profitprinzip, wobei die Gewinne privatisiert und die Kosten sozialisiert werden. Ich wünsche den Kritischen Aktionärinnen und Aktionären viel Erfolg mit ihren angekündigten Protesten auf der Hauptversammlung. DIE LINKE setzt sich schon lange für eine Entflechtung der großen Energiekonzerne zugunsten von öffentlichen und genossenschaftlichen Eigentümerstrukturen ein.“

Protest gegen Klimakiller RWE bei der Hauptversammlung

Gegen die heute in Essen stattfindende Hauptversammlung von RWE haben Aktivistinnen und Aktivisten der Umweltbewegung sowie Mitglieder der Linken, darunter auch der Bundestagsabgeordnete Hubertus Zdebel (DIE LINKE) und Mitglieder aus dem  Bundes- und Landesvorstand, protestiert. Die bunten Proteste richteten sich gegen die umweltzerstörende Politik des Konzerns, der weiterhin auf fossile Energien setzt und aktuell seine Tochterfirma Innogy zerschlagen möchte, um die eigenen Gewinne auszubauen.

Zdebel macht deutlich, warum er teilgenommen hat: „Das Geschäftsmodell von RWE ist die Ausbeutung von Mensch und Natur. Deswegen ist es so wichtig, dass wir heute gemeinsam protestiert haben gegen Umweltzerstörung und Stellenabbau. Der geplante Innogy-Deal zwischen E.ON und RWE würde die Monopolstrukturen im Energiesektor weiter stärken, während zugleich bis zu 5.000 Stellen abgebaut werden sollen.

Darüber hinaus sind RWE und E.ON beteiligt an der Urananreicherungsanlage Gronau und mitverantwortlich für die Uranlieferungen an die Schrottreaktoren Tihange und Doel in Belgien. RWE betreibt allein drei der schädlichsten Kraftwerke in Europa und sorgt für die Abholzung des Hambacher Forstes. Darüber hinaus ist das Unternehmen einer der vehementesten Verfechter von Kohleenergie.“

Hauptversammlungen der Klimakiller RWE und Co. – Zdebel (DIE LINKE) unterstützt Proteste der Antiatom- und Antikohlebewegung

Aus Anlass der anstehenden Jahreshauptversammlungen von Innogy (24.04.), RWE (26.04.) und E.ON (09.05.) sowie der angekündigten Proteste der kritischen Aktionäre und der Umweltinitiativen erklärt der atompolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Hubertus Zdebel:

„Die größten Klimakiller aus NRW werden ihren Aktionären aller Voraussicht nach erneut satte Gewinne präsentieren. Das Geschäftsmodell der großen Energiekonzerne ist die Ausbeutung von Mensch und Natur. Umso wichtiger, dass zur RWE-Hauptversammlung am Donnerstag (26.04.) breite Proteste geplant sind. Ich hoffe, dass ein deutliches Zeichen für einen konsequenten Klimaschutz gesetzt werden kann. Die scheinheilige Inszenierung von RWE und Co. als klimafreundliche Energieversorger darf bei den Hauptversammlungen nicht unwidersprochen bleiben.

Die Konzernpolitik der Energieriesen ist sowohl aus ökologischer als auch sozialer Perspektive eine Katastrophe. RWE und E.ON sind an der Gronauer Urananreicherungsanlage Urenco beteiligt und also mitverantwortlich für die Uranlieferungen an die belgischen Schrottreaktoren Tihange und Doel. Durch den geplanten Innogy-Deal zwischen E.ON und RWE würden nicht nur die Monopolstrukturen im Energiesektor weiter gefestigt, sondern auch bis zu 5 000 Stellen abgebaut werden. Der dringend nötige Kohleausstieg wird insbesondere von RWE mit aller Macht bekämpft, u.a. durch erfolgreiche Lobbyarbeit bei Ministerpräsident Laschet (CDU) und der großen Koalition in Berlin. Mehr als genug Gründe, um den Klimakillern endlich die rote Karte zu zeigen.

Ich begrüße die angekündigten Aktionen der kritischen Aktionäre und der Umweltinitiativen und werde am Donnerstag die Proteste vor der Grugahalle in Essen unterstützen.“

Empowerment: World Future Council über Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ als Energiewende

wfc-uhunDrei Jahre Volksentscheid „Unser Hamburg – Unser Netz“ zur vollständigen Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg. Das war für den World Future Council Anlass, sich noch einmal im Rückblick mit dem Volksentscheid und seinen Akteuren zu befassen. Martin Bosak hat vier Monate lang zahlreiche Interviews mit den Beteiligten über die Hintergründe, die Motive, den Verlauf und das Ergebnis geführt. Bosak studiert Klimawissenschaften und arbeitet derzeit an seinem Masterabschluss zum Thema Rekommunalisierung in der Energiewirtschaft. Aus Anlass der Veröffentlichung eines Berichts sowie eines Videos beim WFC hat umweltFAIRaendern.de mit Bosak ein kurzes Gespräch geführt. (Der Link zum Video findet sich unten im Text)

Warum hat der WFC das Projekt gestartet und und was will er damit jetzt erreichen?

martinbosakapril-2016Der WFC ist ja eine der international ausgerichteten Organisationen in Hamburg und arbeitet auf dieser Ebene zu sogenannten „guten Gesetzesinitiativen“ – im Englischen würde man sagen ‘good policies‘. Die Arbeitsfelder des WFC sind dabei breit aufgestellt und reichen vom Einsatz für Kinder- und Menschenrechte über nukleare Abrüstung bis hin zu Klimaschutz, erneuerbare Energien und der Förderung einer regenerativen Stadtentwicklung.

Im Klima und Energie Bereich des WFC wurde die Rekommunalisierung in Hamburg bereits nach dem erfolgreichen Volksentscheid 2013 in einem Blogbeitrag thematisiert. Die Parallelen zur Arbeit des WFC liegen hier vor allem im Bereich des dezentralen Ausbaus erneuerbarer Energien für das langfristige Ziel einer Energieversorgung, die zu 100% aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Auf diesem Weg sind die Energienetze die Infrastruktur, in der Ausbau- und Anpassungsmaßnahmen entsprechend geleistet werden müssen, um die Transformation im Energiesektor zu ermöglichen – weg von großen kohlebefeuerten Kraftwerken und hin zu dezentral organisierten erneuerbaren Energiequellen. Vor diesem Hintergrund war es eigentlich die logische Konsequenz, dass es irgendwann eine Fortsetzung zum Thema Rekommunalisierung geben würde, es musste eben nur jemand die Zeit dafür finden.

Aus meiner Sicht passt das Timing gerade ganz gut. Ende November findet die Klimakonferenz in Marokko statt und NGOs weltweit organisieren und mobilisieren dafür. Da kommt es gelegen, wenn neben dem großen Ganzen auch sehr konkrete und greifbare Maßnahmen präsentiert werden können, wie Klimaschutz betrieben werden kann. Die Rekommunalisierung von Energienetzen gehört hier ohne Frage dazu. Denn mittlerweile ist klar, dass die großen Energieunternehmen den notwendigen Umbau für die Energiewende nur sehr langsam nachvollziehen, da dies Investitionen in die Netzinfrastruktur bedeutet, die mit ihrem Interesse mit den Netzen Geld zu verdienen kollidieren. Im Vergleich dazu sind beim bereits rekommunalisierten Stromnetz ganz andere Investitionsleistungen absehbar. Allein hier zeigt sich die Relevanz dieses energiepolitischen Prozesses der bis heute in Hamburg stattfindet nachdem er 2010 von den Bürgern angestoßen wurde.

Hat es denn Reaktionen auf die Veröffentlichung gegeben?

Nach gerade mal einer Woche seit der Veröffentlichung auf der WFC Webseite gab es bereits konkrete Anfragen von anderen internationalen Organisationen, wie sich zum Beispiel die Rekommunalisierung für die Verbraucher auswirkt. Damit ist das Hauptziel, das Thema Rekommunalisierung von Energienetzen für die internationale Ebene zu öffnen und aufzubereiten schon auf gutem Weg und jetzt muss man eben abwarten wie sich die Wirkung entfaltet.

Was hat dich bewegt, dieses Projekt für den WFC zu machen?

Als ich beim WFC vergangenen April angefangen habe, sollte der Beitrag zur Rekommunalisierung der Energienetze in Hamburg eigentlich viel kleiner ausfallen. Während der Recherche hat mich der Fall mehr und mehr fasziniert, da die Rekommunalisierung von Energienetzen eine der greifbaren Maßnahmen ist, um die Energiewende voran zu bringen, welche wiederum Grundbestandteil einer effektiven Klimapolitik ist.

Da ich Klimawissenschaften studiere passte das Thema sehr gut als Fallstudie in meine Masterarbeit. Darin geht es, ohne jetzt zu sehr in die Tiefe zu gehen, um die Rolle von Unsicherheiten in Politikprozessen, die sich gerade im Bereich der Klimapolitik stellen.

Das beinhaltet beispielsweise epistemische Unsicherheiten, also Dinge, die wir im Prozess einer solchen Politikentscheidung noch nicht wissen und erst zu einem späteren Zeitpunkt oder durch gezieltes Nachforschen erfahren bzw. erlernen können. In Hamburg fällt darunter zum Beispiel der Ersatz für das Kohlekraftwerk Wedel, um den Wärmebedarf Hamburgs in Zukunft aus erneuerbaren Energien abzudecken und damit die Vorgabe des Volksentscheids zu erfüllen. Sollte das zeitnah gelingen erlangt Hamburg neue Sicherheit, um die bereits um zehn Jahre verschobenen Klimaziele 2030 letztlich zu erreichen.

Du hast mit vielen Akteuren auf der Pro- und Contra-Seite des damaligen Volksentscheids gesprochen? Mit wem konkret – und mit wem warum nicht?

Ich habe grundsätzlich mit allen Akteuren gesprochen, die zu einem Gespräch bereit waren und den Kreis dann nach und nach erweitert, man muss eben irgendwo anfangen. Um anfangs ein Gesamtbild zu erhalten war es zudem wichtig mit den Befürwortern und auch den Gegnern der Rekommunalisierung zu sprechen. Letztlich hatte ich Interviewtermine mit Vertretern der Parteien SPD, Linke und Grüne, Vertretern von „Unser Hamburg – Unser Netz“, aber auch Vattenfall, der IG Metall und dem Bund der Steuerzahler.

Wenn du das Revue passieren lässt: Was waren für dich zwischen Beginn und Ende deiner Recherche zu diesem Thema besonders interessante Punkte?

Es fiel mir schnell auf, dass das Thema ideologische Gräben sichtbar werden lässt, vor allem in Bezug auf die Rolle von privatwirtschaftlichen Unternehmen in gesellschaftlichen Bereichen, die man ganz allgemein unter dem Begriff Daseinsvorsorge zusammenfasst – also Dinge die man als notwendige Grundversorgung der Menschen erachtet.

Zugegebenermaßen war es am Anfang der Recherche eine Herausforderung in das Thema einzusteigen und es dauerte etwas bis ich mir einen Überblick verschafft hatte. Ich habe daher viel zur energiepolitischen Praxis gelernt, was ich im Studium nicht hatte. Faszinierend fand ich auch, mir nach und nach die bereits genannten Zusammenhänge zu erarbeiten, die man zwischen der Rekommunalisierung von Energienetzen und klimapolitischen Fragen herstellen kann.

Mit der Zeit der Recherche bin ich jedoch auch kritischer geworden, was das Mittel des Volksentscheids angeht. Es ist definitiv ein mächtiges und auch notwendiges Instrument, um dem Volkswillen sozusagen als letzte Instanz zu dienen. Allerdings muss man vorsichtig sein, denn nicht immer wird die Mehrheit der Bevölkerung darin abgebildet.

Manche erinnern sich vielleicht noch an die per Volksentscheid verhinderte Bildungsreform im Jahr 2010 in Hamburg, wo sogenannte „sozial-schwache“ Stadtteile erschreckend niedrige Wahlbeteiligungen hatten. Hier kann man sagen, dass sich lediglich alles ab der Mittelschicht aufwärts im Wahlergebnis abbildet und nicht alle Menschen mitgenommen wurden. Leider wurde so auch eine Möglichkeit verpasst das Schulsystem gerechter zu gestalten und die seit langem bekannte Abhängigkeit der Bildungschancen von der sozialen Herkunft aufzulösen.

** Zur Person Martin Bosak: Nach seinem Bachelorstudium an der Leuphana Universität Lüneburg im Fach Umweltwissenschaften mit Politikwissenschaft im Nebenfach absolviert Martin Bosak zurzeit seinen Masterabschluss an der Wageningen Universität in den Niederlanden im Fach Klimawissenschaften. Sein akademisches Interesse in umwelt- und klimapolitischen Fragen konnte er zudem während eines Auslandssemesters an der Keele University in England vertiefen. Im Rahmen seines Masterstudiums kam er für ein viermonatiges Praktikum beim World Future Council nach Hamburg und blieb in der Stadt, um seine Abschlussarbeit über die Rekommunalisierung der Energienetze zu schreiben.

Stilllegung AKW Grafenrheinfeld: BUND und Kommunen beantragen Abbruch der Erörterung

Bund-bdv-2
Edo Günther vom BUND Bayern aus Schweinfurt: Beim Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld ist ihm das Lachen vergangen.

Gestern begann der Erörterungstermin zur Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld. Heute Morgen brachen BUND, AG Schacht Konrad und andere Initiativen das Verfahren ab und verließen die Veranstaltung. Nun fordert der BUND gemeinsam mit den betroffenen Kommunen, die ebenfalls beteiligt waren, den offiziellen Abbruch des Termins durch die Behörde. „Stilllegung AKW Grafenrheinfeld: BUND und Kommunen beantragen Abbruch der Erörterung“ weiterlesen

×