Urangeschäfte mit nuklearem Brennstoff – Geopolitik: USA, Frankreich, Russland …

Gerade hat Westinghouse erstmals neue Brennelemente für das AKW Temelin in der Tschechischen Republik geliefert. Das Unternehmen mit seiner Produktionsanlage in Schweden will damit osteuropäische AKW russischer Bauweise von Lieferungen des Staatskonzerns Rosatom unabhängig machen. Im Schatten des Krieges in der Ukraine ist eine globale geostrategische Neuordnung der Uranmärkte unterwegs. Mit Atomausstieg hat das allerdings nichts zu tun. Beispiel Deutschland: Zuletzt am 13. März hat die in Lingen ansässige Uranfabrik Uranbrennstoff zur weiteren Verarbeitung aus Russland erhalten. Und eben in dieser Anlage will der französische Atomkonzern Framatome künftig mit Unterstützung Russlands Westinghouse Konkurrenz machen. Ukraine-Krieg hin oder her: es geht um Geschäfte. Trotz Russlands Krieg in der Ukraine sind die Urangeschäfte mit der EU weiterhin von Sanktionen nicht betroffen. In Lingen will Frankreich für seine Urandeals eine weitere Kooperation mit Russland genehmigen lassen. Brennelemente für den Einsatz in Atomkraftwerken russischer Bauart zu ermöglichen. Ein Kunde soll künftig auch Temelin sein, wenn die deutschen Atombehörden den Deal zulassen. Dazu haben die Grünen grad einen Antrag in den Bundestag eingebracht.

Die Ursprünge der Zusammenarbeit, zu der auch Verträge mit Framatome gehören, gehen auf das Jahr 2018 zurück, also noch vor dem Ukraine-Krieg. Framatome will derartige Brennelemente für Reaktoren des russischen Typs VVER künftig in Lingen in Niedersachsen herstellen. Ein entsprechender Ausbau-Antrag liegt der Atombehörde in Hannover zur Genehmigung vor. Anderes als Westinghouse will Framatome die Brennelemente künftig in einer Zusammenarbeit mit Rosatom in Lingen zusammenarbeiten, weil dadurch Betriebsgenehmigungen und Lizenzen für den Einsatz in Ost-Reaktoren übernommen w

The first new Westinghouse nuclear fuel arrived at Czechia

Westinghouse supplied thirty fuel assemblies to the Temelín nuclear power plant (NPP), replacing the current Russian supplier TVEL.

The NPP operator, ČEZ, started diversifying nuclear fuel suppliers at the end of the last decade. Based on a tender launched in 2018, it signed a contract in 2022 with Westinghouse and Framatome for the supply of fuel assemblies for the Temelín power plant.

Subsequently, in 2023, it concluded a contract with Westinghouse for Dukovany, with the first deliveries also expected this year. At the same time, it is also negotiating supplies for Dukovany with Framatome.

The new fuel must meet the strictest safety requirements. The acceptance was preceded by a five-year series of analyses and tests. “Loading must be preceded by a permit from the State Office for Nuclear Safety. We are currently preparing the documents for submitting the application,” said Bohdan Zronek, Member of the Board of Directors of ČEZ and Director of the Nuclear Power Engineering Division.

The new fuel will also enable longer fuel cycles: 18 months at Temelin and 16 months at Dukovany.

Grüner Antrag im Bundestag gegen Atomkooperation mit russischem Konzern in Lingen – Westinghouse beliefert AKW Temelin

Gegen die geplante Erweiterung der Produktionspalette der Uranfabrik in Lingen hat die Grüne Bundestagsfraktion einen Antrag auf den Weg gebracht. Damit wollen sie verhindern, dass künftig bei der geplanten neuen Fertigungslinie von Uran-Brennelementen osteuropäische Atomkraftwerke der russische Atomkonzern Rosatom beteiligt wird. „Sicherheit stärken – Russische Atomgeschäfte in der Brennelementfabrik Lingen unterbinden“ ist der Antrag überschrieben.

Im Zentrum stehen in dem Antrag die Befürchtungen, dass Russland über die geplante Kooperation Zugriff auf sicherheitsrelevante Infrastruktur erhalten könnte und diese für Sabotagezwecke nutzen könnte. Auch die wirtschaftlichen Vorteile einer solchen Uran-Kooperation zugunsten Russlands sollen wegen des Angriffs auf die Ukraine unterbunden werden. Dazu soll einerseits die atomrechtliche Genehmigung für den geplanten Erweiterungsausbau der ANF Lingen nicht erteilt werden. Andererseits soll die Bundesregierung in der EU dafür sorgen, dass auch die Uranverbindungen mit Russland sanktioniert werden. (Was den Grünen in der Ampel nicht wirklich gelungen ist.) In Punkt 4. des Antrags verlangen die Grünen auch „ein Gesetz auf den Weg zu bringen, um den Ausstieg Deutschlands aus der nuklearen Wertschöpfungskette zu vollenden.“

Die Uranfabrik in Lingen produziert bislang Brennelementen für westliche Reaktoren. Die Anlage in Lingen ist – wie auch eine benachbarte Uranfabrik in Gronau – vom Atomausstieg ausgenommen: Beide verfügen über unbefristete Betriebsgenehmigungen. Die Advanced Nuclear Fuels (ANF) in Lingen gehört dem französischen Atomkonzern Framatome. Gemeinsam mit Rosatom wollen die Betreiber nun auch Brennstäbe für die osteuropäischen Reaktoren russischer Bauweise herstellen. Dazu soll Rosatom mit Maschinen und Lizenzen helfen.

Das Umweltministerium in Niedersachsen untersteht als Atombehörde dem Bundesumweltministerium und kann in letzter Konsequenz vom Bund zu einer Entscheidung gezwungen werden, weil Atomrecht Bundessache ist und die Länder nur in Auftragsverwaltung für den Bund zuständig sind.

Der Atomgenehmigungsbehörde in Niedersachsen liegt ein entsprechender Antrag der ANF Lingen vor. Dagegen hatte es Proteste und viele Tausende Einwendungen gegeben. ANF wartet dringlich auf die Erteilung der Genehmigung, denn Framatome hat bereits Verträge für die Lieferung der neuartigen Brennelemente abgeschlossen.

Auch Uran bezieht die Anlage in Lingen weiterhin. Zuletzt kam im März eine Lieferung von Uranbrennstoff aus Russland in Lingen an. Trotz des Krieges in der Ukraine ist Frankreich an vielen Stellen in Kooperation mit Rosatom. Die EU bezieht trotz zahlreicher Sanktionen im Energiebereich weiterhin Uran in großen Mengen aus Russland.

Während Framatome mit der Kooperation mit Rosatom in das Geschäft mit den osteuropäischen AKWs russischer Bauweise einsteigen will, hat der Westinghouse Konzern mit seine Fabriken in Schweden längst begonnen, AKWs in der Ukraine und anders mit den sogenannten VVER-Brennelementen zur beliefern. Die Brennelemente unterscheiden sich in der Bauweise deutlich von den westlichen Modellen.

Zu diesen VVER/WWER Brennelementen auf umweltFAIRaendern.

 

 

 

Wie eine Gewerkschafterin zum mehrfachen Opfer wird, weil sie in die Mühlen französischer Atominteressen gerät

Eigentlich wäre ein Beitrag schon zum Film notwendig gewesen. Die Gewerkschafterin (Originaltitel: La Syndicaliste; auch The Sitting Duck und The Union Lady). Immerhin hatte das Verbrechen gegen die Konzern-Betriebsrätin von Areva, mit einem der ehemals weltweit größten Atomkonzerne zu tun. Und mit dem französischen Atomstaats-Konerzern EdF. Ein maximaler Justizskandal gehörte auch noch dazu. Maureen Kearney musste lange Jahre kämpfen und leiden. Nach dem Film hat nun Eva Stegen das Buch aus dem französischen übersetzt und die editionEinwurf hat das verlegt.

Zur Krise, die zum Untergang von Areva führten, siehe auf umweltFAIRaendern:

Hintergrund des Buches sind machtpolitische Kämpfe zwischen den beiden Atomgiganten Areva (Uranbau, Verarbeitung, Bau) und EdF (Betrieb von Atomanlagen), in die die Gewerkschafterin Maureen Kearney geriet und ihnen brutal zum Opfer fiel. Die EdF dealte – ohne und auch gegen die Areva – mit China über neue Atomkooperationen, um Teilhabe am damals boomenden Atommarkt in China zu erlangen. Die Areva-Konzern-Betriebsrätin wollte diesen Deal zu Lasten der Arbeitsplätze im eigenen Haus verhindern.

Maureen Kearney wird eines Morgens im Dezember 2012, als sie allein zu Hause ist, überfallen und vergewaltigt. Doch schnell wenden sich die Ermittlungen gegen sie selbst. Sie wird sogar verurteilt. Politisch mächtige „Freunde“ wenden sich ab. Erst 2018 wird sie in einem weiteren Verfahren „freigesprochen“. Das Gericht prangert eklatante Mängel bei den damaligen „Ermittlungen“ an. Eine Aufklärung, wer hinter dem Überfall gestanden hat, ist bis heute nicht erfolgt.

Absolut nicht einfach. Eine quere Geschichte über eine Frau und Gewerkschafterin, die die Arbeitnehmer:innen und ihre Interessen in einem der damals mächtigsten Atomkonzerne nicht nur in Frankreich, sondern der Welt vertritt. Bei Areva. Einem Konzern, der damals die gesamte Atomspirale von den Minen über Brennstoffe bis hin zum Bau der Atomkraftwerke betreibt und damit Super-GAU-Risiken, Atommüll für die Ewigkeit und irgendwie auch französische Atomwaffen verantwortet. Areva verfügte über ein weltweites Firmennetz.

Die Gesamt-Betriebsrätin wird Opfer eines brutalen Angriffs. Weil sie sich gegen die Interessen der EdF für die Kolleg:innen bei Areva einmischt und das Geschäft mit China unterbinden will. Die Geschichte ist so unglaublich, sie ist so sehr denkbar, weil es vorstellbar ist. Sexualisierte Gewalt, weil eine Gewerkschafterin-Frau eine mächtige Position hat!

„Die Gewerkschafterin – Im Räderwerk der Atommafia“ von Caroline Michel-Aguirre in der deutschen Übersetzung von Eva Stegen ist irgendwie ein holpriges Buch. Die Geschichte ist nicht einfach, sie zu erzählen vermutlich ganz besonders nicht einfach. Doch vielleicht wären ein paar Eingriffe angenehm gewesen, jedenfalls wenn es um sprachliche Mängel geht, die bereits in der französischen Vorlage waren (was ich leider nicht beurteilen kann).

Das Buch kommt als „Tatsachenroman“ daher. Es behandelt eine beklemmende Geschichte, die viel über die brutalen patriarchalen Verhältnisse einer interessengetriebenen Verflechtung von Staat und Wirtschaft mit viel zu viel Macht erhellt.

Tritium für Atomwaffen aus zivilen Atomreaktoren – Umsetzung im französischen AKW Civaux angelaufen

Die Grenzen zwischen ziviler und militärischer Nutzung der Atomenergie verschwimmen zunehmend. In Frankreich bereitet der staatliche Energiekonzern EDF in seinen beiden Reaktoren des (zivilen) Atomkraftwerks Civaux aktuell Testphasen zur Herstellung von Tritium vor. Das radioaktive Isotop wird für die Produktion von thermonuklearen Sprengköpfen benötigt. Der Einsatz von Lithium-6-Absorbern in den Reaktoren bildet den Kern des sogenannten TRIDENT-Projekts. Bereits vor rund einem Jahr wurden die Pläne offiziell bekannt gemacht, jetzt beginnt Schritt für Schritt die Umsetzung. (Foto: EDF)

Hinweis: Weitere Informationen zum Hintergrund unten im Text.

Tritium wurde bislang in speziellen militärischen Reaktoren erzeugt. Der Atomwaffensperrvertrag (NPT) regelt die Trennung zwischen ziviler und militärischer Nutzung. Doch diese Trennung wird zunehmend untergraben, wie auch das Beispiel USA zeigt: Dort nutzt die TVA (Tennessee Valley Authority) mit dem Reaktor Watts Bar ein ziviles AKW zur Tritiumproduktion.

Tritium hat eine Halbwertszeit von rund 12,3 Jahren und muss deshalb regelmäßig in Atomwaffen ersetzt werden. Die Produktion ist technisch anspruchsvoll und teuer. Aufgrund steigender Kosten in zivilen und militärischen Nuklearprogrammen suchen Staaten wie Frankreich oder die USA nach „Synergien“ zwischen beiden Bereichen – was jedoch die Risiken der Weiterverbreitung von Atomwaffentechnologie erhöht.

In einem Bericht der Zeitung Artikel in der „La Nouvelle Republik“ heißt es, dass der AKW-Chef von Civaux, Christophe Rieu, den Start der Tests für das Frühjahr und Spätsommer 2025 angekündigt habe. Vier Meter lange Lithiumstäbe sollen dann bestrahlt werden. Danach werde das Lithium „zerschnitten“ und zum CEA-Zentrum (Commissariat à l’énergie atomique) in Valduc (Côte-d’Or) transportiert. Block 2 ist seit dem 5. April dazu in Revision, Block 1 folge ab dem 13. September. Die Arbeiten sollen jeweils drei Monate dauern. Die Genehmigung für die industrielle Phase steht noch aus.

  • Weitere Informationen über das AKW Civaux und die Tritium-Thematik lassen sich auch hier zum Trident-Projekt vom Oktober 2024 finden (PDF, auf französisch). Siehe unten eine deutsche Zusammenfassung.

Das ganze Projekt, mit dem das französische Atomwaffenprogramm ab 2030 beliefert werden soll, läuft unter dem Namen „Trident“ (Transformation industrielle d’énergie nucléaire en tritium, übersetzt etwa: industrielle Umwandlung von Kernenergie in Tritium).

Laut Rieu und dem Bericht von LNR sollen die AKW selbst frei von Militär bleiben. Die erforderlichen Tätigkeiten auf der Anlage werden von der EDF vorgenommen. Er betont aber, dass die Sicherheit der Anlage unter Kontrolle der Atomaufsichtsbehörde (ASN) bleibt und schon jetzt von Ordnungskräften streng überwacht werde.

Weiter heißt es dort: „Wir werden bereits von der Gendarmerie überwacht. Es wird natürlich eine verstärkte Überwachung geben, da die Transporte des Lithiums unter Begleitung stattfinden.“ Als Folge des militärischen Auftrags werden auf der Anlage zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, teilte der AKW-Chef mit. Gewinne erwartet er aus diesem Geschäft nicht, allerdings werden die zusätzlichen Kosten wohl von den entsprechenden militärischen Stellen in Frankreich übernommen.

Neben TRIDENT plant EDF ein weiteres Projekt zur Herstellung von Neutronenquellen für den Start neuer Reaktoren. Hierbei sollen Americium-241 und Neptunium-237 in versiegelten Kapseln bestrahlt werden. Auch diese Tests sind für Herbst 2025 angesetzt. Lauf LNR werden für die Herstellung medizinischer Produkte in den Atomkraftwerken in Civaux bereits 30 Mitarbeiter:innen beschäftigt.

UmweltFAIRaendern hat wiederholt über die Problematik der zivilen Tritium-Herstellung für militärische Zwecke berichtet. Das Büro des ehemaligen Bundestagsabgeordneten Hubertus Zdebel (*) hatte in der zweiten Hälfte der 2010er Jahre auf entsprechende Aktivitäten in den USA hingewiesen, die auch von der Tagesschau aufgegriffen wurden.

(*) Der Autor dieses Artikels hatte zwischen 2014 und September 2021 für den damaligen MdB Hubertus Zdebel gearbeitet. Die Homepage-Artikel im Zusammenhang mit der Atomenergie-Thematik aus diesem Zeitraum sind inzwischen in UmweltFAIRaendern.de integriert und damit weiterhin verfügbar. Sie lassen sich über den Tag Atom-BT recherchieren und sind im genannten Zeitraum meist zu erkennen, weil kein Foto verknüpft ist.

Hintergrund: Der Konflikt im Iran um die Urananreicherungstechnik ist so eine Dual-Use-Technik, bei der Atomwaffentechnik und Atomstrom miteinander verschwimmen. Denn in diese Anlagen kann ohne weiteres waffentaugliches Uran hergestellt werden. Auch Deutschland betreibt eine solche Anlage in Gronau im Eigentum von URENCO. Nur über umfangreiche Kontrollverfahren kann sichergestellt werden, dass  kein Atomwaffenmaterial erzeugt wird. Allerdings lässt der Atomwaffensperrvertrag zu, dass Forschung mit hochangereicherten Material zulässig ist. Deutschland betreibt einen Atomforschungsreaktor in München Garching – den FRM II – in dem atomwaffenfähiges Uran zum Einsatz kommt. Unter anderem auf diese Aktivitäten und die Zulässigkeit im Atomwaffensperrvertrag bezieht sich der Iran, wenn er auf die eigene Urananreicherung besteht.

Zusammenfassung aus der oben genannten PDF-Info/Newsletter per ChatGPT

Die Newsletter Nr. 21 (Oktober 2024) der Commission Locale d’Information (CLI) des Kernkraftwerks Civaux informiert über zwei bedeutende Projekte, die die Rolle der Anlage erweitern:


Projekt TRIDENT – Tritiumproduktion für die nationale Verteidigung

Das Projekt TRIDENT zielt darauf ab, Tritium durch die Bestrahlung von Lithium-6 in Reaktor 2 des Kernkraftwerks Civaux zu produzieren. Die experimentelle Phase soll Mitte 2025 beginnen und über einen Reaktorbetriebszyklus von 18 Monaten laufen. Nach der Bestrahlung werden die keramischen Lithium-6-Pellets an das Commissariat à l’énergie atomique (CEA) überführt, wo das Tritium extrahiert und analysiert wird. Eine positive Bewertung könnte den Übergang zur industriellen Produktion ermöglichen. Der Projektentwurf wird im Herbst 2024 der Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) zur Genehmigung vorgelegt.


⚛️ Neues Projekt zur Produktion von Neutronenquellen

Zusätzlich zum TRIDENT-Projekt plant EDF in Zusammenarbeit mit dem Staat und dem CEA die Entwicklung eines neuen Bestrahlungsdienstes zur Herstellung von Neutronenquellen, die für den Start zukünftiger Reaktoren erforderlich sind. Dieses Projekt umfasst zwei Technologien: ([PDF] N° 21 Octobre 2024 Le projet Trident Le nouveau projet d’irradiation …)

  • GSD-Projekt mit Americium-241: Americium-241, ein Nebenprodukt des Brennstoffrecyclings, wird in versiegelten Kapseln in 4 Meter langen Hüllrohren bestrahlt. (October 2024 Newsletter – Unit – FPS – APS Engage)
  • FILIERE-Projekt mit Neptunium-237: Neptunium-237 wird verwendet, um Plutonium-238 zu erzeugen. Die Bestrahlung erfolgt ebenfalls in versiegelten Kapseln innerhalb von 4 Meter langen Hüllrohren.

Die experimentelle Bestrahlung für beide Projekte ist für Herbst 2025 in Reaktor 1 geplant und soll über einen Zyklus von 18 Monaten laufen. Die Ergebnisse werden vom CEA ausgewertet, um die Machbarkeit einer industriellen Produktion zu beurteilen.


🔒 Auswirkungen auf den Betrieb und die Umwelt

Die CLI betont, dass diese neuen Aktivitäten keine Auswirkungen auf die Stromproduktion haben und die bestehenden Genehmigungsgrenzen für Tritiumemissionen in die Vienne nicht überschreiten sollen.


📅 Weitere Informationen

  • Verteilung von Jodtabletten: Die staatlichen Stellen informierten über die im September 2024 gestartete Kampagne zur Verteilung von Jodtabletten.
  • Öffentliche Generalversammlung der CLI: Geplant für den 11. Dezember 2024 von 14:00 bis 17:00 Uhr im Festsaal von Dienné.

Für weitere Details und aktuelle Entwicklungen empfiehlt es sich, die offiziellen Dokumente der CLI de Civaux sowie der Autorité de Sûreté Nucléaire (ASN) zu konsultieren.

 

 

Unnötige Atomtransporte Jülich nach Ahaus – Bundesregierung antwortet auf Kleine Anfrage

Auf Druck des Bundesrechnungshofs hatte der Haushaltsausschuss des Bundestags Ende 2022 mit den Voten von Grünen, SPD und FDP bei Enthaltung von CDU und Linken entschieden, dass über 150 Castortransporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich in das Zwischenlager Ahaus in NRW „vorzugswürdig“ wären. Im Verhältnis 70 zu 30 sind der Bund und das Land NRW für die Kosten der ehemaligen Atomforschungsanlage in Jülich und den atomaren Hinterlassenschaften verantwortlich. Während NRW im schwarz-grünen Koalitionsvertrag wenige Monate vorher vereinbart hatte, „unnötige Atomtransporte“ wie eben jene von Jülich nach Ahaus zu vermeiden, setzte der Bund dem Land als Reaktion das Messer auf die Brust: Die Kosten für ein neues Atommülllager in Jülich müsste das Land NRW dann allein tragen. Der Linke Bundestagsabgeordnete Fabian Fahl hatte zu diesen Machenschaften auch zwischen BMU und Wirtschaftsministerium NRW die Bundesregierung per Kleiner Anfrage um weitere Auskünfte ersucht. Die Antworten liegen jetzt vor. Schon zuvor hatte Fahl eine Schriftlicher Frage an die Bundesregierung und einen Brief an den Präsidenten der Genehmigungsbehörde geschrieben.

In einem Brief an die für die Atomtransporte zuständig Genehmigungsbehörde BASE hatte Fahl vom Präsidenten Christian Kühn, ehemaliger Grüner Vorstand aus BaWü und Bundestagsabgeordneter der Grünen ein Moratorium für die unnötigen Atomtransporte gefordert. Dem Vernehmen nach soll demnächst ein Gespräch über die offenbar bevorstehenden Atomtransporte stattfinden.

Viele der Hintergründe und Inhalte der anstehenden Genehmigungen gelten aufgrund der extremen Sicherheitsrisiken und notwendiger Terrorschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit dem hochaktiven Atommüll als geheim und Verschlusssache. Die Maßnahmen finden unter dem Behördenkürzel SEWD statt, über die die Behörden selbst Richter und Anwälte nicht informieren. Der BUND NRW hat angekündigt, gegen diese Atomtransporte per Klage vorgehen zu wollen.

Siehe außerdem:

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